Erntezeit! Die Gemüsegärten sind voller prächtiger Früchte, die Körbe auf den Märkten wohlgefüllt, die Auswahl ist riesig. In meinem kleinen Gemüsegarten sind die Kürbisse reif, und wie jedes Jahr bereite ich als erstes eine Kürbissuppe zu, bevor ich mich anderen Kreationen widme.

Und obwohl das kulinarische Internet dieser Tage voll mit Kürbissuppen ist und es wahrscheinlich kein weiteres Rezept dafür braucht, kommt heute mein persönliches Lieblingsrezept: Hokkaido-Kürbissuppe mit viel Ingwer, pikanter Curry-Schärfe und einer fruchtigen Einlage aus Apfel-Schmand und Curry-Äpfeln. Dazu: geröstete Haselnüsse und Kürbiskerne, garniert mit Kapuzinerkresse aus dem Garten.

Ein Rezept für eine Kürbissuppe war tatsächlich auch eines der ersten, das auf diesem Blog erschien, genauer gesagt am 29. Juni 2009. Damals sahen die Bilder noch etwas anders aus, und mehr als die Anleitung zur Zubereitung gab es nicht. Ach ja, die Anfänge…

Die Version von 2017 ist denkbar einfach: während die Suppe köchelt, kümmere ich mich um die Einlagen. Für den Apfel-Schmand reibe ich einen halben Apfel, vermische diesen mit dem Schmand, püriere alles fein und schmecke die Mischung ab. Soll es fein zugehen, passiere ich den Schmand durch ein Sieb, so dass keine Apfel-Rückstände zurückbleiben.

Vermischt mit einer zuckerarmen Ei-Eisgrundmasse und einem höheren Apfelanteil ließe sich aus dem Apfel-Schmand auch ein schnelles Sorbet fertigen, das ebenfalls gut zur Suppe passt, ich mag es, wenn das Sorbet langsam schmilzt und sich mit der Kürbissuppe vermischt.

Kürbis und Apfel harmoniert vortrefflich – das mache ich mir zunutze und schneide einen eher säuerlichen Apfel in kleine Würfel und vermische diese mit wenig Zitronensaft und scharfem Curry-Pulver. Ich mag den Säure- und Schärfekick, den die kleinen Würfel zum Gericht beisteuern, begleitet von der knusprigen Textur langsam gerösteter Nüsse.

Dafür mische ich Haselnüsse mit Kürbiskernen, zerkleinere diese vorsichtig in einem Mörser und röste sie trocken und geduldig in einer Pfanne an, bis sie goldbraun werden. Wer genau aufpasst, hört, wie die Nüsse knacken, schmatzen und knistern, wenn sie auf die Suppe treffen, ein Ohrenschmaus!

In diesem Sinne: die Herbstsaison ist eröffnet!

Rezept

Dauer: ca. 45 Minuten

Zutaten:

Für die Suppe:

800 g Hokkaido-Kürbis
1 Zwiebel
3-4 cm frischer Ingwer
200 ml Sahne
200 ml Gemüsebrühe
50 g Butter
1 TL Currypaste
1 TL Cayennepfeffer
2 TL Rosenpaprika (edelsüß)
2 EL Reisessig
Salz

Für die Curry-Äpfel:

1/2 Apfel
1/ Zitrone
1/2 TL Currypulver, pikant

Für den Apfel-Schmand:

200 g Schmand
1/2 Apfel
Salz

Für die Einlage:

2 EL Kürbiskerne
2 EL Haselnüsse
Frische Kresse
Kapuzinerkresse
Etwas Kürbiskernöl

Zubereitung:

1 Für die Suppe die Zwiebel und den Ingwer schälen und fein hacken. Den Kürbis halbieren und die Kerne entfernen, das Fruchtfleisch in Würfel schneiden.

2 Die Zwiebeln und den Ingwer in der Butter glasig dünsten, die Kürbiswürfel zugeben und auf kleiner Flamme garen, bis sie weich werden. Die Gemüsebrühe und die Hälfte der Sahne, die Currypaste, den Cayennepfeffer und den Rosenpaprika zugeben und etwa 15 Minuten köcheln.

3 In der Zwischenzeit die Kürbiskerne und die Haselnüsse in einem Mörser leicht zerstoßen. Ohne Fett in einer Pfanne goldgelb rösten.

4 Für den Apfel-Schmand den halben Apfel schälen und in den Schmand reiben. Mit Salz abschmecken und fein pürieren.

5 Für die Curry-Äpfel den halben Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit dem Saft der halben Zitrone und dem Currypulver vermischen.

6 Die restliche Sahne zur Suppe geben und alles fein pürieren. Sollte die Suppe zu dickflüssig sein, wahlweise Gemüsebrühe oder Sahne zugeben bis die Konsistenz den Vorstellungen entspricht. Mit Reisessig und Salz abschmecken.

7 Die Suppe in Teller füllen. Eine Nocke Apfel-Schmand in die Mitte setzen. Drumherum die Nüsse anrichten, dazwischen die Curry-Äpfel garnieren. Mit frischer Kresse, Kapuzinerkresse, Kürbiskernöl und Pfeffer finalisieren.