„Was im Wald zur selben Zeit nebeneinander wächst, passt oft gut zusammen“ habe ich einmal irgendwo aufgeschnappt. Für Heidelbeeren und Pfifferlinge scheint der Satz zu stimmen.

Kennst Du das Buch „Der Geschmacksthesaurus“ von Niki Segnit? „Rezepte, Ideen und Kombinationen für die kreative Küche“ lautet der mehr als treffende Untertitel und gibt einen guten Eindruck vom Inhalt des Buches. Die Autorin hat Geschmackskombinationen der gängigsten Lebensmittel zusammengetragen und bietet uns Hobbyköchen so eine wunderbare Möglichkeit, um nachschlagend schnell Fragen zum Zusammenpassen von Lebensmitteln zu beantworten.

Schlägt man das Kapitel „Pilze“ auf, so finden sich dort „Heidelbeeren“ als gute Passung. „Der Fruchtgeschmack [der Heidelbeere, Anm. d. Red.] kontrastiert mit der Fleischigkeit der Pilze“ heisst es da ein wenig blumig im beschreibenden Text. Beide Zutaten können außerdem gut mit Käse, Blauschimmel oder Parmesan am liebsten, um genau zu sein. Und aus diesem Geschmacksdreieck lässt sich doch ohne Probleme etwas zaubern, zumal Heidelbeeren gerade noch so und Pfifferlinge jetzt Saison haben.

Ich bereite das Risotto relativ klassisch aus Rinderbrühe, Weißwein, Arborio-Reis, Zwiebeln und Knoblauch zu. Ich gehöre zur Fraktion der Vielrührer und stehe gerne am Topf, in dem das Risotto leise vor sich hin schmatzt. Am Ende der Garzeit kommt viel Butter, viel Parmesan, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Salz hinzu, eine wirklich große Handvoll gehackter Petersilie komplettiert das Risotto. Die Pilze bereite ich mit Zwiebeln, Butter und Petersilie zu, dünste alles bei moderater Hitze in einer separaten Pfanne. Die Blaubeeren kommen unbehandelt zum Risotto, ganz am Schluss und wohldosiert. Nur hin und wieder soll man auf eine der Beeren beißen.

Was zunächst als gewagte Komposition anmutet, entpuppt sich als ein sehr leckeres Sommervergnügen. Ich weiss nicht, wo ich den Satz aufgeschnappt habe, den ich mir eingeprägt habe: „Was zur selben Zeit nebeneinander wächst, passt oft zusammen.“ Bei Pfifferlingen und Heidelbeeren ist das in der Tat richtig. Und Parmesanbäume wachsen ja auch gleich daneben…Pfifferling-Risotto mit Heidelbeeren

 

Guck mal, was ich angerichtet habe (#2)

Einmal in Fahrt habe ich das Anrichten des Risotto-Tellers auch gleich gefilmt und in meinem zweiten Themen-Video verpackt. Alle Anrichte-Videos findest Du übrigens in einer speziell dafür angelegten Playlist in meinem Youtube-Kanal. Wenn Du magst, kannst Du den Kanal gerne abonnieren. Das würde mich freuen!

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für das Pfifferling-Risotto mit Heidelbeeren und Parmesan (Für 2 Personen):

  • 200 g Risotto-Reis (z. B. Arborio)
  • 1 L Rinderfond (oder Gemüsebrühe)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Weißwein
  • 100 g Butter
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 250 g Pfifferlinge
  • Parmesan
  • 1 Handvoll Heidelbeeren
  • Schalen einer halben Zitrone
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. 100 g Pfifferlinge putzen und hacken. Alles in etwas Butter glasig dünsten. Den Reis zugeben und unter Rühren anbraten. Mit Weißwein ablöschen, aufkochen und einkochen lassen. Vorgang wiederholen, bis der Weißwein aufgebraucht ist.

2 Währenddessen die Rinderbrühe erhitzen.

3 Nach dem Weißwein die Rinderbrühe schöpflöffelweise zum Risotto geben und gut umrühren. Wenn die Brühe verkocht ist, Vorgang so lange wiederholen, bis der Reis al dente ist.

4 In der Zwischenzeit die Pilze putzen. Die zweite Zwiebel schälen und fein hacken. Die Petersilie ebenfalls fein hacken. Die Zwiebeln in etwas Butter glasig dünsten. die Pilze zugeben und bei schwacher Hitze dünsten. Am Ende reichlich Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten.

5 Das Risotto mit Butter, Parmesan nach Geschmack sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Risotto darf nach meinem Dafürhalten kräftig schmecken.

6 Das Risotto auf Tellern anrichten und die Pfifferlinge darüber verteilen. Nun wenig Blaubeeren pro Teller zugeben, etwas Petersilie darüber streuen, die Zitronenschale darüber raspeln.