Rosenkohl-Tarte

Es geschehen noch Wunder! Ihr erinnert Euch an meine kleine Schwester und ihre Abneigung gegen Gorgonzolasauce? Das einzige Gemüse, welches ebenfalls auf ihrer “mag-ich-nicht”-Liste steht, ist Rosenkohl. Am Samstag war sie bei mir zu Besuch, und wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, hatte ich auch eine “Kleinigkeit zum Essen” vorbereitet (Wie klein Kleinigkeiten bei Foodbloggern eben sein können…). Es gab selbstgemachte, panierte Kürbisbratwürste auf zweierlei Püree. Un oben drauf einen Hauch in Balsamico geschwenkte Rosenkohlblätter. Nach der üblichen Motztirade hat sie probiert und einen verstörten Blick in die Runde geworfen, denn das Gemüse schien ihr zu schmecken.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich der menschliche Geschmack über die Jahre verändert und bittereren Lebensmitteln eher gewogen ist als in jungen Jahren. Dies ist als Appell zu verstehen, doch Lebensmitteln die man seit Kindheitstagen nicht mehr gegessen hat, doch nochmals eine Chance zu geben. Der Geschmack könnte sich verändert haben!

Das Ende vom Lied: Ich bekam kaum etwas von meinem heißgeliebten Rosenkohl ab. Grunz.

Bei Robert von lamiacucina habe ich schon im Februar begeistert sein Rezept Rosenkohl-Schinken-Tarte in meine Nachkochliste aufgenommen. Er wiederum hatte sich von Sylvias Rosenkohl-Hackfleisch-Tarte inspirieren lassen. Tartes kommen bei uns recht selten auf den Tisch. Ich habe aber festgestellt, dass sich eine Tarte für meine Familie wunderbar eignet, da auch meine kleine Tochter – die sonst eher geringe Mengen zu sich nimmt und recht wählerisch is(s)t – gut gegessen hat. Sollte es also öfter geben, wenn da nicht meine laaaange Nachkochliste wäre…

Nachdem sich Robert schon nicht an das Rezept von Sylvia gehalten hat, habe ich für mich auch keine Notwendigkeit gesehen, Roberts Rezept zu genau zu nehmen. Also gibt’s auch hier eine neue Variante, da bei mir ebenfalls ein paar Dinge weg mussten.

Der Rosenkohl wird kurz blanchiert, dann halbiert und auf dem Teig gleichmäßig verteilt. Etwas Schwarzwälder Schinken schneide ich hauchdünn auf und verteile ihn zwischen den Röschen. Zuletzt werden die Zwischenräume mit einem Eier-Sahne-Gemisch aufgefüllt.

REZEPT

Zutaten für die Rosenkohl-Tarte (für 2 hungrige Personen):

Für den Teig:

  • 200g Mehl
  • 100g Butter
  • 1/2 TL Salz
  • evtl. 50 ml Wasser
  • 1 Eigelb

Für die Füllung:

  • ca. 400g Rosenkohl (Der Tarte-Boden muss bedeckt sein)
  • 4 Scheiben Schwarzwälder Schinken
  • 100g Parmesan

Für den Guss:

  • 2TL Speisestärke
  • 2 Eier
  • 200ml Sahne
  • 100ml Crème Fraiche
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben. Dann unter Rühren die Butter in kleinen Flöckchen zugeben, bis sich eine krümelige Masse ergeben hat. Danach das Wasser langsam und portionsweise zugeben bis der Teig einen Klumpen bildet. Mit der Hand noch etwas durchkneten, dann eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

2 In der Zwischenzeit den Rosenkohl putzen und blanchieren (Ich habe ihn 6 Minuten im Wasser gelassen). Abtropfen lassen und halbieren. Den Schinken in feine Streifen schneiden. Die Zutaten für den Guss zu einer glatten Masse verrühren und abschmecken. Den Parmesan reiben.

3 Dann den Teig aus dem Kühlschrank holen. Eine (feuerfeste) Tarte-Form mit  Butter ausstreichen und den Teig darin auswallen, bis auch der Rand bedeckt ist. Mit einer Gabel Löcher in den Boden stechen.

4 Das Eigelb auf dem Teig verstreichen und warten, bis es angetrocknet ist (ca. 10 Minuten). Dann mit dem Parmesan bestreuen und die halbierten Rosenkohlröschen darauf verteilen. Den Schinken in die Zwischenräume legen und den Guss gleichmäßig verteilen.

5 Die Tarte bsi 200°C ca. 35 Minuten auf der untersten Schiene backen. Immer wieder kontrollieren.

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  • Rosenkohl habe ich als Kind auch gehasst (gab’s damals leider auch immer nur totgekocht…), inzwischen mag ich ihn. Gerade bei Rosenkohl und Rhabarber ist das bei vielen so.

    In Tartes mag ich das auch. Unser Klassiker ist aber Rosenkohl-Gorgonzola-Sauce zu Pasta.

    Sehe gerade, dass Du auch einen Blog-Event fährst. Wahnsinn, man kommt ja gar nicht mehr hinterher. :-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Barbara: Ich mochte als Kind Fenchel nicht. Den gab’s immer mit einer Bolognese-Sauce…
      Der Event war eine spontane Idee. Ich hatte mich gefragt, welches Menü ich Weihnachten kochen soll und wurde auf meinen Blogs nicht fündig. Und da war die Idee geboren…AntwortenAbbrechen

  • Da darf man gar nicht oft genug drauf hinweisen:
    Probieren, immer wieder probieren!
    Ich hab’s sogar mit Oliven geschafft. Endlich spuck ich sie nicht angewidert wie ein kleines Kind sofort wieder aus :) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Heike: Jau. Meine Frau war seeeehr wählerisch, und das gibt sich so langsam. Steter Tropfen höhlt den Stein.AntwortenAbbrechen

  • aeh “kann”, nicht “darf”…AntwortenAbbrechen

  • Rosenkohl war mir als Kind verhasst, als Erwachsene lernte ich ihn schätzen, aber meine Kinder mochten ihn auch nicht ;-)

    Deine Rosenkohltarte sieht wunderbar aus und kommt direkt sehr weit nach oben auf die Nachkoch(back)-Liste!AntwortenAbbrechen

  • Thomas

    Super Rezept! Ich liiiieeeebe Rosenkohl! Gibts zu den Kürbisbratwürsten auch ein gepostetes Rezept?

    LGAntwortenAbbrechen

  • Das sieht aus wie eine gute Quiche. Sehr fein vor allem die Kombination Rosenkohl und Speck. Das ist schon ohne Teig richtig geil :) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Petra: Ja, ist nicht weit weg von einer Quiche. Rosenkohl und Speck gehen immer!AntwortenAbbrechen

  • Alrin

    Mhm, ich hab Rosenkohl auch als Kind schon geliebt und liebe ihn immer noch, ich hatte mein Aha-Erlebnis eher mit Schafs-/Ziegenkäse und auch Oliven (bis zu den grünen hab ich mich “vorgearbeitet”, die schwarzen sind noch auf der ToDo-Liste…). Mal schauen, was der Kühlschrank hergibt, dann gibt’s das vielleicht heut zu einem späten Mittagessen. :) AntwortenAbbrechen

  • Luca

    Wahnsinnig lecker! Vielen Dank für das Rezept! Ich hatte nur geräucherte Speckwürfel, hab diese noch mit etwas Zwiebel, Knoblauch und einer kleinen Chili angebraten. War auch sehr fein.AntwortenAbbrechen

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