Orichiette mit Tahini-Tomaten-Sauce und Oliven

Vorhang auf für das erste Remake im Rahmen der Geburtstagswoche zu „Fünf Jahre HighFoodality“: Zugegeben, hierbei handelt es sich eher um einen Abriss und kompletten Neubau als um einen neuen Anstrich: Das war aber auch bitter nötig.

Wirklich: Ich weiß nicht mehr, was mich an jenem 10. Juli 2009 geritten hatte, als ich die Vorversion dieses Rezeptes zubereitete. Noch viel weniger Verständnis bringe ich dafür auf, wie das Gericht angerichtet und fotografiert war. Die Sauce sieht aus, als ob sie gestockt und bereits halb erkaltet wäre, während die Nudeln eher staubig und trocken wirken. Die Zubereitung der Sauce ist auch nicht wirklich gut geschrieben, da werden Tomaten frittiert, bis sie weich sind, dann werden die Sesamkerne mit den Tomaten geröstet, was definitiv nicht funktionieren kann, denn die Tomaten geben ja viel Flüssigkeit ab. Nein nein, das war nix.

Dabei ist die Kombi vielversprechend: Tomaten, Frischkäse und Sesam sollte sehr gut zusammen funktionieren. Trotzdem ist es an der Zeit, das alte Rezept in das Schaufenster der gesammelten Kuriositäten aus der Anfangszeit zu stellen, kurz über sich selbst zu grinsen und über eine Neuauflage nachzudenken.

Das Remake verzichtet auf den Frischkäse und benutzt anstelle der Sesamsamen Sesammus. Das gibt den langsam erwärmten Tomaten (Keinesfalls frittiert!!) einen wohligen, runden Geschmack, der sich warm um die Zunge legt und angenehm um den Gaumen schmiegt. Orecchiette passen besser als Spaghetti, weil die kleinen Muschelnudeln den Sugo besser aufnehmen und dadurch mehr Aroma transportieren. Eine Handvoll frische Kräuter sorgen für Aroma, der Knoblauch sorgt dafür, dass sich die Aromen nicht zu lieb haben und in esoterischem Heilewelt-Gefasel langweilig werden.

Wer das fast vegane Gericht in ein vollständig veganes Gericht verwandeln möchte, der lässt den Parmesan einfach weg. Ich für meinen Teil lege da immer noch eine Extraschippe drauf, weil ich Parmesan einfach über alles liebe.

Bei vielen Remakes besteht die Gefahr, dass sie einfach daneben gehen, peinlich werden oder schlicht das Gefühl, welches man mit dem Original verbunden hat, vermissen lassen. Hierbei kann ich Euch beruhigen: Das Remake schmeckt ausgezeichnet und lässt mich das Original vergessen. Und das ist gut so, denn damit habe ich mit dem schlimmsten Rezept (Und Foto!!) auf dem Blog abgerechnet.

Als nächstes Remake erwartet Euch eine Neuauflage des Couscous-Salates.

Rezept

Dauer: Ca. 20 Minuten

Zutaten für die Orecchiette mit Tahini-Tomaten-Sauce und Oliven (Für 4 Personen):

  • 600 g Orecchiette
  • 1,2 kg Cherry-Rispentomaten
  • 4 Schalotten
  • 100 g schwarze Oliven, entsteint
  • 100 g Parmesan
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Etwas frischer Salbei
  • Etwas frischer Majoran
  • Etwas frischer Oregano
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 rote Chili
  • 4 TL Tahini
  • 1 EL Agavendicksaft
  • Etwas Olivenöl
  • Salz

Zubereitung:

1 Wasser zum Kochen bringen und salzen. Orecchiette al dente kochen.

2 Währenddessen die Knoblauchzehen und Schalotten schälen und fein hacken, die Chili ebenfalls fein hacken. Die Tomaten waschen und leicht einschneiden.

3 Die Schalotten, den Knoblauch und die Tomaten in etwas Olivenöl anbraten, bis die Tomaten weich sind und aufplatzen. Agavendicksaft darüber geben und verrühren. Rosmarin, Salbei, Chili und Tahini untermischen und eine Kelle Nudelwasser zugeben. Gut vermischen und aufkochen, bis die Sauce eine sämige Konsistenz hat. Hitze reduzieren. Oliven zugeben und mit Salz abschmecken.

4 Nudeln mit der Sauce mischen, gekerbelten Majoran und Oregano zugeben und mit Parmesan bestreuen.

Hinweis: Veganer lassen den Parmesan einfach weg.

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