Spareribs vom Grill sind ein Klassiker in den USA. Viele verschiedene Zubereitungsmethoden existieren, die Bandbreite reicht von indirektem Grillen bis hin zum Smoken. Ich habe die Rippchen einer kleinen Thai-Massage inklusive asiatischer Marinade unterzogen und anschließend indirekt gegrillt.

Spareribs sind in Deutschland bekannt als Schälrippchen und stammen vom Schwein. Der Zuschnitt erfolgt aus dem oberen Drittel des Schweinebauchs, der meist gut mit Fett und den Rippen durchzogen ist. Die unteren zwei Drittel werden als Bauchfleisch verkauft. Beim Rind entsprechen die Spareribs in etwa der Hochrippe.

Thai-Rippchen mit Gemüse vom Grill

In den USA wirst Du bei einem klassischen Barbecue nicht um die Spareribs herumkommen. Diese werden traditionell zunächst mit einem Rub – einer Gewürzmischung – eingerieben und damit mariniert. Anschließend kommt meist der Smoker zum Einsatz, in dem die Rippchen bei recht geringer Hitze langsam gegrillt werden. Auch die indirekte Grillmethode kommt häufig zum Einsatz.

Wie lange soll ich denn nun marinieren?

Spareribs sind aber nicht nur in der amerikanischen Barbecue-Küche beliebt, auch die Asiaten verstehen sich auf die Zubereitung. Dort variieren die Methoden zwischen scharfen, würzigen Varianten und süßlich-sauren Gerichten der kantonesischen Küche Südchinas. Ich habe mich bei der Zubereitung für eine eigene Variante entschieden und wollte den Rippchen einen frisch-scharfen Touch verpassen. Dazu habe ich keinen Rub benutzt, sondern eine recht flüssige Marinade aus klassischen, asiatischen Würzsaucen und vielen Kräutern und zitruslastigen Zutaten. Damit die Rippchen den Geschmack der Marinade gut annehmen können, solltest Du etwas Zeit einplanen.

Hinsichtlich der Dauer der Marinade gibt es landläufig unterschiedlichste Sichtweisen und Meinungen. Ich persönlich unterscheide zwischen marinieren und würzen. Letzteres ist für mich das oberflächliche Hinzufügen von Geschmack kurz vor oder kurz nach dem Garen. Das Marinieren hat für mich eine andere Bedeutung: Ich möchte, dass das Gargut den Geschmack der Marinade annimmt und dadurch eine neue Ausrichtung bekommt. Ich denke, dass dies nicht durch kurze Marinierzeiten im Halbstunden- oder Stundenbereich zu gewährleisten ist. Erste Effekte scheinen sich (für meinen Gaumen) bei Schweine- und Rindfleisch erst nach 4-5 Stunden einzustellen. Am liebsten gebe ich dem Fleisch aber noch mehr Zeit – um die 12 Stunden – um ausgiebig in der Marinade zu schwimmen. Ich denke, damit musst Du einfach Deine eigenen Erfahrungen sammeln und vielleicht unterschiedliche Marinierzeiten ausprobieren. Für das heutige Rezept empfehle ich, die Rippchen über Nacht etwa 12 Stunden ziehen zu lassen.

Direkt oder indirekt grillen? Und was ist ein Spareribhalter?

Wenn Du dann die Rippchen auf den Grill packst, so brätst Du sie zunächst direkt von jeder Seite an. Danach schaltest Du den Grill auf indirekte Hitze um (bei einem Gasgrill) oder schiebst bei einem Kohlegrill die Kohlen auseinander, so dass die Hitze nur noch an den Seiten des Grills entsteht. Nun kommt ein wichtiges Utensil zum Einsatz: Der Sparerib- oder Bratenhalter. Dieses Gerät sorgt dafür, dass die Rippchen nicht dauerhaft in Berührung mit dem Grillrost kommen und verbrennen. Du bist somit also in der Lage, große Stücke Fleisch (oder auch Gemüse) langsam und indirekt zu garen.

Für die Zubereitung des Gemüses habe ich eine gusseiserne Pfanne benutzt, die ich ohne Probleme auf den Grill stellen kann. Eine Alternative wäre eine Aluschüssel – was Du aber aus Umweltgründen vermeiden solltest. Die Aluschale kannst Du meist nur einmal benutzen und wirfst sie danach weg. Eine gute gusseiserne Pfanne ist eine gute Investition, die Dich im Regelfall lange begleiten wird und die nicht nur beim Grillen benutzt werden kann (Stichwort Bratkartoffeln und Steaks aus der Pfanne…nur gut aus gusseisernen Pfannen).

Rezept

Zutaten für die Thai-Rippchen mit Gemüse vom Grill (Für 2 Personen):

  • 400g Spareribs
  • 6 Kartoffeln
  • 10 Stangen grüner Spargel
  • 8-10 Kirschtomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen

Für die Marinade:

  • 2 Lauchzwiebeln
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Koriander
  • 3-4cm frischer Ingwer
  • 2 Stängel Zitronengras
  • 2 rote Chili
  • 1 Limette
  • 2-3 EL dunkle Sojasauce
  • 1-2 EL Fischsauce
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1 EL brauner Zucker
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Hinweis: Zum Grillen benötigst Du optimalerweise eine gusseiserne Pfanne, die Du auf den Grill stellen kannst sowie einen Sparerib-Halter. Geht aber auch ohne – dann brauchst Du anstelle der Pfanne eine Aluschale.

1 Zunächst bereitest Du die Marinade vor. Dazu die Lauchzwiebeln, die Schalotte, den Knoblauch, den Koriander, den Ingwer, das Zitronengras und die Chili feinst hacken. Die Schale der Limette mit einer feinen Reibe abreiben. Saft auspressen. Alles mit der Sojasauce, der Fischsauce, dem Kreuzkümmel und dem Zucker vermischen. Mit Salz und Pfeffer (und ggf. Zucker) abschmecken.

2 Die Rippchen gut mit der Marinade einreiben und für mindestens 3-4 Stunden ziehen, besser über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

3 Danach bereitest Du das Gemüse vor. Dazu die Kartoffeln gut abwaschen und mit einer Bürste abbürsten. Vierteln. Den Spargel waschen und die Enden abschneiden. Dann in 3-4cm große Stücke schneiden. Die Kirschtomaten halbieren, die Zwiebeln schälen und achteln. Den Knoblauch schälen und zerdrücken.

4 Nun den Grill auf 250°C direkte Hitze vorheizen. Die Spareribs scharf von allen Seiten anbraten, danach die Hitze auf indirektes Grillen umstellen und die Spareribs in den Spareribhalter legen. Die Ribs brauchen etwa eine halbe Stunde.

5 Nach 15 Minuten die Pfanne auf den Grill stellen und etwas Butter zerlaufen lassen. Dann die Kartoffeln, Zwiebeln und den Knoblauch zugeben und grillen. Nach einiger Zeit die Tomaten und zuletzt den Spargel zugeben. Etwas von der Marinade über das Gemüse geben und ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken.

6 Die Ribs nochmals mit der Marinade bepinseln und zusammen mit dem Gemüse und etwas frischem Koriander servieren.

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