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Bei Juliane von „Schöner Tag noch!“ habe ich vor einigen Wochen dieses Rezept gesehen und sofort Appetit bekommen. Die Kombination aus Kapernsauce und Knödeln hat mich direkt angesprochen. Soweit so gut, wenn hier nicht meine Semmelknödelphobie wäre…

Ach was. Sind doch nur Semmeln. Brösel. Chi hi hi.

Wenn es eine Art von Gericht gibt, die Heulen und Zähneklappern bei mir entfacht, dann sind’s Semmelknödel. Einige Gäste wissen: „Ok, Uwe will Semmelknödel machen, also gibt’s letzten Endes dann doch Spätzle.“ Ich habe zig Rezept probiert – die Jungs wollen mit einfach nicht gelingen. „Auf ein Neues!“ dachte ich mir und fuhr fort mit „Wohlan, lasset die Semmeln in die Arena, mein Messer ist scharf, ich kriege die Weichbirnen klein!“. Aber da hatte ich mich wohl geschnitten.

Nur Brösel? MONSTER. Hundsgemeine!

Ich kann’s einfach nicht. Nachdem ich die Zutaten streng nach Rezept (ich mache hier schon lange keine Experimente mehr) zusammengerührt hatte, entschloss ich mich sicherheitshalber für die ganz einfache Variante: Serviettensemmelknödel. Dann können die Burschen im Falle des Falles schon nicht davonschwimmen. Also flugs Teigi in Tuchi und ab ins kochende Wasser. Nach 30 Minuten (Hey, I’m mister play-it-safe, auf 20 Minuten gebe ich nix!) herausgenommen, aufgeschnitten – blankes Entsetzen. Der Kern war flüssig wie Gas in flüssigem Zustand (woaah, toller Vergleich). Leicht resigniert schnitt ich die Knödel in recht dünne Streifen und schmiss sie in die Pfanne. Röststoffe und Acrylamid sind toll. Ich habe KEINE Ahnung, was schief gegangen ist. Mag mir irgendwer beibringen, wie man Semmelknödel macht? Ich würde mich mit Spätzle revanchieren.

Lecker war’s trotzdem

Geschmeckt hat mir’s dann trotzdem, auch wenn die optische Präsentation eher mangelhaft war. Schönes Rezept, Cousinchen!

 

Rezept

Zutaten für die Petersilienknödel mit Zitronen-Kapern-Sauce (für 2 Personen):

  • 1 Milchbrötchen vom Vortag
  • 350ml Milch
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Butter
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 Eier (Größe M)
  • 160g Mehl
  • 15g Stärke
  • Salz, Pfeffer
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 20g Kapern
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 2 EL Butterschmalz
  • einige Stängel frischer Kerbel

Zubereitung:

1 Wasser in einem großen Topf aufsetzen und zum Kochen bringen.

2 Das Milchbrötchen zerkleinern und in eine Schüssel geben. 200ml Milch aufkochen und das geschnittene Brötchen damit 5 Minuten einweichen. Die Zwiebel schälen und fein hacken, die Zwiebelwürfel in einer Pfanne glasig anschwitzen. Die Petersilie fein hacken. Die Petersilie, die Zwiebeln, die Eier und 150g Mehl sowie die Stärke mit dem eingeweichten Milchbrötchen vermischen. Falls die Masse zu weich sein sollte, etwas Mehl untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Aus der Masse mit angefeuchteten Händen 8 Knödel formen. Oder mit der Weichei-Methode die gesamte Masse in ein Tuch einrollen. Die Knödel 20 Minuten kochen. Die Knödel sind angeblich fertig, wenn sie oben schwimmen. Aber Achtung, die Burschen sind fies!

4 Nun bereiten wir die Zitronen-Kapern-Sauce zu. Dafür 1 EL Butter in einer Pfanne zerlaufen lassen, das restliche Mehl mit einem Schneebesen unterrühren und mit Gemüsebrühe und der restlichen Milch ablöschen. Gut verrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Ein Lorbeerblatt zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken, 10 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen. Dann reichlich Kapern und etwas von der Flüssigkeit im Gläschen zugeben, nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Mit Zitronenschalen abschmecken.

5 Knödel aus dem Wasser nehmen und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne kurz von beiden Seiten anrösten. Den Kerbel fein hacken und über die Knödel verteilen. Mit der Sauce anrichten und servieren.