Granatapfelsorbet

Sorbetto di Melagrana, so der klingende italienische Name. Es erfordert etwas Mühe, um an den Saft des Granatapfels zu kommen, versteckt sich dieser doch gut geschützt in den Körnern im Inneren.

Die Frucht stammt ursprünglich aus Persien und gehört dort zu vielen Rezepten dazu. Meine erste Berührung mit Granatäpfeln hatte ich während meines Studiums, als ich mit ein paar Studienkollegen bei unserem iranischen Kommilitonen zum Essen eingeladen war. Zurückblickend bewundere ich Mahdiars Mut immer mehr, ohne jegliche Deutsch- oder Englischkenntnisse ein Studium der Wirtschaftsinformatik in Deutschland zu beginnen. Dabei unterlag er den selben Bestimmungen wie alle anderen Studenten auch, innerhalb einer bestimmten Zeit das Studium abgeschlossen zu haben. Er hat’s geschafft, trotz der sprachlichen Barrieren das Studium erfolgreich abzuschließen, wohl weil er nie eine Frage für sich behalten hat. Von ihm habe ich gelernt, dass es wahrlich keine Schande ist, nachzufragen wenn ich etwas nicht verstanden hatte – auch auf die Gefahr hin, die Lacher auf seiner Seite zu haben.

Ich erinnere mich noch gut an eine Mathematik-Vorlesung, als sich der Professor in Matrizen erging. In einem Beispiel benutze er sich selbst als Protagonist seiner eigenen Erklärung und schrieb seinen Vornamen an die Tafel. Dort stand in typischen Professor-Lettern „Gerhard“. Mahdiar meldete sich und fragte: „Was ist Gerhard?“ – worauf er natürlich einen brüllenden Audimax erntete und einigermaßen irritiert in die Runde blickte. Der Professor – einer der besten, die ich genießen durfte – klärte Mahdiar in aller Seelenruhe auf, wonach mein persischer Freund schallend in das allgemeine Gelächter einstimmte. Leider habe ich Mahdiar etwas aus den Augen verloren und keinen Kontakt mehr zu ihm, aber er wird seinen Weg gegangen sein.

Mahdiar kochte damals nach seiner Aussage klassisch persisch – es gab Lamm, dazu einen fantastischen Reis, der mit Granatapfelkernen verfeinert war. Für mich war das eine kleine Geschmacksexplosion. Seither verwende ich Granatapfelkerne regelmäßig und in den letzten beiden Jahren vor allem zu Rosenkohlgemüse als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten.

Das Granatapfelsorbet ist das nächste Eis-Rezept, welches ich aus dem fantastischen Kochbuch „Eis für Genießer“ von Linda Tubby zubereitet habe. Das Sorbet hat einen intensiven, säuerlichen Geschmack. Mir war es fast schon zu sauer, weshalb ich das nächste Mal wohl eher 150g Zucker verwenden werde.

Rezept

Zutaten für das Granatapfelsorbet (Für etwa 6 Portionen):

  • 125g Zucker
  • 100ml Wasser
  • 1 Zitrone
  • 600ml Granatapfelsaft (Etwa 6 Granatäpfel)

Zubereitung:

1 Wasser und Zucker in einen Topf geben und erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat. Derweil den Saft der Zitrone auspressen und zugeben, sobald sich der Zucker im Wasser komplett aufgelöst hat. Den Sirup abkühlen lassen.

2 Die Granatäpfel aufbrechen. Dann den Saft auspressen, was etwas Kraft und Geduld erfordert. Den Saft durch ein Sieb abseihen und zum Sirup geben, gut vermischen.

3 In einer Eismaschine etwa 40 Minuten gefrieren.

Quelle: Eis für Genießer von Linda Tubby

 

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