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Ihr wisst ja: Ich versuche hin und wieder, Produkte selbst herzustellen, die wir meist nur noch aus industrieller Produktion kennen und als Fertigprodukt Woche für Woche in den Supermärkten kaufen. Diesmal habe ich mich an Essig versucht.

Um Essig herzustellen, bedient man sich wieder einmal der Hilfe von Bakterien. Diese wandeln den Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff in Essigsäure um, es handelt sich dabei also um Fermentation, nur dass im Gegensatz zur Herstellung von Ginger Beer nicht Alkohol auf-, sondern abgebaut wird.

Klassischerweise wird Essig aus Weinen hergestellt. Ob Obst-, Frucht- oder Traubenweine: Alles funktioniert. Nur geschwefelt sollten die Ausgangsprodukte nicht sein, da der Schwefel die Umwandlung von Alkohol in Essigsäure stark verzögert. Lässt man nun alkoholhaltige Flüssigkeiten längere Zeit offen stehen, so kann es sein, dass die Fermentation von ganz alleine startet. Essigsäurebakterien siedeln sich an und bilden gallertartige Fäden, wie ihr sie vielleicht auf den Böden von Essigflaschen schon einmal gesehen habt. Diese Fäden werden „Essigmutter“ genannt und können alkoholhaltigen Flüssigkeiten zur Beschleunigung der Essiggewinnung zugesetzt werden.

In Gunnar Karl Gíslasons famosem Kochbuch „North – The new nordic cuisine“ fand ich ein Rezept für Bieressig, was mein unmittelbares Interesse geweckt und den Drang ausgelöst hat, es selbst auszuprobieren. Für die Herstellung von Bieressig braucht Ihr ein stärkeres Bier, am besten einen hellen oder dunklen Bock, lieber Doppelbock. Diesem wird etwas Essigmutter zugesetzt (gibt es im Spezialversand zu kaufen), und nach 3-4 Wochen hat der Essig einen angenehm sauren Geschmack, der Alkohol wurde abgebaut.

BieressigIch verwende den Bieressig um Saucen abzuschmecken oder um deftige Salate zu marinieren – daraus ergibt sich ein wunderbar aromatischer Geschmack. Selbst hergestellter Essig hält sich luftdicht und steril abgefüllt mindestens etwa 4 Wochen.

Auf den Bildern seht Ihr, dass der Essig in ausgespülten Smoothie-Flaschen steckt. Das ist kein Zufall, denn der Hersteller der leckeren True Fruits-Smoothies hat sich wahrlich etwas Gutes einfallen lassen, um Müll zu vermeiden und die Glasflaschen auch weiter benutzen zu können. Passend zu den Flaschen wurden zwei Schraubverschlüsse entwickelt, die aus den Gläsern tolle Kannen und Gefäße machen. Dabei handelt es sich also nicht um Re-, sondern „Upcycling“: Dabei werden Abfall- oder scheinbar nutzlose Produkte durch stoffliche Aufwertung in neue Produkte verwandelt. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert dabei die Produktion neuer Materialien und leistet so einen Beitrag zu Umweltschutz und Müllvermeidung. Ich finde es toll, wenn sich Unternehmen in eine solche Richtung Gedanken machen (und nebenbei auch noch leckere Smoothies ohne Zusatzstoffe produzieren), weswegen ich eine entsprechende Anfrage zur Kooperation gerne angenommen habe. Nun schlummern in verschiedenen Smoothie-Gläsern die unterschiedlichsten Essig-Sorten….

Bieressig

Rezept

Dauer: 5 Minuten Zubereitungszeit, 3-4 Wochen Reifezeit

Zutaten für den Bieressig:

  • 600 ml dunkler (Doppel-)Bock
  • Etwas Essigmutter (1-2 TL)

Zubereitung:

1 Das Bier in eine saubere, sterilisierte Glasflasche füllen. Die Essigmutter zugeben und mit einem Mulltuch verschließen. Etwa 3 bis 4 Wochen an einem dunklen, trockenen Ort – nicht zu kalt – lagern.

2 Jede Woche probieren und kontrollieren, wie sich die Säure entwickelt. Falls sich auf dem Essig ein weißer Film bildet, diesen entfernen und mit einem frischen Mulltuch verschließen. Sobald der Geschmack angenehm sauer und würzig ist, kann der Essig verwendet werden – dann mit einem sterilisierten Deckel verschließen und vor Gebrauch durch einen Kaffeefilter filtern. Sollte sich Schimmel gebildet haben, muss der Essigansatz leider weggeschüttet werden.

Tipp: Um die Glasflaschen zu sterilisieren, setze ich einen Topf mit Wasser auf und bringe dieses zum Kochen. Dann gebe ich die Glasflaschen in das kochende Wasser und lasse diese 10 Minuten kochen. Ich entnehme die Flaschen mit einer Pinzette und lasse sie an der Luft trocknen – die Verschlüsse sterilisiere ich genauso.

Quelle: „North – The new nordic cuisine“ von Gunnar Karl Gíslason

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[sws_yellow_box box_size=“600″]Werbe-Hinweis: Der Artikel wurde im Auftrag von True Fruits geschrieben. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen. Im Artikel wird die Webseite von True Fruits mehrfach genannt und verlinkt.[/sws_yellow_box]