Hemingway Daiquiri

Hemingway Daiquiri

Letztens wurde nach dem Rezept für einen Ernest Hemingway Special gefragt. Kein Problem, dachte ich – schließlich habe ich den auch schon des öfteren gemixt und mich dabei an das Originalrezept gehalten. Nun wollte ich  – just for kicks – noch andere Rezeptvarianten ausprobieren und mich für die eine Rezeptur entscheiden, die mir am besten taugt.  Je mehr Cocktailbücher man aber aufschlägt, umso mehr “Originalrezepte” findet man. Das ist bei vielen anderen Cocktailrezepten auch nicht anders: Jeder meint sich bestens auszukennen, während die tatsächliche Geschichte eines Rezepts eher schwammig und weitgehend unbekannt ist.

Während seiner Zeit auf Kuba trank Hemingway viele seiner Daiquiris in der Bar “La Florida” in Havanna, später auch unter dem Spitznamen La Floridita bekannt. Dort hatte Constantino Ribalaigua Vert – der “Constante” – verschiedene Daiquiri Rezepturen perfektioniert. Diese wurden auf der Karte der Einfachheit halber numeriert. So gab es einen Daiquiri #1 bis #4 und auch noch einen Haus-Daiquiri, den Floridita Daiquiri.

Der Legende nach soll Hemingway einen Daiquiri probiert und so oder so ähnlich reagiert haben: “Der ist gut. Aber ich mag ihn lieber ohne Zucker und mit doppelt so viel Rum”.
Er bekam seinen Daiquiri genauso zubereitet und befand ihn für gut. Angeblich ist diese Daiquiri-Variante seitdem als Papa Doble bekannt. Eine spätere Variante mit Grapefruitsaft und Maraschino wurde dann als Hemingway Special bezeichnet. Inzwischen wird in vielen Büchern der Hemingway Special Daiquiri auch Papa Doble genannt. Ob sie tatsächlich ein und derselbe Drink sind, kann bezweifelt werden. Hemingways Wunsch nach der doppelten Menge Rum findet sich in den meisten Rezepten ebensowenig wieder wie der weggelassene Zucker.

Hemingway Daiquiri

Während klassische Daiquiris üblicherweise geschüttelt werden, soll Hemingway seine Variante dann doch mit dem Blender gemixt bevorzugt haben – also ein Frozen Daiquiri. Auch lecker – mir pesönlich fehlen da aber die kubanischen Außentemperaturen, um mich damit anfreunden zu können.

Und nun?
Vielleicht mixe ich mir den Hemingway Daiquiri wie sonst auch – nach einem Rezept, das für mich bestens funktioniert. Originalrezept hin oder her – schmecken muss es. Im Gegensatz zu Hemingway mag ich eben doch eine Kleinigkeit Zucker – weil’s ausgewogener schmeckt.
Ist das der viel gelobte Hemingway Special Daiquiri? Keine Ahnung – klingt eher nach dem Daiquiri #3 von La Floriditas Barkarte. Den hat Hemingway damals wahrscheinlich auch probiert – und special ist er allemal:-)

 

Zutaten:

  • 60 ml weißer Rum
  • 15 ml Limettensaft (frisch gepresst)
  • 10 ml Grapefruitsaft (frisch gepresst)
  • 1 BL Maraschino
  • 1 BL Zuckersirup

 

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen in den mit Cracked Ice gefüllten Shaker geben.

2. ca. 10-15 Sekunden kräftig schütteln.

3. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.

 

  • Mhhhm lecker! Da kommt Urlaubsstimmung auf! :D AntwortenAbbrechen

  • Frank

    Stimmt, etwas mehr karibische Sonne als derzeit draußen wäre passend zum Drink :-) AntwortenAbbrechen

  • Mein absoluter Lieblingsdrink – leider bekommt man ihn häufig in mittelmäßiger Qualität. Dein Rezept gefällt mir gut. Und die Herleitung ist richtig spannend. Danke dafür. Jetzt muss es nur noch warm werden :) AntwortenAbbrechen

Ihre E-Mail wird nie veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *

*

*