Hühnchen Kung Pao

Hühnchen Kung Pao

Es gibt wenig asiatische Gerichte, die mich schon über Jahre begleiten und über Jahre geschmacklich fesseln wie das Kung Pao aus der Küche der chinesischen Provinz Szechuan. Es wurde wirklich Zeit, dieses Gericht einmal selbst zuzubereiten.

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Aber ich wollte Dir etwas über mein Lieblingsessen aus der chinesischen Küche erzählen, richtig? Meine erste Begegnung mit “Hühnchen Kung Pao” geht zurück in die Zeit meines Studiums. Dort gab es in Laufreichweite des Campus ein kleines chinesisches Imbiss-Lokal mit Selbstbedienung, das, weil in einem Einkaufszentrum gelegen, nur bis 21 Uhr geöffnet hatte. Mittags gab es auf die Gerichte 2-3 Euro Rabatt und viele Studenten tummelten sich vor der Theke. Über diese konnte ich direkt in die Küche sehen, in der meist sechs bis acht Flinke Hände an den Woks standen und die Kundenwünsche zelebrierten.

Die Jungs dort kochten gut. Alles frisch, gute Ware, keine Zusätze. Das machte sich bezahlt: Der Laden war immer voll und existiert noch heute. Der salzig-süße, scharfe Geschmack mit viel Knoblauch hatte mich schnell gefangen, und wenn ich heute Kung Pao auf der Karte eines Restaurants entdecke, komme ich selten daran vorbei.

Das Original-Rezept verwendet als Hauptzutat mariniertes Hühnchenfleisch sowie Chili, Szechuan-Pfeffer und Shaoxing-Reiswein. Meine Variante ist eine eher westliche, die noch eine süße Sauce (Hoisin-Sauce) zufügt und den Geschmack des Gerichtes etwas ausgewogener gestaltet.

Hoisin-Sauce wird aus fermentierten Sojabohnen hergestellt, denen danach noch Zutaten wie Knoblauch, Essig und verschiedene Gewürze zugesetzt werden.

Hühnchen Kung Pao

Rezept

Zutaten für Kung Pao (Für 2 Personen):

  • 600g Hähnchenfleisch
  • 2 EL helle Sojasauce
  • 3 EL Shaoxing-Reiswein
  • 1-2 EL Hoisin-Sauce
  • 1 EL Sesamöl
  • 3 TL Speisestärke
  • 400g Pak Choi
  • 1 Handvoll Spinat
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 2 cm Ingwer
  • 1-2 Chilis (je nach Geschmack)
  • 120g Erdnüsse (geschält)
  • 2 TL Reiswein
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Reisessig
  • 60ml Geflügelfond
  • Sesamöl
  • etwas Szechuan-Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

1 Das Hühnerfleisch in große Stücke schneiden. Mit der hellen Sojasauce, dem Shaoxing-Reiswein, etwas Sesamöl und 2 TL Speisestärke marinieren – mindestens eine Stunde lang (dabei abgedeckt in den Kühlschrank stellen).

2 Den Pak Choi und den Spinat waschen, putzen und die Blätter in ähnlich große Stücke schneiden. Den Strunk des Pak Choi feiner hacken. Die Frühlingszwiebeln schräg schneiden. Den Ingwer und die Chili hacken, den Knoblauch schälen und fein hacken.

3 Den Wok sehr heiß werden lassen. Die Strunk-Stücke des Pak Choi mit etwas Sesamöl, etwas Knoblauch und Reiswein garen. Wenn der Strunk weich ist, die Blätter des Pak Choi und den Spinat zugeben, bis diese zusammenfallen. Salzen und beiseite stellen.

4 Den Wok erneut erhitzen und das Fleisch in etwas Sesamöl gar braten. Nicht zu viel Fleisch in den Wok geben, damit es kein Wasser zieht – lieber mehrere Durchgänge machen. Die Erdnüsse goldbraun rösten.

5 Den Wok nochmals heiß werden lassen und die Frühlingszwiebeln, den restlichen Knoblauch, den Ingwer und die Chilis glasig dünsten. Danach den Zucker, den Reisessig, den Geflügelfond, die Hoisin-Sauce und etwas Sesamöl zufügen. Ggf. mit etwas Speisestärke binden. Aufkochen.

6 Fleisch zufügen und final mit Szechuan-Pfeffer und Salz abschmecken. Erdnüsse, Pak Choi und Spinat zugeben.

Quelle: Kleiner Kuriositätenladen, Wikipedia

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  • Das macht Lust zum Ausprobieren.AntwortenAbbrechen

  • Erinnert an die nach Fisch duftenden Auberginen, scheinbar haben die doch eine für mich bisher verborgene Rote-Linie in ihren Rezepten :P Lecker ist das bestimmt alle mal!AntwortenAbbrechen

  • Schaut sehr verlockend aus!
    Ist aber schon alleine durch die sparsame Chiliverwendung westlich orientiert – ich habe beim letzten ausprobierten Rezept für 2 Personen 15 getrocknete Chilischoten dringehabt (die allerdings nicht mitgegessen werden) ;-) AntwortenAbbrechen

  • Uwe

    @helmuth: Viel Spaß dabei!

    @Tom: Doch, ist wirklich nicht zu verachten :)

    @Petra: Uff. So wie ich das verstehe ist im “Original” gar keine Chili, sonder nur Szechuan-Pfeffer. Ich mag’s aber einfach ein wenig scharf und lasse die Chili dann gerne auch drin :) AntwortenAbbrechen

  • Die abgespeckte Version mit frischen Chilis ist sicher auch fein :-)

    Laut Wikipedia: “In Sichuan, or when preparing authentic Kung Pao chicken, only Sichuan-style chili peppers such as facing heaven pepper (siehe link) or seven stars pepper are used. Smaller, thinner Sichuanese varieties may also be used.”

    Ich finde die große Menge an getrockneten Chilis in Fuchsia Dunlops “Land of Plenty: A Treasury of Authentic Sichuan Cooking”, ebenso wie bei bei Rasa Malaysia. Und auch hier http://hungerhunger.blogspot.de/2011/07/gong-bao-ji-ding.html. Ich habe aber gelernt, dass sie nur zur Aromatisierung dienen und man “um sie herum” isst.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Petra: Danke nochmal für die Richtigstellung. Hab’ ich schlicht überlesen und mich wohl nur auf den Szechuan-Pfeffer fokussiert. Aber ist ja kein Problem, dann probiere ich eben eins dieser Rezepte bei Zeiten aus :D AntwortenAbbrechen

  • Mein Vater hat in meiner Kindheit einige Gerichte der Szechuan-Küche gekocht, war stets köstlich. Im Moment bin ich zwar noch auf dem Trüffel-Tripp, bevor die Saison bald endet, aber das tolle Rezept hier ist für mich ein schöner Reminder, mich auch mal wieder in diese Richtung zu orientieren. Die Hoisin-Sauce kann ich mir in Deinem tollen Rezept sehr gut vorstellen!AntwortenAbbrechen

  • Das hört sich sehr interessant an! Allerdings müsste ich vor dem Nachkochen erstmal ordentlich einkaufen gehen – viele Zutaten haben meine Küche nich nie gesehen ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Le bonheur goûteux: Die Hoisin-Sauce ist zugegeben nicht ganz Original, hat aber super gepasst. Wichtig ist nur, dass Du nicht zu viel davon nimmst, da sie ja schon recht mächtig ist.

      @Christin: Das glaube ich gerne! Aber wenn Du öfter asiatisch kochst, dann sammelt sich schnell ein gewisser Grundstock an – und die meisten Zutaten halten sich auch ewig.AntwortenAbbrechen

  • Die Erdnüsse sehen wie Cashews aus ;) AntwortenAbbrechen

  • Hola! Das passt genau in mein Beutemuster. Die Küche ist hier zur Zeit auch noch einfach und schnell soll es gehen. Tja die Viren. Gut ist es bei euch durch und wir bekommen so tolle Bilder präsentiert! Merci u Liebs Grüessli ireneAntwortenAbbrechen

  • Gestern Abend nachgekocht. Geiles Zeug!AntwortenAbbrechen

  • Rafael

    Zu den anderen “asiatischen” Gerichten: Rindfleisch wird in Thailand und auch anderen Ländern vorwiegend buddhistischen Glaubens nicht konsumiert. Ein Buddhist isst kein Fleisch von “grossen Tieren”, also der “Thai Rindfleischsalat” zumindest ist kompletter Unsinn und entstammt der Phantasie eines europäischen “Nouvelle Cuisine”-Adepten. Der Rest aber auch.AntwortenAbbrechen

    • Uli

      Das stimmt leider so nicht, ich lebte viele Jahre zusammen mit einer Thailaenderin und es gibt sehr wohl Rindfleischgerichte in Thailand, nur sind diese in der Minderzahl, eher Gerichte mit Huhn und Schwein neben viel Fisch und anderen Meeresfruechten und auch Insekten aller Art sind aber oft anzutreffen auf den Maerkten.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Rafael, hast Du Belege dafür? Ich lerne da gerne dazu. Die einschlägige Literatur zur thailändischen Küche sagt mir aber etwas anderes. Warum findet man sonst weltweit auf diversen Seiten und Büchern Rezepte für einen Lab Nua? Scheint mir eine krasse Ausprägung und Ausbreitung europäischer Phantasie zu sein. Kommentare sind hier immer willkommen. Wenn allerdings mit starken Vokabeln wie “Unsinn” kokettiert wird, erwarte ich zumindest Quellen als möglichen Beweis für eine Theorie.AntwortenAbbrechen

  • Sebastian K.

    Stark! Mittlerweile schon in Spiegel Online Artikeln verlinkt!AntwortenAbbrechen

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