Im November bemerke ich eine Häufung von Suppengerichten in meinem Speiseplan. Gut so, denn die dampfenden Töpfe voller flüssiger Köstlichkeit wärmen Leib und Seele gleichermaßen.

Wie jedes Jahr habe ich als erste Suppe der Saison eine Kürbissuppe zubereitet. Die findet nicht nur bei mir, sondern auch bei meiner ganzen Familie hohen Anklang. Der würzig-milde Geschmack des Hokkaido mit der samtig-weichen Konsistenz der Suppe ist einfach ein wahrer Gaumenschmeichler. Doch genug über Kürbissuppe geschwärmt, nun gilt die volle Aufmerksamkeit einer Suppe, die farblich genauso aussieht und auch hinsichtlich der Konsistenz in ähnlichen Regionen spielt: Der Süßkartoffelsuppe.

Ich mag Süßkartoffeln auch sehr, sehr gerne, habe diese auf dem Blog aber eher als Beilage oder als Curry serviert. Suppe und die durch ganz viele Blogs fliegenden Süßkartoffelpommes stehen schon lange auf meiner Liste und warten darauf, abgearbeitet zu werden, Die Pommes soll es demnächst mit viel Koriander und ein bisschen scharf zu einer Ente geben, die Suppe gibt es schon heute.

Weniger ist mehr

Das Besondere: Die Suppe kommt mit wirklich wenigen Zutaten aus. Wenn es ganz, ganz schnell gehen muss, reichen eigentlich auch etwas Brühe und zwei-drei Kartoffeln sowie ein Schwung Salz, ganz so einfach wollte ich es aber nicht machen, Ich schwitze zumindest eine Zwiebel an, gebe den Süßkartoffeln ein paar Röstaromen mit und lasse das in guter Rinderbrühe köcheln. Ich mag Rinderbrühe hier lieber, weil sie der Suppe eine gewisse geschmackliche Tiefe gibt und gut zu den Kartoffeln passt. Das ist natürlich subjektiv und kann jederzeit variiert werden – Gemüsebrühe passt ebenfalls und macht aus dem Gericht dann eine vegetarisch vertretbare Variante. Wer später den Joghurt ignoriert, darf diese Suppe sogar vegan schimpfen…

Puristische Advokaten unter uns mögen an dieser Stelle das Lesen stoppen – ich empfehle aber durchaus, noch ein paar Absätze dranzubleiben. Den besonderen Pepp bekommt die Suppe durch den dreierlei Pfeffer. Ich habe grünen, rosa und Szechuan-Pfeffer sachte in einem Mörser gestoßen, nicht zu fein, aber auch nicht zu grob. Die Pfeffermischung kommt ganz am Ende auf die Suppe, denn ich möchte dem Gericht nicht per se eine pfeffrige Note geben sondern in dem Moment, in dem man auf ein Korn beisst, einen gewissen Kick erleben. Dadurch wird das Geschmackserlebnis intensiver und weniger gleichförmig. Etwas Joghurt sorgt für die Optik und einen leicht säuerlichen Geschmack. Ein paar grüne Flecken runden ab…

Guck mal, was ich angerichtet habe…

Ach so: Ich werde immer wieder gefragt, ob ich nicht mehr Tipps weitergeben kann, wie ich anrichte. Suppen sehen besser aus, wenn man in die Suppe ein wenig „Material“ gibt, quasi eine Einlage zubereitet. Orientalisch angehauchte Suppen vertragen immer etwas Joghurt oder aufgeschäumte, aromatisierte Milch. Wenn diese Zugaben einfach in die Suppe „geschüttet“ werden, sieht das nicht wirklich gut aus. Ich nehme dafür das andere Ende eines Löffels oder einer Gabel, tauche es in den Joghurt und male damit wie mit einem Stift Kreise oder beliebige andere Formen in die Suppe. Bei Schaum muss es nun schnell gehen, da dieser zerfällt – daher sollte dieser Schritt zuletzt gemacht und danach sofort serviert werden.

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für die Süßkartoffelsuppe mit dreierlei Pfeffer (Für 4 Personen):

  • 3 Süßkartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 L Gemüse- oder Rinderbrühe
  • Etwas Butterschmalz
  • 1 TL grüner Pfeffer
  • 1 TL rosa Pfeffer
  • 1 TL Szechuan-Pfeffer
  • 2 EL Joghurt
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Süßkartoffeln schälen und fein würfeln. Die Zwiebel schälen und hacken. Die Petersilie hacken. Die drei Sorten Pfeffer in einem Mörser leicht zerkleinern.

2 Die Zwiebeln in einem großen Topf in etwas Butterschmalz bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Süßkartoffelwürfel zugeben und anbraten, bis diese etwas Farbe genommen haben und weich werden. Das dauert etwa 20 Minuten. Dabei sollte ständig gerührt werden.

3 Die Rinder- oder Gemüsebrühe angießen und alles aufkochen, bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Die Kartoffeln so gut es geht zerdrücken, dann kurz mit einem Pürierstab pürieren. Mit Salz abschmecken.

4 Die Suppe in Tellern anrichten. Mit der Griffseite eines Löffels den Joghurt kreisförmig einrühren und die gehackte Petersilie und die Pfeffermischung darauf verteilen.