Kartoffelsuppe mit Bärlauch und geräuchertem Pfeffer

Manche Rezepte entstehen ja durch Zufall. Und durch Ausprobieren und etwas Glück – so wie bei dieser Suppe: Kartoffeln, Radieschen und Bärlauch passen super zusammen – und dann wäre da noch der geräucherte Pfeffer. Aber der Reihe nach.

Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, denn so langsam neigt sich die Bärlauch-Saison dem Ende zu. Dabei kann ich mich wahrlich nicht beschweren, denn in diesem Jahr bin ich wirklich auf meine Kosten gekommen. Die Klassiker-Pasta mit Bärlauch-Spinat-Pesto, Bärlauch-Hummus, Burger mit Bärlauch und Bärlauchcrèmesuppe waren meine Highlights. Oftmals habe ich einfach ein paar Blättchen fein gehackt und mit in den Salat gegeben oder Bärlauch anstelle von Knoblauch in diversen Rezepten oder Schmorgerichten benutzt. Aber wie das jedes Jahr so ist, überwiegt die Vorfreude auf die Spargel-Saison doch deutlich. Nun gibt’s den ersten Tennenloher Spargel zu vernünftigen Preisen, und ich werde diese Woche wohl zum ersten Mal in diesem Jahr zuschlagen.

Wenn ich die Spargelsaison eröffne, dann immer mit dem gleichen (einfachen) Rezept. Ich liebe meinen Spargel schonend gegart aus dem Dampfgarer, dazu ein paar Salzkartoffeln und geschmolzene Butter, dazu einen guten, saftigen Schinken, mit etwas Schnittlauch garniert. Mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein. Dieses Jahr werde ich den Spargel nicht ausschließlich dämpfen, sondern auch einmal sous-vide im Wasserbad zubereiten. Jeder, der gerne sous-vide kocht, hat mir Spargel nachdrücklich empfohlen und prophezeit, dass ich vor geschmacklicher Überwältigung in kniefallende Demut verfallen werde – nunja, die Messlatte hängt also hoch.

Doch bevor ich mich bis in den Juni hinein ausführlich dem Thema Spargel widmen werde, verbrauche ich noch meinen Bärlauch-Vorrat. Die Kartoffelsuppe ist eigentlich ein Reste-Produkt. Ich hatte frischen Kartoffelstampf für ein Fischgericht vom Grill (Wird bald auf dem Blog veröffentlicht) zubereitet, von dem eine ganze Menge übrig blieb. An meinem Stampf gebe ich neben Kartoffeln nur etwas Milch, Salz, Pfeffer und Muskat. Ich habe den Rest also kurzerhand in eine Suppe verwandelt – was nicht gerade die klassische Vorgehensweise ist, aber dennoch sehr gut schmeckt.

Radieschen und Bärlauch machen sich super in einer Kartoffelsuppe und geben dem Gericht eine knackig-frische Frühlingsnote. Und dann wäre da noch der geräucherte Pfeffer von Arthurs Tochter. Astrid schenkte mir vor drei Wochen eine Probierportion, mit der ich nun seit einer Woche experimentiere. Astrid räucherte verschiedene Sorten Pfeffer mit Räuchermehl und füllte den Pfeffer danach sofort luftdicht ab. Wenn man nun das Glasgefäß öffnet, schwebt einem eine unglaublich aromatisch-pfeffrig-rauchige Wolke entgegen – Wahnsinn! Ich habe den Pfeffer nur leicht gedrückt und zuletzt über die warme Suppe gegeben. Das sorgt für einen angenehmen Geschmack und dennoch für eine rauchige Note. Lecker! Natürlich eignet sich als Zugabe auch jeder nicht geräucherte Pfeffer.

 Tipps für die Zubereitung einer Kartoffelsuppe:

  1. Ich benutze keinen Pürierstab, um die Kartoffeln zu zerkleinern. Durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit der Messer werden die Kartoffeln schmierig, das mag ich nicht. Ich benutze einen robusten Schneebesen oder nehme eine Kartoffelpresse, um die Kartoffeln zu zerkleinern. Wenn noch Stückchen übrig bleiben, so passiere ich die Suppe gerne durch ein Sieb, um eine feine Konsistenz zu erreichen.
  2. Ich habe den Eindruck, dass Kartoffelsuppen aus Kartoffeln, die am Vortag gekocht und über Nacht offen im Kühlschrank gelagert wurden, aromatischer und intensiver schmecken. Zudem habe ich den Eindruck, dass die Kartoffeln die Suppe besser binden. Physikalisch kann ich’s nicht begründen, ist eben ein Eindruck. Aber vielleicht kann mir hier jemand von Euch auf die Sprünge helfen?
  3. Ich nehme für Kartoffelsuppen am liebsten Fleischbrühe als Grundlage, weil die Suppe meiner Meinung nach eine kräftige Grundlage verträgt. Mit Gemüsebrühe funktioniert’s natürlich auch, finde ich aber geschmacklich nicht so rund. Zudem versuche ich den Geschmack durch die Zugabe von glasig gedünsteten Zwiebeln und Speck zu steigern.
  4. Ich nehme gerne Pfeffer und Muskat, um die Kartoffelsuppe abzuschmecken. Ein wenig Butter sorgt für Glanz und verstärkt den Geschmack. Im Sommer gebe ich gerne etwas gerösteten Rosmarin und Knoblauch dazu.

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten (inkl. Kochzeit für die Kartoffeln)

Zutaten für die Kartoffelsuppe mit Radieschen, Bärlauch und geräuchertem Pfeffer (Für 4 Personen):

  • 1 L Fleischbrühe (Oder Gemüsebrühe)
  • 1,2 kg Kartoffeln, gekocht und geschält
  • 1 Zwiebel
  • 1 Handvoll Bärlauch
  • 2 TL geräucherter Pfeffer (oder normaler schwarzer Pfeffer)
  • 6 Radieschen
  • 250 ml Milch
  • 30 g Butter
  • Salz
  • Etwas Muskat

Zubereitung:

1 Die Zwiebel schälen und fein hacken. In etwas Butterschmalz glasig dünsten. Mit der Fleischbrühe ablöschen, aufkochen und pürieren. 500 ml Wasser zugeben, aufkochen. Die gekochten Kartoffeln zugeben und mit einem robusten Schneebesen zerkleinern. 150 ml Milch und die Butter zugeben und unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

2 Den Bärlauch fein hacken, die Radieschen putzen und in feine Scheiben schneiden. Die restliche Milch erwärmen und aufschäumen. Den geräucherten Pfeffer leicht zerkleinern.

3 Die Suppe in Suppentellern anrichten. Radieschen und Bärlauch darauf verteilen, den Milchschaum darüber geben. Mit dem geräucherten Pfeffer bestreuen.

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