Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum

Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum

Ich habe noch nie Maronen frisch zubereitet. Auf dem Nürnberger Markt ergriff ich die Gelegenheit und kaufte frische, ungekochte und nicht vakuumierte Maronen. Gleich neben dem Marktstand hatte sich der Maroni Mann häuslich niedergelassen und verkaufte seine duftenden Esskastanien an die bummelnden Passanten.

Maroni selbst zuzubereiten ist ja schon ein elendes Geschäft. Kochen, pulen, schälen, schaben – die Beschäftigung ist definitiv schlimmer als das Schälen von widerspenstigen Kartoffeln. Ich dachte mir dabei mehrfach, dass das Ergebnis den Aufwand doch hoffentlich rechtfertigt.

Der Herbst ist die Zeit der Maronen, und so verwundert es nicht, dass quer durch die Foodblogs die Maroni-Rezepte nur so aus dem Boden sprießen. Besonders aufgefallen sind mir die vegetarische Kürbis-Pilze-Maronen-Tarte auf Küchenlatein, das Maronen-Gulasch auf Schöner Tag noch! und das Maronen-Risotto mit Gorgonzola auf dem Kuriositätenladen.

Ich wollte aber eine Nummer kleiner anfangen und eine relativ einfache Maronen-Suppe zubereiten. Aus diesem Ansinnen entstand der Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum, und als kleine Zugabe habe ich noch Streifen eines rosa gebratenen Roastbeefs spendiert. Dazu ein paar kross geröstete Brotwürfel und fertig ist ein ausgezeichnetes Essen für graue Herbsttage.

Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum
Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum

REZEPT

Zutaten für den Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum (für 4 Personen):

  • 400g Maronen
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 500ml Fleischbrühe
  • 200ml Sahne
  • 100g Roastbeef
  • 2 Scheiben Toastbrot (am besten frisch vom Bäcker)
  • 1/2 TL Zimt
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Petersilie

Für den Chili-Schaum:

  • 100ml Milch
  • 1 TL Piment d’Espelette

Zubereitung:

1 Die Maronen an der Spitze mit einem scharfen Messer kreuzweise einritzen. In ausreichend Wasser geben und bei geschlossenem Deckel solange kochen, bis die Schalen aufplatzen. Noch heiß schälen, denn nur so geht das dunkle Häutchen unter der Schale ab. Die Maronen in kleine Stücke hacken.

2 Das Roastbeef von allen Seiten scharf in einer Pfanne und in etwas Butter anbraten. Salzen und pfeffern, dann im Ofen eingeschlagen in Alufolie bei 140°C garen, bis die Kerntemperatur 62°C erreicht hat. Aus dem Ofen nehmen und in der Alufolie eingeschlagen mindestens 10 Minuten ruhen lassen.

3 Währenddessen die Petersilie, die Schalotten und den Knoblauch fein hacken. Das Toastbrot in kleine Würfel schneiden und in wenig Butter in einer Pfanne kross backen. Die Schalotten und den Knoblauch in etwas Butter anschwitzen und dann die Maronenstücke zugeben und leicht rösten. Mit der Fleischbrühe ablöschen und aufkochen. Mit einem Pürierstab fein pürieren, mit der Sahne auffüllen und gut verrühren. Nun mit Zimt, Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

4 Die Milch erwärmen und mit einem Milchaufschäumer schaumig schlagen. Das Piment d’Espelette untermischen.Das Roastbeef aus der Alufolie nehmen und dünn aufschneiden.

5 Die Maronen-Zimt-Suppe in Schüsselchen füllen. Roastbeefscheiben darin anrichten, Toastbrotbrösel zugeben und mit Petersilie und dem Chili-Schaum garnieren.

Tipp: Ohne Roastbeef lässt sich die Suppe wirklich gut als Shot in einem Reagenzglas anrichten. So geschehen zu meinem Buffet 2011.

  • Ich glaube, das Fleisch bräuchte ich hier gar nicht. Sieht aus so klasse aus.

    Noch besser als Toastbrot vom Bäcker ist für mich übrigens dieses hier ;-)
    http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2007/10/buttermilch-toa.htmlAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Petra: Das Fleisch war gut dazu aber ich gebe Dir recht: Zwingend notwendig ist es nicht. Für mich als kategorischen Nicht-Bäcker ist das Toastbrot vom (Bio-)Bäcker schon völlig ok ^^ – aber danke für die Anregung!AntwortenAbbrechen

  • Bro, ich bin so froh, dass du diesen Monat nicht nominiert bist ;-) AntwortenAbbrechen

  • Uwe

    @Alex: Ich backe halt einfach zu wenig Macarons.AntwortenAbbrechen

  • Leider leide ich sehr unter der Beschwerlichkeit des Maronenschälens und alle (ALLE!) Methoden, die ich bisher ausprobiert habe, haben es mir nicht erleichtert, die Haut von den Maroni zu entfernen. Sonst, ja sonst gäbe es kein Halten mehr… Bleibt fast nur, mir am Schluß dafür einen Schnellkochtopf anzuschaffen.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Micha: Das ist natürlich ärgerlich. Ich empfand die Schnellkochtopfmethode als ganz ok. Ich glaube, die Aufgabe wird einfach nicht angenehm. Geben wir uns also einer warmen Illusion hin :D AntwortenAbbrechen

  • Das hab ich ja fast übersehen!
    Ganz reizend schaut das aus :)

    Direkt auf der Herdplatte kann man Maronen auch ganz gut zubereiten, einfach einen Metalldeckel drüber legen.
    Aber ich geb zu, so hab ich das zuletzt gemacht, als ich noch einen Herd mit Metallplatten hatte…AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Heike: Tz! Einfach übersehen…. Direkt auf der Herdplatte? Und wer putzt die? ;) Interessante Idee jedenfalls. Ich glaube ja, dass Maronen zubereiten einfach eine nervige Angelegenheit ist und bleibt. Und solange ich keinen Praktikanten habe, werde ich immer wieder fluchen…AntwortenAbbrechen

  • Alrin

    Heute fleischlos nachgekocht (allerdings frevelhafterweise mit vorgekochten Maronen, nachdem hier alle nur geächzt haben…) und für sehr lecker befunden!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Alrin: Das ist schön :) Wie ist’s Dir ergangen beim Maronen schälen? Strafarbeit, oder?AntwortenAbbrechen

  • Alrin

    @Uwe: Ich hatte diesmal – wie geschrieben – die fertig vorgekochten genommen, allein schon aus Zeitgründen, aber ich kann mich noch gut an letzten Winter erinnern, als wir Maronen im Ofen gemacht haben…
    Wenn ich meine Schüler im Hauswirtschaftsunterricht mal quälen will, gibt’s Maronen, das ist sicher!
    Grüße vom Schrank, der fand das Rezept jedenfalls auch sehr lecker. :) AntwortenAbbrechen

Ihre E-Mail wird nie veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *

*

*