Thai-Bolognese

Thai-Bolognese

Fusion-Food polarisiert. Das Mischen unterschiedlicher Küchen kann ganz furchtbar, aber auch ganz sensationell sein. Im Falle der Melange aus Thai-Aromen und klassischer italienischer Pasta-Küche ist mein Votum klar: Sensationell².

[Update des Artikels vom 20.10.2014] Zum Ragù alla Bolognese als Pasta-Klassiker muss ich eigentlich nicht viel sagen. Vielleicht nur, dass die in Deutschland gebräuchliche Form, die Fleischsauce zu Spaghetti zu servieren vor allem eines ist: Deutsch. Ein waschechter Italiener würde wohl nir darauf kommen, eine so schwere Sauce zu so dünnen Nudeln zu servieren. Der Sugo hat einfach nicht die Möglichkeit, die Teigwaren zu durchdringen. Die Fleischstücke finden an der Nudel keinen Halt, das Geschmackserlebnis ist geschmälert. Es gilt: Je dicker die Sauce, desto besser sollte die Aufnahmefähigkeit der Nudeln für den Sugo sein. Ragù alla Bolognese wird typischerweise mit Tagliatelle serviert, aber auch Tortelloni eignen sich hervorragend.

2009 wusste ich davon auch nicht viel und habe mein Fusion Food klassisch mit Spaghetti serviert – wie man an obigem Foto schnell erkennt. Wenn ich heute Thai-Bolognese koche, wähle ich meine Nudeln anders. Dass Thai-Aromen mit Rindfleisch harmonieren, ist spätestens mit dem Genuss eines klassischen Laab Nua bekannt – der Rindfleischsalat lebt von einer angenehmen Schärfe und viel Säure, die durch Limettensaft und ein wenig Essig erzeugt wird. Abgerundet mit Fisch- und Sojasauce ergibt sich ein klassisches asiatisches Geschmacksprofil. Warum also nicht dieses Konzept adaptieren und mit italienischer pasta fusionieren?

Die Thai-Bolognese verzichtet auf Tomatensauce als Hauptbestandteil und ersetzt diese durch Kokosmilch, die mit roter Currypaste aromatisiert wird. Zusätzlich tun Zutaten wie Knoblauch, Zitronengras, Ingwer und frische Chili ihr Übriges, um die klassischen asiatischen Geschmacksnuancen herauszuarbeiten. Eine gute Portion Koriander und frisch gepresster Limettensaft geben dem Gericht kurz vor dem Servieren den letzten Kick.

Mein Arbeitgeber, die Erlanger Agentur Spirit Link Medical, fördert gute Ernährung während der Arbeitszeit. Den Mitarbeitern steht eine voll ausgestattete Küche zur Verfügung, die mittags rege von mehreren Kochgruppen benutzt wird. Nah gelegene Einkaufsmöglichkeiten sorgen dafür, dass nahezu alle Lebensmittel frisch verfügbar sind und direkt vor dem Kochen eingekauft werden können. Unter den Kollegen herrscht Arbeitsteilung, während die einen einkaufen, bereiten die anderen das Mittagessen für eine Gruppe zu. Dabei helfen alle Beteiligten rege mit, die Schnippelarbeiten schnell zu erledigen. So kommt innerhalb von einer Stunde Mittagspause meist ein sehr gutes, frisches und selbst gemachtes Gericht auf den Tisch. Das mag ich sehr.

Die Thai-Bolognese erfreut sich bei den Kollegen seit Jahren vor allem in den kälteren Monaten großer Beliebtheit und ist schon so etwas wie ein Mittags-Klassiker. Das freut mich natürlich, denn die Thai-Bolognese war eine frühe Eigenkreation, die auch heute noch gern gegessen und nachgefragt wird und damit zu einem echten HighFoodality-Evergreen avanciert ist. Zudem gehört die Bolognese wohl zu den am meisten nachgekochten Rezepten – ein Grund mehr, das Rezept einmal auszuprobieren. Viel Spaß dabei!

Rezept

Dauer: Ca. 60 Minuten

Zutaten (für 3 Personen):

  • 500g Spaghetti
  • 400ml Kokosmilch (ungesüßt)
  • 1 rote Paprika
  • 1 Zwiebel
  • frischer Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1-2 Chilischoten, je nach Geschmack
  • 2-3 EL rote Currypaste, je nach Geschmack
  • Saft von einer Limette
  • Zitronengras
  • frischer Koriander
  • 500g gemischtes Hackfleisch
  • 1-2 TL Zucker
  • 4-5 EL Olivenöl
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln, und die Paprika in Würfel schneiden. Den Ingwer, den Knoblauch und die Chili fein hacken. Den Koriander waschen und hacken. Die Limette auspressenund den Saft beiseite stellen.

2 Öl in einer großen Pfanne (kein Wok!) mit flachem Boden erhitzen und 2-3 TL rote Currypaste verrühren. Dann die Chilis, den Ingwer, den Knoblauch und die Zwiebeln zugeben und anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, das Hackfleisch zugeben und gut anbraten.

3 In einer zweiten Pfanne die Paprikawürfel in etwas Olivenöl anschwitzen, die Nudeln nach Anweisung kochen.

4 Das Hackfleisch mit der Kokosmilch ablöschen und aufkochen lassen. Die Bolognese mit Limettensaft, Currypaste, Zitronengras, Zucker, Salz und Pfeffer nach Gusto abschmecken. Bitte beachten: Langsam mit dem Limettensaft umgehen! Die Bolognese bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren den gehackten Koriander unterrühren.

Tipp: Anstelle Salz kann auch Fischsauce zum Abschmecken genutzt werden. Die Bolognese kann um Thai-Auberginen, Zucchini und Bambus erweitert werden.

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  • Sehr schön. Würde ich jetzt auch noch essen!AntwortenAbbrechen

  • Uwe Spitzmüller

    schmeckt durchgezogen auch gleich nochmal intensiver….AntwortenAbbrechen

  • Claudia Schmidt

    Super lecker! Schmeckt auch wirklich richtig thailändisch!AntwortenAbbrechen

    • Uwe Spitzmüller

      Danke, das freut uns! Wir bauen auch eine Druckfunktion ein :) AntwortenAbbrechen

  • Ralf Pfau

    Heute habe ich endlich deine legendäre Thai-Bolognese für Ramona nachgekocht und es hat fantastisch funktioniert. Das freche Curry in der samtigen Kokosmilch und darauf der frische Kick durch Limette und Koriander. Ramona hat nur noch gebrummelt. Ein wirklichiches Feel-Good Gericht.AntwortenAbbrechen

  • Ein echt sensationelles Rezept, oder wie mein Sohn sagt: “Geschmacksexplosion!”AntwortenAbbrechen

  • [...] Rezept der Thai-Bolognese stammt aus den ganz frühen Tagen des Blogs: Bereits im September 2009 veröffentlichte ich das [...]AntwortenAbbrechen

  • sylvia

    es war overwhelming – meiner tochter war es leider zu scharf muss naechstes mal 2 seperate saucen machen sie hat dann kichererbsensalat bevorzugt dankeAntwortenAbbrechen

  • So, bei dir gegessen, nachgekocht. Passt! Kannste *approved by chef Hansen* dranhängen ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ui, auch schon nachgekocht? Du bist aber fix! Haste ein Gütesiegel? ^^AntwortenAbbrechen

  • maren

    Hallo Uwe,
    Ich hatte ja etwas Muffensausen. Wir waren 14 Personen im kochclub und es gab edamame mit groben Salz, kichererbsensalat mit frischen Feigen und dann deine thaibolognese. Alle waren total begeistert.
    Vielen dank für das Rezept. Es war das erste mal, das ich mit der kochgruppe etwas gekocht hatte, was ICH zuvor nicht kannte, aber meine Aufregung war völlig unbegründet.
    liebe Grüße aus Hamburg

    MarenAntwortenAbbrechen

  • klingt nach einem echten träumchen. werde ich unter garantie mal ausprobieren. :)

    generell muss ich zu deiner seite sagen: supertoll. man findet hier so viele tolle, anspruchsolle gerichte, die mega-appetit machen. ich komme wieder und mache dir auf jeden fall mal was nach ;) AntwortenAbbrechen

  • gunther

    jau, lecker wars!!!!!!AntwortenAbbrechen

  • Danke für die Inspiration! Ich werde es bei Gelegenheit auch mal ganz originalgetreu nachkochen, aber auch in einer etwas deutsch angehauchten Abwandlung war es schon mal lecker…AntwortenAbbrechen

  • Jürgen Plassmann

    Leider hat die Anmeldung bisher noch nicht funktioniert, gerne würde ich die monatliche email erhalten.
    Vielen Dank

    Jürgen PlaßmannAntwortenAbbrechen

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