thai-bolognese-2015

Fusion-Food polarisiert. Das Mischen unterschiedlicher Küchen kann ganz furchtbar, aber auch ganz sensationell sein. Im Falle der Melange aus Thai-Aromen und klassischer italienischer Pasta-Küche ist mein Votum klar: Sensationell².

[Update des Artikels vom 04.11.2015] Zum Ragù alla Bolognese als Pasta-Klassiker muss ich eigentlich nicht viel sagen. Vielleicht nur, dass die in Deutschland gebräuchliche Form, die Fleischsauce zu Spaghetti zu servieren vor allem eines ist: Deutsch. Ein waschechter Italiener würde wohl nie darauf kommen, eine so schwere Sauce zu so dünnen Nudeln zu servieren. Der Sugo hat einfach nicht die Möglichkeit, die Teigwaren zu durchdringen. Die Fleischstücke finden an der Nudel keinen Halt, das Geschmackserlebnis ist geschmälert. Es gilt: Je dicker die Sauce, desto besser sollte die Aufnahmefähigkeit der Nudeln für den Sugo sein. Ragù alla Bolognese wird typischerweise mit Tagliatelle serviert, aber auch Tortelloni eignen sich hervorragend.

Als ich das Rezept 2009 kreierte, wusste ich davon auch nicht viel und habe mein Fusion Food klassisch mit Spaghetti serviert – wie man an obigem Foto schnell erkennt. Wenn ich heute Thai-Bolognese koche, wähle ich meine Nudeln anders. Dass Thai-Aromen mit Rindfleisch harmonieren, ist spätestens mit dem Genuss eines klassischen Laab Nua bekannt – der Rindfleischsalat lebt von einer angenehmen Schärfe und viel Säure, die durch Limettensaft und ein wenig Essig erzeugt wird. Abgerundet mit Fisch- und Sojasauce ergibt sich ein klassisches asiatisches Geschmacksprofil. Warum also nicht dieses Konzept adaptieren und mit italienischer Pasta fusionieren?

Die Thai-Bolognese verzichtet auf Tomatensauce als Hauptbestandteil und ersetzt diese durch Kokosmilch, die mit roter Currypaste aromatisiert wird. Zusätzlich tun Zutaten wie Knoblauch, Zitronengras, Ingwer und frische Chili ihr Übriges, um die klassischen asiatischen Geschmacksnuancen herauszuarbeiten. Eine gute Portion Koriander und frisch gepresster Limettensaft geben dem Gericht kurz vor dem Servieren den letzten Kick.

Mein Arbeitgeber, die Erlanger Agentur Spirit Link Medical, fördert gute Ernährung während der Arbeitszeit. Den Mitarbeitern steht eine voll ausgestattete Küche zur Verfügung, die mittags rege von mehreren Kochgruppen benutzt wird. Nah gelegene Einkaufsmöglichkeiten sorgen dafür, dass nahezu alle Lebensmittel frisch verfügbar sind und direkt vor dem Kochen eingekauft werden können. Unter den Kollegen herrscht Arbeitsteilung, während die einen einkaufen, bereiten die anderen das Mittagessen für eine Gruppe zu. Dabei helfen alle Beteiligten rege mit, die Schnippelarbeiten schnell zu erledigen. So kommt innerhalb von einer Stunde Mittagspause meist ein sehr gutes, frisches und selbst gemachtes Gericht auf den Tisch. Das mag ich sehr.

Die Thai-Bolognese erfreut sich bei den Kollegen seit Jahren vor allem in den kälteren Monaten großer Beliebtheit und ist schon so etwas wie ein Mittags-Klassiker. Das freut mich natürlich, denn die Thai-Bolognese war eine frühe Eigenkreation, die auch heute noch gern gegessen und nachgefragt wird und damit zu einem echten HighFoodality-Evergreen avanciert ist. Zudem gehört die Bolognese wohl zu den am meisten nachgekochten Rezepten – ein Grund mehr, das Rezept einmal auszuprobieren. Viel Spaß dabei!

Vegetarische Variante

Über die Jahre sind natürlich auch Varianten der Thai-Bolognese entstanden. Allen voran: Eine vegetarische Version mit Blumenkohl. Wenn Du die Thai-Bolognese magst, solltest Du unbedingt einmal die vegetarische Alternative ausprobieren!

Rezept

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Zutaten (für 3 Personen):

  • 500 g Spaghetti
  • 400 ml Kokosmilch (ungesüßt)
  • 1 rote Paprika
  • 250 g Kirschtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 4 cm frischer Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1-2 Chilischoten, je nach Geschmack
  • 2-3 EL rote Currypaste, je nach Geschmack
  • Saft von einer Limette
  • 2 Stangen Zitronengras
  • 2 Handvoll frischer Koriander
  • 500g Rinderhackfleisch
  • 1-2 TL Zucker
  • 4-5 EL Sesamöl
  • 1 EL Sojasauce
  • 4 EL Cashew-Nüsse
  • Frischer Parmesan
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln, und die Paprika in Würfel schneiden. Den Ingwer, den Knoblauch und die Chili fein hacken. Den Koriander waschen und hacken. Die Limette auspressen und den Saft beiseite stellen. Die Tomaten waschen und halbieren

2 Öl in einer großen Pfanne (kein Wok!) mit flachem Boden erhitzen und 2-3 EL rote Currypaste verrühren. Dann die Chilis, den Ingwer, den Knoblauch und die Zwiebeln zugeben und anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, das Hackfleisch zugeben und gut anbraten.

3 In einer zweiten Pfanne die Paprikawürfel und die Tomaten in etwas Sesamöl anschwitzen. Die Cashew-Nüsse trocken goldbraun rösten. Parmesan reiben. Koriander hacken.

4 Das Hackfleisch mit der Kokosmilch ablöschen und kurz aufkochen lassen. Paprika, Tomaten und das Zitronengras zugeben. Die Bolognese bei schwacher Hitze ca. 15 Minuten ziehen lassen.

5 Die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente garen.

6 Die Sauce mit Salz, Sojasauce und Limettensaft abschmecken. Ggf. Noch etwas rote Currypaste unterrühren, sollte die Bolognese noch nicht würzig genug sein. Mit Koriander, Parmesan und Cashew-Nüssen servieren.

Tipp: Anstelle Salz kann auch Fischsauce zum Abschmecken genutzt werden. Die Bolognese kann um Thai-Auberginen, Zucchini und Bambus erweitert werden.