Zeit für kreative Resteverwertung! Aus einem Schmorgericht wird eine Pasta-Sauce. Viel mehr Aroma geht nicht – Fleisch-Liebhaber sollten dieses Rezept einmal ausprobieren.

Geschmortes gehört zu den Rezepten, die durch das Wiederaufwärmen besser werden. Aromatischer. Intensiver. Runder. Ruhezeiten helfen dem Gericht dabei, sich zu entfalten. Leider bekommen Schmorgerichte (Alle Schmor-Rezepte findest Du übrigens hier) bei mir dazu eher weniger die Gelegenheit, da sie nach Ablauf der Garzeit direkt in auf die Teller und in hungrige Bäuche wandern. Selten bleibt etwas übrig.

Dabei ist es sehr sinnvoll, etwas übrig zu lassen. Reste von Schmorgerichten lassen sich nämlich formidabel als Pasta-Sauce zweitverwerten. Deshalb schmore ich meist die doppelte Portion, weil es das doppelte Vergnügen bedeutet. Wer nicht zweitverwerten will, kann sich alternativ auch ganz fokussiert an dem Ragout nach Bologneser Art mit dreierlei Fleisch versuchen.

Am besten geht die Zweitverwertung meiner Erfahrung nach mit geschmortem Ochsenschwanz und Bäckchen. Wie Du aus den Resten die Pasta-Sauce herstellst, obliegt dann ganz Deinem persönlichen Geschmack. In diesem Artikel möchte ich Dir mein Lieblingsrezept vorstellen.

Zunächst zerkleinere ich das Fleisch, bis es fein aufgefasert ist. Das geht meist sehr einfach und ohne viel Kraftaufwand mit zwei Gabeln, denn nach dem Schmoren ist das Fleisch sehr mürbe und butterweich.

Die übrig gebliebene Sauce reicht nicht als Pasta-Sugo aus. Du musst diese also strecken. Dabei greife ich im Sommer am liebsten zu frischen Tomaten, koche daraus einen Sugo und verlängere damit die Sauce. Himmlisch! Jetzt im Winter nutze ich passierte Tomaten aus dem Glas oder bereite aus diversem Winter-Wurzelgemüse eine Gemüsebrühe zu, mit der ich die Sauce strecke. Meine Lieblingsvariante bleibt jedoch die Tomatensauce.

Nachdem beiden vermischt ist, musst Du nur noch abschmecken. Ein wenig Salz, ein Hauch Pfeffer, vielleicht noch eine Nuance Knoblauch. Fertig ist der Sugo – getoppt mit Parmesan, Zitronenschalen und Petersilie.

Spaghetti mit Ochsenschwanz-Sugo

 

Variante: Aber bitte mit Sahne!

Meine Kinder lieben Tomatensauce mit einem ordentlichen Schuss Sahne. Das gibt der Sauce eine cremige Konsistenz, einen weichen, samtigen Geschmack und natürlich ein wenig mehr Volumen. Schmorgerichte vertragen einen Schuss Sahne, den Du mit den Tomaten zum Sugo gibst.

Rezept

Dauer: 30 Minuten Zubereitungszeit

Zutaten (Für 4 Personen)

  • 500 g Spaghetti
  • Schalen einer Zitrone
  • Ggf. frische Petersilie
  • Ggf. 1 Knoblauchzehe
  • Frischer Parmesan
  • 10 frische Kirschtomaten
  • Salz, Pfeffer
  • Reste vom geschmorten Ochsenschwanz
  • Ggf. etwas Rinderfond oder passierte Tomaten

Zubereitung:

1 Für die Sauce viertelst Du die Tomaten, hackst den Knoblauch klein und schwitzt beides in einer Sauteuse trocken an, bis sie Flüssigkeit abgeben. Dann die Reste des Ochsenschwanzes zugeben und vermischen. Das Fleisch dabei klein zupfen.

2 Wenn wenig Sauce übrig gewesen sein sollte, kannst Du den Sugo entweder mit Wasser, passierten Tomaten oder Rinderfond strecken. Ich bevorzuge passierte Tomaten. Ich versuche, nie mehr Flüssigkeit zuzugeben als noch vorhanden ist, um den Geschmack zu erhalten.

3 Passierte Tomaten zugeben und alles verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, etwa 10 Minuten köcheln lassen.

4 Die Nudeln al dente garen. Den Parmesan reiben. Die Petersilie hacken.

5 Den Sugo mit den Nudeln vermischen. Petersilie, Parmesan und Zitronenschale über die Pasta streuen.