Die Pflaumen-Tarte ist wirklich etwas für ungeübte Bäcker: Geht schnell, gelingt ziemlich sicher, schmeckt lecker und sieht auch noch gut aus. Die Pflaumen-Tarte ist eine gute Möglichkeit, um der anstehenden Pflaumen-Schwemme angemessen zu begegnen.

Dass ich wenig backe, habe ich ja schon des öfteren erwähnt. Als sich neulich aber Chef Hansen und seine liebe Frau als Besuch ankündigten, wurde in mir der Bäcker geweckt. Dieser übernahm die Kontrolle und schickte die arbeitswillige Hülle in die Küche, um eine Zwetschgen-Tarte zuzubereiten.

An Zwetschgenkuchen habe ich ganz besondere Erinnerungen. Als kleiner Junge verbrachte ich einen Teil der Ferien zusammen mit meinem Cousinchen Juliane oft bei meiner Oma. Wir waren damals beide in der Sicherheits- und Aufklärungsbranche aktiv und betrieben erfolgreiche Detekteien, die die schlimmsten Finger der Nation zur Strecke brachten und die kniffligsten Fälle lösten. Es gab keine besseren als uns – und zusammen waren wir schlichtweg das Grauen der Gauner und Ganoven. Ausgestattet mit übergroßen Lupen, noch größeren Schlapphüten und noch unvorstellbar größeren Trenchcoats zogen wir durch Omas Garten, immer auf der Suche nach Spuren und Hinweisen zum nächsten Fall.

Wir verfügten schon damals über eine unglaublich große Datenbank der schlimmsten Schurken – schließlich hatten wir die Feier anlässlich der Goldenen Hochzeit entfernt verwandter Onkels und Tanten dazu genutzt, von allen 120 Anwesenden Fingerabdrücke zu nehmen und genau zu katalogisieren, von wem diese stammten. Kurzum: Wir waren selbst Teil der Familie mit der unglaublichsten Kriminalitätsrate und verhafteten regelmäßig die eigenen Vettern und Nichten.

Oma schaute sich das Schnüffeln und Recherchieren entweder auf eine Decke gestützt von ihrem Wohnzimmerfenster aus an, das zum Garten hinaus ging, oder schlug ihren Klappstuhl im Garten auf. Beizeiten verschwand sie im Hause, nur um kurz darauf mit einem Tablett wiederzukehren. Darauf fanden sich einige Tassen dampfender Kaba und ein großer Kuchen mit Zwetschgen aus dem eigenen Garten, dazu eine riesige Portion Schlagsahne.

Die Hansens bekamen zur Tarte keinen Kaba, sondern einen dampfenden Pott Kaffee. Das Rezept dazu stammt aus Bill Grangers schönem Kochbuch „Basics. 100 Rezepte für jeden Tag.“ und erwies sich wieder einmal als einfach nachzubereitende Anleitung mit einem sehr leckeren Ergebnis.

Rezept

Zutaten für die Pflaumen-Tarte (Für eine 24cm-Springform):

  • 100g Butter
  • 90g Zucker
  • 175g Mehl, Typ 405
  • 25g gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz

Für den Belag:

  • 750g Pflaumen
  • 100g Zucker
  • 2 TL Speisestärke
  • 1 EL Orangensaft

Zubereitung:

1 Für den Teig die Butter schmelzen und mit dem Mehl, dem Zucker und einer Prise Salz zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Backofen auf 180°C vorheizen.

2 Eine Springform (Durchmesser: 24cm) gut mit Butter einfetten. Den Teig mit den Fingern in der Form verteilen, bis der Boden bedeckt ist. Nun über 15 bis 20 Minuten im Ofen goldbraun vorbacken.

3 Währenddessen den Belag vorbereiten: Dafür die Pflaumen waschen, vierteln und die Kerne entfernen. Die Pflaumen mit dem Zucker vermischen. Die Speisestärke und den Orangensaft zu einer glatten Flüssigkeit verrühren und mit den Pflaumen mischen.

4 Springform aus dem Ofen nehmen und die gemahlenen Mandeln auf dem Teigboden verteilen.

5 Die Pflaumenmasse auf dem Teigboden verteilen und den Kuchen fertig backen – das dauert etwa 35 bis 40 Minuten. Der Kuchen ist fertig, wenn der Teig fest ist. Die Tarte kann warm serviert werden, dann sollte sie aber mindestens 5 Minuten auskühlen.

Quelle: Bill Granger, „Basics. 100 Rezepte für jeden Tag.“, Collection Rolf Heyne

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