Omas Apfeltorte - der weltbeste Apfelkuchen

Heute habe ich nichts Geringeres als den weltbesten Apfelkuchen für Dich – nach einem alten Rezept meiner Oma. Von keinem Kuchen habe ich auf einmal mehr Stücke gegessen, kein Kuchen lässt mich in derart verzaubernde Genusswelten abdriften, kein Kuchen hat die Brillanz dieser Apfeltorte je erreicht.

Das klingt alles ein wenig übertrieben? Kann gut sein. Aber in diesem Fall existiert die nötige Objektivität nicht, dieser Artikel ist die Reinkarnation der Subjektivität, des ungezügelten Voreingenommenseins und Ausdrucks vorsätzlicher Ignoranz gegenüber allem sonstigen Backwerk. Kurzum: Es ist mein Lieblingskuchen. Platz 1 bis 10 meiner Top 10.

Vor vier Wochen habe ich Dir die Geschichte erzählt, wie Cousinchen und ich Sommerwochen bei unserer gemeinsamen Oma verbrachten und Pflaumenkuchen aßen – was ich Dir verschwiegen habe ist, dass es hin und wieder auch diesen Kuchen gab: Omas Apfeltorte. Dann gab es bei mir kein Halten mehr, alle Dämme brachen. Ich liebe den unglaublich zarten Boden, den teigigen Deckel und die darunter zum Vorschein kommende Apfelfüllung: Diese muss fast schon die Konsistenz eines Apfelmuses haben, gerne mit Rosinen versetzt, aber bitte nicht zu viele. Am besten schmeckt der Kuchen mitnichten frisch aus dem Rohr, sondern nach einem Tag: Dann ist der Teig richtig schön mürbe, das Apfelmus hat sich mit der obersten Teigschicht des Bodens verbunden und die Konsistenz des Teiges beeinflusst. Perfekt. Ich könnte eine Doktorarbeit darüber schreiben.

Wenn Du also ein paar Äpfel übrig hast, dann fass‘ Dir ein Herz und investiere die 90 Minuten – Du wirst es nicht bereuen.

Update: Ohne gute Äpfel geht es nicht

Auch bei diesem Apfelkuchen ist es nicht anders als bei anderen Rezepten: Das Ergebnis steht und fällt mit den eingesetzten Zutaten. Ein Apfelkuchen lebt natürlich vom Geschmack der Äpfel, und nicht jede Sorte eignet sich gut dafür. Silke erwähnte diesen Aspekt völlig zurecht in den Kommentaren, weshalb ich ihn gerne aufgreife.

Meine Oma verwendete für ihren Apfelkuchen immer aromatische Boskop-Äpfel, die von Haus aus einen guten Geschmack und den richtigen Säureanteil besitzen.

Rezept

Zutaten für Omas Apfeltorte:

  • 300g Mehl
  • 2 TL Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • 100g Zucker
  • 20g Vanillezucker
  • 150g Butter
  • 1/2 Eigelb
  • 1 Eiweiß
  • 1 EL Milch

Für die Füllung:

  • 1 – 1,5kg Boskop-Äpfel
  • 1 EL Wasser
  • 2-3 EL Zucker
  • 1 TL Zimt
  • 1-2 EL Rosinen
  • Einige Tropfen Rum oder Zitrone
  • 1/2 Eigelb + 1 EL Milch (zum Bestreichen)

Zubereitung:

1 Alle Teigzutaten zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er kleben, einige Zeit in den Kühlschrank stellen. Gut die Hälfte des Teiges rollst Du auf dem Boden einer gefetteten Springform aus (Durchmesser etwa 25cm). Der Teigboden wird mehrmals mit einer Gabel eingestochen und im unteren Drittel des vorgeheizten Backofens bei 175°C ca. 15 Minuten hellgelb gebacken.

2 Für die Füllung werden die Äpfel geschält, vom Kerngehäuse befreit, in Stücke geschnitten und mit Wasser, Zucker und Zimt und den gewaschenen Rosinen unter Rühren kurz angedünstet bis sie weich sind und anschließend kalt gestellt. Die erkalteten Äpfel werden mit Zucker sowie Rum oder Zitronensaft abgeschmeckt.

3 Den übrigen Teig rollst Du zu einer Platte in der Größe der Springform aus und formst aus den Teigresten eine fingerdicke Rolle. Sie wird als Rand um den vorgebackenen Boden gelegt und so an die Form gedrückt, dass der Rand etwa 3cm hoch wird.

4 Die erkaltete Apfelfüllung auf dem Boden verteilen. Die Teigplatte darauf legen, mit der verquirlten Eimilch bestreichen und mit einer Gabel mehrmals einstechen.

5 Für 25 Minuten bei 175°C backen.