Wer gerne grillt, wird selbst gemachte Würste lieben. Selbst zu wursten wird dabei oft nicht in Betracht gezogen. Dabei braucht man weder Wurstfüllmaschine noch Fleischerlehre, um gute Ergebnisse zu erzielen. Eine Alternative.

Eine gute Wurst frisch vom Grill ist etwas Leckeres. Noch besser schmeckt die Wurst, wenn man genau weiß, was drin ist und wenn man Kreationen außerhalb der in jeder Fleischtheke erhältlichen Norm schafft. Die Kreativität muss nämlich nicht vor der Theke aufhören. Wurst selbst herzustellen ist leichter als man denkt und mit ein paar Tricks auch nicht zeitaufwändig. Teures Equipment ist nicht zwangsläufig von Nöten, auch mit einfachen Mitteln können leckere Würste für die nächste Grillparty (Ja! Auch im Herbst und Winter! Es ist immer Grillsaison!) geschaffen werden.

Um Würste selbst herzustellen, wird lediglich etwas Schweinenetz benötigt. Das Brät muss schließlich zusammen- und davon abgehalten werden, zu zerfallen, wenn es auf den Grill oder in die Pfanne gelegt wird. Das Schweinenetz stammt aus dem Bauchfell von Schweinen und umgibt dort die meisten inneren Organe. Der Vorteil: Hackfleischmassen können einfach per Hand in Schweinenetz eingewickelt werden. Das Schweinenetz verschwindet beim Garprozess fast völlig und stört den Geschmack in keinster Weise. Schweinenetze müssen beim Metzger vorbestellt werden, sind aber ohne Probleme zu bekommen. Gefroren halten sie sich mehrere Monate im Tiefkühler und können bei Bedarf in handwarmen Wasser aufgetaut und anschließend benutzt werden. Feine Sache.

Es gibt nun zwei einfache Wege zur eigenen Wurst mit Hilfe des Schweinenetzes:

  • Pimp my Wurst: Die wohl einfachste Möglichkeit ist die, bereits fertig gekaufte Würste „aufzumotzen“ und geschmacklich zu variieren. Dafür wird das Brät aus den Häuten geholt und mit zusätzlichen Zutaten vermischt. Besonders lecker ist zum Beispiel, fränkische Bratwürste mit etwas Püree von der Roten Bete zu mischen und anschließend wieder in ein Schweinenetz zu sperren.
  • Create my Wurst: Dafür lasse ich beim Metzger 1/4 Schweinebauch oder Speck und 3/4 Fleisch – z. B. aus der Hüfte oder auch Roastbeef – durch den Wolf drehen. Das erspart mir das aufwändige Wolfen zuhause. Pro Kilogramm Fleisch verwende ich etwa 20 – 22 g Salz und anschließend beliebige Gewürze, Obst, Pürees oder andere Zutaten, um die Wurst zu aromatisieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Für das heutige Rezept habe ich Lammfleisch beim Metzger wolfen lassen, gesalzen und gepfeffert. Anschließend kamen fein geschnittene Äpfel, Petersilie sowie gemahlener Zimt dazu. Die Masse habe ich zu Würsten geformt und in Schweinenetz gewickelt, anschließend etwa 10 Minuten unter stetem Wenden bei mittlerer Hitze auf dem Grill gegart. Dazu gab’s herbstliches Pflaumen-Chutney, das ich bereits im Spätsommer zu Pancetta-Röllchen serviert hatte.

So einfach kann wursten sein.

Herbstliche Lamm-Bratwürste im Schweinenetz mit Pflaumen-Chutney

Rezept

Dauer: 30 Minuten Vorbereitungszeit, etwa 10 Minuten Grillzeit

Zutaten für die herbstlichen Lamm-Bratwürste im Schweinenetz mit Pflaumen-Chutney (Für 4 Personen):

  • 750 g Lammhackfleisch aus der Hüfte,
  • 250 g Speck, bereits beim Metzger durch den Wolf gedreht
  • 1 Apfel
  • 1-2 TL Zimt
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 22 g Salz
  • 1 TL Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1 Schweinenetz

Für das Pflaumen-Chutney:

  • 500 g Pflaumen
  • 2 rote Chili
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie
  • 1-2 EL Weißweinessig
  • 1 EL Zucker
  • Salz

Zubereitung:

1 Den Apfel entkernen und in feine Würfel hacken. Petersilie hacken. Fleisch mit Apfelwürfeln, Zimt, Petersilie, Salz und Pfeffer mischen und abschmecken. 8 Würste aus der Masse formen und in Schweinenetz wickeln.

2 Für das Pflaumen-Chutney die Pflaumen waschen, entsteinen und fein hacken. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und inklusive der Chili ebenfalls fein hacken. Alles vermischen (inkl. Petersilie) und mit Weißweinessig, Zucker und Salz abschmecken.

3 Würste auf dem vorgeheizten Grill (180°C) etwa 10 Minuten unter Wenden fertig braten. Mit dem Chutney servieren.

Quelle: Anregung für die „gepimpten Würste“ aus dem Buch „BBQ & Grill“ von Stéphane Reynaud*

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