Glühwein

Wenn in Nürnberg der Christkindlesmarkt eröffnet wird, ist Ausnahmezustand. An den Wochenenden schieben sich tausende Menschen durch die Gassen der Altstadt. Zuerst wird geshoppt, und dann ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt getrunken.

Leider ist es gar nicht einfach, guten Glühwein zu finden: Meistens wird industriell hergestellte Massenware mit obskuren Zutaten verteilt, geschmackliche Uniformität treibt ihr Unwesen: Der Christkindlesmarkt ist eben eine Massenveranstaltung und touristische Attraktion – trotzdem kann der Weihnachtsmarkt jenseits der hoch frequentierten Besuchszeiten Charme besitzen.

Mit selbst hergestelltem Glühwein verhält es sich wie mit vielem Selbstgemachtem: Es schmeckt einfach besser. Alleine genau zu wissen, was im Glühwein drin ist, gibt mir dabei ein Gefühl der Zufriedenheit. Die Herstellung dauert nicht lange, ist nicht kompliziert und lohnt sich: Der produzierte Glühwein hält sich viele Tage und kann einfach bei Bedarf in kleinen Mengen erwärmt werden. Ich verwende für die Lagerung eine Glasflasche mit Bügelverschluss, die ich vorher sterilisiert habe.

Die Qualität des Glühweins steht und fällt mit der wichtigsten Zutat: Dem Wein. Ich mag im Glühwein kräftige Weine, die die Zugabe von Gewürzen gut verkraften und annehmen. Für meinen Glühwein habe ich einen Bordeaux verwendet, der von Michel Rolland kreiert wurde. Der bekannte französische Weinmacher verwendete für seinen Cuvée die Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot. Die Aromen dieses Weins werden als feine Note von Trockenfrüchten, Vanille, Zimt und Pfeffer beschrieben – was perfekt zu einem Glühwein passt und mit den zugegebenen Gewürzen harmoniert.

Ganz wichtig bei der Herstellung von Glühwein ist, dass der Wein nur erwärmt und nicht gekocht wird. Aromen und auch der Alkoholgehalt sollen ja nicht zerstört und verändert werden.

Glühwein eignet sich mitnichten nur zum Trinken – Du kannst auch damit kochen. Ich habe aus dem angesetzten Glühwein eine Glühwein-Granita zubereitet und eine Ente mit Rosenkohl-Walnuss-Stampf und Glühwein-Sauce gekocht – die Rezepte findest Du bis Weihnachten noch hier auf dem Blog. Nächstes Projekt: Glühwein-Bäckchen.

Glühwein

Rezept

Zutaten für den Glühwein (Ergibt etwa 1,5 Liter Glühwein):

  • 750 ml Rotwein, z.B. Bordeaux von Michel Rolland
  • 250 ml Portwein
  • 750 ml Wasser
  • 1 Orange
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Sternanis
  • 1 Vanilleschote
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 3 Gewürznelken
  • 3 EL brauner Zucker

Zubereitung:

1 Den Ingwer und die Orange in Scheiben schneiden und mit dem Wasser, der ausgekratzten Vanilleschote und den Gewürzen zum Kochen bringen. Etwa 5 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Den Zucker zugeben und rühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Alles durch ein feines Sieb abgießen, die Orangen gut ausdrücken.

2 Den Rotwein und den Portwein mit dem Gewürzsirup mischen und erwärmen – die Mischung darf nicht kochen! Heiß servieren.

Tipps:

  • Der Glühwein hält sich luftdicht verschlossen einige Tage. Für den erneuten Genuss einfach eine Tasse erwärmen – aber nicht kochen lassen!
  • Glühwein mit Schuss: Für die ganz kalten Tage macht sich ein Schuss Rum – z. B. Ron Zacapa – darin wunderbar.
  • Anregung: Das Rezept habe ich adaptiert nach einer Variante aus dem Kochbuch „Das Winterkochbuch“ aus dem Christian Verlag.

[sws_yellow_box box_size=“600″] Werbe-Hinweis: In diesem Artikel wird der neue Bordeaux von Michel Rolland näher erwähnt und vorgestellt. Der Wein kann momentan in vielen EDEKA-Filialen bezogen werden.[/sws_yellow_box]

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