In den letzten Wochen habe ich erneut selbst gebraut und einen Klassiker hergestellt, der mit den Sommer sehr versüßt hat. Eiskalt genossen ist das Ginger Beer ein tolles Feierabend-Getränk, das nach untergehender Sonne und Balkon schreit.

Vor ein paar Wochen habe ich über meine ersten Versuche berichtet, mit Hilfe von Fermentation Softdrinks herzustellen. Erstes Ergebnis war das Redcurrant Ginger Beer, das mit Johannisbeersirup hergestellt wurde. Nun habe ich den Klassiker schlechthin für Euch, ein „pures“ Ginger Beer.

Zu dem Redcurrant Ginger Beer gab es von Euch sehr viel Feedback, was mich unglaublich gefreut hat. Die vielen tollen Hinweise aus der Cooketteria haben mir bei meinen weiteren Versuchen sehr weiter geholfen, so dass ich in der letzten Zeit das Ansetzen des „Ginger Bug“ – die Basis für die Herstellung von Ginger Beer – keine Probleme mehr hatte und auch bessere Ergebnisse in der Entwicklung von Kohlensäure erzielen konnte.

Der Prozess Ginger Beer herzustellen dauert mehrere Wochen. Zunächst muss die Basis, der sog. Ginger Bug, angesetzt werden. Dafür wird Ingwer klein geschnitten und mit Zucker und Wasser angesetzt. Der Ansatz wird täglich – ähnlich einem Sauerteig – mit Ingwer und Zucker gefüttert, bis er zu blubbern beginnt. Der blubbernde Bug wird dann mit einem Sirup – im heutigen Fall Ingwer-Sirup – versetzt und beginnt, dort zu arbeiten. Der Zucker wird durch Fermentation in Kohlensäure umgewandelt.

Aus der zweiten Versuchsreihe und den Hinweisen aus der „Cooketteria“ habe ich gelernt:

  • Ob Bio-Ingwer oder nicht – aus beiden Grundprodukten kann ein guter Ginger Bug angesetzt werden, ich bevorzuge nach wie vor die Bio-Variante, weil ich dann die Schale guten Gewissens verwenden kann
  • Die Abdeckung des Glases mit einem Kaffeefilter hat besser funktioniert
  • Ich habe den Eindruck, dass das Ergebnis nachhaltig verbessert wird, wenn ich den Ingwer feiner hacke
  • Das Blubbern erschien mir intensiver, sobald ich Vollrohrzucker verwendet habe
  • Es muss nicht immer Ingwer sein: Es klappt auch mit frischem Kurkuma

Das Ginger Beer lässt sich wunderbar eisgekühlt mit einem Schuss Gin oder Wodka genießen.

Rezept

Update: Dieses Rezept wurde am 02.05.2017 aktualisiert.

Dauer: Etwa 2-3 Wochen. Zubereitungszeit: 45 Minuten

Zutaten für das Ginger Beer (Ergibt etwa 4 Liter):

Für den Ginger Bug:

  • 250 ml Wasser
  • 2 EL Vollrohrzucker
  • 2 EL gehackter Bio-Ingwer

Für den Ingwer-Sirup:

  • 140 g Ingwer
  • 500 g Zucker
  • 3 L Wasser
  • 3 Zitronen

Zubereitung:

1 Für den Ginger Bug den Bio-Ingwer mit Schale fein hacken. Mit dem Zucker und dem Wasser in einem 1-L-Einmachglas vermischen. Das Glas mit einem Tuch oder Kaffeefiltern abdecken, so dass keine Fruchtfliegen an die Mischung gelangen. Nach zwei Tagen sollten sich zwischen den Ingwer-Stücken Blasen bilden und der Bug sollte beginnen, zu blubbern. Dann über etwa eine Woche jeden Tag 2 EL Zucker und gehackten Ingwer zufüttern.

2 Am Brautag den Ingwersirup zubereiten. Dafür den Ingwer fein reiben und mit dem Zucker und dem Saft der Zitronen etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen. Durch ein Tuch filtern und vollständig abkühlen lassen.

3 Ingwersirup mit 3 L Wasser aufgießen. Den Ginger Bug abseihen und unterrühren. Die Flüssigkeit in sterilisierte Plastikflaschen (KEIN GLAS!) abfüllen, verschließen und bis zu 10 Tagen fermentieren lassen – am besten täglich probieren.