Zur Abwechslung habe ich heute ein sehr einfaches Rezept für Dich, das innerhalb von 30 Minuten zubereitet ist. Gebratene Steinpilze mit Zwiebeln, Petersilie und warmem Eigelb. Yummy.

Warum heissen Steinpilze eigentlich Steinpilze? Hm? Weisst Du’s? Eigentlich gilt der Begriff für eine ganze Reihe von Arten, die eher schwierig zu unterscheiden sind. Da wäre der Sommer-Steinpilz, der sandfarben zwischen Laub wächst, odr der Bronze-Röhrling, ein schwarzhütiger Vertreter seiner Zunft, oder der gemeine Steinpilz, elegant als Boletus edulis bekannt und last but not least der Kiefern-Steinpilz, der rein phänotypisch der attraktivste Vertreter zu sein scheint.

Welcher boletus auch immer bei mir in der Pfanne war, er war sehr lecker. Ich säubere die Pilze wie gewohnt trocken mit einer weichen Bürste und versuche, Erdrückstände so gut es geht zu entfernen. Dann schneide ich die Pilze in Scheiben, nicht zu dünn, denn sie sollen nach dem Braten noch etwas Biss haben. Am liebsten bereite ich Pilze nur mit etwas Butter, Zwiebeln und reichlich Petersilie zu, ich liebe diesen erdig-wohligen Geruch, der von ihnen ausgeht, sobald sie die Hitze der Pfanne annehmen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als kleiner Uwe oft mit meinem Vater Pilze im Wald gesammelt habe. Das machten wir meist an einem Samstagnachmittag, so dass wir bis zur Sportschau wieder zuhause waren. Wir fanden meist Maronenröhrlinge, die meine Mutter mit Zwiebeln, Petersilie und Sahne zu einem leckeren Ragout kochte. Dazu Semmelknödel, Weißbrot oder Nudeln, und über die Familie legte sich eine gefräßige Stille. Paps, wir müssen mal wieder Pilze sammeln gehen….

Die Inspiration für das heutige Gericht stammt aus San Sebastian. Ich war dort vor ein paar Wochen zu Gast und tourte durch die vielen Bars, um möglichst viele lokale Spezialitäten, Pitxchos genannt, zu probieren. In einer Bar servierten Sie eine Mischung lokaler Pilze, kräftig angebraten und leicht gesalzen. Dazu gab’s leicht erwärmtes Eigelb und getoastetes Brot. Ich sag’ Dir, ich könnte schon wieder…

Das Rezept für die Pilze ist einfach erklärt: Pilze putzen, in Scheiben schneiden und mit Zwiebeln und Butter anbraten. Petersilie unterrühren. Das Eigelb habe ich in der Wärmeschublade langsam auf 60°C gezogen und in die Mitte des Tellers gesetzt. Etwas Salz dazu, fertig. Zugegeben: Sieht nicht hübsch aus, ist aber umso leckerer. Wenn Du also auf Deinem Markt Steinpilze bekommst, dann überleg’ nicht lange und greif’ zu.

Ach, es gilt ja noch aufzulösen: Steinpilze heissen deshalb Steinpilze, weil ihr Fleisch fester als das anderer Pilze ist. Haben wir wieder etwas gelernt 🙂

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Rezept

Dauer: 30 Minuten

Zutaten (Für 2 Personen):

  • 800 g Steinpilze
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 2 Eigelb
  • Etwas Butterschmalz
  • Etwas Butter
  • Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Steinpilze vorsichtig (trocken) säubern und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Die Petersilie hacken.

2 Das Butterschmalz in einer gusseisernen Pfanne erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Die Pilze zugeben und die Hitze erhöhen, garen bis die Pilze Farbe nehmen. Hitze reduzieren, abschmecken und warm halten.

3 Die Butter in einer Kasserolle erhitzen bis die nussig riecht. Die Petersilie unter die Pilze mischen und auf einem Teller anrichten. Mit der braunen Butter nappieren und ein Eigelb in die Mitte des Tellers setzen. Pfeffern und servieren.