Das Rezept mag ich. Kürbis einmal anders, mit kräftig-würzigen orientalischen Noten. Süßlich, nussig, würzig und mit einer angenehmen Frische.

Yotam Ottolenghi gehört zu den Köchen, die für mich steter Quell an Inspiration sind. Dabei begeistert mich weniger die Ästhetik und die Art und Weise, wie er in seinen Büchern die Gerichte anrichtet, als vielmehr die schiere Kreativität seiner Rezepte. Ich kann mich sehr gut für die Küche des Orients oder Nordafrikas begeistern und finde in seinen Werken immer wieder tolle Gerichte, die mir diese Küche auf meinen Teller zaubern.

Das heutige Rezept stammt aus seinm Buch „Jerusalem“, welches ich mir damals noch auf Englisch kaufte, weil es noch nicht auf Deutsch erschienen war. Das Gewürz der Wahl ist Za’tar, eine Mischung, die vor allem in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei gerne verwendet wird. Za’atar besteht dabei aus Sumach, gerösteten Sesamsamen, Zahtar-Kraut und Salz. Zahtar-Kraut wird auch als Syrischer Ysop bezeichnet und ähnelt geschmacklich stark unserem Oregano. Ganz klassisch wird Za’atar im Nahen Osten mit Olivenöl vermischt und vor dem Backen auf Fladenbrote gestrichen.

Das Rezept selbst ist schnell erzählt: Kürbis wird in Stücke geschnitten und mit Olivenöl und etwas Za’atar vermischt und danach im Ofen geröstet. Aus Tahini, Zitronensaft, Knoblauch und mehr Za’atar wird eine Sauce hergestellt, die nach dem Backen über den heißen Kürbis verteilt und mit noch mehr Petersilie fast schon zugedeckt wird. Noch mehr Za’atar runden die Sache ab.

Was mich begeistert: Die Süße des Kürbis und der roten Zwiebeln findet einen sehr angenehmen Gegenpol in der säuerlich-würzigen Tahini-Sauce, die auch ein wenig Bitterkeit mitbringt. Der zusätzliche Schwung Za’atar bringt die notwendige Würze, und beim Backen ganz nebenbei einen Wahnsinns-Geruch in die Küche.

Ich kann Dir dieses Kürbis-Rezept guten Gewissens empfehlen, wenn Du die Frucht einmal mit etwas ungewohnteren Aromen verbinden willst. Za’atar findest Du im gut sortierten Gewürzhandel, bei Ingo Holland oder Zauber der Gewürze.

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geschmorter-kuerbis-tahini-sauce-zaatar-1Rezept

Dauer: 45 Minuten

Zutaten:

  • 1 kg Kürbis
  • 2 rote Zwiebeln
  • 50 ml Olivenöl
  • 3 1/2 EL Tahini-Paste
  • 2 TL Zitronensaft
  • 2 Knoblauchzehen
  • 30 g Kürbiskerne
  • 1 EL Za’atar
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Den Kürbis halbieren und die Kerne entfernen. In Spalten bzw. mundgerechte Stücke schneiden und schälen. Mit 3 EL Öl, 1 TL Salz und frischem schwarzen Pfeffer vermischen. Im vorgeheizten Ofen bei 220°C etwa 30 Minuten backen.

2 Die Zwiebeln schälen und achteln Die Stücke nach 15 Minuten zum Kürbis geben.

3 Tahini mit Zitronensaft und dem fein gehackten Knoblauch sowie 2 EL Wasser vermischen. Ggf. mit etwas Salz abschmecken. Die Petersilie fein hacken.

4 Die Kürbiskerne in 1 EL Olivenöl rösten. Salzen.

5 Den Kürbis aus dem Ofen nehmen und mit den Kürbiskernen und dem Za’atar vermischen. Die Petersilie darüber streuen und mit der Tahini-Sauce beträufeln. Ggf. mit Salz abschmecken.

Quelle: „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi