Confit Byaldi - Rémis Ratatouille

Wir haben uns sehr über den Animationsfilm Ratatouille amüsiert und insbesondere hat uns Remys finales Gericht interessiert, das er dem Kritiker Ego serviert. Kann ein Ratatouille wirklich so umwerfend anders schmecken, als wir es kennen? Ich habe mich auf die Suche gemacht und Folgendes herausgefunden.

Die Ratatouille-Variante aus dem Film ist eine Erfindung des französischen Küchenchefs Michel Guerard und kam durch den Film zu neuem Ruhm. Insbesondere die neue Inszenierung des Gerichts durch den Chefkoch Thomas Keller (Interview in engl.), hat viele Hobbyköche der Welt angeregt, dieses einfache Gericht mit seinem oft ungenutzten Geschmackspotential nachzukochen. Durch die feinen Scheiben (nicht Stücke) und das Schmoren im Ofen (nicht in der Pfanne) gewinnt diese Variante eine unglaubliche Geschmackstiefe im Vergleich zum klassischen Ratatouille. Die frische Vinaigrette ist das i-Tüpfelchen.

Wir haben das Ratatouille in der Firma mittags gekocht. 12 Personen haben mitgegessen und mitgeholfen. Die Mittagspause hat an jenem Tag folglich länger gedauert, hat sich aber ob des kulinarischen Erlebnisses gelohnt. Zusätzlich zum Ratatouille haben wir Lammlachse zum Gericht serviert. Diese ist im folgenden Rezept nicht enthalten, kann aber einfach rosa gebraten und mit Vinaigrette beträufelt dazu gereicht werden. Die Entstehungsgeschichte in Bildern:

Confit Byaldi - Rémis Ratatouille

Confit Byaldi - Rémis RatatouilleConfit Byaldi - Rémis RatatouilleConfit Byaldi - Rémis RatatouilleConfit Byaldi - Rémis RatatouilleConfit Byaldi - Rémis RatatouilleConfit Byaldi - Rémis Ratatouille

Zutaten für das Confit Byaldi (für 2-3 Personen):

  • 2 Paprika oder 400ml Tomatensugo
  • 1 Zucchini
  • 1 kleine Aubergine
  • 2 Tomaten (z.B. eine rote und eine gelbe Tomate)
  • 2 Zwiebeln
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 3 Zweige Thymian oder Zitronenthymian
  • 1 Bund frische Petersilie
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl, Balsamico
  • Entweder Ahornsirup oder Zucker

Zubereitung der Piperade (Dickflüssige Paprika-Sauce unter dem Gemüse):

(1) Wir wollen die harte Haut des Paprika nicht in unserem Gericht haben. Dazu müssen wir den Paprika häuten, was man am Einfachsten mit einem Grill erreicht. Dazu die zwei Paprika in Viertel schneiden und unter dem Grill bräunen, bis die Schale des Paprika dunkel wird und Blasen wirft.

(2) Währenddessen eine Zwiebel fein hacken und mit 2 TL Zucker (oder Ahornsirup), Olivenöl und Knoblauch 8 Minuten bei geringer Hitze glasieren.

(3) Eine in Würfel geschnittene Tomate oder besser 5 EL Tomatensugo hinzugeben.

(4) Ein Lorbeerblatt  zugeben und bei geringer Hitze alles etwa 10 Minuten ziehen lassen.

(5) Nun die Paprika häuten und in kleine Würfel schneiden. Paprika zur Masse zugeben und Hitze fast komplett wegnehmen.

(6) Einen Zweig Thymian und die 2 Büschel Petersilie klein hacken und zugeben.

(7) Zuletzt mit Pfeffer und Salz abschmecken und etwa 1 EL der Piperade für die Deko beiseite nehmen.

Anmerkung: Wem das Grillen und Häuten der Paprika zu aufwändig ist, kann die Sauce auch nur mit Tomaten und Zwiebeln zubereiten. Damit entspricht das Gericht nicht mehr einem Confit Byaldi, wird aber auf etwas andere Art lecker.

Zubereitung der Vinaigrette:

(1) Drei Zweige Zitronenthymian oder Thymian kerbeln und klein hacken. (2 TL der Kräuter für die Deko aufbewahren)

(2) Zwei Teelöffel Ahornsirup oder Zucker, 5 EL Olivenöl, 1 EL Balsamico, Pfeffer und den Saft einer viertel Zitrone zugeben und alles kräftig verquirlen.

Tipp: Wer es kräftiger oder scharf mag kann hier noch fein gehacken Knoblauch oder kleine Chillies zugeben.

Zubereitung des Ratatouille:

(1) Zucchini, Aubergine, Zwiebel und Tomaten und feine Scheiben (ca. 1mm) schneiden. Je feiner die Scheiben, desto feiner das Ratatouille.

(2) Die Piperade auf dem Boden eines Backblechs gleichmäßig verteilen.

(3) Gemüse abwechselnd kreisförmig in das Blech schichten wie auf obigem Foto.

(4) Mit der Vinaigrette beträufeln und 2 Esslöffel davon wieder aufbewahren.

(5) Ein Backpapier in Größe des Backblechs ausschneiden und das Ratatouille damit bedecken, dass es nicht zu braun wird.

(6) Im Ofen ca. 30 min bei 150-200°C schmoren lassen. Im Idealfall lässt man das Gemüse über 1-2 Stunden bei reduzierter Temperatur schmoren. Für die letzten 10-20 Minuten das Backpapier abnehmen und mit Grill/Oberhitze leicht bräunen.

Anrichten des Ratatouille:

(1) Das Gemüse mit einem Spatel vorsichtig aus dem Blech heben und zu einem Türmchen aufeinanderschichten oder als Halbmond auf dem Teller anrichten.

(2) Teller mit der beiseitegelegten Pipenade dekorieren und das Ratatouille mit der Vinaigrette beträufeln und mit den restlichen Kräutern dekorieren.