Sauerbraten vom Schweinefilet nach Vincent Klink

Sauerbraten vom Schweinefilet nach Vincent Klink

Manche Zufälle sind schon sehr lustig. Ich habe den SWR-Newsletter „Kochkunst mit Vincent Klink“ abonniert und in der Ausgabe der letzten Woche ein Rezept gefunden, welches mich ansprach und welches ich auch gerne nachkochen wollte: Ein Sauerbraten vom Schweinefilet.

Vincent Klink begegnet mir oft auf meinen kulinarischen Streifzügen, und oft begleitet diese Begegnungen der Nimbus unübertrefflicher Größe: Wann immer von Vincent Klink die Rede ist, so schwingt eine gehörige Portion Ansehen, Verehrung und Respekt mit. Und das fasziniert: Schon seit Längerem habe ich mir vorgenommen, mich intensiver mit diesem Herren und seinen Vorschusslorbeeren zu beschäftigen. Für ein Kochbuch hat’s noch nicht gereicht – ich beginne mit dem Sauerbraten vom Schweinefilet.

Ich köchelte Samstagmorgen vor mich hin und hatte mein iPad in der Küche zur Lektüre des Rezeptes in seiner Wandhalterung montiert. Klar, in den Pausen ist Facebook nicht weit, und dort entdeckte ich, dass zorra am selben Tag auch ein Rezept von Vincent Klink zubereitete. Sie möchte damit beim tollen Ganzjahres-Blogevent Foodfreak.de teilnehmen: „Koch den Vinz“ setzt zum Ziel, binnen Jahresfrist alle Gerichte aus dem Kochbuch „Meine Küche“ nachgekocht zu haben. Andere Blogger sind aufgerufen, ebenfalls zu partizipieren und entsprechende Beiträge des Meisters einzureichen. Da bin ich doch gerne dabei!

Lustig nur, dass mein gewähltes Rezept doppelt vorkommen wird. Nicht genug, dass zorra am selben Tag ein Vincent Klink Rezept kocht, nein, sie kocht auch noch genau dasselbe: Den Sauerbraten vom Schweinefilet. Es gibt schon irre Zufälle. Gleiches Gericht für den gleichen Event zur gleichen Zeit. Als hätten wir uns abgesprochen. Und da wir dann schon wussten, dass bald beide Rezepte auf den Blogs erscheinen würden, haben wir uns darauf geeinigt, auch noch zur selben Zeit zu veröffentlichen: Ihr findet also nun just in diesem Moment zorras Version des Sauerbratens auf ihrem Blog. Nette Geschichte, oder?

Ich liebe Sauerbraten. Ich erinnere mich gerne an die Zeit, als ich als kleiner Junge sonntags bei meiner Oma saß und nach der obligatorischen Klößchensuppe auf den Sauerbraten wartete, den sie wie keine Zweite zubereitete.

Vincents Rezept ist sehr lecker und auch einfach zuzubereiten. Im Nachhinein würde ich aber ein paar Dinge anders machen, als sie im Originalrezept standen:

  • Mir war der Braten nicht sauer genug. Das Ding heißt Sauerbraten und darf demnach ordentlich…sauer sein. Deswegen habe ich die Menge an Essig für die Beize verdoppelt – und hätte noch mehr zugeben sollen.
  • Nächstes Mal würde ich das Fleisch länger als „über Nacht“ einlegen, damit die Beize noch besser einziehen kann.
  • Die Mengenangaben im Originalrezept reichen NIE für vier Personen – insbesondere von den Spätzle werden knapp zwei Personen satt
  • Mir fehlt eine Gemüse-Komponente: Das nächste Mal gibt’s Rotkraut dazu.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Rezept war sehr gut, insbesondere die Sauce war der Hammer. Auch ein Sauerbraten vom Schwein funktioniert und schmeckt vorzüglich. Herr Klink, das war sicher nicht unsere letzte Begegnung!

Sauerbraten vom Schweinefilet nach Vincent Klink

REZEPT

Zutaten für den Sauerbraten vom Schweinefilet (für 2 Personen):

  • 1 Schweinefilet
  • 4 Wacholderbeeren
  • 3 Pimentkörner
  • 5 EL Aceto Balsamico di Modena (Menge nach Geschmack, ich mag’s sauer)
  • 250 ml Rotwein
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Schalotten
  • 1 Karotte
  • 150g Sellerie
  • etwas Salz, Pfeffer
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 EL Honig
  • 300 ml Kalbsfond
  • 2 EL Crème fraîche

Zubereitung:

1 Das Schweinefilet am Vortag marinieren. Dafür Pimentkörner und Wacholderbeeren andrücken und mit dem Rotwein und dem Aceto Balsamico di Modena vermischen. Das Lorbeerblatt zugeben. Das Schweinefilet in einer Schüssel mit der Beize begießen und abgedeckt mindestens 24 Stunden marinieren.

2 Am nächsten Tag das Schweinefilet aus der Marinade nehmen, diese durch ein feines Sieb passieren und das Fleisch gut trockentupfen. Schalotten, Karotten und Sellerie in kleine Würfel schneiden. Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen.

3 Das Fleisch im Butterschmalz rundherum anbraten, danach das Gemüse anrösten. Fleisch dazugeben und mit der Hälfte der Marinade ablöschen, aufkochen. Etwas Kalbsfond angießen und für 30 Minuten in den Backofen geben. Immer wieder Kalbsfond nachgießen.

4 Die Spätzle nach Anleitung herstellen (Siehe Rezept #3 Spätzle-Teig).

5 Wenn das Fleisch gar ist, den Fond durch ein Sieb abgießen und mit der restlichen Marinade erhitzen und auf ein Drittel reduzieren. Mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken, Crème fraîche unterrühren und binden.

6 Das Schweinefilet aufschneiden und mit den Spätzle und der Sauce servieren.

Quelle: Kochkunst mit Vincent Klink, SWR

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  • Spätzle dazu gefallen mir besser, als Nudeln. Also ist der richtige Sauerbraten richtig sauer? Soll ich sowas mal riskieren?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Er ist nicht zu sauer – kommt bestimmt auch auf den Essig an, den Du verwendest. Ich mag’s sauer – im Originalrezept werden 2 EL genommen.AntwortenAbbrechen

  • Das war wirlich lustig, man könnte es nicht besser planen! Hat Spass gemacht und wie ich vermutet habe sieht das Gericht bei dir edler aus. ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Was ein Zufall, genau. Wenn wir es geplant hätten, hätten wir es nicht besser hinbekommen! Dein Schweinchen sieht aber auch verlockend aus. Gut auch: Die Saucen ähneln sich seeeeeehr!AntwortenAbbrechen

  • Wer da noch keinen Hunger hat, bekommt ihn ;o)
    Jetzt habe ich mir beide Rz angesehen, jedes für sich wunderbar, hier gefallen mir die Spätzle, die saugen so schön die Sauce auf, das mag Ich ganz besonders gerne .
    Sauerbraten mal vom Schwein eine willkommene Abwechslung die wir mal testen werden .

    Lg KerstinAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :) – es braucht nicht zwingend Rind. Das Schweinchen hat auch sehr, sehr gut geschmeckt!AntwortenAbbrechen

  • Tolle Geschichte :) und tolles Rezept, macht mich auch total an, danke für’s mitmachen!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Gerne =) – Auch wenn Du nun ein Rezept doppelt hast…Toller Event übrigens! Bin schon sehr gespannt, was am Ende des Jahres alles zusammengekommen ist!AntwortenAbbrechen

  • Als ich die Überschrift gelesen habe dachte ich erst es geht hier um ein Krankenhaus-Kantinen-Essen der berühmten, mir allerdings nicht bekannten, Vincent Klinik ;)

    Sekunden später ist mir dann aber aufgefallen, dass wohl doch ein “i” fehlt und es sich um eine Person handeln muss. Ist halt noch früh.

    Phew – nochmal Glück gehabt.

    Klingt und schaut mal wieder fabelhaft aus übrigens.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Jens, ich kann dich so gut verstehen. Geht mir nicht anders morgens.AntwortenAbbrechen

  • ich hatte mir das gleich schon nach dem mail-eingang auf die nachkochliste gesetzt, weil es mich so angesprochen hat… also wird es das sicherlich mindestens 3 x geben ;-) AntwortenAbbrechen

  • Sieht sehr schön aus, Rezept liest sich lecker – aber ich würde wahrscheinlich die Sauerkomponente auch noch mehr erhöhen. Bin ebenfalls eher auf der sauren Seite.
    Gruss aus der Schweiz vom Wilden HuhnAntwortenAbbrechen

  • Das steht bei mir auch ganz oben auf der Liste. Gut, das ich noch gewartet habe, deine Verbesserungsvorschläge leuchten ein.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Das freut mich, dass sie plausibel erscheinen ^^
      Wenn’s dann auch noch schmeckt…AntwortenAbbrechen

  • Superschön fotografiert, Uwe. Und hört sich genauso lecker an wie bei Zorra ;-) AntwortenAbbrechen

  • Das sieht ja super aus! Sauerbraten hatte ich eeeewig nicht, das war immer Sache meiner Oma. Dann allerdings nie mit Schweinefilet! Vielleicht versuch ich mich auch mal daran, reizen würde es mich schon, bei den Bildern!AntwortenAbbrechen

  • Alrin

    @Jens: Hier in Karlsruhe gibt es tatsächlich das St. Vincentius-Klinikum… ;)

    Puh, ich liebe Sauerbraten, mal schauen, ob ich mich da rantraue.AntwortenAbbrechen

  • Auch ich habe deinen Sauerbraten vom Schwein ausprobiert. Ja du hast Recht etwas Gemüse fehlt. Ich habe Karotten-Kohlrabigemüse dazu gereicht. Aber die Sauce war der oberhammer.AntwortenAbbrechen

  • [...] Sauerbraten vom Schweinefilet [...]AntwortenAbbrechen

  • [...] Sauerbraten vom Schweinefilet - bei Highfoodality [...]AntwortenAbbrechen

  • Yoda_kocht

    Ich habe gestern das Saure Schweinefilet nachgekocht und bin auch sehr begeistert von dem Rezept! Ich fand’s von der Säure her gut, denke dass zu viel Säure den feinen Filetgeschmack zerstören könnte. Bei uns gab’s dazu ein gutes Rotkraut; das passt wie Uwe schon mutmaßte, sehr gut dazu! Momentan sieht es stark danach aus, dass wir das Filet zu Weihnachten wieder machen.AntwortenAbbrechen

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