Roastbeef auf Schmelzkraut und geröstetem Brot

Roastbeef auf Schmelzkraut und geröstetem Brot

Auaaaaa! Hab‘ ich mir die Flossen verbrannt. Am Kondenswasser. Und Schuld war dieses fiese Schmelzkraut. Die Haut meines Zeigefingers zeigt mittlerweile fünf Tage nach dem kleinen Unfall alle Farben des Regenbogens und wirft nette Blasen. Unbedenklich und ich solle nicht so rumheulen, meinen die Ärzte in meiner Firma. Na dann.

Rumgeheult habe ich trotzdem – hat es doch am Sonntag satte drei Stunden gedauert, bis der Schmerz nachgelassen hat. Eine Stunde davon bin ich mit drei Fingern in einer Tasse durch die Wohnung gejammert, bis meine kleine Tochter meinte: „Mama, warum weint der Papa denn dauernd?“. Ok, ich hab’s gecheckt.

Ein wenig Linderung verschaffte mir der Verursacher selbst: Das Schmelzkraut. Da hatte Alexander Hermann einen tollen Einfall, als er das Gericht letztens bei Lanz kocht! zelebrierte.

Der Weißkohl wird mit Zwiebeln ordentlich geschmort, karamellisiert und mit guter selbstgemachter Geflügelbrühe abgelöscht. Dann schön schwitzen lassen, dass sich ordentlich Kondensflüssigkeit bildet, an der man sich verbrennen kann. Mit Balsamico, Kümmel, Salz und Pfeffer abschmecken und eindicken lassen. Boah, ey. Um’s mal profan zu sagen.

Das Roastbeef und das langsam kross geröstete Brot spielen eine angenehm dahinfließende Begleitung – stören das Solo des Krautes aber in keiner Weise. Lecker, lecker, leckerlecker!

REZEPT

Zutaten für das Roastbeef auf Schmelzkraut und geröstetem Brot (für 2 Personen):

  • 1 Weißkohlkopf, nicht zu groß
  • 1 große Zwiebel
  • 50g Schwarzwälder Schinken
  • 2TL brauner Zucker
  • 300ml Geflügelbrühe
  • 1TL Kümmel
  • 2-3TL Aceto Balsamico di Modena (je nach Geschmack gerne auch mehr)
  • Salz, Pfeffer
  • 4 Scheiben Schwarzbrot
  • 200g Roastbeef
  • Butter
  • 1 Zitrone
  • 1EL Sahnemeerrettich

Zubereitung:

1 Den Weißkohl und die Zwiebeln in feine Streifen schneiden. Den Schwarzwälder Schinken ebenfalls fein aufschneiden. Den Backofen auf 150°C vorheizen.

2 Den Weißkohl mit den Zwiebeln in einem Bräter und mit reichlich Butter anschwitzen. Den braunen Zucker zugeben und karamellisieren lassen. Den Schinken zugeben und mit der Geflügelbrühe ablöschen, aufkochen. Bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

3 Das Roastbeef salzen und pfeffern, in etwas Butter von allen Seiten anbraten. Mit einem Fleischthermometer in den Ofen und garen, bis die Kerntemperatur 62°C erreicht. Herausnehmen und in etwas Alufolie ruhen lassen.

4 Das Brot in etwas Butter langsam kross backen.

5 Den Weißkohl mit Kümmel, Balsamico sowie Salz und Pfeffer abschmecken.

6 Zitronenschale abreiben und mit dem Sahnemeerrettich vermischen. Das Roastbeef hauchdünn aufschneiden und auf Brot und Kraut anrichten.

Quelle: Alexander Hermann, Lanz kocht!

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  • Sieht auf jeden Fall lecker aus – das Produkt des Schmerzes und des Leids ;-) Einfach so lange weiter kochen bis du ohne Handschuhe in den Ofen greifen kannst und dich später nur über die Narben wunderst ;)

    Gruß TomAntwortenAbbrechen

  • Wer so laut “Auaaaa!” ruft, sollte bedauert werden… Wobei ich mir schon überlege, ob ich Dich tatsächlich bedauern soll…
    (Wer sich so etwas fieses wie die Farbe hellblau ausdenkt für den Monat Februar und mich zum grübeln bringt)AntwortenAbbrechen

  • Ich dachte ja schon, dass dir was passiert sein muss. Aber gleich sooo schlimm? Armer schwarzer Kater!

    Lecker Kraut haste da aber :) AntwortenAbbrechen

  • Hoffe es ist nichts schlimmes – aber sieht wirklich ziemlich lecker aus, Roastbeef ist eh das BESTE!AntwortenAbbrechen

  • Nadja

    Oh ich kann mir vorstellen, wie schei… weh das tut. Da kann ich nur Wund- und Brandgel von Medice emfpehlen, das bewirkt wahre Wunder :-) Hab ähnliche Erfahrungen am eigenen Leib gemacht: meine Lieblings Jamie Oliver Pfanne mit seinem Schriftzug auf dem Metallgriff war im Backofen, hab sie noch mit einem Topflappen rausgeholt, aber wie es eben so ist… Prompt fass ich sie nochmals an natürlich ohne Lappen – hatte quasi ein Branding mit Jamie Oliver auf der Handinnenfläche. Dachte schon ich müsste zum Notarzt, aber mit dem Gel war es innerhalb kürzestes Zeit vergessen. LG & gute Besserung NadjaAntwortenAbbrechen

  • 3 Stunden mit einem Beutel Tiefkühlerbsen rumlaufen hilft auch. Ich kenn’ mich aus!!
    Das Kraut sieht toll aus!AntwortenAbbrechen

  • Mittlerweilen sind rund 10 Tage vergangen seit der Kocherei – ich nehme mal an, der Finger ist mehr oder minder abgeheilt. Was übrigens auch hilft – so für ein anderes Mal – den Finger nicht zu kühlen sondern über eine Wärmequelle zu halten (natürlich nicht Dampf, gell), z.B. eine warme Herdplatte. Also nicht die Pfoten draufdrücken, sondern die verbrannte Stelle über der Wärme schweben lassen. Ist irre, hilft aber wirklich und zwar viel besser als wenn Du kühlst. Im ersten Moment tut es zwar sauweh, aber dann lässt der Schmerz nach und kommt auch nicht wieder.

    Lieben Gruss von der Wilden HenneAntwortenAbbrechen

  • Ich brenn mich auch ab und an, und ich hasse diesen Schmerz. Gut, dass ich eine Brandlöscherin kenne ;-)
    Dein Kraut sieht fantastisch aus!AntwortenAbbrechen

  • [...] zubereitet hat. Da fand ich ihn äh… nett… Richtig spannend wurde es erst, als Uwe von Highfoodality das Rezept nachgekocht hat und so landete am Samstag ein kleiner Demeter-Weisskohl in unserem [...]AntwortenAbbrechen

  • mit den regenbogenfarbigen Fingern hast Du schon 5 Beiträge für das Cookbook of colours beisammen ;-) AntwortenAbbrechen

  • [...] viel um die Ohren, was eine schnellere Zusammenfassung nicht zuließ. Und drittens habe ich mich ja gaaaaaaaanz schlimm verbrannt, so dass ich mindestens einen Tag nicht tippen konnte (Mitleid bitte gerne in den Kommentaren [...]AntwortenAbbrechen

  • Bene

    Roastbeef ist wirklich das Beste!AntwortenAbbrechen

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