Bœuf Bourguignon

„Julie & Julia“ lief neulich im Fernsehen. Nicht, dass mir das aufgefallen wäre, denn der Filmtitel sagte mir bis vor kurzem nichts. Am Tag der Ausstrahlung flatterten aber eine Menge Statusmeldungen via Facebook auf meinen Newsstream, die alle auf den Film hinwiesen.

Zwei-drei Tage darauf flatterten in statistisch an Unwahrscheinlichkeit grenzendem Umfang Rezepte für das „Boeuf Bourguignon“ in meinen RSS-Reader. „Das kann kein Zufall sein“, dachte ich mir und machte mich auf die Suche.

Ich lernte in der Folge sehr viel: Julie&Julia ist zunächst ein Film, der das Leben von Julia Child und der Entstehung ihres Kochbuches „Mastering the Art of French Cooking“ zeigt. Julia wer? – Child. Julia Child. Eine amerikanische Fernseh-Köchin und Kochbuchautorin, die zwischen 1930 und 1970 die amerikanische Küche maßgeblich beeinflusste. Weiterhin handelt der Film von Julie, die sich durch das Buch kocht und darüber in einem Blog schreibt.

Und anscheinend gibt’s nur das eine wahre Rezept für ein gutes Boeuf Bourguignon: von Julia Child. Das Gericht stand schon lang auf meiner Nachkochliste (allerdings nicht nach Frau Child), und so hänge ich mich nun etwas verzögert an den Hype des Herbstes dran.

Mein Boeuf Bourguignon habe ich ziemlich frei Schnauze gekocht. Ich mag Schmorgerichte immer lieber, besonders wegen der kräftigen Sauce, die während des Schmorprozesses entsteht. Und natürlich auch wegen des zarten Fleisches, das man mit der Gabel trennen kann und das wie von selbst auf der Zunge zergeht.

REZEPT

Zutaten für mein Boeuf Bourguignon (für 4 Personen):

  • 1kg Wade vom Rind
  • 2 Karotten
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 1 Lauch (das Weiße davon)
  • 1 Handvoll Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 3-4 Stängel Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Pfefferkörner
  • 2 Thymianzweige
  • 1L Burgunder
  • Wasser
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Wade in relativ große Stücke zerteilen. Die Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie und die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Den Lauch putzen und in feine Ringe schneiden. Die Petersilie fein hacken. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2 Die Fleischstücke in etwas Butter kräftig anbraten. Aus dem Topf nehmen. Die Gemüsewürfel mit dem Knoblauch ebenfalls in etwas Butter anschwitzen und ein paar Minuten Farbe bekommen lassen. Dann mit einem Schuss Rotwein ablöschen, den Rotwein fast verkochen lassen. Vorgang wiederholen, bis der Rotwein aufgebraucht ist. Fleisch zugeben und den Topf soweit mit Wasser auffüllen, bis Fleisch und Gemüse knapp bedeckt sind. Aufkochen. Lorbeerblätter, Thymian und Pfefferkörner zugeben und bei geringer Hitze mit geschlossenem Deckel langsam schmoren. Ich habe dem Gericht 6 Stunden Zeit gegeben.

3 Fleischstücke herausholen und die Soße durch ein feines Sieb passieren. Ggf. etwas einköcheln lassen oder binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Wer mag kann nun ein paar Champignons in Scheiben schneiden, anbraten und dazu servieren. Als Beilage passen Nudeln, Schupfnudeln, Knödel oder Gnocchi.

Weitere Rezepte für ein Boeuf Bourguignon finden sich bei:

 

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  • Da knurrt mir gleich wieder der Magen… Ich hab da noch nen Vorsatz für dich und´s neue Jahr: Veggie-Burger, mein Lieber!AntwortenAbbrechen

  • Nadja

    Wow 6 Std. – Wahnsinn. Hab mir das ein oder andere Rezept für dieses Gericht im Herbst während des Hypes ;-) gezogen, aber bisher noch nicht nachgekocht. Aber das von Dir lacht mich doch gerade an. Wieso eigentlich Fleisch aus der Wade? Ist das mehr durchzogen als aus Keule oder Schulter? LG Nadja P.S. eigentlich wollte ich am nächsten WE Lamm schmoren, aber ich glaube es wird dann wohl eher Rind werden :-) AntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,

    wie witzig – ich guck den Film grade und habe mir vorgenommen Fisch mit Beurre blanc bald mal auszuprobieren.

    Dein Bœuf Bourguignon sieht fantastisch aus!AntwortenAbbrechen

  • Rudi

    Hallo Uwe,
    egal wer dieses amerikanische Köchin auch war und was sie in der amerikanischen Küche beeinflusst hat, bei einem Boeuf Bourgignon wird das Fleisch immer mit trockenem Rotwein mariniert, ein paar Stunden zumindest und später mit der Marinade geschmort, das gibt den typischen Geschmack, nach burgunder Art.
    Das tut deinem Gericht keinen Abbruch, hat aber mit dem Ursprung nur noch das geschmorte gemein.AntwortenAbbrechen

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