Remoulade, selbstgemacht

Nach dem Rezept für einen selbst gemachten Schokoladenpudding kurz vor Weihnachten und Eurem großen Zuspruch in den Kommentaren folgt heute das nächste Rezept aus der Reihe „Fertigprodukte selbst gemacht“: Remoulade.

Remoulade gibt’s in Gläsern, Tuben und Tüten und landet genauso einfach im Einkaufskorb wie Senf oder Butter. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, es handele sich dabei um ein Grundprodukt, das es nur abgepackt zu erwerben gibt. Fertig-Remoulade ist sehr fetthaltig, schmeckt meist künstlich sauer und sehr süß, die natürlichen Bitteraromen aus einem guten Öl sind quasi nicht vorhanden. Remoulade fertig zu kaufen spart Zeit: Glas auf, Löffel rein, fertig. Eine Remoulade selbst herzustellen ist da ungleich aufwändiger – das muss ich zugeben. Wer aber versuchen möchte, sich gesund zu ernähren, wird verstanden haben, dass gute Ernährung und Zeit sparen nur selten funktioniert. Wenn Ihr Remoulade noch nie selbst gemacht habt, so wäre die Chance nun da: Probiert doch einfach einmal dieses Rezept zu einem guten Fisch, Salzkartoffeln und Gurkensalat. Lecker.

Die Grundlage einer Remoulade ist eine Mayonnaise. Auch hier gibt’s die Fertigvarianten aus der Tüte – nur ob darin wirklich Eier und gutes Öl verarbeitet sind, wage ich zu bezweifeln. Mayonnaise selbst herzustellen ist ein wenig knifflig, weil die Zutaten eine hohe Qualität und die selbe Temperatur haben müssen. Ist das Gegenteil der Fall, so kann es sein, dass die Mayonnaise nicht bindet oder gerinnt – und damit unbrauchbar ist. Wer selbst Mayonnaise herstellt, der hat definitiv erlebt, dass der eine oder andere Versuch misslungen ist – davon nicht abschrecken lassen!

Damit die Mayonnaise gelingt, holt Ihr die Zutaten am besten eine Stunde vor Gebrauch aus dem Kühlschrank. Eine halbe Stunde vor Gebrauch mischt Ihr den Senf mit dem Eigelb und dem Weißweinessig in einem hohen Gefäß per Stabmixer auf und lasst die Mischung noch etwas stehen. Das Öl sollte dann in einem dünnen Strahl unter konstantem Rühren zugegeben werden. Nicht sofort aber nach etwa 25%-40% des zugegebenen Öls sollte es dann *plong* machen und die Masse gebunden sein. Danach kann die Mayonnaise weiter verarbeitet und gewürzt werden. Und hier steht der eigenen Kreativität wieder nichts im Wege: Je nach Gericht, zu dem die Mayonnaise gereicht wird, könnt Ihr Zutaten und Gewürze variieren. Und diese Zugabe von Gewürzen und Kräutern macht die Mayonnaise auch zu einer Remoulade.

Remouladen passen hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten, einem zartrosa gebratenem Roastbeef oder auch zu kaltem Braten. Auch zu Sülze oder Tafelspitz kann die Sauce gerne gereicht werden.

Das nächste Rezept aus der Reihe „Fertigprodukte selbst gemacht“ wird das „Apotheken-Produkt“ der Lebensmittelindustrie: Vanillezucker.

Rezept

Zutaten für eine selbstgemachte Remoulade (reicht für 2-3 Personen als Beilage):

  • 2 Eigelb
  • 250 ml Rapsöl
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Weißweinessig
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1-2 EL Schmand
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 2 Essiggurken
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Zunächst die Eigelb mit dem Weißweinessig, dem Zitronensaft und dem Senf gut vermischen. Dann das Rapsöl in dünnem Strahl unter konstantem Rühren zuführen bis die Masse gebunden ist. Wichtig: Alle Zutaten sollten hier die gleiche Temperatur – am besten Zimmertemperatur – haben.

2 Die beiden Eier kochen. Schälen. Die Petersilie, die Eier und die Essiggurken fein hacken.

3 Etwas Schmand sowie die Eier, die Petersilie und die Essiggurken unter die Mayonnaise heben.

4 Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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