Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch

Dicke Bohnen sind variabel einsetzbar: Ob als Salat, Püree oder Gemüse, ich mag die großen Bohnen sehr und nehme dabei gerne in Kauf, dass es einige Zeit dauert, bis ich diese aus der Schale befreit habe. Die geringe Kochzeit macht die Vorbereitungsdauer wieder wett: Nach nur 5 Minuten sind die Bohnen essbar.

Ok, ich geb’s zu. Der Name Hummus ist für dieses Rezept etwas irreführend, habe ich doch auf die Kernzutat eines Hummus – die Kichererbsen – gänzlich verzichtet. Da sich „Bohnenpüree“ aber nicht halb so gut macht wie „Hummus“ mögt Ihr mir die Wahl des Rezepttitels unter dem Deckmantel rhetorischen Marketings einmal mehr verzeihen. Und zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass Puristen natürlich jederzeit einen Schlag Kichererbsen beimengen und mit pürieren können, womit wir wieder korrekt unterwegs und qua Definition im grünen Bereich schwämmen.

Ich habe also einfach eines meiner liebsten Frühlingsgemüse, die dicken Bohnen, mit einem anderen meiner liebsten Frühlingsgemüse, dem Bärlauch kombiniert. Seit dem fantastischen Kürbis-Hummus des letzten Herbstes stehe ich ja total auf die Kombi Püree von Bohnen (oder Kichererbsen) mit geröstetem Knoblauch. Ich dachte mir, dass ein ähnliches Geschmackserlebnis mit Bärlauch wiederholbar sein müsste, schlüpfte in den Mantel des Puristen und verzichtete auch allerlei Schnickschnack wie dem aromatisieren des Öls durch frittierten Bärlauch, nur um dann direkt in den nächsten Mantel, nämlich den des Püristen (haha) zu schlüpfen und mit rasanter Rotationsgeschwindigkeit die Molekülketten von Bärlauch und dicken Bohnen gehörig in Wallung zu bringen. Ein wenig Salz und Agavendicksaft runden die Sache ab.

Warum ich kein Olivenöl benutze? Ich muss zugeben, dass ich so meine geschmacklichen Probleme mit Olivenöl in Hummus und Bohnenpürees habe. Ich möchte den Eigengeschmack der Zutaten möglichst wenig Konkurrenz ins Boot setzen und habe einfach das Gefühl, dass mit Olivenöl schnell alles nach selbigem schmeckt – auch wenn ich ein mildes verwende. Rapsöl ist da wesentlich diplomatischer und hält sich angenehm zurück, sorgt aber dennoch für einen crèmige Konsistenz mit hohem Flussfaktor.

Wozu man diesen Hochstapler-Hummus verwenden kann? Ich habe ihn erstmal nur für einen Zweck produziert: Als Hauptbestandteil eines Frühlings-Burgers, der diese Woche auch noch verbloggt wird. Abgesehen davon taugt der Hummus wunderbar als Brotaufstrich oder zu einem saftigen Steak vom Grill, als üppiger Pesto-Ersatz für eine Pasta und als interessante Zugabe für ein Salat-Dressing. Ein Tipp zum Abschluss: Der Hummus sollte vor allzu viel Licht geschützt werden, weil er sonst schnell braun wird.

Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch

Rezept

Dauer: Ca. 10 Minuten

Zutaten für den Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch (Ergibt ca. 250 g):

  • 200 g dicke Bohnen (Kerne)
  • 10 Bärlauchblätter (nach Gusto gerne auch mehr)
  • 3-4 EL Rapsöl
  • Salz
  • Evtl. etwas Agavendicksaft

Zubereitung:

1 Die dicken Bohnen etwa 5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren und danach abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.

2 Die dicken Bohnen zusammen mit dem Bärlauch und dem Rapsöl in einem hohen Gefäß mit dem Stabmixer zu einer homogenen Masse pürieren. Mit Salz und evtl. etwas Agavendicksaft abschmecken.

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