Nürnberg, 22.12.2014. Uwe macht sich auf die Socken, um die letzten fehlenden Zutaten für die Weihnachtsmenüs einzukaufen. Es stehen zwei Tage mit in Summe sieben Gängen an, die ersten Vorbereitungen sind bereits abgeschlossen.

Während es am Heiligabend nur zwei Gänge ohne Dessert geben soll, schließlich werden über den Abend diverse Plätzchenteller geleert, steht für das Menü des ersten Weihnachtsfeiertages ein ordentlicher Menü-Abschluss auf dem Plan. Uwe hat sich fest in den Kopf gesetzt, ein Spekulatius-Eis zu servieren, begegnet aber einem immer größer werdenden Problem: Es scheint in ganz Nürnberg keine Spekulatius-Kekse mehr zu geben. Wie kann das sein? Uwe ist durchaus klar, dass ab dem 27.12. kein Mensch mehr Lust auf Spekulatius haben wird und die Marktbetreiber dementsprechend versuchen, auf so wenig Ware wie möglich sitzen zu bleiben. Fair enough. Aber wie es eben Menschen gibt, für die der 22.12. früh genug ist, um sich mit dem Thema Geschenke zu beschäftigen (*räusper*), so gibt es eben auch Menschen, für die die einzelnen Komponenten des Weihnachtsmenüs ebenfalls erst am 22.12. klar werden (*räusperräusper*).

Uwe findet sich also verzweifelt fast schon mit dem Gedanken ab, aus Spekulatius-Eis ein gewöhnliches Lebkuchen-Eis zu machen, als das Telefon klingelt. Dort meldet sich Doris, Uwes Nachbarin. „Uwe, ich stehe hier gerade auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt und trinke einen Glühwein.“ „Danke für diese Information“, dachte sich Uwe. „Einen Glühwein könnte ich gerade auch gut gebrauchen.“ „Uwe, brauchst Du noch Spekulatius? Am Glühweinstand hier haben sie noch einige Kekse da.“ Der Glühweinverkäufer wird nicht schlecht geschaut haben, als Doris fragte, ob er etwas dagegen hätte, wenn sie ein paar mehr Kekse nähme. Der Nachtisch war gerettet.

Wie Ihr die Reste Eures Stollens verwerten könnt…

Ich habe mir sagen lassen, dass es hin und wieder vorkommt, dass nach den Weihnachtsfeiertagen noch nicht alle Plätzchen aufgegessen sind. Wenn dem bei Euch auch so sein sollte und Ihr eventuell noch ein Stückchen Stollen übrig habt, dann habe ich heute für Euch eine Möglichkeit der „Resteverwertung“. Im Rahmen meines Weihnachts-Desserts gab es nicht nur Spekulatius-Eis (Ha!), sondern auch einen Stollen-Crumble. Zugegeben, das Gebäck ist alles andere als leicht, dafür aber sehr, sehr schmackhaft. Ich habe dafür ein gutes Stück von Mamas leckeren Quarkstollen mit in etwa dem gleichen Anteil weicher Butter vermischt, zwei Äpfel darunter geschmuggelt und die Masse anschließend im Ofen gebacken. Ich sag Euch, das geht direkt auf die Hüften, ohne Umwege. Auf dem Weg dahin habt Ihr aber geschmackstechnisch sehr viel Freude, und hey, einmal im Jahr….

Das Dessert

Das gesamte Dessert bestand aus ein wenig Beeren-Sirup, den ich im Sommer eingekocht hatte. Davon habe ich mit einem Pinsel einen Streifen auf den Teller gemalt und anschließend rechts und links davon die Dessert-Komponenten angerichtet. Ein Teil bestand aus dem Schokoladen-Praliné, das ich Euch bereits vor ein paar Tagen gezeigt habe. Zudem platzierte ich ein Stückchen erkalteten Stollen-Crumble, eine Kugel Spekulatius-Eis und ein wenig Crema-Catalana-Mousse auf dem Teller. Eigentlich wollte ich keine Mousse machen, sondern mit dem iSi eine hübsche cremige Haube auf die Teller spritzen, habe aber zu viel Gelatine verwendet. Ich wollte eine festere Konsistenz der Masse, aber nicht so fest. Naja, shit happens, geschmeckt hat’s trotzdem. Einen Tipp habe ich noch für Euch: Damit das Eis auf dem Teller nicht hin- und her rutscht, habe ich es auf ein paar Butterbröseln platziert.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag, vielleicht mit einem Spekulatius-Keks? Denn irgendwo müssen die Dinger ja sein….

Spekulatius-Eis, Stollen-Crumble, Schokoladen-Praliné und Mousse von Crema Catalana

Rezept

Dauer: Och, lange, wenn alle Komponenten zubereitet werden…

Zutaten für das Dessert (Für 4-6 Personen):

Für das Stollen-Crumble:

  • 1 Prise Salz
  • 200g Stollen
  • 150 g kalte Butter
  • Puderzucker
  • 2 Äpfel

Für das Spekulatius-Eis:

  • 250 ml Milch
  • 125 g Crème Double
  • 88 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 Vanilleschote
  • 1/2 TL Lebkuchen-Gewürz
  • 2 Spekulatius-Kekse

Zutaten und Anleitung für die anderen Komponenten:

Zubereitung:

1 Für das Stollen-Crumble den Stollen in einer großen Schüssel zerbröseln. Die warme Butter und das Salz untermischen und alles mit den Fingern kneten, bis keine großen Stollenstücke mehr vorhanden sind und ein homogener Teig entstanden ist.

2 Die Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Äpfel unter die Masse mischen. Die Masse in eine gebutterte ofenfeste Form geben und im Backofen bei 200°C etwa 30 Minuten backen. Auskühlen lassen.

3 Für das Eis die Milch mit der Crème Double vermischen und mit dem ausgekratzten Vanillemark, den Vanilleschoten und dem Lebkuchengewürz erwärmen, jedoch nicht kochen. Wenn die Mischung dampft von der Kochplatte nehmen und etwas abkühlen lassen.

4 Währenddessen das Eigelb mit dem Zucker und dem Salz aufschlagen, bis die Masse luftig und etwas heller geworden ist. Die Milchmischung langsam unter stetem Rühren zur Eimasse geben. Alles auf die Herdplatte stellen und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen und zur Rose abziehen – dabei ständig rühren, damit das Ei nicht gerinnt. Zur Rose abziehen bedeutet: So lange erwärmen und rühren, bis die Crème auf der Rückseite eines Kochlöffels beim Daraufpusten dicke Wellen wirft.

5 Die Spekulatius-Kekse feinst zerbröseln und unter die Masse rühren.

6 Die Masse eine halbe Stunde erkalten lassen, dann mindestens sechs Stunden im Kühlschrank kühlen, besser über Nacht.

7 Am nächsten Tag könnt Ihr die Eismasse in der Eismaschine über 60 Minuten gefrieren. Entweder sofort verzehren oder nochmals 2 Stunden im Gefrierfach durchfrieren.

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