Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander

Das Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander ist ein beliebtes Mittagessen bei mir in der Firma. Wir können leicht und mit wenig Aufwand größere Mengen davon herstellen und bedienen sowohl Omnivore, Vegetarier und Veganer mit einem nahrhaften Gericht.

Was ich an Süßkartoffeln liebe: Sie sind so flexibel einsetzbar. Ob als Ofenkartoffel, Pommes, gedämpfte Beilage oder Bestandteil von Saucen und Dips, überall kann sie ihren süßlichen Geschmack ausspielen. In Currys mag ich die Kartoffel am liebsten, weil sie der Sauce ganz ohne Bindemittel eine sämige Konsistenz und einen warmen, weichen Geschmack verleiht. Es dauert zudem nicht wirklich lange, bis die Süßkartoffeln weich werden und verkochen.

Das Curry selbst besteht neben den Süßkartoffeln nur noch aus Zwiebeln und Tomaten, die Säure beisteuern. Aus diesen drei Zutaten wird die Sauce gekocht. Wer Zeit hat und geduldig ist, der köchelt langsam auf niedriger Flamme, bis die Kartoffeln und Tomaten zerfallen. Wer es etwas eiliger hat, nimmt den Stabmixer zur Hilfe, sobald die Süßkartoffeln weich sind. Die Kichererbsen kommen zum Schluss dazu. Ich habe Kichererbsen aus der Dose genommen, es können aber selbstverständlich auch frisch eingeweichte Kichererbsen verwendet werden. Dann ist jedoch zu beachten, dass diese bereits am Tag vor der Zubereitung in Wasser eingelegt werden.

Seitens der Gewürzauswahl stehen Euch viele Wege offen. Ich mag Gewürzmischungen aus Kreuzkümmel, Piment, Kurkuma und Ras el Hanout, weil der Geschmack schön wärmend auf Zunge und Gaumen wirkt und je nach Gusto von mild bis würzig skaliert werden kann. Wer es gern etwas schärfer mag, gibt fein gehackte Chilischote zum Curry oder verwendet deutlich mehr Cayenne-Pfeffer.

Da das Curry schon aus vielen Kohlehydrat-haltigen Zutaten besteht, ist eine Beilage nicht zwingend notwendig. Frischer, moderat mit den selben Gewürzen aromatisierter Basmati-Reis passt aber genauso gut dazu wie gewürzter Joghurt. Ein absolutes Muss ist, das Curry nach dem Anrichten mit Zitronensaft zu beträufeln und Koriander darauf zu verteilen. Beides gibt dem Süßkartoffel-Curry nochmals einen ordentlichen Geschmackshub.

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten

Zutaten für das Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander (Für 2 Personen):

  • 2 Süßkartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Tomaten
  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Bund Koriander
  • 1 Zitrone
  • 1 TL Ras el Hanout
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Piment
  • 1 Msp. Cayenne-Pfeffer
  • Etwas Erdnussöl
  • 100 ml Wasser
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln schälen und fein hacken. Die Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln in etwas Erdnussöl glasig dünsten, dann die Süßkartoffeln zugeben und unter Rühren anschwitzen, bis sie weich werden.

2 Derweil die Tomaten grob würfeln. Zugeben, mit dem Wasser angießen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln sehr weich sind. Kurz mit einem Stabmixer pürieren, aber noch Stücke übrig lassen. Die Gewürze zugeben und mit Salz abschmecken.

3 Die Kichererbsen abtropfen lassen und zugeben, kurz aufkochen. Anrichten, Koriander darüber verteilen und mit Zitronensaft beträufeln.

Tipp: Als Beilage passt Basmati-Reis, auch ein mit Zitronensaft, Salz und Ras el Hanout gewürzter Joghurt schmeckt dazu vorzüglich.

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  • Habe neulich deinen tollen Foodblog entdeckt und heute gleich mal dieses Curry ausprobiert. Ich hab es für mich eher zu einem Eintopf umgemodelt, war aber sehr lecker und wird es im Herbst/Winter (der gefühlt ja schon begonnen hat…) sicher ab und an mal geben. Danke für das Rezept und viele Grüße :) AntwortenAbbrechen

Caprese 2.0 mit Basilikum-Sabayon, Mozzarella-Schaum und Tomaten-Sorbet

Warum kommt man nie selbst auf solche Ideen? Einmal um die Ecke denken und alte Klassiker neu erfinden. Neu interpretieren. Erweitern. Muster benutzen, aber neu anwenden. Note to self: Machen. Oft.

Denn ich habe geklaut. Schamlos. Bei meinen lieben Kolleginnen Simone von Pi mal Butter und Sophia von Cucina Piccina. Die beiden nahmen an dem kürzlich in Köln veranstalteten Summer of Supper als Team teil und erfreuten viele Gäste mit einem schönen Menü. Eines ihrer Bestandteile: Eine Caprese „heiß und kalt“ – mit Tomaten-Sorbet und Röstbrot. Als der erste Live-Bericht vom Supperclub-Abend der beiden über die sozialen Netzwerke flatterte und die Caprese in kleinen, unscharfen Handy-Aufnahmen zu sehen war, war mir klar, dass ich diese Idee aufgreifen muss. Simone, Sophia: Danke für diese Inspiration!

Um die einleitenden Worte nochmals aufzugreifen: Ich finde es stark, wenn aus einer bekannten Kombination neue Dinge gemacht werden. Dennoch finde ich es sehr schwer, diese Einfälle zu haben – ich habe mir fest vorgenommen, öfters einmal um die Ecke zu denken und mich zu fragen, was man aus dem einen oder anderen Gericht noch machen kann. Wie es neu interpretiert werden könnte.

Die Caprese 2.0 ist eigentlich ein Zweierlei. Einmal Caprese klassisch bestehend aus Tomate, Basilikum und Mozzarella, und dann neu interpretiert. Und da bin ich Simone und Sophia sehr dankbar für den Anstoß. Ich habe also das Tomatensorbet geklaut und diesem einen Mozzarellaschaum und eine Basilikum-Sabayon an die Seite gestellt. Der Schaum entsteht unter Druck und Zugabe von CO2 sowie etwas Agar-Agar für zusätzliche Standfestigkeit. Schwierig war, den feinen Geschmack des Mozzarellas nicht zu sehr zu verwaschen, weswegen ich mich dafür entschied, nur mit Sauerrahm und Sahne sowie einer Prise Salz zu arbeiten.

Die Basilikum-Sabayon besticht durch eine schöne Farbe und einen intensiven Geschmack. Die Sabayon passt wunderbar zum Tomaten-Sorbet, das durch die Verwendung von frischen, reifen Tomaten unglaublich „tomatig“ schmeckt.

Ich habe die Vorspeise im Rahmen eines Menüs serviert und für die Vorbereitung etwa 90 Minuten gebraucht – ohne Kühlzeiten. Damit ist die Vorspeise als aufwändig einzustufen – zaubert dafür aber ein sehr breites Grinsen auf die Gesichter der Gäste. Und das nächste Mal befehle ich dem Tomaten-Sorbet, auf dem Bild still zu halten und nicht zu brechen. Das habe ich in der Eile zwischen Anrichten und Servieren auf den Vorschaubildern übersehen.

Welche klassischen Kombinationen fallen Euch denn sofort ein, die einmal einer neuen Interpretation unterzogen werden könnten?

Rezept

Dauer: Ca. 60 Minuten Zubereitungszeit, 60 Minuten Gefrierzeit

Benötigtes Equipment: iSi Gourmet Whip, Thermomix, Eismaschine

Zutaten für die Caprese 2.0 mit Basilikum-Sabayon, Mozzarella-Schaum und Tomaten-Sorbet (Für 4 Personen als Vorspeise):

Für die Caprese:

  • 8 reife Kirschtomaten
  • 8 Basilikumblätter
  • 1 Mozzarella
  • Etwas frisches Brot
  • Etwas Olivenöl

Für die Vinaigrette:

  • Etwas gehackte Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 TL Ahornsirup
  • 1 TL Rapsöl
  • 1/2 TL grobkörniger Senf
  • Salz

Für den Mozzarella-Schaum:

  • 100 g Mozzarella
  • 60 g Sauerrahm
  • 1 EL Olivenöl
  • 60 g Sahne
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer
  • 1 Msp. Agar-Agar

Für das Tomaten-Sorbet:

  • 250 g reife Kirschtomaten
  • 1/2 Chilischote (wer es würzig mag)
  • 4-5 Blätter Minze
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Honig

Für die Basilikum-Sabayon:

  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 45 g Zucker
  • 150 ml Weißwein

Zubereitung:

1 Für den Mozzarella-Schaum müsst Ihr mindestens vier Stunden Kühlzeit einplanen. Damit kann der Schaum auch sehr gut vorbereitet werden. 2 EL Sahne leicht erwärmen und das Agar-Agar darin auflösen. Alle anderen Zutaten mit einem Stabmixer pürieren und so lange aufschlagen, bis die Sahne leicht steif wird, dann durch ein Passiertuch passieren. Das aufgelöste Agar-Agar unterheben und alles in den iSi Gourmet Whip füllen. Eine CO2-Patrone einschießen und gut schütteln, danach 4 Stunden kühlen.

2 Das Tomaten-Sorbet kann gut am Vortag vorbereitet werden. Wichtig: Es sollten mindestens 4 Stunden Zubereitungszeit inklusive Gefrierzeit eingeplant werden. Zunächst die Tomaten kurz in kochendem Wasser blanchieren, bis sie platzen. Dann die Haut abziehen. Die Tomaten mit den anderen Zutaten mit dem Stabmixer zu einer glatten Masse pürieren. Wer mag kann die Masse durch ein Passiertuch abseihen. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank kühlen, dann 60 Minuten in der Eismaschine gefrieren. Im Gefrierfach bis zum Servieren lagern.

3 Für die Brotsegel 8 hauchdünne Brotstücke abschneiden, gerade so groß, dass die Stücke in etwa doppelt so groß wie eine Kirschtomate sind. Bei 80°C im Backofen mit etwas Olivenöl beträufelt knusprig backen. Entnehmen und kalt stellen.

4 Für die Caprese die Tomaten kurz in kochendem Wasser blanchieren, anschließend häuten. Aus dem Mozzarella mit einem Kugelausstecher Kugeln ausstechen. Für die Vinaigrette alle Zutaten vermischen – dabei das Öl zuletzt zugeben, dass sich eine Emulsion bilden kann.

5 Für die Zubereitung der Sabayon habe ich den Thermomix verwendet. Das Basilikum mit dem Weißwein in den Thermomix füllen und alles 8 Sekunden auf Stufe 10 pürieren. Die restlichen Zutaten zugeben und den Rühreinsatz einsetzen. Dann 8 Minuten bei 70°C und Stufe 3 verrühren.

6 Da die Sabayon sofort serviert werden muss, wird in der Zwischenzeit angerichtet. Dafür eine Tomate, eine Mozzarellakugel und Basilikum anrichten. Die Tomate mit der Vinaigrette übergießen. Mit zwei Löffeln Nocken aus dem Tomatensorbet formen und diese auf ein paar Brotkrumen legen, so dass das Sorbet nicht wegrutscht. Mit dem Gourmet Whip kleine Mozzarellaschaumkronen aufspritzen. Zuletzt die Basilikum-Sabayon mit einem Löffel auf dem Teller verteilen und sofort servieren.

Inspiration: Pi mal Butter und Cucina Piccina

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  • 3 mal gebrochenes Tomaten Sorbet, bitte ;) AntwortenAbbrechen

  • Grandios umgesetzt – complimenti!
    Saluti
    ArianeAntwortenAbbrechen

  • Sehr schön! Ich war eine der glücklichen, die von Simone und Sophie damit beglückt wurden und kann nur sagen: Das mit dem breiten Grinsen stimmt. Dieses Sorbet!!!… Hach…
    Lecker :)
    LGAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Oh ja, das Sorbet fand ich wirklich außerordentlich gut. War wieder einmal eine schöne neue Erfahrung!AntwortenAbbrechen

  • Ich wollte Dich nur daran erinnern, dass Du bitte die Bretter, die Du einst mal an die Fenster und Türen genagelt hast, vorsichtshalber dran lassen solltest. Zumindest solange Du so unverschämt gut kochst ;)

    Liebe Grüße aus um die Ecke :)
    SibelAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :D – Es wird zwar langsam muffig hier drin, aber hey, danke für die Warnung! *g*AntwortenAbbrechen

  • Da gibt es zig tolle Klassiker.

    Schwarzwälder Kirschtorte, Bananasplit, Karottenkuchen, Boeuf Stroganof, Tiramisu….AntwortenAbbrechen

Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce

Desserts vom Grill? Spätestens seit einem gemeinsamen Grillen mit Stefan Müller, seines Zeichens deutscher Grillmeister, und der Teilnahme an einem Grillkurs weiß ich, dass auch diese Disziplin ihre unglaublich leckere Berechtigung hat.

Stefan servierte damals eine gegrillte Ananas, die mit einem würzigen Rub eingerieben und anschließend langsam auf einen Drehspieß geschnallt über gleichmäßiger Hitze garte. Das Ergebnis: Eine würzige, saftig-süße Bombe von einer Frucht. Und ganz nebenbei auch ein echter Hingucker, sowohl auf dem Grill als auch auf dem Teller. Stefan servierte zur Ananas selbst gemachtes Erdbeereis, schwungvoll dekoriert mit etwas gehackter Minze.

Gegrillte Ananas mit Dessert-Rub

Aber auch Stefans zweiter Dessert-Gang vom Grill konnte mich überzeugen: Pfirsiche wurden halbiert, kurz auf der Schnittfläche gegrillt, gedreht und mit Nougat gefüllt. Sehr, sehr lecker – ein ähnliches Dessert habe ich letztes Jahr mit Eis zubereitet.

Gegrillter Pfirsich mit Nougat-Füllung

Gegrillter Pfirsich mit Nougat-Füllung

Jeder Grillmeister fängt einmal klein an und beginnt meist mit der Banane, die recht dankbar ist und viele Fehler verzeiht – besonders hinsichtlich Hitze. Durch die Schale ist genug Schutz vorhanden, so dass das süße Innenleben der Banane selten in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich habe kleine Baby-Bananen gekauft, weil diese auf dem Teller besser aussehen und nach einem opulenten Essen nicht zu viel werden. Die Bananen werden einfach halbiert und bei 180°C zuerst auf der Schnittfläche etwas gegrillt, dann gedreht und nochmals 2-3 Minuten liegen gelassen. Nicht wundern, die Schale verfärbt sich dabei und wird pechschwarz.

Zu gegrillter Banane passt frisches Sauerrahmeis hervorragend, auch Vanille-Eis oder Bacio kann ich mir gut vorstellen, ein Schuss Schokoladensauce rundet die Erfahrung lecker ab. Das Gute: Das Dessert kann sehr schön vorbereitet werden.

Einen schönen Sonntag!

Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Zubereitung, ca. 60 Minuten Gefrierzeit

Zutaten für die Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce (Für 4 Personen):

  • 4 kleine Bananen
  • 100g Zartbitter-Kouvertüre
  • 1/2 Limette

Für die Eismasse:

Zubereitung:

1 Für das Eis die Schale der Limette abreiben. Die Limette auspressen und den Zucker im Limettensaft auf mittlerer Hitze auflösen. Mit dem Sauerrahm, der gehackten Minze und den Limettenschalen vermischen. In der Eismaschine in 60 Minuten gefrieren, dann mindestens für 2 Stunden im Tiefkühlfach lagern. Wenn keine Eismaschine vorhanden ist, kann die Masse über 4 Stunden im Tiefkühlfach gefroren werden. Allerdings muss die Masse alle 30 Minuten mit einer Gabel umgerührt werden.

2 Die Bananen halbieren und die Schnittflächen mit dem Saft der halben Limette beträufeln. Die Zartbitter-Kouvertüre im Wasserbad schmelzen.

3 Den Grill für direktes Grillen vorbereiten und auf 180°C vorheizen. Die Bananen erst auf der Schnittflache 2-3 Minuten grillen, anschließend umdrehen und nochmals 2-3 Minuten auf der Schalenseite garen.

4 Die Grillbananen auf einem Teller anrichten und mit der Schokoladensauce beträufeln. Das Sauerrahmeis daneben anrichten und mit etwas Minze bestreuen.

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  • Ich hätte dann gerne von allem etwas – muss mich auch unbedingt mal an Desserts vom Grill wagen….! :) AntwortenAbbrechen

sizilianische-caponata-2

Hochsommer. Wie einem einprogrammierten Mechanismus folgend greife ich scheinbar ferngesteuert nach meinen Kochbüchern aus mediterranen Ländern, um der Hitze angemessen zu begegnen. Denn schließlich haben die Menschen dort über die Jahrzehnte perfekte Rezepte für die heiße Zeit des Jahres entwickelt.

Nachdem ich mich in dem letzten Jahr stark mit der Küche des Veneto und dem fantastischen Kochbuch “Die venezianische Küche” beschäftigt habe, scheine ich dieses Jahr etwas weiter südlich meine Inspiration zu finden: Sizilien und die sizilianische Küche haben es mit angetan. Vielleicht kommt das auch daher, dass an allen Ecken und Enden Kochbücher über die Küche der Mittelmeerinsel in den Regalen stehen. Die Küche Siziliens ist natürlich geprägt durch das Meer, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich viele Fischgerichte im Repertoire befinden. Daneben dominieren Pasta-Gerichte mit viel Gemüse sowie Süßspeisen die Speisekarten. Da Sizilien in der Geschichte zwischen Griechen, Römern und Arabern munter hin- und hergereicht wurde, finden sich Einflüsse der verschiedenen Kulturen noch heute in der Küche – vor allem in Hinblick auf die verwendeten Gewürze.

Eines der bekanntesten Gerichte aus Sizilien ist die Caponata, eine Gemüse-Sauce, die entweder kalt oder lauwarm, aber niemals heiß serviert wird. Die Verwendung der Sauce ist dabei sehr flexibel, sie wird sowohl zu einer Pasta als auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch gereicht. Besonders köstlich ist auch die Variante, ein Stück frisches Ciabatta zur kalten Sauce mit einem kühlen Glas Marsalla zu genießen.

sizilianische-caponata-3
Je nachdem, in welcher Region Siziliens man sich befindet, variiert die Zubereitung der Caponata hinsichtlich der genutzten Zutaten. Meine Variante besteht aus vielen Sorten Gemüse, die nun langsam reif werden und frisch im heimischen Garten oder den vielen Märkten verfügbar sind. Die Zubereitung ist nicht weiter schwer. Das Gemüse wird in gleich große Stücke geschnitten, kurz angebraten und dann im Ofen fertig gegart. Der typische süß-saure Geschmack wird durch die Zugabe von Zucker und das Ablöschen mit Rotweinessig erreicht. Nachdem die Caponata im Ofen fertig gegart ist, sollte sie unbedingt auskühlen, damit sich der Geschmack voll entfalten kann. Am besten schmeckt mir die Sauce – ähnlich wie bei einer Lasagne – einen Tag nach Zubereitung. Yummy!
sizilianische-caponata

Rezept

Dauer: Ca. 90 Minuten

Zutaten für die Caponata (Für 4 Personen):

  • 500 g Pasta
  • 1 Aubergine
  • 1 Zucchino
  • 2 rote Zwiebeln
  • 1 kg reife Tomaten
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 EL schwarze Oliven
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 1 EL Kapern
  • 1 EL Pinienkerne
  • 50 ml Rotweinessig
  • 15 g Zucker
  • Etwas Olivenöl
  • Etwas Parmesan
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Aubergine in Würfel schneiden (Kantenlänge etwa 1,5 bis 2 cm), salzen und etwa 1,5 Stunden in einem Sieb abtropfen lassen und am Ende etwas ausdrücken. Inzwischen den Zucchino ebenfalls in Würfel schneiden, die rote Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen. Die Zwiebel achteln und den Knoblauch fein hacken. Den Staudensellerie putzen und schräg in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. Die Tomaten vierteln. Den Backofen auf 160°C vorheizen.

2 In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen und portionsweise die Aubergine und den Zucchino goldbraun braten, entnehmen und beiseite stellen. Danach die Zwiebeln, den Knoblauch, den Staudensellerie, die Kapern und die Oliven anschwitzen. Auberginen, Zucchino und Tomaten zugeben, dann mit dem Zucker karamellisieren und mit dem Rotweinessig ablöschen. Alles etwa 60 Minuten im Ofen schmoren, bis die Tomaten fast zerfallen sind.

3 Währenddessen die Pinienkerne in einer Pfanne trocken goldbraun rösten. Die Caponata aus dem Ofen holen, durchrühren, mit den Pinienkernen vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pasta al dente garen.

4 Die Caponata kalt oder lauwarm mit der heißen Pasta vermischen. Kurz vor dem Servieren Basilikum untermischen, wer mag reibt etwas frischen Parmesan über die Pasta.

Hinweis: Die Caponata habe ich als Gastartikel für den entega-Blog für nachhaltiges Leben gekocht – wer mag, kann hier gerne einmal vorbeisehen. Mehr zur sizilianischen Küche findet Ihr z. B. auf Wikipedia.

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Werbe-Hinweis: Die Caponata wurde als Gastartikel für den entega-Blog erstellt. Im Artikel wird das Unternehmen genannt und die Webseite verlinkt.
  • Ich mache gerade Urlaub auf Sizilien und finde Du hast die sizilianische Küche gut beschrieben. Viele Grüße aus Marsala. KathrinAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Puha, da habe ich ja Glück gehabt und die richtigen Quellen zitiert :) Hab noch einen schönen Urlaub!AntwortenAbbrechen

  • Das einzige was mir fehlt … ist die sizilianische Hitze ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    AndyAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ich kann mich in Nürnberg eigentlich nicht beschweren. Ist vielleicht nicht sizilianisch, aber ein durchweg vernünftiger Sommer soweit. :D AntwortenAbbrechen

  • Ich liebe Caponata! Wenn es dir die sizilianische Küche so angetan hat, dann ist bestimmt das Sizilien Kochbuch von Giorgio Locatelli genau das richitge für dich, sofern du es noch nicht dein Eigen nennst. Locatelli macht eine Variante der Caponata mit Rosinen und Bitterschokolade. Super lecker!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Huhu Simone, danke für den Tipp, ich habe mir das Buch gestern bestellt und freue mich schon darauf, es im Urlaub rege zu benutzen…AntwortenAbbrechen

Gegrillte Avocado mit Tomaten-Koriander-Vinaigrette

Schnelle, einfache Gerichte vom Grill, die sich zudem noch als Vorspeise servieren lassen, mag ich sehr. Leider habe ich den Eindruck, dass es hierzu nicht wirklich viele Quellen gibt. Da ist doch eine Kochbuch-Marktlücke…

Ich sehe das Cover schon vor mir: Unter dem Titel „Schnelle Vorspeisen vom Grill“ lodern im Hintergrund die Flammen aus einem Kugelgrill, leicht unscharf. Im Vordergrund prangen kleine Spieße mit allerei Leckereien, angefangen von Garnelen im Kartoffelspaghettimantel über japanische Yakitori-Spieße mit geflochtenem Rinderfilet und selbst gemachter Teriyaki-Sauce. Im Buch selbst finden sich dann allerei kleine Grillgerichte und viele Saucen samt ausführlicher Erklärung, wie man die Gerichte anrichten kann – denn das kommt oft zu kurz. Die Frustration, wenn man ein appetitliches Foto mit dem selbst fabrizierten Gericht vergleicht, empfinde ich manchmal als zu groß. Da wäre doch Verbesserungspotenzial für die Kochbuch-schreibende Fraktion. Anyways, mein Traum, ein Kochbuch zu produzieren, liegt wohl noch wenig auf Halde.

Als kleinen Trost gibt’s diese sehr, sehr leckere Vorspeise vom Grill. Der Schwierigkeitsgrad hat Urlaub, ebenso die lange Vorbereitungszeit. Zu meinem Erstaunen stelle ich gerade fest, dass die gegrillten Avocado mit Tomaten-Koriander-Vinaigrette auch noch vegan sind – sehr schön. Die Zubereitung braucht keine 15 Minuten und ist nebenbei aus dem Ärmel zu schütteln. Nachdem die Vinaigrette angesetzt ist, muss nur noch die Avocado halbiert und auf der Schnittfläche direkt gegrillt werden. Vinaigrette drüber, fertig. Lecker. Schmatz. Nachschlag.

Gegrillte Avocado mit Tomaten-Koriander-Vinaigrette

Rezept

Dauer: Ca. 15 Minuten

Zutaten für die gegrillte Avocado mit Tomaten-Koriander-Vinaigrette (Für 4 Personen als Grillvorspeise):

  • 2 reife Avocados
  • 2 Tomaten
  • 2 Bund Koriander
  • 1/2 Zitrone
  • 1 EL Rapsöl
  • 2 TL Ahornsirup
  • Salz
  • Ein paar Radieschensprossen zum Dekorieren

Zubereitung:

1 Für die Vinaigrette die Tomaten in kleine Würfel schneiden und den Koriander – am besten mit Wurzel – fein hacken. Mit dem Saft der halben Zitrone, dem Rapsöl und dem Ahornsirup vermischen, mit Salz abschmecken. Ggf. noch mehr Säure oder Süße nach Geschmack zugeben.

2 Die Avocados halbieren und den Kern entfernen. Den Grill auf 200°C direkte Hitze vorbereiten. Die Avocados mit der Schnittfläche nach unten etwa 3 Minuten grillen, umdrehen und nochmals bei geschlossenem Deckel 3-5 Minuten garen. Entnehmen und mit der Vinaigrette beträufeln und servieren.

Hinweis: Die Avocados können natürlich auch auf dem Herd in einer Pfanne angebraten werden.

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  • Super Idee, Uwe, ich würde das Buch sofort kaufen :) AntwortenAbbrechen

  • wird beim nächsten Grillabend bestimmt nachgekocht. Ich mag Avocado sehr…egal ob Guacamole, aus dem Eier-Boot oder als Nachspeise.

    LG
    DianaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Avocados sind tolle Dinger, mag ich auch sehr! Schon mal als Eis probiert?AntwortenAbbrechen

  • Also manchmal wundere ich mich ja wirklich, weshalb ich selbst nicht auf solche Ideen komme. Eine Avocado g r i l l e n . Wär ich nie drauf gekommen. Danke dir für die Verbreitung deiner Genialität ♥AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Gern, Natali. Das geht mir selbst aber auch oft so, wenn ich Abwandlungen auf anderen Blogs sehe. Inspiration geben geht nur, wenn man selbst auch inspiriert wird. :D AntwortenAbbrechen

  • Sieht sehr schick aus! Ich dachte immer, Avocados würden bei Hitze leicht bitter?
    Ich subskribiere übrigens auch sofort :-) AntwortenAbbrechen

  • Gute Kochbuchidee! Und die blauen Radischensprossen machen sich farblich extrem gut ;-) Liebe Grüße, BiancaAntwortenAbbrechen