Zander-Frikadellen mit Limettenschmand

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Wer meinem Blog schon ein Weilchen folgt, der weiß, dass ich hin und wieder gerne Fisch zubereite und Zander in jeder Form liebe. Eine würzige Fisch-Frikadelle bringt da etwas Abwechslung auf den Teller.

Als ich das Rezept zum ersten Mal las, war ich durchaus skeptisch: In die Fischmasse für die Frikadellen kommt kein Ei oder eine andere Substanz, der ich fundierte Kenntnisse in der Bindung von Lebensmittelmischungen attestieren würde. Klar, es wird etwas Senf zugegeben, aber Senf rangierte bei mir bislang noch nicht unter der Kategorie “Kleber”. Ich hoffte also, dass die Frikadellen in der Pfanne nicht auseinanderbrechen würden – und siehe da, das taten sie auch nicht. Zugegeben: Ich habe die Jungs durchaus wie rohe Eier behandelt. Schön vorsichtig mit einer langen Palette in die Pfanne gehoben, bei milder Hitze langsam angebraten, nicht zu viele Frikadellen in eine Pfanne gesetzt. Zeit gegeben. Dann vorsichtig gewendet und das Spiel wiederholt. Es hat geklappt – keine ging zu Bruch.

Die Frikadellen schmecken unglaublich fein und haben meine Familie wirklich nachhaltig begeistert, auch meine beiden Kleinen erfreuten sich nach Anfangs skeptischen Blicken (“Papa, da ist etwas Grünes drin!!”) dem fein-süßlichen Aroma. Zu den Zander-Frikadellen gab es den leckeren Limettenschmand und einfache Pellkartoffeln, wobei eine edlere Ausführung sicher besser gepasst hätte. Ich kann Blinins als Beilage wirklich nur empfehlen.

Damit die Frikadellen in der Pfanne gelingen, habe ich noch ein paar Tipps:

  • Lege nur wenige Frikadellen in die Pfanne. Die Frikadellen sollten nur etwa die Hälfte der Pfanne ausfüllen. So wird verhindert, dass die Pfanne zu kalt wird und dass aus den Frikadellen zu viel Flüssigkeit austritt.
  • Brate die Frikadellen langsam bei mittlerer Hitze an. Das dauert länger, schlägt sich aber unmittelbar in Geschmack nieder: Durch das langsame Erhitzen wird ein Anbrennen verhindert und gleichzeitig gesichert, dass die Wärme die Frikadelle komplett durchdringt.
  • Drücke die Frikadelle in der Mitte vor dem Braten vorsichtig mit dem Daumen ein. Dadurch bleibt sie schön flach und wölbt sich nicht zu sehr (Funktioniert auch super bei Burger-Pattys!)
  • Benutze zum Anbraten etwas Butterschmalz oder nur Öle mit einem hohen Rauchpunkt.

Ich habe mir nun vorgenommen, aus den Frikadellen meinen ersten Fischburger herzustellen – dann wohl mit etwas Pimenton de la Vera verfeinert und mit einer Senf-Mayonnaise und Dill-Pesto zwischen Brioche Burger Buns serviert…

Rezept

Zutaten für die Zander-Frikadellen mit Limettenschmand (Für 2 Personen):

  • 400 g Zanderfilet ohne Haut
  • 2 Schalotten
  • 1 EL Senf, am besten mit groben Körnern
  • 1 Zitrone
  • 1/2 TL Rosenpaprika
  • Etwas Dill
  • Etwas Schnittlauch
  • Etwas Butterschmalz
  • 200 g Schmand
  • 1 Limette
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Schalotten schälen und fein hacken. Die Schale der Zitrone und der Limette abreiben. Den Saft der Limette auspressen. Dill und Schnittlauch fein hacken.

2 Für die Zander-Frikadellen den Fisch mit einem scharfen Messer sehr fein würfeln. Die Schalotten kurz mit kochendem Wasser überbrühen und 1-2 Minuten blanchieren. Fisch mit Schalotten, Senf, Zitronenschale, Dill und Schnittlauch (Ein wenig für den Schmand zurück behalten) mischen und mit Rosenpaprika, Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Die Hände mit kaltem Wasser benetzen und Frikadellen aus der Masse formen. Die Frikadellen nun vorsichtig und langsam in etwas Butterschmalz bei mittlerer Hitze braten.

4 Für den Limettenschmand den Schmand mit dem Limettensaft, der Limettenschale und etwas Salz und Pfeffer mischen. Zuletzt ein wenig Schnittlauch und Dill zugeben.

Tipp: Dazu passen leckere Kartoffelblini.

Quelle: Living at Home

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  • Lieber Uwe,

    Fischfrikadellen… da hüpft ein Teil meines hanseatischen Herzens ganz doll auf und ab :-) Ich liebe sie! Hab mich nur noch nicht selbst getraut sie zu machen!

    Liebe Grüße
    TInaAntwortenAbbrechen

  • Uwe

    Liebe Tina, das ist wirklich ganz einfach und nicht schwierig – und dazu noch lecker! Ich kann’s Dir nur empfehlen :) AntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,
    die sehen ja total lecker aus. Mir geht’s wie Tina, ich hab mich da auch noch nie ran getraut.
    Mal sehen, vielleicht probiere ich es mit Deinem Rezept.
    Übrigens, ich habe Dich über den KuLa von Steph gefunden und bin begeistert.
    Da ich ja aus der selben Ecke komme wie Du, war ich natürlich besonders über Deinen Schäufele-Beitrag sehr erfreut.
    Lieben Gruß
    TheaAntwortenAbbrechen

  • Zander geht bei mir auch in jeder Form – und deine Frikadellen sehen wirklich ungemein appetitlich aus!AntwortenAbbrechen

  • Die Fisch Frikadellen sehen prima aus. Zander bekomme ich hier nicht, aber ich mache etwas ähnliches mit Krebs ( Dungeness Crab ). Damit mir die Klopse in der Pfanne nicht auseinanderfallen, stelle ich sie vor dem Braten für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Das funktioniert prima :) AntwortenAbbrechen

  • Boah, die sehen toll aus und würden sich beim Süßwasserfischevent gut machen. Ähem. ;-) AntwortenAbbrechen

Grüner Smoothie mit Feldsalat, Birne, Datteln und Ingwer

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Grüne Smoothies sind momentan ein regelrechter Trend: Viele schwören auf den Vitamin-Kick als Start in den Tag oder ersetzen sogar eine komplette Mahlzeit durch einen grünen Trunk. Ich hab’s einfach einmal ausprobiert.

An einem Sonntagmorgen liebe ich einen frisch gepressten Orangensaft oder einen süßen Smoothie, gerne auch mit Dickmilch gemixt. Über grüne Smoothies bin ich bislang nur in Kochbüchern oder hin und wieder in einem Blog gestolpert. Ich habe mich immer gefragt: “Kann das schmecken?”, denn gerade Kohlsorten oder aber Kräuter besitzen doch eine gehörige Portion Bitterstoffe. Klar, richtig zubereitet sind die grünen Jungs eine Vitaminbombe – aber schmecken sollten sie schon. Deswegen gilt die Faustregel, dass auf einen Teil Grünzeug immer ein Teil reifes Obst in den Mixer kommt. Bei Kräutern ist das Verhältnis sicher zu justieren, da Kräuter per se bitterer sein können und das Verhältnis zu ihren Gunsten verschieben.

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Ich habe mich, um’s einmal auszuprobieren, zunächst an Feldsalat gehalten. Feldsalat hat den Vorteil, dass sich die Bitterstoffe in Grenzen halten und dass der Salat jetzt Saison hat und frisch verfügbar ist. Aus reifen Birnen, dem Salat, einigen Datteln und der Zugabe von ein wenig Säure verarbeitete mein Mixer fix eine sämige Masse ohne störende Fasern (Und das ist für den Genuss wichtig: Der Mixer sollte schon eine gewisse Leistungsfähigkeit besitzen). Danach habe ich den Smoothie mit etwas Wasser “gestreckt”, bis mit Konsistenz und Geschmack zugesagt haben. Die Farbe war der Knaller: Mir strahlte ein tolles, frisches Grün entgegen.

Ein paar Tipps zum Start:

  • Verwendet nur wirklich reifes Obst. Dadurch wird der Smoothie süßer, die Bitterstoffe aus dem verwendeten Grünzeug bekommen einen Gegenspieler.
  • Feldsalat ist ideal, um einmal einen grünen Smoothie auszuprobieren, weil Feldsalat nicht so bitter schmeckt wie z. B. Kräuter oder auch Kohlsorten.
  • Beim Mixen solltet Ihr darauf achten, am Anfang nicht zu viel Wasser zuzugeben. Ich püriere den Smoothie in zwei Schritten: Zunächst mit so wenig Wasser wie möglich, um einen sämige Konsistenz zu erreichen. Erst danach fülle ich das restliche Wasser zu.
  • Im Winter ist Grünzeug rar. Als Zutaten für einen grünen Smoothie eignen sich neben Feldsalat auch Spinat, Grünkohl, Postelein oder jeder andere Salat.

Ich hob das Glas also in das spärliche Sonnenlicht und war soweit, zu probieren: Der Geschmack ist zunächst ungewöhnlich, neu, anders, aber dann lecker. Ich kann jedem also nur empfehlen, einmal einen grünen Smoothie auszuprobieren.

Zuletzt habe ich noch einen Tipp für Euch (Achtung, Werbung!): Ich bin letztens über den wunderschönen Online-Shop “Bleywaren” gestolpert, der bei mir ein hübsches Gefühl von Nostalgie und Moderne hinterlassen hat (Dort habe ich meinen Entsafter gekauft und hatte viel Spaß beim Stöbern): Wer Lust hat, kann sich dort im virtuellen Schaufenster einmal umsehen.

Rezept

Dauer: 10 Minuten

Zutaten für den grünen Smoothie mit Feldsalat, Birnen und Datteln (Für 500 ml):

  • 3 reife Birnen
  • 2 Handvoll Feldsalat
  • 4 Datteln
  • 2 cm Ingwer
  • Saft 1/4 Zitrone
  • Etwa 250 ml Wasser

Zubereitung:

1 Die Birnen entkernen und vierteln. Den Ingwer schälen. Alle Zutaten in einen Mixer geben und gut mixen.

2 Mit etwas Salz und ggf. Honig abschmecken.

Quelle: Nach einem Rezept von gruenesmoothies.de abgewandelt.

Anzeige: Mehr Tipps rund um das Thema Smoothies findet Ihr auch bei volee.ch.

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  • Lustig. Ich komme auch aus Nürnberg, und auch ich hab in letzter Zeit immer mal wieder grüne Smoothies ausprobiert.
    Mein aktuelles grünes Lieblings-Powersmoothie geht übrigens so: 1 Orange, 1 Zitrone, 1 Mango, 1-2 Bananen, 1 Birne, 1 Handvoll Grünzeug, etwas frischen Ingwer, 1-2 Glas Wasser. Lecker! Im Prinzip kann man jede Art von Hasenfuttergrünzeug nehmen, z. B. auch das Kraut von Radieschen oder Möhren, oder auch Kohlblätter, Giersch, Löwenzahn u. dgl.AntwortenAbbrechen

  • Grüne Smoothies finde ich super lecker, die Kombi aus Birne-Dattel-Feldsalat ist mir aber ganz neu! Super Idee mit den Datteln, habe ich nämlich auch immer im Haus. Wird demnächst ausprobiert :) VG CaroAntwortenAbbrechen

Queso-Chicken-Chili mit Schmelzkraut

Queso-Chicken-Chili-mit-Mais

Weicher, süßer Weißkohl, saftiges Hühnchenfleisch, eine würzig-scharfe Soße mit gutem Käse, dazu gute Bohnen und gerösteter Mais. Das alles in einer dampfenden Schüssel, dazu ein gutes, lauwarmes Baguette. So darf der “Winter” gerne noch ein wenig bleiben.

Mein bestes Chili con Carne habe ich bisher in Berlin in der Szene-Kneipe “White Trash” in der Schönhauser Allee gegessen: Saftige Stücke aus der Rinderhüfte, selbst gemachte Salsa, chön chaaf, gute Bohnen und dazu ein leicht warmes Baguette – und im Hintergrund eine vor sich hin rödelnde Punkband aus Ungarn. Vielleicht war es auch einfach das Gesamtpaket der Kneipe, was den positiven Eindruck noch verstärkt hat: Das White Trash lebt von seiner kitschig-übertriebenen Inneneinrichtung, die Wände sind über und über mit diversen Bildern, Postern und allerlei Figuren überzogen: Schaurig schön “trashig” eben, Rock’n'Roll pur. Ich kann einen Besuch nur empfehlen – eher wegen des Gesamteindrucks als wegen eines neuartigen kulinarischen Erlebnisses. Dennoch – ich habe bislang kein besseres Chili gegessen als jenes in Berlin.

Heute gibt’s kein klassisches Chili con Carne, sondern eine winterliche Abwandlung mit Hühnchen, eine dicke, wärmende Suppe für graue Januar-Tage. Wenn ich Lust auf Hühnchen habe, kaufe ich ein ganzes Exemplar bei dem Bioladen meines Vertrauens oder bei einem Bauern meiner Heimatstadt, wo die Hühner frei gehalten werden, mit viel Platz, gutem Futter und die Zeit bekommen, die sie benötigen. Ich werde nicht müde zu betonen, wie wichtig es ist, keine einzelnen Hühnchen-Teile abgepackt im Supermarkt für wenig Geld oder ein halbes Hähnchen vom Straßenverkauf für 3 Euro zu kaufen – das fördert nur Massentierhaltung, Elend und Leid.

Ein ganzes Hühnchen hat etwa 2,5 kg. Wenn ich ein Huhn kaufe, dann plane ich vorher genau, welche Rezepte ich kochen werde. Denn 2,5 kg reichen für meine Familie für 2-3 Mahlzeiten. Ich verwerte das Huhn komplett: Aus dem Fleisch koche ich diverse Gerichte, aus den Knochen und Resten ziehe ich mir eine leckere Hühnerbrühe. Zudem habe ich immer die Möglichkeit, einzelne Teile einzugefrieren, sollte ich nicht dazu kommen, alles zu verbrauchen. Mit ein wenig Planung ist also gewährleistet, dass nichts weggeworfen werden muss und alles verwertet werden kann.

Hier kommen ein paar Anregungen, was man alles aus einem ganzen Huhn machen kann und wie die Reste verwertet werden können:

  • Die leckeren Pfaffenschnittchen am Rücken beidseitig der Wirbelsäule oberhalb der Keulen löse ich immer aus und sammle diese in der Tiefkühltruhe. Die Jungs sind eine echte Delikatesse und eignen sich super als edle Vorspeise oder Amuse Gueule.
  • Natürlich kann das Huhn im Ganzen zubereitet werden. Dafür schnipple ich etwas Wurzelgemüse klein, gebe das in eine Reine, gieße etwas Wasser an und setze das Huhn darauf. Ich reibe die Haut des Huhns mit etwas Salzwasser ein, manchmal auch mit einer Mischung aus Rosenpaprika und Salz. Dann geht der Vogel für etwa 1 bis 1,5 Stunden bei 140°C in den Ofen.
  • Eine andere Variante für die Zubereitung eines ganzen Huhns ist das marokkanische Zitronenhuhn. Für das braucht man in Salzlake eingelegte Zitronen, aus denen eine Paste zubereitet und auf das Hühnchen gestrichen wird. Dazu passen hervorragend Couscous oder Kichererbsen als Beilage.
  • Wer einen Grillspieß besitzt kann ein ganzes Huhn natürlich auch auf dem Grill zubereiten und hin und wieder mit einer leckeren Marinade bepinseln. Wer sich traut bereitet einen Klassiker zu: Das Hühnchen auf der Bierdose…
  • Wenn das Hühnchen nicht im Ganzen zubereitet wird, muss es zerlegt werden. Dafür ist eine Geflügelschere ein wirklich sinnvoller Helfer, weil die Knochen ein harter Gegner sind. Man braucht ein bisschen Übung, die Hühnerbrüste, Rückenstücke und Keulen sauber auszulösen.
  • Aus den Knochen bereite ich immer einen Schwung Hühnerbrühe zu. Diese kann eingefroren oder luftdicht verschlossen gelagert werden.
  • Die Keulen lassen sich wunderbar füllen und beispielsweise mit einer leckeren Wein-Sahne-Sauce und Kapern servieren. Hühnerbrüste können auf der Haut gebraten oder im Sud gegart werden – de Möglichkeiten sind schier endlos.
  • Sollten Reste übrig bleiben, so verwende ich diese kalt gerne als Zugabe zu einem leckeren Salat. Hühnchenfleisch mit Feldsalat und einer leckeren Vinaigrette, dazu ein Stückchen Baguette – ach, lecker. Mit Gabeln aufgefasert und gut gewürzt ist das Fleisch auch als Belag für ein Sandwich super zu nutzen (Dazu z. B. noch Salat, Bayrisch Kraut oder Chimichurri – fertig ist ein leckerer Chicken-Burger…).
  • Wenn die Haut nicht verarbeitet werden soll, so kann auch diese noch genutzt werden. Ich frittiere sie sehr gerne, um sie anschließend in einem Mixer fein zu mahlen. In den frittierten Bröseln lassen sich Brotwürfel (Croutons) für Salate super wenden oder Beilagen (Knödel) bestreuen.

Ihr seht schon – es gibt viele, viele Möglichkeiten, ein Huhn ganz zu verwerten. Mit etwas Planung entstehen 2-3 tolle Gerichte, die den Esstisch einer Familie wirklich bereichern. Aus meinem Hühnchen habe ich einmal die Sot-l’y-laisse als Vorspeise, das Queso Chili Chicken als Hauptspeise und die Keulen im Ofen geröstet zubereitet. Aus den Knochenabfällen gab’s etwa 750 ml leckere Hühnerbrühe.

Das Queso Chili Chicken ist dabei echtes Soulfood für graue Tage. Zunächst wird Weißkohl mit Zwiebeln geschmort, bis er anfängt, zu karamellisieren (zu schmelzen). Anschließend wird das Hühnchenfleisch zugegeben und über drei Stunden langsam geschmort. Nach den drei Stunden zerfällt das Fleisch förmlich von selbst. Jetzt nur noch die anderen Zutaten zumischen, abschmecken und mit einem guten Baguette genießen. Oder mit Tortilla-Chips dippen. Auch das darf mal sein.

Guten Appetit!

Rezept

Dauer: 45 Minuten Vorbereitung, 3 Stunden Schmorzeit, 15 Minuten “Finishing”

Zubereitung des Queso Chicken Chili mit Mais und Schmelzkraut (Für 4 Personen):

  • 800 g Hühnchenfleisch, ohne Haut
  • 125 g Mais
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Etwa 1/3 Weißkohl
  • 200 g Kidney-Bohnen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 2 TL Piment d’Espelette
  • 1-2 rote Chilis, je nach Geschmack
  • Etwas Honig
  • 50 g Parmesan
  • 500 ml Hühnerbrühe
  • Etwa 500 ml Wasser
  • Etwas Koriander oder Petersilie als Topping
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Den Weißkohl und die Zwiebel in feine Streifen schneiden, die Knoblauchzehen und die Chilis hacken.

2 Den Weißkohl mit den Zwiebeln und dem Knoblauch in etwas Butterschmalz in einem Schmortopf bei moderater Hitze anbraten, bis der Kohl glasig wird. Mit der Hühnerbrühe ablöschen und kurz aufkochen. Dann das Hühnchenfleisch, die Chilis, den Kreuzkümmel, das Piment d’espelette und etwas Salz zugeben. Ggf. etwas Wasser angießen, die Zutaten sollten fast mit Flüssigkeit bedeckt sein. Nun für etwa 3 Stunden bei 140°C im Ofen garen. Jede Stunde nachsehen, ob Flüssigkeit benötigt wird – ggf. Wasser nachgießen.

3 Kurz vor Ablauf der Zeit den Mais mit der Frühlingszwiebel in einer Pfanne rösten. Den Parmesan reiben. Die Kidney-Bohnen abtropfen lassen.

4 Den Schmortopf aus dem Ofen holen und bei geringer Hitze auf die Herdplatte stellen. Nun das Hühnchenfleisch mit zwei Gabeln zerfasern. Mais, Frühlingszwiebeln, Kidney-Bohnen und Parmesan zugeben und unter Rühren köcheln, bis sich der Käse aufgelöst hat. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Honig abschmecken. Sollte das Chicken Chili zu dickflüssig sein, mit etwas Wasser strecken. Sollte es zu dünnflüssig sein, etwas einkochen lassen.

5 Koriander oder Petersilie grob hacken und mit dem Queso Chicken Chili servieren.

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  • Was ich an dem interessanten Rezept noch toll fand, ist der Tipp mit der Haut. Man lernt nicht aus, diese zu frittieren und dann als brösel weiter zu verwenden. Klasse! Vg. Maik StrunkAntwortenAbbrechen

  • Mmmh, das sieht ja köstlich aus. Ich glaube, so ähnlich werde ich das mal im Crockpot nachkochen. Hol mir gern Ideen bei Dir. Weiter so, bitte :-)

    Viele Grüße
    KerstinAntwortenAbbrechen

  • Danke für die Anregungen zur Verwendung der einzelnen Hühnerteile. Dass man die Haut knusprig frittieren kann, wusste ich (probiert noch nicht), aber die Idee, diese zu mahlen und zum Panieren von Brotwürfeln zu verwenden, finde ich super.
    Ich habe erst einmal ein komplettes Hühnchen zerlegt. Löst du es von der Karkasse und woher kannst Du sowas? Ich fand das ziemlich schwierig (hatte mich an einem Video orientiert) und möchte es nicht allzu bald wieder machen. :-| AntwortenAbbrechen

  • Elita

    Was nimmst Du für ein “Fleisch ohne Haut”? Eher Hähnchen Schenkel oder Brust?AntwortenAbbrechen

Sot-l’y-laisse mit Chorizo und Stangensellerie in Beurre Blanc

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Eine ganz besondere Spezialität vom Huhn sind die Sot-l’y-laisse, die Pfaffenschnittchen. Die kleinen Fleischstücke sitzen oberhalb der Keulen auf beiden Seiten der Wirbelsäule und bestechen durch ihre unvergleichliche Zartheit.

Sot-l’y-laisse bedeutet übersetzt etwa “ein Narr, der sie liegen lässt” und beschreibt damit gut, mit welch Köstlichkeit man es zu tun hat. Nicht umsonst ziehen Kenner die Pfaffenschnittchen den Bruststücken unf Filets vor, weil die Sot-l’y-laisse von unvergleichlicher Zartheit sind. Jedes Huhn besitzt zwei dieser kleinen Fleischstücke. Von Arthurs Tochter habe ich mir vor einiger Zeit den Tipp geholt, zu sammeln: Jedes mal, wenn ich ein Huhn kaufe, löse ich die Sot-l’y-laisse aus und friere sie ein. Mit der Zeit sammeln sich genügend Stücke an, so dass auch mehrere Personen satt werden.

An dieser Stelle nochmals der Hinweis: Man sollte immer ganze Hühner in Bio-Qualität kaufen, niemals einzelne Teile und schon gar nicht nur die Hühnerbrüste im Supermarkt. Ganze Hühner erscheinen im Bioladen im Vergleich zunächst teuer, aber nur so ist gewährleistet, dass die Tiere im Freien mit ausreichend Auslauf und gutem Futter aufwachsen, frei von Massentierhaltung, Antibiotika, unwürdigen Lebensbedingungen und hanebüchener Ernährung. Ein ganzes Huhn gönne ich mir deswegen auch nur alle paar Monate – verwerte es aber dann auch komplett.

Den deutschen Namen Pfaffenschnittchen haben die Fleischstücke aus einer Zeit, in der Pfarrer noch zu Familien nach Hause zum Essen eingeladen wurden. Es war üblich, den Pfarrern (=Pfaffen) die besten Fleischstücke zu überlassen. Bei mir am Tisch war der Platz des Pfarrers leer, und so konnte ich mich selbst über den Genuss wahrlich freuen…

Ich habe die Sot-l’y-laisse mit einer würzigen Chorizo, etwas Staudensellerie und einer sämigen Beurre Blanc mit viel Weißwein und einem Schuss Noilly Prat kombiniert und als kleine, schnelle Vorspeise zubereitet. Für die Beurre Blanc braucht Ihr eiskalte Butter, einen guten Schneebesen und ein wenig Geduld, damit die Bindung eintritt. Wichtig ist, dass die Beurre Blanc niemals kochen darf. Beurre Blanc passt auch hervorragend zu einem kross gebratenen Fisch, z. B. einem Zander.

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Rezept

Dauer: ca. 30 Minuten

Zutaten für die Sot-l’y-laisse (Pfaffenschnittchen) mit Chorizo und Stangensellerie in Beurre Blanc (Für 2 Personen):

  • 4 Sot-l’y-laisse
  • 1 Chorizo
  • 2 Staudensellerie
  • 1 Schalotte
  • Etwas Butterschmalz

Für die Beurre Blanc:

  • 2 Schalotten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 180 ml Weißwein
  • 2 EL Noilly Prat
  • 100 g Crème Fraîche
  • 200 g Butter (eiskalt)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Chorizo häuten und in feine Ringe schneiden. Den Staudensellerie und die Schalotte fein schneiden.

2 Etwas Butterschmalz bei mittlerer Hitze in einer Pfanne erwärmen. Die Schalotte glasig dünsten, dann die Sot-l’y-laisse und den Staudensellerie zugeben und langsam braten.

3 Währenddessen für die Beurre Blanc die Schalotten fein hacken und zusammen mit dem Lorbeerblatt, dem Noilly Prat und dem Weißwein in einer Kasserolle aufkochen und stark reduzieren lassen. Danach die Schalotten und das Lorbeerblatt abseihen. Den Weinsud auffangen. Mit der Crème Fraîche verrühren und bei moderater Hitze die eiskalte Butter nach und nach einrühren, bis die Beurre Blanc eine sämige, dicke Konsistenz besitzt. Die Sauce darf nicht mehr kochen! Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Zucker abschmecken.

4 Die Chorizo zu den Sot-l’y-laisse geben und kurz mit braten. Leicht abschmecken.

5 Sot-l’y-laisse, Chorizo, Schalotten und Staudensellerie mit der Beurre Blanc anrichten.

Quelle: Abgewandelt nach einem Rezept von Arthurs Tochter

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  • Das erinnert mich daran, dass ich das Pfaffenstückchen beim nächsten Huhn suchen und herauslösen möchte. Bis zum Artikel von Arthurs Tochter wusste ich gar nicht, dass so ein super Stück existiert, und bisher habe ich nicht mehr dran gedacht. Wir verarbeiten immer ein ganzes Bio-Huhn, nie nur Hühnerteile, und das geht wunderbar. Wir sind immer wieder erstaunt, wie viele Mahlzeiten einschließlich Brühe man doch herausbekommt.
    LG, Ulrike.AntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,
    wieder was dazu gelernt, so mag ich meinen Montag.
    Das Rezept klingt wirklich lecker und Deine Bilder sind hervorragend.
    Hab eine schöne Woche!
    Liebste Grüße,
    ElenaAntwortenAbbrechen

  • Von einem Pfaffenschnittchen habe ich bisher noch nie etwas gehört, aber man lernt immer etwas dazu. Da das Pfaffenschnittchen so zart ist muss ich das mir auch mal besorgen. Dein Rezept bzw. das Bild ist schon einmal eine Anregung etwas ähnlich daraus zu machen.
    Viele Grüße
    ManuAntwortenAbbrechen

  • hach…die Pfaffenschnittchen.
    Bei uns gibts ja nicht so oft Huhn. Eher Suppenhuhn für den Fond. Und da bekommt immer der Kater die edlen Teile.
    Aber wenn ich das so sehe, muss ich wohl für uns sammeln ;-) AntwortenAbbrechen

  • […] Die leckeren Pfaffenschnittchen am Rücken beidseitig der Wirbelsäule oberhalb der Keulen löse ich immer aus und sammle diese in der Tiefkühltruhe. Die Jungs sind eine echte Delikatesse und eignen sich super als edle Vorspeise oder Amuse Gueule. […]AntwortenAbbrechen

Blutorangensorbet

Blutorangensorbet

Sorbets aus Zitrusfrüchten sind eine sichere Bank: Wunderbar wohlschmeckend, gleichzeitig süß und fruchtig, erfrischend und sogar wärmend, wenn der Grundmischung ein Schuss Whiskey beigemischt wird. Da machen auch Blutorangen keine Ausnahme.

Orangen werden in eine süße und eine bittere Gruppe unterteilt. Die süßen Orangen unterscheiden sich nochmals in Blondorangen, zu der die “klassische” Orange gehört, in Navelorangen, die aus Brasilien kommen und in Blutorangen, deren tiefrote Fleischfärbung durch einen bestimmten Stoff in den Pigmenten und bestimmte Klimabedingungen hervorgerufen wird. Eine Orange deckt den Tagesbedarf an Vitamin C zu einem großen Teil und ist im Winter ein willkommener Vitamin-Lieferant.

Ich mag Blutorangen gerne als Zutat für einen leckeren Smoothie, in Form von Carpaccio mit Ziegenkäse und Pinienkernen oder als Zutat für Salate mit Fenchel und Rotkohl. Da Orangen zu den Zitrusfrüchten gehören, ist ein klassisches Sorbet eine sichere Bank. Dafür verwende ich frisch gepressten Blutorangensaft und einen Zuckersirup. Die Mischung gefriere ich in einer Eismaschine über etwa 50 Minuten zu einem leckeren Sorbet, das sich als Zwischengang zu einem winterlichen Menü oder als Teil eines Desserts eignet. Wichtig: Die Blutorangen besitzen eine eigene Süße, die variieren kann. Deshalb probiere ich zunächst den Saft, bevor ich die Zuckerlösung herstelle. So kann ich die Menge an Zucker justieren und ggf. weniger verwenden, wenn der Blutorangensaft schon recht süß ist. Eine Menge von 80-100 g sollte jedoch in jedem Fall ausreichen und für ein homogenes Gesamtergebnis sorgen.

Das Blutorangensorbet kann gut einen Sonntagsbrunch veredeln, indem es mit einem Schuss Prosecco oder Champagner als Auftakt serviert wird.

Rezept

Dauer: 15 Minuten Zubereitung, 50 Minuten in der Eismaschine, 4-6 Stunden Kühlzeit

Zutaten für das Blutorangensorbet (Für 4 Personen):

  • 300 ml Blutorangensaft (Etwa 3 Blutorangen, je nach Größe)
  • 80-100 g feiner Zucker
  • 250 ml Wasser
  • 1 Handvoll Minze

Zubereitung:

1 Den Saft der Blutorangen auspressen.

2 Zucker und Wasser langsam erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Abkühlen lassen, danach mit dem Blutorangensaft vermischen und gut kühlen.

3 Die Mischung in einer Eismaschine über ca. 50 Minuten zu einem Sorbet gefrieren. Mit Minze dekorieren und servieren.

Quellen

Mehr Sorbets

Zitronensorbet mit Minze

Es gibt wenig, das an einem heißen Sommertag besser passt als ein frisches, kühles Zitronensorbet. Gut, ein EisteeKompletten Artikel lesen »

Mango-Sorbet

Sommer, Sonne, Sonntag. Das einzige, was noch fehlt, ist eine kleine Erfrischung für Zwischendurch. Wie zum BeispielKompletten Artikel lesen »

Granatapfelsorbet

Sorbetto di Melagrana, so der klingende italienische Name. Es erfordert etwas Mühe, um an den Saft des Granatapfels zuKompletten Artikel lesen »

  • Werner Kehrer

    Freu mich drauf…..hab zufällig das Orangensaft entdeckt welches ich meiner Frau versprochen hab…jetzt kann nichts mehr schief gehen..AntwortenAbbrechen

  • Ich liebe Blutorangen…und Sorbets sowieso. Da ich noch eine Einladung offen hab, ist das eine gute Idee. Danke fürs anstacheln!AntwortenAbbrechen