The Giant Goat: Burger mit Crottin de Chèvre, Zwiebel-Chutney und Brioche Burger Buns

Vorhang auf für meinen neuen Lieblingsburger: Zartes Rinderpatty, die altbewährten Brioche Burger Buns, eine aromatische Lage Zwiebel-Chutney und dazu: Ziegenkäse. Genauer gesagt Crottin de Chèvre. Yeah, Baby.

Cheeseburger mal anders. Fruchtiger. Süßer. Aber doch mit ausreichend Säure. Und Würze. Weich. Gaumenschmeichelnd. Anschmiegsam. Ichbinverliebt.

Das Burger-Baby und ich hatten vor ein paar Tagen ein Date, wir trafen uns an einem wohlig-warmen Ort, das Feuer knackte bereits glutverzehrend und hungrig im Grill. Die würzigen Pattys lagen adrett geformt und mit Petersilie, Worcestersauce, Schalotten und Knoblauch aromatisiert auf einem Bambustablett und warteten darauf, die heißen Flammen innig zu küssen. 4 Minuten wilde Knutscherei von jeder Seite, dann ab in eine wohlig-warme, kuschlige Umgebung. Die Brioche Burger Buns warteten nur darauf, das heiße Fleisch aufzunehmen und die wohlige Wärme zu konservieren, bis….ja bis dieser Burger verzehrbereit vor mir stand. Lieblingsburger. Geschmacksfeuerwerk.

Der eigentliche Clou an diesem Burger sind weder Fleisch noch Buns, sondern die Kombination mit frischem Zwiebel-Chutney und Ziegenkäse. Fleisch, Zwiebel-Chutney und Ziegenkäse harmonieren so perfekt miteinander, dass sich die Komponenten im Mund sofort zu einem großen Ganzen zusammenfügen und größer wirken. Eine Geige hört sich gut an, ein Orchester besser. Dramatischer. Opulenter. Der Begriff der Harmonie bekommt erst dann eine Bedeutung, wenn die Anzahl der Beteiligten größer eins ist. Und doch wird aus sechs Beteiligten eins: Perfekte Harmonie. Ihr merkt schon, ich bin nachhaltig begeistert und nicht ganz objektiv. Bitte entschuldigt!

Blogger-Banner - QuerformatDiese Subjektivität ist aber notwendig, denn ich habe mit dem Burger Großes vor. Im Rahmen eines Wettbewerbs der Webseite www.ziegenkaeseausfrankreich.de reiche ich mein Burger-Rezept ein und bin gespannt, ob die Leser auch so begeistert sind wie ich selbst. Auf der Webseite finden sich sehr viele Informationen zu den unterschiedlichen Sorten Ziegenkäse sowie Erklärungen, wie Käse hergestellt wird und für welche Art Zubereitung sich welcher Käsetyp eignet. Wer also gerne Ziegenkäse isst und sich in diesem Kontext schon immer einmal fortbilden wollte, der bekommt hier eine Menge guter Informationen.

Viel Spaß beim Nachmachen!

The Giant Goat: Burger mit Crottin de Chèvre, Zwiebel-Chutney und Brioche Burger Buns

Rezept

Dauer: 120 Minuten für die Buns, 60 Minuten für die Burger-Zubereitung

Zutaten für den Burger mit Ziegenkäse und Zwiebel-Chutney (Für 4 Personen):

  • 4 Brioche Burger Buns nach diesem Rezept
  • 300 g Ziegenkäse, z. B. Ziegencamembert, Sainte-Maure oder eben Crottin de Chèvre
  • 1 Handvoll Rucola
  • Etwas grobkörniger Senf

Für die Pattys:

  • 700 g Rinderhack mit mindestens 20% Fett, frisch
  • 2 Schalotten
  • 1 Ei
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 3 Knoblauchzehen
  • Etwas Petersilie
  • 1-2 EL Worcestersauce
  • Salz, Pfeffer

Für das Zwiebel-Chutney:

  • 500 g rote Zwiebeln
  • 100 g Cranberrys oder Rosinen
  • 100 ml Weißweinessig
  • 300 ml Apfelsaft
  • 50 ml Rotwein (wer mag)
  • 30 g brauner Zucker
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 Handvoll Koriander oder Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Brioche Burger Buns nach Rezept zubereiten.

2 Für das Zwiebel-Chutney die roten Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Den Koriander (oder die Petersilie) fein hacken.

3 Dann den Weißweinessig mit dem Apfelsaft, dem Rotwein und dem braunen Zucker aufkochen. Die Zwiebeln, Cranberrys (oder Rosinen), Senfsamen und den Zucker zugeben und bei schwacher Hitze etwa eine Stunde köcheln lassen. Sollte die Flüssigkeit in dieser Zeit komplett verschwinden, einfach etwas Rotwein nachgießen. Leicht abkühlen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am Schluss den Koriander (oder die Petersilie) unterrühren.

4 Für die Pattys die Schalotten, den Knoblauch und die Petersilie fein hacken. Die Schalotten und den Knoblauch in etwas Butter glasig dünsten. Schalotten mit Knoblauch, Petersilie, Ei, Semmelbröseln, Worcestersauce und Rinderhack vermischen. Den Fleischteig gut vermischen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einer Burgerpresse vier Pattys à 175 g formen.

5 Den Grill auf 180°C direkte Hitze vorbereiten. Die Pattys pro Seite etwa 4 Minuten grillen. Nach dem Wenden die Brioche Burger Buns aufschneiden und kurz auf den Schnittflächen grillen.

6 Etwas Senf auf dem Brioche Burger Bun und darüber Rucola verteilen, ein Patty daraufsetzen. Den Ziegenkäse auf das Patty legen und zuoberst Zwiebel-Chutney platzieren. Mit dem Brötchen-Deckel abschließen und genießen.

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Werbe-Hinweis: Dieser Artikel und die Teilnahme am Rezept-Wettbewerb entstand in Zusammenarbeit mit www.ziegenkaeseausfrankreich.de. Im Artikel wird die entsprechende Webseite verlinkt und auf das Informationsangebot hingewiesen.
  • Gesehen und wird in etwas abgewandelter Form heute Abend gleich gemacht! Natürlich mit deinen Buns!

    Schönes Wochenende!AntwortenAbbrechen

  • Lieber Uwe – gestern waren wir im Burger-Himmel! Meine ersten Buns sind eine Mischung aus Deinem und Chef Hansens Rezept geworden und waren himmlisch. Pattys und Ziegenkäse wie hier, und beim Chutney hab ich mein Rezept mit Rotwein, Balsamico und Honig gemacht. Alles zusammen: einfach grandios! Danke für eine mal wieder zum Sterben leckere Inspiration!AntwortenAbbrechen

  • So sehr mich deine Kreationen und “Titel” auch immer faszinieren, manchmal stehe ich tatsächlich kurz davor mir ein Wörterbuch zu besorgen. Aber dann reicht es doch, einfach nur den Artikel durchzulesen. ;) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Luna, ich musste schon ein wenig schmunzeln als ich Deinen Kommentar gelesen habe – ich gelobe Besserung! :D AntwortenAbbrechen

  • luxxe

    Im Chutney Rezept steht 2mal Zucker drin aber nicht bei der Zutatenliste. Dort steht nur 30g brauner Zucker.
    Soll da noch weißer Zucker rein?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Nein, kein weißer Zucker mehr. Das ist dann ein Fehler. Danke für den Hinweis!AntwortenAbbrechen

  • Eben gegessen – sehr sehr lecker!AntwortenAbbrechen

  • […] wir hier etwas für Sie: Wir haben die Blogger von Cucinapiccina, Confiture-de-vivre, Genuss-sucht, Highfoodality, Küchenchaotin, Lizandjewels, Magnoliaelectric und Törtchenzeit aufgerufen, für Sie eine […]AntwortenAbbrechen

  • René

    Hallo Uwe,

    seit einer kurzen Zeit begleite ich aufmerksam deinen Blog und habe schon ein, zwei Sachen nachgeahmt. Diese waren bisher auch geschmacklich sehr interessant und sind bei allen gut angekommen.
    Vor zwei Wochen habe ich den oben beschriebenen Burger gemacht und das hat alle aus dem Häuschen gehauen.
    Eine bessere Kombination von einem Burger habe ich selber noch nie gegessen und wir kommen auch wirklich viel rum in der Welt.
    Auch habe ich dein Burgerfleischrezept letzte Woche für ein paar Massentaugliche Burger benutzt und alle waren wieder restlos begeistert.
    Niemand möchte auf einmal in unseren umliegenden Frittenbuden einen Burger essen um sich nicht den Geschmack zu versauen.

    Wirklich große Klasse was du hier leistest.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo René und willkommen! Vielen lieben Dank für das Lob, es freut mich immer sehr, wenn ich höre, dass die Rezepte ankommen und funktionieren! Den Burger habe ich auch geliebt, habe selten eine bessere Kombinatio gegessen. Grüße!AntwortenAbbrechen

Focaccia, Hummus, Ziegenkäse-Pops und Estragon

Auf der Suche nach einem Amuse bin ich bei dieser Kombination gelandet – lauwarme, selbst gemachte Focaccia mit wunderbar lockerer Krume, dazu cremiger Hummus und würzige Ziegenkäse-Bällchen.

Selbst gemachte Focaccia ist etwas sehr Leckeres. Ich mag es, wenn die ganze Wohnung zu duften beginnt. Besonders freue ich mich auf den Moment, wenn ich die warme Focaccia anschneiden darf und die im Brot gespeicherte Wärme dampfend entweicht, die Kruste mit einem knisternden Schmatzen knackt und die feine, lockere Krume freigibt. In diesem Moment höre ich auf zu schneiden und gehe dazu über, die Krume langsam auseinander zu brechen und beobachte, wie sich die feine Struktur des Innenlebens der Focaccia langsam löst und in zwei Teile teilt. Lauwarm schmeckt das Brot am besten, lange überlebt hat eine Focaccia bei mir noch nie.

Auf die Focaccia brauche ich in der Regel nicht viel – gute Butter, ein paar Kräuter, oder einige Spritzer Olivenöl reichen völlig aus, um kurzzeitig dem Hier und Jetzt zu entfliehen und kulinarisch in anderen Welten zu schweben. Aber ein gutes, selbst gemachtes Brot wird natürlich nicht schlechter, wenn man es von ebenso guten und selbst gemachten Dingen begleitet in den Kampf schickt. Im Gegenteil: Das Erlebnis wird besser.

Hummus ist für mich eine dieser unglaublich flexiblen und vielseitigen Aufstriche, die auch noch gut schmecken und – wäre das nicht schon genug – schnell zubereitet sind. Für Hummus braucht Ihr nämlich nur Kichererbsen, gern auch aus der Dose, Sesampaste (Tahini), ein wenig Öl, Säure und einen Pürierstab. Was Ihr darüber hinaus zusetzt, ist Eurer freien Fantasie überlassen. Im Herbst habe ich das Tahini durch Kürbispüree ersetzt und gerösteten Knoblauch sowie Rosmarin verwendet, was in einer echten Geschmacksexplosion endete. Die Zugabe von Kräutern – wie z. B. Koriander, Zitronenmelisse oder aber auch Minze – gibt dem Basis-Hummus eine andere Note. Viele Zitrus-Aromen und Dill sorgen dafür, dass Hummus zu einem perfekten Begleiter zu Fisch – egal ob gegart oder roh – serviert werden kann.

Ich habe ein paar Hummus-Varianten für Euch dabei – die Rezepte dafür sind leider noch nicht auf dem Blog, mangels Foto. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Basis eines jeden Hummus ist die unten aufgeführte Zutatenliste:

  • Hummus Hot & Spicy: 1-2 Chili-Schoten werden sehr klein gehackt und unter den Hummus gemischt.
  • Hummus Ajvar Style: 2 rote Paprika auf dem Grill auf der Hautseite rösten, bis die Haut schwarz wird. Haut abziehen und das Fruchtfleisch mit einem Stabmixer zu einer Paste verarbeiten. Mit einer sehr klein gehackten roten Chili unter den Hummus heben.
  • Hummus Fresh & Fruity: Eine Tomate kurz mit heißem Wasser überbrühen und die Haut abziehen. Das Kerngehäuse und den Strunk entfernen und die Tomate sehr klein hacken. Mit Limettensaft, Schale einer Zitrone und etwas geriebenem Ingwer unter den Hummus rühren.
  • Hummus Sweet & Cosy: Eine Süßkartoffel schälen und weich garen. Mit der Gabel zu einem Brei verarbeiten, den Brei unter den Hummus heben.

Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung für Dein nächstes BBQ dabei.

Ziegenkäse-Pops…klingt nach einem Hipster-Gericht…

Für die Ziegenkäse-Pops habe ich schlichtweg einen weichen, aromatischen Ziegenkäse genommen. Dafür eignet sich ein Ziegencamembert oder ein Crottin de Chèvre. Der Ziegenkäse wird mit glasig gedünsteten Schalotten, Schnittlauch und etwas Zitronensaft vermischt sowie mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Der Käse wird dann zu kleinen Bällchen geformt, die wunderbar in Schnittlauch oder weißem und schwarzem Sesam gewendet werden können.

Die Gesamtkomposition ist schnell gemacht: 4 Scheiben Focaccia dick mit Hummus bestreichen, einen Zahnstocher in jedes Bällchen stecken und selbige locker-luftig schwebend auf das Brot pinnen und mit Estragon garnieren. Servieren. Aber nur in einem sehr großen Teller…

Focaccia, Hummus, Ziegenkäse-Pops und Estragon

Rezept

Dauer: 60 Minuten

Vorbereitung: Kichererbsen am Vorabend in kaltem Wasser einlegen

Zutaten für die Focaccia mit Hummus, Ziegenkäse-Pops und Estragon (Für 4 Personen als Vorspeise):

Für den Hummus:

  • 200 g Kichererbsen
  • 2-3 TL Tahini
  • 1 Knoblauchzehe
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2-3 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Für die Ziegenkäse-Pops:

  • 200 g Ziegenfrischkäse
  • 2 Schalotten
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1/2 Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Focaccia nach diesem Rezept zubereiten – am besten das Backen so planen, dass die Focaccia noch warm ist.

2 Für den Hummus die Kichererbsen mit Tahini, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl zu einer Paste pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Für die Ziegenkäse-Pops die Schalotten schälen und in einem kleinen Topf glasig dünsten. Abkühlen lassen. Mit dem Ziegenkäse vermischen. Den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und einen Teil davon zusammen mit dem Saft der halben Zitrone unter den Ziegenkäse mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Den Ziegenkäse zu kleinen Bällchen formen und diese in den übrigen Schnittlauchstückchen rollen, bis die Außenseite komplett mit Schnittlauch bedeckt ist.

5 Die Focaccia aufschneiden und 4 Scheiben dick mit Hummus bestreichen. Je ein Bällchen auf einen Zahnstocher stecken und auf das Brot pinnen. Mit Estragon garnieren.

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  • Hallo Uwe,
    das klingt wunderbar und ich würde es sehr gerne ausprobieren.
    Kann es sein, dass der link zum Foccacia fehlt? Ich finde ihn nicht…
    Liebe Grüße
    LissiAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hi Lissi, ja, der Link hat gefehlt…ist jetzt drin! Danke für den Hinweis!AntwortenAbbrechen

  • Deine Foccacia will ich doch schon längst nachbacken, gut, dass du mich wieder daran erinnerst. Schaut auch mal wieder klasse bei dir aus!
    Aber immer diese kleinen Portionen auf den zu grossen Tellern ;-) ))))
    (*duckundweg*)AntwortenAbbrechen

Chimichurri

Immer wenn ich in den letzten Wochen ein Rezept mit Chimichurri veröffentlichte, gab es danach einige Rückfragen was sich eigentlich genau dahinter verbirgt. Da ich Chimichurri zu meinen Lieblingssaucen zähle und sehr gerne damit koche, wird es Zeit, der Salsa mehr Platz einzuräumen.

Chimichurri ist eine argentinische Sauce, die vorwiegend zu Rindfleisch serviert wird. Die Sauce ist aber nicht nur in Argentinien bekannt und beliebt, sie ist in ganz Südamerika bis in den mittelamerikanischen Raum zu finden. In Argentinien selbst gibt es nahezu kein Asado (Grillfest) ohne die scharfe Sauce.

Wenn man nach Rezepten, oder viel mehr DEM Chimichurri-Rezept schlechthin sucht, so merkt man schnell, dass dies ein schwieriges Unterfangen ist. Es gibt nämlich unzählige Varianten, Versionen und Abwandlungen, die alle den selben Familiennamen tragen. Gemeinsam haben die Saucen meist, dass es eine dominierende Kräuterkomponente gibt und die Sauce mit Olivenöl und Essig angemacht ist. Chili ist zudem oft ein wesentlicher Bestandteil. Glaubt man der einen oder anderen Quelle, so gehören zur Ur-Variante des Chimichurri Petersilie, Thymian, Oregano, Lorbeer und Knoblauch. Die Kräuter werden gehackt und dann in Essig und Öl mariniert, etwas abgeschmeckt und anschließend über etwa zwei Wochen gelagert, bis die Marinade den Geschmack der Kräuter gut angenommen hat. Chimichurri passt zu Rindfleisch, wird aber auch gerne zu Bratwürsten oder zu Fisch und Geflügel serviert.

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Die Vielseitigkeit der Sauce ist genau das, was ich neben dem frisch-scharfen Geschmack so mag. Ich habe Chimichurri bereits als Hauptbestandteil eines Burgers, als Sauce zu Fisch und natürlich als Marinade und Dip zu gutem Rindfleisch und Lamm genossen. Mein Chimichurri besteht zum Hauptteil aus Petersilie. Ich mag es jedoch, dazu noch etwas Minze und Basilikum zu mischen und den Geschmack mit Ingwer und Limettensaft noch etwas säuerlicher zu gestalten. Das sorgt speziell im Sommer für Erfrischung.

Ich kann Euch also nur empfehlen, beim nächsten Grillabend die argentinische Würzsauce auszuprobieren – es wird Euch gefallen! Zudem ist Chimichurri schnell hergestellt – die Zubereitung dauert keine 10 Minuten.

The Gaucho Burger

Rezept

Dauer: 10 Minuten

Zutaten für das Chimichurri (Als Dip für 4-8 Personen):

  • 1 Bund Petersilie
  • 1/2 Bund Minze
  • 1 Bund Basilikum
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Salz
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 2 rote Chili
  • Etwas Zucker
  • Etwa 150 ml Olivenöl
  • Etwa 75 ml Essig
  • Etwa 80 ml kaltes Wasser
  • 1 Limette
  • Etwas Sojasauce

Zubereitung:

1 Petersilie, Minze, Basilikum, Knoblauchzehen, Ingwer und Chili fein hacken. Mit Zucker, Essig und Wasser vermischen. Mit Limettensaft, Sojasauce sowie Salz und Pfeffer abschmecken, zuletzt das Olivenöl unterrühren bis eine Emulsion entsteht. Etwas ziehen lassen.

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  • Chimichurri hat sich auch zu einer meiner Lieblingsbegleiter entwickelt – vor allem wenn es ums Grillen geht. Passt einfach nicht nur gut zu Rindfleisch, sondern auch sehr schön zu gegrilltem Geflügel. Ich habe bislang immer Zitrone statt Limette genommen, muss ich demnächst mal umstellen.

    Vor einer Weile habe ich noch etwas Rosmarin hinzugegeben, kam auch sehr gut.

    Viele Grüße
    PeterAntwortenAbbrechen

  • Ich liebe Deine Chimichurri.AntwortenAbbrechen

  • Schon beim letzten Mal, als du Lamm mit Chimichurri gezeigt hast, hat mich diese Sauce angelacht – sobald irgendwann die eigenen Kräuter gewachsen sind, wird es das geben.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Da ich keinen eigenen Kräutergarten habe, bin ich da ein wenig unabhängiger….aber es wird Dir schmecken!AntwortenAbbrechen

  • Tobias

    Da ich mittlerweile seit fast 2 Jahren in Argentinien lebe und Chimichurri mittlerweile echt überall auftaucht muss ich da zu einem Punkt mal was loswerden:

    In Argentinien hat Chimichurri niemals Chili, wenn es überhaupt leicht scharf ist, dann aufgrund des Knoblauchs, wenn der noch frisch ist.

    Ich denke das Chili irgendwo nördlicher in die Sosse reingewandert ist, aber hier habe ich noch nie ein Chimichurri mit Chili bekommen.

    Den meisten Argentiniern ist es schon zu scharf wenn ich mit ein wenig Pfeffer würze, Chili ist da undenkbar.

    Das Chimichurri mit Chili, Limette und co. trotzdem lecker ist und manchmal besser als das original, ist natürlich richtig.AntwortenAbbrechen

Rohes Grünspargelpesto

Diese Pesto-Variante vom grünen Spargel ist bisher das interessanteste Pesto, das ich zubereitet habe. Der Geschmack ist angenehm anders, der Spargel kommt gut zur Geltung. Sobald das Pesto auf die heißen Nudeln trifft, wird ein betörendes Aroma verströmt, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Ich muss zugeben: Ich habe dieses Pesto irgendwo in den Untiefen des World Wide Web gesehen. Ich kann den Ursprung für diese Idee leider nicht mehr reproduzieren, ich habe die entsprechende Webseite – einen amerikanischen Blog – nicht mehr gefunden. Dennoch: Die Idee für die Umsetzung trage ich schon ein Jahr mit mir herum und habe es nun endlich geschafft, das Pesto zu erstellen: Es hat sich gelohnt!

Grüner Spargel kann ohne Probleme roh gegessen und verarbeitet werden. Wichtig ist nur, dass die Schale des grünen Spargels etwas entfernt wird, damit das Pesto schön geschmeidig werden kann. Das Aroma des Spargels kommt schön zur Geltung, besonders, wenn das kalte Pesto auf die heißen Nudeln trifft. Dann wird die Küche, das Esszimmer, die ganze Wohnung durch einen wohligen Geruch durchströmt, der sofort den Gedanken „Soulfood“ aufblitzen lässt. Und genau das ist dieses Gericht für mich: Ein Seelenwärmer im Frühsommer.

Das Rezept ist in 10 Minuten zubereitet (Ok, Eure Nudeln dürfen keine 11 Minuten brauchen, bis sie al dente sind…) und damit also perfekt für ein schnelles Abendessen nach einem harten Arbeitstag geeignet. Dazu passt hervorragend ein Glas kühler Chardonnay und ein warmer Platz in der Abendsonne auf dem Balkon, um deren letzte Strahlen auszukosten.

Pasta mit Pesto vom grünen Spargel

Ihr werdet es sicher bemerkt haben, dass ich für das Foto einen ungewöhnlich bunten Teller benutzt habe. Keine Angst: Bei mir ist nun nicht das Deko-Fieber ausgebrochen – vielmehr hat mich der „Teller auf Reisen“ erreicht. Seit einiger Zeit tourt dieser Teller auf Initiative von Foodfreak durch Deutschland und hat dabei schon viele Gerichte gesehen. Jeder Blogger kreiert ein Rezept, fotografiert dieses auf jenem Teller und schickt diesen dann an einen anderen Blogger weiter. Im nächsten Monat wird eine Zusammenfassung des bisherigen Weges veröffentlicht werden und ich bin schon gespannt, wie weit der Teller tatsächlich herumgekommen ist. Bevor das Event endet, werde ich den Teller auch noch einmal auf Reisen schicken – und zwar in das Elsass zu Sabine von Bonjour Alsace. Ich finde, dass dieses Event eine wirklich wunderbare Idee ist und bedanke mich bei Nele, die mir den Teller geschickt hat.

Pasta mit Pesto vom grünen Spargel

Rezept

Dauer: 10 Minuten

Zutaten für das Grünspargelpesto (Für 4 Personen):

  • 300 g grüner Spargel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g Pinienkerne
  • 30 g Pecorino
  • 15 ml Rapsöl
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Salz

Zubereitung:

1 Den grünen Spargel putzen, die Enden abschneiden und leicht schälen. In 1 cm große Stücke schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und grob hacken. Die Petersilie hacken. Den Pecorino reiben.

2 Die Pinienkerne langsam und vorsichtig in der Pfanne trocken rösten.

3 Alle Zutaten bis auf das Salz mit einem Stabmixer zu einer Paste verarbeiten. Dann mit Salz abschmecken.

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  • Nun wächst meine Vorfreude auf den Teller noch mehr.
    Dein Pesto aus rohem Spargel muss ich natürlich auch unbedingt ausprobieren – bisher habe ich es immer mit gekochtem grünem Spargel zubereitet, schau mal hier – das schmeckt auch genial:
    http://bonjouralsace.blogspot.fr/2012/06/pesto-von-grunem-spargel.htmlAntwortenAbbrechen

  • Das hört sich so gut an, dass ich das noch heute nacharbeite. Danke für die Idee.AntwortenAbbrechen

  • Das Grünspargelpesto juckt mir auch schon länger in der Nase. Ich habe es zuerst bei der Freundin des guten Geschmacks gesehen. Und sie verweist auf Lindas Bistro.

    http://reinegeschmacksache.blogspot.de/2010/06/100-jahre-clubsandwich.html

    http://lindasbistro.blogspot.de/2010/06/asparagina-puree-vom-grunen-spargel.htmlAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke für die Gedankenstütze, aber die Seite kannte ich nicht…es war was anderes…ich komm schon wieder drauf…2016…AntwortenAbbrechen

  • “Ist alles so schön bunt hier” würde Nina Hagen singen. ; -) Der schöne Teller stiehlt der schönen Pasta fast die Show – aber mir gefällt’s. Ab und an sollte man es halt auch einmal bunt trieben. Viele Grüße, Kai.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :)

      Normalerweise habe ich ja nur reinweisse Teller. Aber es ist wie Du sagst: Abwechslung rockt hin und wieder.AntwortenAbbrechen

  • schön, den Teller wieder zu Gesicht zu bekommen. Leider sind es längst nicht so viele Teilnehmer wie es hätten werden können, da der Teller doch einige ungeplante Ruhepausen eingelegt hat… plus die Tatsache, dass diverse Leute nicht mal eine Mail schicken wenn sie den Teller dann haben – und ich möchte auch nicht ständig nachfragen… der hängen die Teilnahmebedingungen nicht mehr dran? :)))

    Danke für’s mitspielen, sehr schön in Szene gesetzt!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ich habe leider auch länger als sieben Tage gebraucht – drei Wochen waren es dann leider doch. Teilnahmebedingungen hängen nicht mehr dran, ich habe auf Deiner Webseite gespickt…Mail schicke ich Dir auch keine mehr, Du hast es ja mitbekommen :) AntwortenAbbrechen

  • […] High Foodality: Rohes Grünspargelpesto […]AntwortenAbbrechen

  • Sebastian K.

    Ich mache das Pesto jedes Jahr wieder und finde es am Besten zu Orechiette. Noch ein Tipp von mir. Lass mal 1/3 des Spargels außen vor und brate ihn in Stücke geschnitten + längs halbiert kurz in Butter gebraten und untergehoben. Und dann als Sidekick: halbierte/geviertelte Erdbeeren (gern auch mit Langpfeffer und altem Balsamico mariniert) als Topping. Das hebt das Pesto nochmal in ungeahnte Höhen.

    SebastianAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Lieber Sebastian, das hört sich unglaublich lecker an! Ich habe mir Dein Rezept gleich mal gespeichert…AntwortenAbbrechen

  • Ich liebe Pesto und mache mein Pesto auch selber. Aber Pesto aus rohem Spargel ist sicherlich mal etwas anderes! Ich wundere wie es schmecken wird. Ein tolles Rezept! Nächte Woche wird Spargel gekauft!!!
    LG VanessaAntwortenAbbrechen

  • Das Pesto habe ich gleich ausprobiert, es ist wirklich mega lecker, da habe ich da Rezept gleich weitergebloggt :-)
    LG SabineAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Sabine, oh, das ist aber schön! Toll, wenn’s Dir geschmeckt hat! Freut mich sehr!AntwortenAbbrechen

Sauerbraten von der Ente mit Gin und Kartoffelstampf

Ein Sauerbraten war für mich bis dato ein Gericht, das mit Rindfleisch zubereitet werden musste. Wenn es aber gelingt, solch starre Denkstrukturen aufzulösen und wenn man mit etwas Glück noch einen Denkanstoß für neue Wege bekommt, ergeben sich ganz neue Geschmackserlebnisse. Zum Glück!

Wahrlich, zum Glück verändern sich auch persönliche Vorlieben und Geschmäcker über die Jahre. Ich konnte ganz lange mit Gin wenig anfangen und fand den Wacholderschnaps furchtbar – was vielleicht auch daran lag, dass meine erste Begegnung mit einem eher minderwertigen Vertreter war. Vor drei Jahren trank ich dann einen guten Gin Tonic und bin seither zu einem echten Fan geworden. So sehr, dass ich Gin nicht nur gerne trinke, sondern auch in der Küche verwende.

Gin hat eine recht lange Geschichte: Erste Nennungen datieren zurück bis in das 17. Jahrhundert, auf einen Wacholderschnaps mit dem Namen „Genever“. Der heutige Name Gin entwickelte sich, als der Schnaps seinen Weg nach England fand und leitet sich wohl direkt von der botanischen Bezeichung des Wacholders „juniperus“ ab. Die Engländer waren es auch, die die Produktion des Gin über viele Jahre verfeinerten und die Bezeichnung „London Dry Gin“ prägten.

Bei der Herstellung von Gin erfolgt die Aromatisierung des Schnapses nicht nach der Destillation, sondern währenddessen. Dabei werden entweder die Alkoholdämpfe über die Gewürze – zumeist Wacholder und Koriander in großen Mengen – geleitet oder die Gewürze mit der Maische destilliert. Je nach Hersteller unterscheidet sich die Gewürzmischung. Gute Destillate erkennt man meist an einem Alkoholgehalt deutlich über 40%, damit ein runder, ausgewogener Geschmack entstehen kann. Cocktails mit solchen Gin-Sorten machen wahrlich Spaß.

Drei neue Gin & Tonic Variationen

Eigentlich könnte man meinen, dass man zu Gin & Tonic nichts mehr schreiben muss, aber mein lieber Freund Frank hatte sich, als er hier auf dem Blog wöchentlich einen Cocktail veröffentlichte, schon ausführlich mit interessanten Varianten des beliebten Dauerbrenners beschäftigt und drei Variationen vorgestellt, die echten G & T Fans gefallen müssten. Wer experimentierfreudig ist, der kann sich ja einmal an „The Garden & Tonic“, „G & Tea“ oder „G & T Spanish Style“ versuchen.

Gin & Tonic Variationen

Wenn ich einen Aperitif für ein Menü suche, so lande ich im Sommer bei zwei Cocktails: Dem “Gin Basil Smash“ und den „French 75“. Der Drink „French 75“ verdankt seinen Namen einer französischen 75-mm Feldkanone des ersten Weltkriegs, die durch ihr leichtgängiges Rückschlag-System und enorme Durchschlagskraft bekannt war. Der Drink hat ganz offensichtlich ähnliche Eigenschaften: Er schmeckt sehr leicht und frisch, hat aber auch eine gewisse (alkoholische) Wucht.

Wie viele andere Cocktail-Klassiker war auch der French 75 in den vergangenen Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Die irrtümliche Auffassung, der Drink müsse mit Cognac anstatt mit Gin zubereitet werden, wurde jahrelang in vielen Bar-Büchern vertreten – wohl weil Cognac eher “French” ist als Gin.

Gin Basil Smash

Aber wie ich eingangs bereits erwähnte, kann Gin nicht nur für Cocktails eingesetzt, sondern wunderbar zum Kochen verwendet werden. Als kleine Vorspeise serviere ich gerne gebeizten Lachs. Anstelle der Zugabe von Weißwein zur Beize kann dieser einfach durch Gin ersetzt werden. In diesem Fall zerdrücke ich noch 1-2 Wacholderbeeren im Mörser und gebe diese zusätzlich auf den Lachs. Nach 48 Stunden ist der Lachs verzehrbereit und entfaltet ein recht intensives Aroma. Zusammen mit Champagner-Espuma ergibt der Lachs dann quasi eine fischige Fortführung des French 75 – ein perfekter Auftakt für ein sommerliches Menü.

Mit Gin kann wunderbar gebeizt werden

Aber nicht nur Gin und Fisch funktionieren gut, auch Gin und Fleisch harmonieren durchaus. Durch Zufall bin ich über eine Rezeptekarte eines Gewürzherstellers gestoßen, auf der die Anleitung für einen Sauerbraten von der Ente stand. „Krass!“ dachte ich und steckte die Karte ein. Bis dato hatte ein Sauerbraten vom Rind zu sein, gerne auch wirklich sauer. Kennt Ihr das? In den meisten Restaurants sind die Saucen, die zu einem Sauerbraten serviert werden, nicht wirklich sauer. Ich finde, dass die Köche hier gerne mehr Mut beweisen und saurere Saucen fertigen könnten. Genauso wie man in einem Pfeffersteak den Pfeffer auch gerne schmecken darf.

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Ich nahm die Rezeptekarte als Anregung und ersetzte bei der Beize Weißwein durch Gin. Die Ente nimmt das Aroma gut an, und auch in der Sauce ist der Eigengeschmack des Schnapses gut zu schmecken. Ich habe einen Tanqueray Gin No. Ten benutzt, der meinem Empfinden nach ein intensives Kräuter-Aroma besitzt und Sauce und Ente einen vollen Geschmack verleiht. Die Ente wird im Gegensatz zum klassischen Sauerbraten nur in dem Gin-Sud gegart und nicht über mehrere Tage oder Stunden eingelegt. Aber auch diese kurze Zeit hat gereicht, um die Entenbrust angenehm mit dem Aroma zu versehen.

Einige Tage später probierte ich eine längere Marinierzeit und legte einen Rehrücken zwei Tage in eine Gin-Beize – das Ergebnis war ein unglaublich intensiven Aroma, was ich nur Lesern empfehlen kann, die auf Wacholder stehen. Für die Ente bestand der Sud aus Gin, Rotwein, Aceto Belsamico di Modena, Honig, geräuchertem Pfeffer von Arthurs Tochter, etwas Curry und Wacholderbeeren. Den Kartoffelstampf habe ich sehr konservativ gewürzt, weil Sauce und Ente bereits genug Aroma transportierten. Das Ergebnis: Eine unglaublich zarte, immer noch rosa Entenbrust mit gutem, säuerlichen Wacholderaroma.

Ich kann Euch nur empfehlen, einmal mit Gin abseits der Bar zu experimentieren – das Ergebnis ist wohlschmeckend und eröffnet neue Geschmackserlebnisse. Wem das allerdings zu gewagt erscheint, der wird natürlich mit einem klassischen Gin Tonic oder einer der Variationen ebenfalls gut umsorgt.

Rezept

Dauer: Etwa 45 Minuten

Zutaten für den Gin-Sauerbraten von der Ente mit geräuchertem Pfeffer (Für 4 Personen):

  • 3 Entenbrüste
  • 500 g grüner Spargel
  • 1,5 kg Kartoffeln
  • 300 ml Milch
  • 30 g Butter
  • Etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • Etwas kalte Butter zum Binden der Sauce
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Für den Sud:

  • 200 ml Gin, z. B. Tanqueray
  • 200 ml Rotwein
  • 5 EL Aceto Balsamico di Modena
  • 1-2 EL Honig
  • 1 TL geräucherter Pfeffer
  • 1 TL Curry
  • 3 Wacholderbeeren
  • Salz

Zubereitung:

1 Für den Kartoffelstampf die Kartoffeln kochen und schälen. Die Milch erhitzen und über die Kartoffeln geben, dann mit einem starken Schneebesen zu einem glatten Brei verarbeiten. Die Butter unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Warm halten.

2 Während die Kartoffeln kochen die Zutaten für die Beize in einer Kasserolle erhitzen und über etwa 10 Minuten einkochen. Einen Topf mit Wasser aufsetzen. Die Entenbrüste darin etwa 5-6 Minuten pochieren. Aus dem Wasser nehmen und in dem Sud etwa 15 Minuten ziehen lassen. Der Sud sollte dann nicht mehr kochen. Den Backofen im Grill-Modus vorheizen.

3 Die Entenbrüste aus dem Sud nehmen und mit der Hautseite nach oben im Backofen in 4-5 Minuten knusprig grillen.

4 Währenddessen den grünen Spargel putzen und in etwas Butterschmalz in einer Pfanne braten. Salzen. Den Sud mit etwas kalter Butter zu einer Sauce binden und abschmecken.

5 Die Entenbrüste aus dem Ofen nehmen und kurz ruhen lassen, aufschneiden und mit dem grünen Spargel, dem Kartoffelstampf und der Sauce anrichten.

Quelle: Nach einer Inspiration eines Herbaria-Rezepte-Zettels

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Werbe-Hinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Diageo für Tanqueray No. Ten. Im Artikel wird die Webseite de.thebar.com verlinkt und der Produktname Tanqueray genannt.
  • Uwe, mein Freund. Der Teller ist ein echter Knaller. Bei Gin bin ich natürlich befangen, aber da reden wir unter vier Augen nochmal drüber ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ich freu’ mich schon so auf dieses Vieraugengespräch. Und darauf, wenn nach dem vierten Gin aus vier Augen acht werden.AntwortenAbbrechen

  • Wow Uwe,

    hier triffst du meinen Geschmack aber sehr genau. Mein LIeblingscocktail ist besagter Gin Basil Smash und ich liebe Gin zum Beizen von Fisch. Aber so als “Sauerbraten” vom Entenbrüstchen klingt es wahnsinnig verlockend, sieht toll aus und wird mit großer Sicherheit bei uns demnächst getestet :)

    Liebe Grüße,
    AnnettAntwortenAbbrechen

  • Diesen Beitrag habe ich jetzt dreimal gelesen. Er hat mich nicht losgelassen. Das ist genial, mal auf Ente auszuweichen, wenn es um Sauerbraten geht. Gin ist zwar nicht unbedingt mein Getränk, aber man sollte es probieren.AntwortenAbbrechen

  • Was ein Porno-Teller – ganz großes Kino! ;-)
    Auch das Pferd sollte man beim Sauerbraten nicht ausser acht lassen.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Pferd, jau. Habe ich tatsächlich noch nie probiert. Kommt bestimmt noch.AntwortenAbbrechen

  • Stefan

    Hallo Uwe,

    wie würde das Fleisch bei einer längeren Marinierzeit eingelegt? Habe keine Erfahrung mit Sauerbraten o.Ä., einfach die Entenbrüste in besagten, warmen Sud einlegen und anschließend in den Kühlschrank stellen?

    Vielen Dank!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Stefan, bei diesem speziellen Rezept nicht. So gesehen ist es kein typischer Sauerbraten – aber die kurze Garzeit im Sud reicht völlig aus.AntwortenAbbrechen

  • Udo

    Hallo Uwe,
    Zunächst Gratulation zu deinem Blog (das hab ich schon in Facebook kundgetan) – finde ich klasse!

    Und die Ente als Sauerbraten – ich muss schon sagen, die ist der Hit. Habe sie am Sonntag probiert und die ganze Family hat sie für
    Sehr gut befunden ( glaub mir, das will was heißen).AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Udo, danke für Deine Rückmeldung! Das ist ja toll, wenn es der ganzen Familie geschmeckt hat. Freut mich sehr, auch Dein Lob!AntwortenAbbrechen