Vanillezucker, selbst gemacht

Vanillezucker, selbst gemacht

Im Rahmen der Serie „Fertigprodukte selbst gemacht“ kommt heute das Apotheken-Produkt der Nahrungsmittelindustrie an die Reihe: Der Vanillezucker.

Bitte versteht mich richtig: Wenn Ihr Vanillezucker selbst zubereitet, und dafür echte Vanille verwendet, so ist das Endprodukt nicht gerade ein Schnäppchen. Vanille gehört nunmal zu den teuersten Gewürzen der Welt und rangiert meist nur hinter Safran. Dafür könnt Ihr aber sicher sein, dass im Vanillezucker auch echte Vanille drin ist, wenn Ihr diesen selbst zubereitet. In der Regel ist das bei Fertig-Produkten eher weniger der Fall, und so wird vergleichsweise viel Geld für vergleichsweise billiges Aroma bezahlt.

Dabei ist die Zubereitung von Vanillezucker echt einfach. Ihr braucht lediglich Vanilleschoten, ein luftdicht verschließbares Glas und Zucker. Ich nehme gerne Rohrohrzucker, nicht zu grob, nicht zu fein, so dass ich ihn flexibel einsetzen kann. Den Zucker fülle ich in ein Glas. Wichtig ist, dass dafür ein Glas verwendet wird, das luftdicht verschlossen werden kann. Die Vanille gibt nämlich nach und nach ihr Aroma an den Vanillezucker ab und wir wollen ja nicht, dass sich das tolle Aroma in die Luft verflüchtigt, oder?

Um zum Ergebnis zu kommen, gibt es nun 3 Steigerungsvarianten:

  1. Die einfachste Variante ist zugleich eine, die garantiert, dass die Vanilleschoten aus Eurem Haushalt vollständig verwertet werden. Für diese Variante werden gebrauchte Vanilleschoten verwendet. Egal also, ob das Mark ausgekratzt oder die Schote in einer Soße mitgemocht wurde – sie kann immer noch für Vanillezucker verwendet werden. Dafür wird die Schote abgewaschen und zwei bis drei Tage getrocknet, dann in das Glas zum Zucker gegeben. Frischer Zucker ist nach 2-3 Wochen schön aromatisiert. Ich gebe gebrauchte Schoten munter in das Glas – because you can never have too much vanilla…
  2. Wem die erste Variante zu schwach oder nicht „vanillig“ genug ist, der greife zu dieser Möglichkeit: Dafür braucht Ihr frische Schoten – auf 500g Zucker etwa 2 Stück. Diese kratzt Ihr aus und vermischt das Mark mit dem Zucker. Die Schoten werden im Zucker vergraben und nach 2-3 Wochen habt Ihr einen wunderbar aromatischen Vanillezucker.
  3. Es gibt aber noch eine Steigerungsform: Ihr könnt zusätzlich zu frischen Vanilleschoten noch gemahlene Vanille geben. Ein knapper Teelöffel auf 500g Zucker wirken bombastisch, mehr Vanillezucker geht nicht.

Essentiell für einen guten Vanillezucker sind natürlich auch hier die guten Grundprodukte. Guter Zucker und gute Vanille ergeben tollen Vanillezucker. Gute Vanille gibt es – auch diesen Tipp habe ich hier auf dem Blog schon x-Mal abgegeben – beim Online-Versand madavanilla. Dort könnt Ihr Bio-Vanille aus Madagaskar beziehen, die unglaublich ergiebig sind und ein atemberaubendes Aroma besitzen. Zudem ist der Preis noch mehr als fair (Hinweis: Die Nennung des Online-Shops madavanilla ist Werbung, die aus eigenem Antrieb geschieht: Ich finde den Shop und die Qualität der Vanilleschoten so gut, dass ich diese Bezugsquelle Euch gerne empfehle.).

Die bisherigen Rezepte aus der Reihe „Fertigprodukte selbst gemacht“:

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Heisse Schokolade

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Rezept

Zutaten für 500 g Vanillezucker:

  • 500g Zucker
  • 2 Vanilleschoten
  • 1 TL gemahlene Vanille
  • 1 luftdicht verschließbares 500ml-Glas

Zubereitung:

1 Mark aus den Vanilleschoten kratzen und mit der gemahlenen Vanille und dem Zucker vermischen.

2 Zucker in ein luftdicht verschließbares Glas schütten und die Vanilleschoten dazu stecken, verschließen.

3 Nach 2-3 Wochen ist der Vanillezucker „fertig“.

  • Selbstgemachter Vanillezucker schmeckt wirklich tausendmal besser! Und auf Madavanilla steh ich auch :) Guter Tipp!
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,
    eine super Sache, das mit dem Vanillezucker. Das mache ich genauso wie Du und den Tipp mit der Vanille habe ich von Dir:) Die Vanilleschoten sind fantastisch. Mittlerweile bestelle ich dort auch andere Gewürze und bin super zufrieden damit!
    Zusätzlich mache ich noch Vanilleextrakt selbst, es ist auch eine schöne Sache für Desserts oder Kuchen backen;)

    Viele Grüße
    KasiaAntwortenAbbrechen

  • Genau so mache ich es auch – die Schoten sind viel zu schade zum Wegwerfen! Und rate mal, wo ich sie bestelle ;)
    LGAntwortenAbbrechen

  • Ich habe mir aus dem Indienurlaub einen guten Vorrat Vanilleschoten mitgebracht.
    Jedesmal, wenn ich das Mark einer Schote verwertet hab, kommt der Rest in das Glas mit dem Vanillezucker. Ich habe ein großes Glas mit einer kompletten Schote und diversen “leeren” Schoten. Der Zucker schmeckt super vanillig und ist eigentlich ein komplett anderes Produkt als das vanillin-aromatisierte Zeug in Tütchen ;) AntwortenAbbrechen

  • Zizibe

    Ich kenne Produkte von Madavanilla, kaufe jedoch meine Vanillestangen wie auch pulverisierte Vanille in ebenso guter Qualität im Weltladen.AntwortenAbbrechen

  • Mmmh, echter Vanillezucker ist was feines. Ich finds schlimm, wenn Kinder heutzutage den echten Vanillegeschmack gar nicht mehr kennen und denken, dass das künstliche Zeugs die wahre Vanille ist. Dabei ist echter Vanillegeschmack so reichhaltig und intensiv, wie es Vanillin niemals sein kann.

    Viele Grüße
    Kerstin

    PS: Schon mal Gemüsebrühpulver selbst gemacht?AntwortenAbbrechen

  • Das habe ich auch immer in der Küche stehen. Direkt danaben steht mein Vanille-Salz. Gerade für Rosenkohl oder Spinat ein absoluter Knaller. Und noch ein ganz kleines Döschen Vanille-Fleur de Sel für Paella. :-) AntwortenAbbrechen

  • Christel aus Berlin

    Ich habe gerade heute meine getrockneten Vanilleschoten, die ich mit Zucker zusammen in einem 500 ml Joghurtglas aufbewahrte, pulverisiert. Dazu habe ich den Inhalt des Glases in eine Schüssel gekippt und die inzwischen sehr trockenen und harten Vanilleschoten rausgefischt und klein gebrochen. Anschließend habe ich in zwei Portionen Zucker und gestückelte Schoten in eine Moulinette gegeben und alles ganz fein gemahlen. Diesen feinen Vanillezucker habe ich zurück in ein sauberes Glas geschüttet – et voilà! Wisst ihr zufällig, wie lange man den Vanillezucker aufbewahren kann? Er verbraucht sich ja nicht so arg schnell…;-)AntwortenAbbrechen

  • Eine ganz doofe Frage habe ich. Ich hab auch schon so Vanillezucker hergestellt, ist auch wirklich lecker geworden. Aber gibt es irgendwas bei der Haltbarkeit zu beachten? Ich hab den Vanillezucker nämlich im Sommer gemacht und als ich dann bei der Weihnachtsbäckerei angelangt war, war ich so verunsichert, ob der noch ok ist, dass ich doch wieder gekauften Vanillezucker verwendet habe…AntwortenAbbrechen

Kalbsbäckchen mit Rosenkohl-Kartoffel-Stampf

Kalbsbäckchen mit Rosenkohl-Kartoffel-Stampf

Wenn Ihr meinen Blog regelmäßig verfolgt, dann habt Ihr bestimmt meine Liebe zu Kalbsbäckchen mitbekommen. In der heutigen Variante habe ich die Beilage variiert und die Bäckchen zu einem Rosenkohl-Kartoffel-Stampf serviert.

Ja, langsam habe ich Übung in der Zubereitung der Kalbsbäckchen. In meinem Rezept Kalbsbäckchen mit Kürbis-Risotto habe ich eine Liste zusammengestellt, was bei der Zubereitung von Kalbsbäckchen beachtet werden sollte – da sind ein paar Tipps, die das Gelingen sicherer machen.

Ganz wichtig ist das Marinieren der Bäckchen. Alles unter 12 Stunden ist lustiges Baden – ich bin fest davon überzeugt dass geschmacklich erst ein echter Zuwachs zu erkennen ist, wenn die Kalbsbäckchen mindestens einen halben Tag in gutem Rotwein geschwommen sind. Die Kruste, die sich dann während des Schmorens auf den Bäckchen bildet, ist einfach unglaublich.

Die Beilage – der Rosenkohl-Kartoffel-Stampf – ist beileibe keine Unbekannte: Ich hatte Euch diese schon einmal zu einer glasierten Ente mit Glühweinsauce serviert. Das Rezept stammt von Katharina aus dem ess.raum und begeistert mich immer wieder. Der Clou: Dem Rosenkohl und den Kartoffeln wird eine Handvoll Feldsalat und eine Portion karamellisierter Walnüsse beigemengt. Das bringt einen feinen Geschmack und knuspert schön im Mund. Etwas Hartes verträgt das Gericht gut, kann man doch die Kalbsbäckchen wie üblich mit der Gabel zertrennen.

Wenn Ihr Euch in diesem Winter noch nicht an ein Schmorgericht gewagt habt, so solltet Ihr es Euch unbedingt vornehmen, bevor die allgemeine Sehnsucht nach Sonne und den ersten zarten Frühlingsboten die kulinarischen Gelüste nach Geschmortem aus unseren Köpfen vertreibt. Als Anregung hätte ich noch folgende Gerichte für Euch:

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Rezept

Dauer: 12 Stunden Marinierzeit, 5 Stunden Schmorzeit, 1 Stunde Zubereitung

Zutaten für die Kalbsbäckchen mit Rosenkohl-Karotten-Stampf (Für 4 Personen):

Für die Kalbsbäckchen:

  • 4 Kalbsbäckchen
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Karotte
  • 1/2 Bund Petersilie
  • Ein kleines Stück Sellerie
  • 1 L Rotwein
  • 200 ml Portwein
  • 500 ml dunkler Kalbsfond
  • Etwas dunkle Sojasauce
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • Etwas kalte Butter
  • Salz

Für den Rosenkohl-Walnuss-Kartoffelstampf:

  • 750 g Rosenkohl
  • 3 mehlig kochende Kartoffeln
  • 1-2 Handvoll Feldsalat
  • 1-2 Handvoll Walnüsse
  • 1 1/2 EL Zucker
  • Etwas Muskat
  • 1 1/2 TL Backnatron
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Mindestens 12 Stunden vor der Zubereitung solltest Du starten, die Kalbsbäckchen zu marinieren. Dafür die Bäckchen parieren und in 1 L Rotwein einlegen, abdecken und ziehen lassen.

2 Am Zubereitungstag nimmst Du die Bäckchen etwa 5 Stunden bevor das Essen fertig sein soll aus dem Rotwein. Den Rotwein schüttest Du nicht weg – der wird noch benötigt! Nun bindest Du die Bäckchen mit etwas Küchengarn zusammen, so dass kleine Pakete entstehen. Nun brätst Du die Bäckchen rundherum in etwas Schweineschmalz oder Ghee an.

3 Danach würfelst Du die Zwiebeln und den Sellerie, schneidest den Lauch und die Karotte in Ringe, hackst die Petersilie und brätst das Gemüse in etwas Fett im Bratensatz der Bäckchen an. Wenn das Gemüse etwas Farbe genommen hat löschst Du mit etwas Sojasauce ab, dabei stetig rühren. Wenn die Sojasauce eingekocht ist, löschst Du mit Portwein ab und lässt den Port reduzieren. Vorgang noch zweimal wiederholen, bis der Portwein aufgebraucht ist. Danach gießt Du mit Rotwein auf (Den Rotwein, in dem Du die Bäckchen eingelegt hast), gibst den Kalbsfond und die Kalbsbäckchen sowie die Pfefferkörner und die Lorbeerblätter dazu und erhitzt die Flüssigkeit. Die Bäckchen sollten bedeckt sein. Nun kannst Du die Bäckchen geschlossen bei 140°C Ober-/Unterhitze für vier Stunden in den Ofen geben.

4 Die Bäckchen aus dem Ofen nehmen und die Sauce durch ein Sieb abseihen. Das Gemüse mit einem Löffel im Sieb gut ausdrücken. Bäckchen warm halten. Sauce in einer Kasserolle erhitzen und mit Salz und Sojasauce abschmecken, ggf. mit etwas kalter Butter oder Stärke binden. Warm halten.

5 Den Rosenkohl waschen, putzen und vierteln. Die Kartoffeln schälen und in kleine Scheiben schneiden. Die Walnüsse hacken, den Feldsalat putzen und in Streifen schneiden.

6 Wasser zum Kochen bringen. Salzen und die Kartoffeln und den Rosenkohl darin garen, bis beides weich ist. Die Zugabe von etwas Backnatron bewirkt, dass der Rosenkohl schön grün bleibt. Natürlich kann das Backnatron auch weggelassen werden.

7 In der Zwischenzeit karamellisierst Du die Walnüsse. Dafür gibst Du den Zucker mit 1 EL Wasser in eine Pfanne und wartest, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann gibst Du die Walnüsse hinzu und wartest wieder, bis sich alles Wasser verflüchtigt hat. Dann beginnt sich der Zucker nämlich um die Nüsse zu legen – ein perfekter weißer Film bekleidet diese.

8 Dann nimmst Du den Rosenkohl und die Kartoffeln mit einem Schöpflöffel aus dem Sud und zerdrückst beiden mit einem robusten Schneebesen. Unter die Masse mischst Du den Feldsalat und die Walnüsse, anschließend schmeckst Du den Stampf mit Muskat, Salz und Pfeffer ab. Alles anrichten.

  • Aus irgendwelchen Gründen habe ich bisher noch nie Bäckchen zubereitet, wohl aber diverse Rezepte mit Interesse verfolgt. Dieses hier gefällt mir besonders gut. Und die Idee mit den karamellisierten Walnüssen finde ich genial.AntwortenAbbrechen

  • Oh, ich liebe Bäckchen! Sowohl Kalbs- als auch Ochsenbäckchen bereite ich gern und immer wieder zu, auch wenn das Parieren doch ziemliche Arbeit ist. Mariniert hab ich sie noch nie, das hört sich aber wirklich gut an. Probiere ich mal aus. Danke für das schöne Rezept.

    Viele Grüße
    KerstinAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Am besten kann man den Effekt wohl mit der Beize eines Sauerbratens vergleichen – da schmeckt die Kruste des Fleisches auch intensiver als der Rest. So in etwa verhält es sich dann auch bei den Bäckchen…AntwortenAbbrechen

  • Mist, meine bestellten Kalbsbäckchen von glücklichen österreichischen Kälbern sind bei der letzten Lieferung nicht mitgekommen. Jetzt, wo ich dein Rezept entdecke, ärgert mich das noch mehr!AntwortenAbbrechen

  • hallo Uwe, ich bin ja so begeistert über Deine Rezepte und Anleitungen.
    Die Ochsenbäckchen habe ich nun schon 3 mal meinen Leuten angeboten, nur zufriedene Gesichter.
    Nun suche ich ein Rezept für Schweinebäckchen, aber ohne Rotwein, vielleicht kannst Du da etwas anbieten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hein von den TopfgeldjägernAntwortenAbbrechen

Vanille-Tonkabohneneis mit Kardamom

Vanille-Tonkabohneneis mit Kardamom

Im fantastischen Kochbuch „The Icecreamists“ wird das Vanilleeis als eines der reinsten Eissorten beschrieben. Der Geschmack der geriebenen Tonkabohne passt super dazu.

Der Geschmack der Tonkabohne ist dem der echten Vanille sehr ähnlich. In Mexiko werden Tonkabohnen daher auch gerne als Vanille-Ersatz verwendet und als „Mexikanische Vanille“ bezeichnet.

Tonkabohnen sind die Samen des Tonkabohnenbaumes. Dieser wächst vorwiegend in der Karibik und in Südamerika, und fand Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Weg nach Europa. Da der in den Tonkabohnen enthaltene Inhaltsstoff Cumarin zu den Toxinen und ist in größerer Menge giftig. Deswegen war es in Deutschland lange verboten, Tonkabohnen zu Lebensmitteln zuzusetzen. Seit 1991 gelten bestimmte Beschränkungen, wie viel Tonkabohne zu bestimmten Lebensmitteln zugesetzt werden darf – bei der Verarbeitung stellt sich also automatisch ein gewisses Outlaw-Gefühl ein…:)

Am besten verarbeitet man die Tonkabohne mit einer Muskatreibe. Ich reibe die benötigte Menge immer frisch und lagere die Tonkabohnen trocken und dunkel in einer kleinen Gewürzdose. Würde ich die Tonkabohnen in Zucker legen, ergäbe sich ein ähnlicher Effekt wie bei der Herstellung von Vanillezucker: Der Zucker wird nach und nach aromatisiert. Allerdings habe ich bislang noch nie in Rezepten entsprechende Anleitungen gefunden. Wäre aber mal eine Idee, oder…?

Meinem Tonkabohnen-Vanilleeis liegt eine Vanillecrème zugrunde, die mit geriebener Tonkabohne und etwas Kardamom aromatisiert wurde. Wichtig bei der Zubereitung ist, dass die Basismasse gut kühlt und der Geschmack sich wunderbar entfalten kann. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Crème über Nacht, mindestens aber sechs Stunden im Kühlschrank zu kühlen.

In den letzten Wochen erreichten mich immer wieder Zuschriften, welche Eismaschine ich denn verwende. Ich verwende seit knapp zwei Jahren eine (Achtung, Werbung!) Unold Cortina und bin bislang sehr zufrieden. Wenn man sich bei der Meinungsbildung die Rezensionen auf diversen Testportalen durchliest, so findet man ein breites Potpourri an Meinungen, die in jede Richtung gehen. Oft kritisiert wird die vermeintlich zu geringe Motorleistung – was ich nicht bestätigen kann. Wenn man der Bedienungsanleitung folgt und Maximalfüllmengen und -rührzeiten beachtet, kommt die Maschine mit jedem Eis zurecht. In den meisten Rezepten ist sowieso eine Kühlzeit nach der Rührzeit vorgesehen. Eis frisch aus der Maschine funktioniert. Ich kann das Gerät nur empfehlen, Preis-Leistung finde ich total in Ordnung.

Rezept

Zutaten für das Vanille-Tonkabohnen-Eis mit Kardamom (Für 2-3 Personen):

  • 250 ml Milch
  • 125 g Crème Double
  • 80 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Msp. geriebene Tonkabohne
  • 2 Kardamomkapseln

Zubereitung:

1 Die Milch mit der Crème Double vermischen und mit dem ausgekratzten Vanillemark, den Vanilleschoten, dem Kardamom und der geriebenen Tonkabohne erwärmen, jedoch nicht kochen. Wenn die Mischung dampft von der Kochplatte nehmen und etwas abkühlen lassen.

2 Währenddessen das Eigelb mit dem Zucker und dem Salz aufschlagen, bis die Masse luftig und etwas heller geworden ist. Die Milchmischung langsam unter stetem Rühren zur Eimasse geben. Alles auf die Herdplatte stellen und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen und zur Rose abziehen – dabei ständig rühren, damit das Ei nicht gerinnt. Zur Rose abziehen bedeutet: So lange erwärmen und rühren, bis die Crème auf der Rückseite eines Kochlöffels beim Daraufpusten dicke Wellen wirft.

3 Die Masse eine halbe Stunde erkalten lassen, dann mindestens sechs Stunden im Kühlschrank kühlen, besser über Nacht.

4 Am nächsten Tag könnt Ihr die Eismasse in der Eismaschine über 60 Minuten gefrieren. Entweder sofort verzehren oder nochmals 2 Stunden im Gefrierfach durchfrieren.

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  • Annegret Linder

    Das klingt unheimlich lecker und kam auf die To-Cook-Liste.
    Ich freu mich schon darauf, habe nämlich letzte Woche Tonkabohnen gekauft, ohne bereits recht zu wissen, wofür…

    Und heute gibt es übrigens das hier bei uns zu essen: http://www.highfoodality.com/rezepte/fleischgerichte/kichererbsen-salat-mit-sate-spiessen. :) AntwortenAbbrechen

  • Das sieht sooo lecker aus!!! Und Tonkabohnen habe ich noch nie probiert, zumindest nicht wissentlich.

    Danke für das tolle Rezept!!!

    GLG
    HelgaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Annegret: Tonkabohnen sind in Desserts sehr vielseitig einsetzbar und haben ein tolles Aroma (wenn man sie luftdicht lagert…)!

      @arctopholos: Mittlerweile bekommt man die Tonkabohnen im gut sortierten Supermarkt, oder aber in der Apotheke…AntwortenAbbrechen

  • Wow! Das ist ja wohl der Hammer!
    Hab mir heute eine Eismaschine bestellt, und werde deine Variante mit Tonkabohne defenitiv ausprobieren!

    Liebe Grüße, RenateAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Viel Spaß dabei! Und wenn Du Kardamom und Tonkabohne weglässt, hast Du auch schon ein formidalbes Vanilleeis.AntwortenAbbrechen

  • Danke Uwe!
    Der “Ansatz” läuft schon mal, morgen wird dann die Eismaschine zum ersten Mal angeworfen. Ich freu mich schon riiieeesig :-) !

    Da ja Créme Double bei uns in Österreich nicht wirklich zu bekommen ist, hab ich flüssige Sahne und Mascarpone 1:1 gemischt. Ich hoffe, das klappt!
    LG RenateAntwortenAbbrechen

  • Marie

    Hallo Uwe,

    ich habe dein Eis gestern ausprobiert. Mangels Eismaschine kam es in den Froster. Ich habe es dort nach ca. 60 Min und dann noch dreimal nach jeweils ca 45 Min. ordentlich durchgemengt.
    Was soll ich sagen? Es ist wirklich unglaublich köstlich. Und es war mein erster Versuch, Eis selbst herzustellen. Das Rezept war einfach so verlockend und nachvollziehbar geschrieben, dass ich nicht drum herum gekommen bin.

    Dein Blog ist wunderschön und tut der Seele gut. Vielen lieben Dank für die Mühe und Leidenschaft, die du hier reinsteckst. Das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich etwas nachkochen werde.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße,

    MarieAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Marie, vielen Dank für Dein tolles Feedback! Durch solche Kommentare werde auch ich immer weiter motiviert, dranzubleiben und immer auf der Suche nach spannenden Rezepten zu sein :) Viel Spaß hier!AntwortenAbbrechen

Zander-Frikadellen mit Limettenschmand

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Wer meinem Blog schon ein Weilchen folgt, der weiß, dass ich hin und wieder gerne Fisch zubereite und Zander in jeder Form liebe. Eine würzige Fisch-Frikadelle bringt da etwas Abwechslung auf den Teller.

Als ich das Rezept zum ersten Mal las, war ich durchaus skeptisch: In die Fischmasse für die Frikadellen kommt kein Ei oder eine andere Substanz, der ich fundierte Kenntnisse in der Bindung von Lebensmittelmischungen attestieren würde. Klar, es wird etwas Senf zugegeben, aber Senf rangierte bei mir bislang noch nicht unter der Kategorie “Kleber”. Ich hoffte also, dass die Frikadellen in der Pfanne nicht auseinanderbrechen würden – und siehe da, das taten sie auch nicht. Zugegeben: Ich habe die Jungs durchaus wie rohe Eier behandelt. Schön vorsichtig mit einer langen Palette in die Pfanne gehoben, bei milder Hitze langsam angebraten, nicht zu viele Frikadellen in eine Pfanne gesetzt. Zeit gegeben. Dann vorsichtig gewendet und das Spiel wiederholt. Es hat geklappt – keine ging zu Bruch.

Die Frikadellen schmecken unglaublich fein und haben meine Familie wirklich nachhaltig begeistert, auch meine beiden Kleinen erfreuten sich nach Anfangs skeptischen Blicken (“Papa, da ist etwas Grünes drin!!”) dem fein-süßlichen Aroma. Zu den Zander-Frikadellen gab es den leckeren Limettenschmand und einfache Pellkartoffeln, wobei eine edlere Ausführung sicher besser gepasst hätte. Ich kann Blinins als Beilage wirklich nur empfehlen.

Damit die Frikadellen in der Pfanne gelingen, habe ich noch ein paar Tipps:

  • Lege nur wenige Frikadellen in die Pfanne. Die Frikadellen sollten nur etwa die Hälfte der Pfanne ausfüllen. So wird verhindert, dass die Pfanne zu kalt wird und dass aus den Frikadellen zu viel Flüssigkeit austritt.
  • Brate die Frikadellen langsam bei mittlerer Hitze an. Das dauert länger, schlägt sich aber unmittelbar in Geschmack nieder: Durch das langsame Erhitzen wird ein Anbrennen verhindert und gleichzeitig gesichert, dass die Wärme die Frikadelle komplett durchdringt.
  • Drücke die Frikadelle in der Mitte vor dem Braten vorsichtig mit dem Daumen ein. Dadurch bleibt sie schön flach und wölbt sich nicht zu sehr (Funktioniert auch super bei Burger-Pattys!)
  • Benutze zum Anbraten etwas Butterschmalz oder nur Öle mit einem hohen Rauchpunkt.

Ich habe mir nun vorgenommen, aus den Frikadellen meinen ersten Fischburger herzustellen – dann wohl mit etwas Pimenton de la Vera verfeinert und mit einer Senf-Mayonnaise und Dill-Pesto zwischen Brioche Burger Buns serviert…

Rezept

Zutaten für die Zander-Frikadellen mit Limettenschmand (Für 2 Personen):

  • 400 g Zanderfilet ohne Haut
  • 2 Schalotten
  • 1 EL Senf, am besten mit groben Körnern
  • 1 Zitrone
  • 1/2 TL Rosenpaprika
  • Etwas Dill
  • Etwas Schnittlauch
  • Etwas Butterschmalz
  • 200 g Schmand
  • 1 Limette
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Schalotten schälen und fein hacken. Die Schale der Zitrone und der Limette abreiben. Den Saft der Limette auspressen. Dill und Schnittlauch fein hacken.

2 Für die Zander-Frikadellen den Fisch mit einem scharfen Messer sehr fein würfeln. Die Schalotten kurz mit kochendem Wasser überbrühen und 1-2 Minuten blanchieren. Fisch mit Schalotten, Senf, Zitronenschale, Dill und Schnittlauch (Ein wenig für den Schmand zurück behalten) mischen und mit Rosenpaprika, Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Die Hände mit kaltem Wasser benetzen und Frikadellen aus der Masse formen. Die Frikadellen nun vorsichtig und langsam in etwas Butterschmalz bei mittlerer Hitze braten.

4 Für den Limettenschmand den Schmand mit dem Limettensaft, der Limettenschale und etwas Salz und Pfeffer mischen. Zuletzt ein wenig Schnittlauch und Dill zugeben.

Tipp: Dazu passen leckere Kartoffelblini.

Quelle: Living at Home

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    Fischfrikadellen… da hüpft ein Teil meines hanseatischen Herzens ganz doll auf und ab :-) Ich liebe sie! Hab mich nur noch nicht selbst getraut sie zu machen!

    Liebe Grüße
    TInaAntwortenAbbrechen

  • Uwe

    Liebe Tina, das ist wirklich ganz einfach und nicht schwierig – und dazu noch lecker! Ich kann’s Dir nur empfehlen :) AntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,
    die sehen ja total lecker aus. Mir geht’s wie Tina, ich hab mich da auch noch nie ran getraut.
    Mal sehen, vielleicht probiere ich es mit Deinem Rezept.
    Übrigens, ich habe Dich über den KuLa von Steph gefunden und bin begeistert.
    Da ich ja aus der selben Ecke komme wie Du, war ich natürlich besonders über Deinen Schäufele-Beitrag sehr erfreut.
    Lieben Gruß
    TheaAntwortenAbbrechen

  • Zander geht bei mir auch in jeder Form – und deine Frikadellen sehen wirklich ungemein appetitlich aus!AntwortenAbbrechen

  • Die Fisch Frikadellen sehen prima aus. Zander bekomme ich hier nicht, aber ich mache etwas ähnliches mit Krebs ( Dungeness Crab ). Damit mir die Klopse in der Pfanne nicht auseinanderfallen, stelle ich sie vor dem Braten für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Das funktioniert prima :) AntwortenAbbrechen

  • Boah, die sehen toll aus und würden sich beim Süßwasserfischevent gut machen. Ähem. ;-) AntwortenAbbrechen

Grüner Smoothie mit Feldsalat, Birne, Datteln und Ingwer

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Grüne Smoothies sind momentan ein regelrechter Trend: Viele schwören auf den Vitamin-Kick als Start in den Tag oder ersetzen sogar eine komplette Mahlzeit durch einen grünen Trunk. Ich hab’s einfach einmal ausprobiert.

An einem Sonntagmorgen liebe ich einen frisch gepressten Orangensaft oder einen süßen Smoothie, gerne auch mit Dickmilch gemixt. Über grüne Smoothies bin ich bislang nur in Kochbüchern oder hin und wieder in einem Blog gestolpert. Ich habe mich immer gefragt: “Kann das schmecken?”, denn gerade Kohlsorten oder aber Kräuter besitzen doch eine gehörige Portion Bitterstoffe. Klar, richtig zubereitet sind die grünen Jungs eine Vitaminbombe – aber schmecken sollten sie schon. Deswegen gilt die Faustregel, dass auf einen Teil Grünzeug immer ein Teil reifes Obst in den Mixer kommt. Bei Kräutern ist das Verhältnis sicher zu justieren, da Kräuter per se bitterer sein können und das Verhältnis zu ihren Gunsten verschieben.

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Ich habe mich, um’s einmal auszuprobieren, zunächst an Feldsalat gehalten. Feldsalat hat den Vorteil, dass sich die Bitterstoffe in Grenzen halten und dass der Salat jetzt Saison hat und frisch verfügbar ist. Aus reifen Birnen, dem Salat, einigen Datteln und der Zugabe von ein wenig Säure verarbeitete mein Mixer fix eine sämige Masse ohne störende Fasern (Und das ist für den Genuss wichtig: Der Mixer sollte schon eine gewisse Leistungsfähigkeit besitzen). Danach habe ich den Smoothie mit etwas Wasser “gestreckt”, bis mit Konsistenz und Geschmack zugesagt haben. Die Farbe war der Knaller: Mir strahlte ein tolles, frisches Grün entgegen.

Ein paar Tipps zum Start:

  • Verwendet nur wirklich reifes Obst. Dadurch wird der Smoothie süßer, die Bitterstoffe aus dem verwendeten Grünzeug bekommen einen Gegenspieler.
  • Feldsalat ist ideal, um einmal einen grünen Smoothie auszuprobieren, weil Feldsalat nicht so bitter schmeckt wie z. B. Kräuter oder auch Kohlsorten.
  • Beim Mixen solltet Ihr darauf achten, am Anfang nicht zu viel Wasser zuzugeben. Ich püriere den Smoothie in zwei Schritten: Zunächst mit so wenig Wasser wie möglich, um einen sämige Konsistenz zu erreichen. Erst danach fülle ich das restliche Wasser zu.
  • Im Winter ist Grünzeug rar. Als Zutaten für einen grünen Smoothie eignen sich neben Feldsalat auch Spinat, Grünkohl, Postelein oder jeder andere Salat.

Ich hob das Glas also in das spärliche Sonnenlicht und war soweit, zu probieren: Der Geschmack ist zunächst ungewöhnlich, neu, anders, aber dann lecker. Ich kann jedem also nur empfehlen, einmal einen grünen Smoothie auszuprobieren.

Zuletzt habe ich noch einen Tipp für Euch (Achtung, Werbung!): Ich bin letztens über den wunderschönen Online-Shop “Bleywaren” gestolpert, der bei mir ein hübsches Gefühl von Nostalgie und Moderne hinterlassen hat (Dort habe ich meinen Entsafter gekauft und hatte viel Spaß beim Stöbern): Wer Lust hat, kann sich dort im virtuellen Schaufenster einmal umsehen.

Rezept

Dauer: 10 Minuten

Zutaten für den grünen Smoothie mit Feldsalat, Birnen und Datteln (Für 500 ml):

  • 3 reife Birnen
  • 2 Handvoll Feldsalat
  • 4 Datteln
  • 2 cm Ingwer
  • Saft 1/4 Zitrone
  • Etwa 250 ml Wasser

Zubereitung:

1 Die Birnen entkernen und vierteln. Den Ingwer schälen. Alle Zutaten in einen Mixer geben und gut mixen.

2 Mit etwas Salz und ggf. Honig abschmecken.

Quelle: Nach einem Rezept von gruenesmoothies.de abgewandelt.

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  • Lustig. Ich komme auch aus Nürnberg, und auch ich hab in letzter Zeit immer mal wieder grüne Smoothies ausprobiert.
    Mein aktuelles grünes Lieblings-Powersmoothie geht übrigens so: 1 Orange, 1 Zitrone, 1 Mango, 1-2 Bananen, 1 Birne, 1 Handvoll Grünzeug, etwas frischen Ingwer, 1-2 Glas Wasser. Lecker! Im Prinzip kann man jede Art von Hasenfuttergrünzeug nehmen, z. B. auch das Kraut von Radieschen oder Möhren, oder auch Kohlblätter, Giersch, Löwenzahn u. dgl.AntwortenAbbrechen

  • Grüne Smoothies finde ich super lecker, die Kombi aus Birne-Dattel-Feldsalat ist mir aber ganz neu! Super Idee mit den Datteln, habe ich nämlich auch immer im Haus. Wird demnächst ausprobiert :) VG CaroAntwortenAbbrechen