Französischer Baba mit Ziegenkäse-Eis und Heidelbeer-Ragout

Wenn ich auf meine Dessertkreationen der letzten Wochen zurückblicke, zu scheint sich ein Muster zu bilden: Eine Kombination aus einem Kuchen, einem Eis und irgend etwas Beerigem ist klar auf dem Vormarsch. Baba!

Baba? Auch noch französisch? Jou, heute steigt er hinab, der Uwe, in die Weiten des Backens. Aber keine Sorge, das hält nicht lange an, denn die Weiten spucken mich garantiert schnell wieder aus, wenn sie merken, dass ich von der Materie keine Ahnung habe. Deswegen gehe ich hierfür auch strikt nach Rezept vor, und zwwar nach Anleitung aus dem wahrlich fantastischen Grillbuch “On Fire”, das seit ein paar Wochen für merklich Aufruhr in den sozialen Netzwerken sorgt. Die Gebrüder Otto haben darin zusammen mit erfahrenen Grillmeistern ihrer Leidenschaft für ausgefallene Grillrezepte (Untertitel “Grillen für Gourmets”) freien Lauf gelassen und dem (Unter-) Titel des Buches alle Ehre erwiesen. Ihr werdet in Zukunft noch mehr Rezepte daraus sehen und natürlich werde ich das Gesamtwerk auch einer ausführlichen Rezension unterwerfen.

So ist es schon komisch, dass ich als erstes Rezept aus diesem beeindruckenden Werk ein Dessert ausgesucht und nachgekocht habe. Nachgekocht ist dabei der richtige Ausdruck, denn ich habe den Baba nicht wie im Rezept gefordert auf dem Grill zubereitet, sondern ganz klassisch im Backofen. Beim französischen Baba handelt es sich im Wesentlichen um ein Gebäck aus süßem Hefeteig und vielen Eiern. Meine Quellen sagen mir, dass der Baba eigentlich als Napfkuchen serviert wird, hier aber in Timbale-Förmchen gebacken daherkommt. Der Name des Gebäcks leitet sich wahrscheinlich vom russischen Wort “babuschka” ab, was “Großmutter” bedeutet. Es ist wohl anzunehmen, dass es diesen Kuchen oft bei Großmuttern zum Kaffeekränzchen gab und so dieser Name entstand. In Frankreich ist der Kuchen sogar so beliebt, dass sich die Asterix-Erschaffer René Goscinny und Albert Uderzo mit der Benennung eines der vier Römerlager um das gallische Dorf herum einen Scherz mit Hommage erlaubten. Seither erinnert “Babaorum” an die beliebteste Variante des Napfkuchens, den “baba au rhum”.

Wie eben schon angesprochen: Baba besteht aus einem süßen Hefeteig, der nach dem Backen mit einem Sirup getränkt wird, bis er sich hübsch vollgesogen hat. Welcher Sirup dafür benutzt wird (Ja, Rum ist im Wesentlichen auch ein Sirup…), ist der eigenen Kreativität überlassen. So lassen sich fantastische Kreationen schaffen. In meinem Fall wird der Kuchen mit einem Sirup aus Honig, Thymian und Wasser getränkt, was ihm seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Zu Honig passt Ziegenfrischkäse wunderbar, besonders, weil auch dieses Eis mit dem süßen Nektar gesüßt wurde. Das Heidelbeer-Ragout macht die Erfahrung komplett.

Rezept

Benötigtes Zubehör: 4-6 Timbale-Förmchen, 1 Einwegspritze, Eismaschine

Dauer: Lange. Zubereitungszeit ca. 60 Minuten, Backzeit ca. 30 Minuten, Gefrierzeit ca. 60 Minuten, Kühlzeit ca. 4 Stunden.

Zutaten für den französischen Baba mit Heidelbeer-Ragout und Ziegenkäseeis (Für 4 Personen):

Für den französischen Baba:

  • 200 g Mehl
  • 70 g Butter
  • 10 g Honig
  • 10 g frische Hefe
  • 5 Eier
  • 2 EL Milch

Für das Thymian-Wasser:

  • 250 g Honig
  • 1 Bund Thymian
  • 500 ml Wasser
  • Zitronenschalen einer halben Zitrone
  • Etwas Zucker zum Ausstreuen der Timbale-Förmchen
  • Etwas Butter zum Fetten der Timbale-Förmchen

Für das Ziegenkäseeis:

  • 150 ml Milch
  • 100 g Quark
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Sauerrahm
  • 50 ml Orangensaft, frisch gepresst
  • 50 g Honig

Für das Heidelbeer-Ragout:

  • 100 g Heidelbeeren
  • 50 g Zucker
  • 2 EL kaltes Wasser

Zubereitung:

1 Das Ziegenkäse-Eis kann gut am Vortag hergestellt werden. Dafür den Honig in der Milch durch langsames Erwärmen auflösen. Alle anderen Zutaten unterrühren und die Masse mindestens 4 Stunden im Kühlschrank kühlen. Dann über 60 Minuten in einer Eismaschine frieren, anschließend in der Tiefkühltruhe fertig frieren.

2 Für den französischen Baba das Mehl in eine Schüssel geben und eine Kuhle formen. Die Hefe in die Kuhle bröseln und 1 TL Zucker und 2 EL Milch darüber geben und etwa 15 Minuten stehen lassen, dann langsam verrühren. Honig und Butter untermischen, dann nach und nach die Eier zugeben. Der Teig wird sehr weich! Den Teig dann etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Es sollten sich in dieser Zeit Blasen gebildet haben. Danach den Teig gut kneten. 4 Timbale-Förmchen mit Butter fetten und mit Zucker bestreuen. Dann den Teig einfüllen und erneut ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend bei 200°C im vorgeheizten Backofen backen. Die Babas sollten nach etwa 15-20 Minuten fertig sein (Sie sind fertig, wenn beim Einstechen mit einem Zahnstocher nichts mehr an selbigem hängen bleibt). Entnehmen und auskühlen lassen.

3 Währenddessen 500 ml Wasser mit dem Honig und dem Thymian aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Flüssigkeit mit einer Spritze in die Babas spritzen, bis diese keine Flüssigkeit mehr aufnehmen können. Unmittelbar vor dem Servieren aus den Timbale-Förmchen lösen.

4 Für das Heidelbeer-Ragout die Beeren waschen und mit dem Zucker und dem Wasser leise aufkochen und köcheln, bis sich eine dickflüssige Konsistenz ergibt.

5 Baba mit Eis und Heidelbeer-Ragout anrichten – ggf. mit etwas Thymian garnieren.

Quellen:

  • Für das Rezept: “On Fire” aus der Edition Fackelträger
  • Für die Informationen: Wikipedia

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Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Yeah! Ich freue mich ja schon seit einigen Wochen, endlich dieses Rezept zu veröffentlichen. Was im Rahmen einer Auftragsproduktion entstand, findet endlich seinen Weg auf meinen Blog. Kategorie: Lieblingsgrillgerichtrezept!

Bevor ich aber komplett in Lobeshymnen entgleite, möchte ich Euch etwas fragen. Seit einem Jahr präsentiere ich Euch nun vermehrt Gerichte vom Grill, was es in dieser Intensität vorher nicht wirklich auf meinem Blog gab. Gefällt Euch das? Ist Euch das zu viel? Wünscht Ihr Euch wieder mehr „normale“ Rezepte? Bei meinem Ansinnen, mehr Grillrezepte zu zeigen, verfolge ich ein Kalkül: Ich möchte veranschaulichen, dass Grillgerichte einem Konzept folgen und dabei nicht zu aufwändig gestaltet werden können. Ich möchte Anregungen geben, neue Dinge auf dem Rost zu probieren und den Grill nicht nur als Hitzequelle für das Garen großer Stücke Fleisch zu sehen, die dann mit dem üblichen Karotten-Möhrchen-Salat mit Mayonnaise-Dressing serviert werden. Gelingt mir das? Ich würde mich wirklich über Feedback in den Kommentaren freuen!

Nun aber zur angesprochenen Lobhudelei: Ich mag Lamm. Ich mag gegrilltes Lamm. Ich mag Koriander. Und Salat. Und Chili. Und Röstaromen. Ich liebe es, wenn das Fleisch am Spieß eine knackige Kruste entwickelt und innen jedoch Zart bleibt. Wenn der angenehme Geschmack nach Lamm durch die wohlige Süße einer gerösteten Paprika erweitert und verstärkt wird. Wenn Schärfe und Säure für Harmonie und perfektes Mundgefühl sorgen. Wenn die Welt um den nächsten Bissen herum ein wenig kleiner wird und fast mit der hinter dem Grill untergehenden Sonne verschwindet. Hachja.

Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika
Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Das Gericht ist fix zubereitet. Die Lammhüfte wird mindestens eine Stunde in einer Marinade aus Koriander, Chili, Öl und Limettensaft mariniert. Wer Zeit hat, kann das Lamm auch gerne über Nacht in der Marinade baden, der Effekt wird dadurch verstärkt und der Geschmack besser aufgenommen. Eine liebe Blogger-Freundin hat einmal geschrieben, dass jede Marinade unter 12 Stunden den Namen nicht verdient – nun gut, wir geben also unser Möglichstes. Das Fleisch wird anschließend auf einen Spieß ge…spießt. Dafür eignen sich runde Spieße denkbar schlecht, denn damit lässt sich das Fleisch auf dem Grill wirklich schlecht drehen. Bei selbigem Versuch dreht sich der Spieß, aber nicht das Fleisch. Deshalb empfehle ich flache Spieße oder noch besser, Spieße die eher aussehen wie sehr dünne Pinzetten und eigentlich zwei Spieße sind.

Die Beilage – der Salat – kommt ebenfalls vom Grill. Rote Paprika werden gerade so lange gegrillt, dass sie leicht weich werden aber noch genügend Biss für ein angenehmes Mundgefühl haben. Die Schale habe ich nicht entfernt. Die Paprika werden dann mit einer Vinaigrette vermischt und mit viel Koriander zu der gegrillten Lammhüfte serviert. Viel Spaß dabei!

Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Rezept

Dauer: Ca. 20 Minuten Vorbereitungszeit, mindestens 60 Minuten Marinierzeit und 30 Minuten Grillzeit

Zubehör: 4 Spieße, Grillplatte für die Paprika

Zutaten für die marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika (Für 4 Personen):

  • 1,2 kg Lammhüfte
  • 8 rote Paprika

Für die Marinade:

  • 1 Handvoll Koriander
  • 1 rote Chili
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 Limette
  • Etwas Salz

Für die Vinaigrette:

  • 1 TL grobkörnigen Senf
  • 2 EL Weißweinessig
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1-2 EL Rapsöl
  • Etwas Zucker
  • 1 Handvoll Koriander
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Lammhüfte parieren und in nicht zu kleine Stücke schneiden. Für die Marinade den Koriander und die Chili fein hacken. Den Saft der Limette auspressen. Alle Zutaten verrühren und das Lamm darin wenden. Etwa eine Stunde stehen lassen.

2 Für den Paprika-Salat die Paprika putzen, das Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden.

3 Den Grill auf 180°C indirekte Hitze vorbereiten.

4 Die Paprikaspalten auf der Grillplatte grillen, bis sie weich sind. Auskühlen lassen.

5 Die Lammhüfte auf die Spieße stecken. Die Spieße rundherum direkt grillen, bis das Fleisch etwas Farbe genommen hat. Dann unter indirekter Hitze in ca. 30 Minuten fertig grillen. Immer wieder wenden.

6 In der Zwischenzeit für die Vinaigrette den Koriander hacken und mit dem Senf, dem Weißweinessig, dem Zitronensaft und dem Zucker vermischen. Das Rapsöl in dünnem Strahl zugeben und verrühren, bis sich eine Emulsion ergeben hat. Mit Salz abschmecken. Die Paprikaspalten mit der Vinaigrette vermischen.

7 Die Spieße mit dem Paprika-Salat servieren.

Tipp: Dazu passen Baguette oder Couscous.

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  • Also: Ja, es ist viel Grillerei geworden, aber Du bist ja auch ein Junge! Ich grille nicht, weil – ich bin ein Mädchen. Aber da Dein Blog für mich ganz persönlich eh mehr ein Bilder- als ein Rezeptbuch ist, könntest Du von mir aus auch einen Volkswagen dampfgaren, ich fände das Bild davon trotzdem schön. :)

    Und wegen der Marinade – echt? Wer hat das gesagt? Die spinnt doch *rofl*AntwortenAbbrechen

  • Martina K.

    Ich liebe Grillen, auch wenn ich weiblich bin! Und ich mag deine Grillrezepte! Seit dem ich mir diesen Sommer einen Weber Gasgrill angeschafft habe, wird hier sehr viel mehr gegrillt. Und auch anders. Eben nicht nur Schweinesteak… Am liebsten auch Lammfleisch. Daher kommt mir dieses Rezept gerade Recht!
    Liebe Grüße, mach weiter so!
    Martina K.AntwortenAbbrechen

  • Es sieht so aus als müsste man nur die Hand ausstrecken um sich den Spieß vom Teller zu schnappen… vielleicht wenn ich ganz fest dran glaube? Ich kann ihn schon riechen… sieht auf jeden Fall super lecker aus :) AntwortenAbbrechen

  • Madamemim

    Ich bin auch ein Mädchen und ich liebe grillen. Im Sommer grille ich beinahe jeden Tag nach der Arbeit. Ob ich am Herd stehe oder Feuer mache, gekocht wird sowieso jeden Tag. Gegrillt wird fast alles und eingepackt wird auch in beinahe allem was ich so finde, vom Bananenblatt bis zu Girschblätter (Unkraut im Garten). Naja und durch die vielen Grillrezepte gibt es nun manchmal auch unterschiedlichste Burgervarianten. Mir gefällts!AntwortenAbbrechen

Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander

Das Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander ist ein beliebtes Mittagessen bei mir in der Firma. Wir können leicht und mit wenig Aufwand größere Mengen davon herstellen und bedienen sowohl Omnivore, Vegetarier und Veganer mit einem nahrhaften Gericht.

Was ich an Süßkartoffeln liebe: Sie sind so flexibel einsetzbar. Ob als Ofenkartoffel, Pommes, gedämpfte Beilage oder Bestandteil von Saucen und Dips, überall kann sie ihren süßlichen Geschmack ausspielen. In Currys mag ich die Kartoffel am liebsten, weil sie der Sauce ganz ohne Bindemittel eine sämige Konsistenz und einen warmen, weichen Geschmack verleiht. Es dauert zudem nicht wirklich lange, bis die Süßkartoffeln weich werden und verkochen.

Das Curry selbst besteht neben den Süßkartoffeln nur noch aus Zwiebeln und Tomaten, die Säure beisteuern. Aus diesen drei Zutaten wird die Sauce gekocht. Wer Zeit hat und geduldig ist, der köchelt langsam auf niedriger Flamme, bis die Kartoffeln und Tomaten zerfallen. Wer es etwas eiliger hat, nimmt den Stabmixer zur Hilfe, sobald die Süßkartoffeln weich sind. Die Kichererbsen kommen zum Schluss dazu. Ich habe Kichererbsen aus der Dose genommen, es können aber selbstverständlich auch frisch eingeweichte Kichererbsen verwendet werden. Dann ist jedoch zu beachten, dass diese bereits am Tag vor der Zubereitung in Wasser eingelegt werden.

Seitens der Gewürzauswahl stehen Euch viele Wege offen. Ich mag Gewürzmischungen aus Kreuzkümmel, Piment, Kurkuma und Ras el Hanout, weil der Geschmack schön wärmend auf Zunge und Gaumen wirkt und je nach Gusto von mild bis würzig skaliert werden kann. Wer es gern etwas schärfer mag, gibt fein gehackte Chilischote zum Curry oder verwendet deutlich mehr Cayenne-Pfeffer.

Da das Curry schon aus vielen Kohlehydrat-haltigen Zutaten besteht, ist eine Beilage nicht zwingend notwendig. Frischer, moderat mit den selben Gewürzen aromatisierter Basmati-Reis passt aber genauso gut dazu wie gewürzter Joghurt. Ein absolutes Muss ist, das Curry nach dem Anrichten mit Zitronensaft zu beträufeln und Koriander darauf zu verteilen. Beides gibt dem Süßkartoffel-Curry nochmals einen ordentlichen Geschmackshub.

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten

Zutaten für das Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Koriander (Für 2 Personen):

  • 2 Süßkartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Tomaten
  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Bund Koriander
  • 1 Zitrone
  • 1 TL Ras el Hanout
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Piment
  • 1 Msp. Cayenne-Pfeffer
  • Etwas Erdnussöl
  • 100 ml Wasser
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln schälen und fein hacken. Die Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln in etwas Erdnussöl glasig dünsten, dann die Süßkartoffeln zugeben und unter Rühren anschwitzen, bis sie weich werden.

2 Derweil die Tomaten grob würfeln. Zugeben, mit dem Wasser angießen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln sehr weich sind. Kurz mit einem Stabmixer pürieren, aber noch Stücke übrig lassen. Die Gewürze zugeben und mit Salz abschmecken.

3 Die Kichererbsen abtropfen lassen und zugeben, kurz aufkochen. Anrichten, Koriander darüber verteilen und mit Zitronensaft beträufeln.

Tipp: Als Beilage passt Basmati-Reis, auch ein mit Zitronensaft, Salz und Ras el Hanout gewürzter Joghurt schmeckt dazu vorzüglich.

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  • Habe neulich deinen tollen Foodblog entdeckt und heute gleich mal dieses Curry ausprobiert. Ich hab es für mich eher zu einem Eintopf umgemodelt, war aber sehr lecker und wird es im Herbst/Winter (der gefühlt ja schon begonnen hat…) sicher ab und an mal geben. Danke für das Rezept und viele Grüße :) AntwortenAbbrechen

Caprese 2.0 mit Basilikum-Sabayon, Mozzarella-Schaum und Tomaten-Sorbet

Warum kommt man nie selbst auf solche Ideen? Einmal um die Ecke denken und alte Klassiker neu erfinden. Neu interpretieren. Erweitern. Muster benutzen, aber neu anwenden. Note to self: Machen. Oft.

Denn ich habe geklaut. Schamlos. Bei meinen lieben Kolleginnen Simone von Pi mal Butter und Sophia von Cucina Piccina. Die beiden nahmen an dem kürzlich in Köln veranstalteten Summer of Supper als Team teil und erfreuten viele Gäste mit einem schönen Menü. Eines ihrer Bestandteile: Eine Caprese „heiß und kalt“ – mit Tomaten-Sorbet und Röstbrot. Als der erste Live-Bericht vom Supperclub-Abend der beiden über die sozialen Netzwerke flatterte und die Caprese in kleinen, unscharfen Handy-Aufnahmen zu sehen war, war mir klar, dass ich diese Idee aufgreifen muss. Simone, Sophia: Danke für diese Inspiration!

Um die einleitenden Worte nochmals aufzugreifen: Ich finde es stark, wenn aus einer bekannten Kombination neue Dinge gemacht werden. Dennoch finde ich es sehr schwer, diese Einfälle zu haben – ich habe mir fest vorgenommen, öfters einmal um die Ecke zu denken und mich zu fragen, was man aus dem einen oder anderen Gericht noch machen kann. Wie es neu interpretiert werden könnte.

Die Caprese 2.0 ist eigentlich ein Zweierlei. Einmal Caprese klassisch bestehend aus Tomate, Basilikum und Mozzarella, und dann neu interpretiert. Und da bin ich Simone und Sophia sehr dankbar für den Anstoß. Ich habe also das Tomatensorbet geklaut und diesem einen Mozzarellaschaum und eine Basilikum-Sabayon an die Seite gestellt. Der Schaum entsteht unter Druck und Zugabe von CO2 sowie etwas Agar-Agar für zusätzliche Standfestigkeit. Schwierig war, den feinen Geschmack des Mozzarellas nicht zu sehr zu verwaschen, weswegen ich mich dafür entschied, nur mit Sauerrahm und Sahne sowie einer Prise Salz zu arbeiten.

Die Basilikum-Sabayon besticht durch eine schöne Farbe und einen intensiven Geschmack. Die Sabayon passt wunderbar zum Tomaten-Sorbet, das durch die Verwendung von frischen, reifen Tomaten unglaublich „tomatig“ schmeckt.

Ich habe die Vorspeise im Rahmen eines Menüs serviert und für die Vorbereitung etwa 90 Minuten gebraucht – ohne Kühlzeiten. Damit ist die Vorspeise als aufwändig einzustufen – zaubert dafür aber ein sehr breites Grinsen auf die Gesichter der Gäste. Und das nächste Mal befehle ich dem Tomaten-Sorbet, auf dem Bild still zu halten und nicht zu brechen. Das habe ich in der Eile zwischen Anrichten und Servieren auf den Vorschaubildern übersehen.

Welche klassischen Kombinationen fallen Euch denn sofort ein, die einmal einer neuen Interpretation unterzogen werden könnten?

Rezept

Dauer: Ca. 60 Minuten Zubereitungszeit, 60 Minuten Gefrierzeit

Benötigtes Equipment: iSi Gourmet Whip, Thermomix, Eismaschine

Zutaten für die Caprese 2.0 mit Basilikum-Sabayon, Mozzarella-Schaum und Tomaten-Sorbet (Für 4 Personen als Vorspeise):

Für die Caprese:

  • 8 reife Kirschtomaten
  • 8 Basilikumblätter
  • 1 Mozzarella
  • Etwas frisches Brot
  • Etwas Olivenöl

Für die Vinaigrette:

  • Etwas gehackte Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 TL Ahornsirup
  • 1 TL Rapsöl
  • 1/2 TL grobkörniger Senf
  • Salz

Für den Mozzarella-Schaum:

  • 100 g Mozzarella
  • 60 g Sauerrahm
  • 1 EL Olivenöl
  • 60 g Sahne
  • Etwas Salz
  • Etwas Pfeffer
  • 1 Msp. Agar-Agar

Für das Tomaten-Sorbet:

  • 250 g reife Kirschtomaten
  • 1/2 Chilischote (wer es würzig mag)
  • 4-5 Blätter Minze
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Honig

Für die Basilikum-Sabayon:

  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 45 g Zucker
  • 150 ml Weißwein

Zubereitung:

1 Für den Mozzarella-Schaum müsst Ihr mindestens vier Stunden Kühlzeit einplanen. Damit kann der Schaum auch sehr gut vorbereitet werden. 2 EL Sahne leicht erwärmen und das Agar-Agar darin auflösen. Alle anderen Zutaten mit einem Stabmixer pürieren und so lange aufschlagen, bis die Sahne leicht steif wird, dann durch ein Passiertuch passieren. Das aufgelöste Agar-Agar unterheben und alles in den iSi Gourmet Whip füllen. Eine CO2-Patrone einschießen und gut schütteln, danach 4 Stunden kühlen.

2 Das Tomaten-Sorbet kann gut am Vortag vorbereitet werden. Wichtig: Es sollten mindestens 4 Stunden Zubereitungszeit inklusive Gefrierzeit eingeplant werden. Zunächst die Tomaten kurz in kochendem Wasser blanchieren, bis sie platzen. Dann die Haut abziehen. Die Tomaten mit den anderen Zutaten mit dem Stabmixer zu einer glatten Masse pürieren. Wer mag kann die Masse durch ein Passiertuch abseihen. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank kühlen, dann 60 Minuten in der Eismaschine gefrieren. Im Gefrierfach bis zum Servieren lagern.

3 Für die Brotsegel 8 hauchdünne Brotstücke abschneiden, gerade so groß, dass die Stücke in etwa doppelt so groß wie eine Kirschtomate sind. Bei 80°C im Backofen mit etwas Olivenöl beträufelt knusprig backen. Entnehmen und kalt stellen.

4 Für die Caprese die Tomaten kurz in kochendem Wasser blanchieren, anschließend häuten. Aus dem Mozzarella mit einem Kugelausstecher Kugeln ausstechen. Für die Vinaigrette alle Zutaten vermischen – dabei das Öl zuletzt zugeben, dass sich eine Emulsion bilden kann.

5 Für die Zubereitung der Sabayon habe ich den Thermomix verwendet. Das Basilikum mit dem Weißwein in den Thermomix füllen und alles 8 Sekunden auf Stufe 10 pürieren. Die restlichen Zutaten zugeben und den Rühreinsatz einsetzen. Dann 8 Minuten bei 70°C und Stufe 3 verrühren.

6 Da die Sabayon sofort serviert werden muss, wird in der Zwischenzeit angerichtet. Dafür eine Tomate, eine Mozzarellakugel und Basilikum anrichten. Die Tomate mit der Vinaigrette übergießen. Mit zwei Löffeln Nocken aus dem Tomatensorbet formen und diese auf ein paar Brotkrumen legen, so dass das Sorbet nicht wegrutscht. Mit dem Gourmet Whip kleine Mozzarellaschaumkronen aufspritzen. Zuletzt die Basilikum-Sabayon mit einem Löffel auf dem Teller verteilen und sofort servieren.

Inspiration: Pi mal Butter und Cucina Piccina

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  • 3 mal gebrochenes Tomaten Sorbet, bitte ;) AntwortenAbbrechen

  • Grandios umgesetzt – complimenti!
    Saluti
    ArianeAntwortenAbbrechen

  • Sehr schön! Ich war eine der glücklichen, die von Simone und Sophie damit beglückt wurden und kann nur sagen: Das mit dem breiten Grinsen stimmt. Dieses Sorbet!!!… Hach…
    Lecker :)
    LGAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Oh ja, das Sorbet fand ich wirklich außerordentlich gut. War wieder einmal eine schöne neue Erfahrung!AntwortenAbbrechen

  • Ich wollte Dich nur daran erinnern, dass Du bitte die Bretter, die Du einst mal an die Fenster und Türen genagelt hast, vorsichtshalber dran lassen solltest. Zumindest solange Du so unverschämt gut kochst ;)

    Liebe Grüße aus um die Ecke :)
    SibelAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :D – Es wird zwar langsam muffig hier drin, aber hey, danke für die Warnung! *g*AntwortenAbbrechen

  • Da gibt es zig tolle Klassiker.

    Schwarzwälder Kirschtorte, Bananasplit, Karottenkuchen, Boeuf Stroganof, Tiramisu….AntwortenAbbrechen

Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce

Desserts vom Grill? Spätestens seit einem gemeinsamen Grillen mit Stefan Müller, seines Zeichens deutscher Grillmeister, und der Teilnahme an einem Grillkurs weiß ich, dass auch diese Disziplin ihre unglaublich leckere Berechtigung hat.

Stefan servierte damals eine gegrillte Ananas, die mit einem würzigen Rub eingerieben und anschließend langsam auf einen Drehspieß geschnallt über gleichmäßiger Hitze garte. Das Ergebnis: Eine würzige, saftig-süße Bombe von einer Frucht. Und ganz nebenbei auch ein echter Hingucker, sowohl auf dem Grill als auch auf dem Teller. Stefan servierte zur Ananas selbst gemachtes Erdbeereis, schwungvoll dekoriert mit etwas gehackter Minze.

Gegrillte Ananas mit Dessert-Rub

Aber auch Stefans zweiter Dessert-Gang vom Grill konnte mich überzeugen: Pfirsiche wurden halbiert, kurz auf der Schnittfläche gegrillt, gedreht und mit Nougat gefüllt. Sehr, sehr lecker – ein ähnliches Dessert habe ich letztes Jahr mit Eis zubereitet.

Gegrillter Pfirsich mit Nougat-Füllung

Gegrillter Pfirsich mit Nougat-Füllung

Jeder Grillmeister fängt einmal klein an und beginnt meist mit der Banane, die recht dankbar ist und viele Fehler verzeiht – besonders hinsichtlich Hitze. Durch die Schale ist genug Schutz vorhanden, so dass das süße Innenleben der Banane selten in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich habe kleine Baby-Bananen gekauft, weil diese auf dem Teller besser aussehen und nach einem opulenten Essen nicht zu viel werden. Die Bananen werden einfach halbiert und bei 180°C zuerst auf der Schnittfläche etwas gegrillt, dann gedreht und nochmals 2-3 Minuten liegen gelassen. Nicht wundern, die Schale verfärbt sich dabei und wird pechschwarz.

Zu gegrillter Banane passt frisches Sauerrahmeis hervorragend, auch Vanille-Eis oder Bacio kann ich mir gut vorstellen, ein Schuss Schokoladensauce rundet die Erfahrung lecker ab. Das Gute: Das Dessert kann sehr schön vorbereitet werden.

Einen schönen Sonntag!

Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Zubereitung, ca. 60 Minuten Gefrierzeit

Zutaten für die Grillbanane mit Minze, Sauerrahmeis und Schokoladensauce (Für 4 Personen):

  • 4 kleine Bananen
  • 100g Zartbitter-Kouvertüre
  • 1/2 Limette

Für die Eismasse:

Zubereitung:

1 Für das Eis die Schale der Limette abreiben. Die Limette auspressen und den Zucker im Limettensaft auf mittlerer Hitze auflösen. Mit dem Sauerrahm, der gehackten Minze und den Limettenschalen vermischen. In der Eismaschine in 60 Minuten gefrieren, dann mindestens für 2 Stunden im Tiefkühlfach lagern. Wenn keine Eismaschine vorhanden ist, kann die Masse über 4 Stunden im Tiefkühlfach gefroren werden. Allerdings muss die Masse alle 30 Minuten mit einer Gabel umgerührt werden.

2 Die Bananen halbieren und die Schnittflächen mit dem Saft der halben Limette beträufeln. Die Zartbitter-Kouvertüre im Wasserbad schmelzen.

3 Den Grill für direktes Grillen vorbereiten und auf 180°C vorheizen. Die Bananen erst auf der Schnittflache 2-3 Minuten grillen, anschließend umdrehen und nochmals 2-3 Minuten auf der Schalenseite garen.

4 Die Grillbananen auf einem Teller anrichten und mit der Schokoladensauce beträufeln. Das Sauerrahmeis daneben anrichten und mit etwas Minze bestreuen.

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  • Ich hätte dann gerne von allem etwas – muss mich auch unbedingt mal an Desserts vom Grill wagen….! :) AntwortenAbbrechen