"Blogger für Dogger": Eure Rezepte für das WWF-Meeresschutzprojekt „Doggerbank“ [Blog-Event]

Die Wochen vor Weihnachten sind ja bekannt für ihre Spenden-Marathone und karitativen Aktionen. Auch ich brauche im Rahmen eines Blog-Events Eure Hilfe und Eure Rezepte. Denn mit jedem Rezept unterstützt Ihr das Meeresschutzprojekt „Doggerbank“ mit 10€. Neugierig?

Die Doggerbank ist die größte Sandbank in der Nordsee und bietet vielen Tieren Heimat, Nahrung und Schutz für die Aufzucht von Jungtieren. Dank vieler Initiativen und einem WWF-Projekt zum Schutz des Gebietes konnte die Doggerbank zuletzt vor Überfischung oder der Suche nach Öl- und Gasvorkommen nachhaltig geschützt werden. Das Ergebnis: Es wurde beobachtet, dass sich zuletzt wieder vermehrt Tiere wie Delfine, Seehunde oder verschiedene Wale ansiedelten. Um dieses Projekt weiter voranzutreiben und die Schutzzonen weiter auszubauen, ist der WWF auf Spenden und Partner wie COSTA angewiesen, die die Ziele des Projektes unterstützen. Wir Blogger können nun ein wenig dazu beitragen, dass die Doggerbank auch in Zukunft geschützt bleibt und weiter als Rückzugsgebiet für viele Tierarten fungieren kann. Wie das geht? Das erkläre ich Euch nun.

Zusammen mit lecker.de Gutes tun

Gemeinsam mit lecker.de möchte ich Euch aufrufen, im Rahmen eines Blog-Events Garnelen-Rezepte einzureichen. Pro Blog sind drei Rezepte erlaubt, die gerne auch aus dem Archiv stammen dürfen. Für jedes eingereichte Rezept spendet COSTA 10€ an den WWF, um das Doggerbank-Projekt zu unterstützen. Wenn ein Teilnehmer also 3 Rezepte einreicht, werden damit 30€ für das Projekt gesammelt. Das klingt doch ziemlich einfach, oder? Es wird aber noch besser. Jedes eingereichte Rezept wird ab dem 19.01, in einer Zusammenfassung auf lecker.de präsentiert. Aber halt, ich lege noch eine Schippe drauf: Ihr könnt auch noch etwas gewinnen.

Gewinnt ein professionelles Shooting mit lecker.de und eine Veröffentlichung in der LECKER

Jeder Teilnehmer hat mit jedem Rezept die Chance auf einen satten Gewinn. Eine unabhängige Jury (der ich die Ehre habe, angehören zu dürfen) wählt aus allen eingereichten Garnelen-Rezepten zwei Siegerrezepte aus. Die Gewinne:

  • Die Autoren der beiden Gewinner-Rezepte werden zu einem professionellen Shooting in die LECKER-Redaktion nach Hamburg eingeladen und können dem Food-Fotografen und Food-Stylisten bei der Arbeit über die Schulter schauen.
  • Die zwei Gewinner-Rezepte werden exklusiv – soweit die Gewinner einverstanden sind – in den LECKER-Ausgaben 4/2015 bzw. 5/2015 sowie auch auf lecker.de präsentiert.

Das hört sich gut an, oder? Ich zähle auf Euch! Hier kommen die Teilnahmebedingungen nochmal zusammengefasst:

Das sind die Teilnahmebedingungen

  • Es gibt keine Einschränkung. Egal ob Vorspeise, Hauptgang oder Dessert: Jedes Rezept ist erlaubt – Du solltest nur darauf achten, dass es sich um ein Rezept mit Garnele handelt.
  • Pro Person und Blog sind drei Einreichungen erlaubt.
  • Reicht Eure Rezepte bis spätestens 04.01.2015 ein, indem Ihr eine E-Mail mit dem Link zu Eurem Beitrag/zu Euren Beiträgen mit dem Betreff „Costa-Rezeptwettbewerb“ an online@lecker.de schickt.
  • Für die Teilnahme sind neben neuen Rezepten auch Archivbeiträge zugelassen.
  • Banner und Badges für das Blog-Event gibt’s auf lecker.de – es wäre schön, wenn Ihr die Beiträge entsprechend kennzeichnen könntet – wie immer eben:)

Wenn Ihr Eure Beiträge in den sozialen Netzwerken teilt, so wäre es toll, wenn Ihr den Hashtag #bloggerfuerdogger verwendet. DANKE!

Was passiert nochmal mit den Rezepten?

  • Nach Ablauf der Frist am 04.01.2015 werden alle Einreichungen und die Blogs dahinter auf lecker.de vorgestellt (Wenn Ihr damit einverstanden seid).
  • Pro Einreichung spendet COSTA 10€ an den WWF für das Doggerbank-Projekt.
  • Eine Jury wählt 2 Sieger aus, die dann ein Shooting und eine dicke Veröffentlichung auf lecker.de und in der LECKER gewinnen.

Eigentlich ist das ganz einfach – ich freue mich also, wenn Ihr diesen Artikel teilt, befreundeten Bloggern Bescheid gebt und vor allem: Wenn Ihr mit je 3 Garnelen-Rezepten teilnehmt! Ich zähle auf Euch – die Doggerbank wird es Euch danken!

Alle Links zum Thema

Werbe-Hinweis: Das Blog-Event “Blogger für Dogger” ist eine Kooperation mit lecker.de und wurde von COSTA in Auftrag gegeben. Im Artikel wird die Aktionsseite auf lecker.de erwähnt und COSTA als Sponsor namentlich genannt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen.

Rote-Bete-Suppe mit Whisky-Schokoladen-Cappuchino

Nun scheint der Winter nach dem eher warmen November auch in Franken angekommen zu sein: Ich musste in der letzten Woche zum ersten Mal die Scheiben von lästigem Raureif befreien. Das wird nun wieder einige Zeit dauern, bis ich im Kopf habe, das Haus morgens ein paar Minuten eher zu verlassen.

Kalt ist es also da draussen. Das bedeutet, dass es drinnen warm werden muss. Ich verzichte nun bewusst auf die Stelle im Rezept-Text, in der ausführlich beschrieben wird, wie wärmend Suppen – insbesondere mit Whisky – in der kalten Jahreszeit sein können, denn das dürfte uns allen klar sein. Stattdessen möchte ich ein wenig näher auf die Kombination in diesem Rezept eingehen.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Schokolade“ aus der Collection Rolf Heyne und hat mich beim ersten Anblick schon tierisch angesprochen. Rote Bete mag ich gerne, egal ob gegrillt oder als Salat. Ich mag den erdigen, intensiven, leicht süßlichen Geschmack und die unterschiedlichen Konsistenzen, die Rote Bete annehmen kann, wenn man den Gargrad oder die Methode variiert. Darauf, Rote Bete mit Schokolade zu kombinieren, wäre ich allerdings nicht gekommen. Genau dafür ist das Buch aber eine unglaublich gute Inspirationsquelle: Es zeigt wunderbar, wie Schokolade in salzigen Gerichten eingesetzt werden kann. Toll!

Für den Cappuchino wird also Sahne mit etwas Hühnerfond aufgekocht. Die weiße Schokolade wird gehackt und langsam zugegeben, so dass sie portionsweise schmilzt. Mit Salz und etwas Pfeffer abgeschmeckt schmeckt der Cappuchino schon sehr, sehr lecker und kann natürlich – gerade für Kinder – auch ohne Whisky serviert werden.

Der Whisky gibt der Suppe aber den gewissen Kick. Wichtig ist, dass der Whisky die erdigen Aromen der Rote Bete unterstützt. Das geht am besten, wenn dafür ein torfiger Single Malt benutzt wird. Aber Achtung: Nicht zu viel verwenden! Ein entsprechender Whisky kann geschmacklich schnell dominieren und die Suppe beherrschen. Das soll nicht sein, denn ich möchte die anderen Aromen noch deutlich schmecken können. Deswegen habe ich mich langsam herangetastet und zunächst mit einem EL angefangen. Für mich war das Mischverhältnis bei 2 EL perfekt, es kann aber gut sein, dass das für einen anderen Gaumen zu viel oder zu wenig Whisky-Aroma ist. Tastet Euch einfach heran!

Ich habe den Cappuchino nach Zugabe des Whiskys aufgeschäumt und wie im Rezept in einer kleinen Tasse zur Suppe serviert. Ob Ihr den Cappuchino nun extra dazu trinkt oder in die Suppe rührt, bleibt Euch überlassen. Ich habe mich für letzteres entschieden, was der Suppe wirklich nochmal einen Kick gibt.

Rezept

Dauer: Ca. 75 Minuten

Zutaten für die Rote-Bete-Suppe mit Whisky-Schoko-Cappuchino (Für 4 Personen):

  • 500 g Rote Bete (gekocht oder frisch)
  • 1 L Gemüsebrühe oder Geflügelfond (Ich habe Geflügelfond genommen)
  • 2 rote Zwiebeln
  • 2 EL Walnussöl
  • 1/2 TL Kümmel, gemahlen
  • 100 g kalte Butter
  • Salz, Pfeffer
  • Etwas Kresse zum Garnieren

Für den Whisky-Schokoladen-Cappuchino:

  • 2 EL Whisky, torfiger Single Malt
  • 100 ml Sahne
  • 20 g weiße Couvertüre
  • 3 EL Crème Fraîche
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die frischen roten Bete schälen und würfeln, die Zwiebeln ebenso. Die Zwiebeln mit den roten Beten in Walnussöl glasig dünsten. Gemüsebrühe oder Geflügelfond angießen und aufkochen. Köcheln lassen, bis die roten Bete weich sind.

2 Die Suppe mit einem Stabmixer pürieren. Die kalte Butter portionsweise mit dem Stabmixer einarbeiten und aufmontieren. Mit Kümmel, Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Die Sahne mit der Crème Fraîche vermischen und in einer Kasserolle erhitzen. Die weiße Couvertüre hacken und portionsweise unterrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Whisky zugeben und mit einem Stabmixer aufschäumen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Die Suppe auf Suppenteller verteilen. Etwas Whisky-Schokoladen-Cappuchino mit der Rückseite eines Löffels in die Suppe ziehen, die Kresse auf den Spuren anrichten. Den Cappuchino zur Suppe servieren. Den Gästen bleibt es selbst überlassen, ob sie den Cappuchino unter die Suppe rühren oder dazu trinken.

Tipp: Dazu passt ein Stück gutes Brot.

Quelle: „Schokolade” aus der Collection Rolf Heyne

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  • Wow, die Suppe sieht aber toll aus :)
    Und dein Cappuccino klingt auch super…
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

  • Rote Bete und ich, das ist ja keine allzu innige Liebe.
    Andererseits… der Whiskey-Schokoladen-Cappuccino wäre ein ganz hervorragender Grund, der roten Bete noch ne Chance zu geben.
    Danke für die Inspiration!
    Viele Grüße
    ConnyAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Huhu Conny (JA, ich hab Deinen Namen nun drauf, war das peinlich…)! Die Suppe schmeckt nicht “brutal” nach Rote Bete. Deswegen kann ich’s nur empfehlen…AntwortenAbbrechen

  • Maren

    Das hört sich MAL WIEDER klasse an. Aber ich finde leider nicht den drücken button, bitte hilf mir.

    Danke
    MarenAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Maren, danke für Dein Feedback! Ich habe noch keinen Drucken-Button integriert, tut mir leid! Das kommt aber bald! Grüße!AntwortenAbbrechen

  • […] in Kombination mit Schokolade – wie zum Beispiel zu dem Schokoladen-Praliné oder einer Rote-Bete-Suppe mit Cappuchino von weisser Schokolade. Food-Pairing mit Whisky werde ich 2015 sicher noch intensiver […]AntwortenAbbrechen

Bagel, selbst gemacht

Bagels gehören zu den USA wie Pech zu Schwefel. Oder Obelix zu Idefix. Oder Dick zu Doof. You get it.

Nachdem ich letzte Woche die Lachs-Bagel im Rahmen meiner Streetfood-Woche veröffentlicht habe, bekam ich viele Rückfragen zu dem Bagel-Rezept. Anscheinend wollen viele von Euch die Bagels selbst herstellen und einmal ausprobieren, weswegen ich Euch heute das Bagel-Rezept nachliefern möchte.

Das Rezept stammt auch aus Stevan Pauls Buch „Auf die Hand“ (Zur ausführlichen Rezension mit vielen Bildern und vielen ausprobierten Rezepten geht’s hier entlang) und hat wunderbar funktioniert, was bei Hefeteigen ja beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Zumindest hatte ich ganz lange meine lieben Probleme mit diesen Teigen, und war oft beim Kontrollblick in die abgedeckte Schüssel wie vom Donner gerührt, weil nicht der Hauch eines Willens zum sich gehen lassen beim Teig zu erkennen war. Beachtet man aber ein paar Dinge, so gelingt der Hefeteig relativ sicher.

Zwei Dinge haben sich für mich als wirklich wichtig herauskristallisiert:

  • Zu Beginn sollte der Hefe Zeit gegeben werden, zu „arbeiten“. Dafür siebe ich Mehl in eine Schüssel, forme eine Kuhle und brösele dort die frische Hefe hinein. Mit etwas Zucker und zimmerwarmer Milch bedeckt und etwas Mehl vom Rand der Schüssel bestreut lasse ich den Vorteig etwa 15 bis 20 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen.
  • Oftmals ist der Teig nach dem Kneten zu fest, weil zu wenig Flüssigkeit eingearbeitet wurde. Das verhindert ebenfalls, dass der Teig gut aufgeht. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich perfekter Hefeteig wie ein Ohrläppchen anfühlen muss – das ist eine gute Maßgabe. Ich arbeite also so viel Flüssigkeit ein, dass der Teig gerade so nicht mehr an den Fingern kleben bleibt.

Seit ich diese beiden Punkte berücksichtige, klappt’s auch mit uns. In der Regel. Und nichts ist – nebenbei bemerkt – peinlicher, als Brioche Burger Buns, mit denen Panzerglas eingeworfen werden kann. Oder Bagels, die als fliegende Untertassen durchgehen.

Für die Bagels wird also Hefeteig hergestellt, der dann in Kugeln unterteilt und geformt wird. Nach dem erneuten gehen lassen macht Ihr einfach mit dem Stil eines Kochlöffels Löcher mitten in den Teig und lasst diesen am Kochlöffel rotieren, bis das Loch etwa 2 cm breit geworden ist. Denn nur so wird gewährleistet, dass das Loch beim Backen nicht wieder verschwindet.

Bei der Produktion von Bagels gibt es im Gegensatz zur Produktion von Burger Buns noch eine Besonderheit: Die Bagels werden vor dem Backen kurz in Salzwasser gebrüht. Das Kochen sorgt dafür, dass das Gebäck beim Backen seine Form bewahrt und knuspriger wird.

Übrigens: Bagels wie Burger Buns lassen sich super einfrieren und im Backofen sanft wieder auftauen. Klappt toll – ich habe immer ein paar Buns für den Burger-Hunger zwischendurch im Tiefkühler.

Wohlan – hier kommt das versprochene Rezept:

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Zubereitungszeit, ca. 30 Minuten Backzeit, ca. 1,5 Stunden “Gehzeit”

Zutaten für etwa 8 Bagels:

  • 450 g Mehl (Typ 405)
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 EL Zucker
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Sahne
  • Sesamsamen
  • Salz

Zubereitung:

1 Das Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Kuhle formen. Die Hefe mit dem Wasser und dem Zucker verrühren, und in die Mulde geben. Mehl von der Schüsselseite in die Mitte rühren und den Vorteig etwa 20 bis 30 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

2 Olivenöl und Salz zum Teig geben und alles mit der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verrühren, das dauert gut und gerne etwa 5 Minuten. Zu einer Kugel formen und nochmals 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

3 Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 8 gleich große Stücke teilen und die Stücke zu Kugeln formen. Den Stiel eines Kochlöffels bemehlen und jeweils ein Loch in die Mitte der Kugeln bohren und nun den Bagel mit etwas Geschick um den Stab rotieren lassen, bis ein Loch von etwa 2 cm Durchmesser entstanden ist. Bagels auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Nochmals zudecken und wieder 30 Minuten gehen lassen.

4 Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und die Bagels portionsweise 30 Sekunden brühen, dann mit einer Schaumkelle drehen und ebenfalls 30 Sekunden brühen. Entnehmen und auf das Backpapier setzen.

5 Das Eigelb mit der Sahne vermischen und die Bagels bestreichen. Sesam darüber streuen. Backofen auf 200°C Umluft vorheizen und die Bagels etwa 25 Minuten backen.

Tipp: Manchmal dauert es etwas, bis die Bagels eingesetzt werden. Ich stecke die Bagels solange in einen Gefrierbeutel, damit sie schon saftig und weich bleiben.

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Fränkische Bratwürste mit Gin-Sauerkraut

Bratwürste gehören, egal ob gegrillt, gebraten, geräuchert oder im Sud gezogen, zum Standard-Repertoire eines jeden Franken. Ich zeige Euch heute drei Sauerkraut-Variationen als Beilage dazu.

Zu den bekanntesten fränkischen Spezialitäten zählen die Nürnberger Bratwürste – genauer gesagt die Nürnberger Rostbratwürste. Als solche dürfen nur bezeichnet werden, die innerhalb der Nürnberger Stadtgrenzen nach einem penibel reglementierten Rezept hergestellt wurden, das 1313 erstmals vom Rat der Stadt Nürnberg festgeschrieben wurde.

Und so sind neben hochwertigstem Fleisch nur Schafsdärme, Salz, Pfeffer, Majoran und Gewürze nach Wahl des Erzeugers zu verwenden. Viele der in Nürnberg ansässigen, uralten Wirtshäuser haben Jahrhunderte alte Rezepturen, die sie hüten und weiter traditionsbewusst pflegen. Serviert werden die Würstchen dabei nach strengen Vorschriften: Sie dürfen nur auf dem Grill gebraten, auf einem Zinnteller serviert und mit Sauerkraut, Kartoffelsalat, Meerrettich oder Gebäck angeboten werden. Und niemals 2, 4, 5, 7 oder 9. Immer nur 6, 8, 10 oder 12 Stück. Oder 3 im Weggla. Oder 2 rohe als G’hägg-Weggla. Da ist der Franke eigen (Wie auch bei der Plural-Bildung. Die korrekte Mehrzahl von einem “Dellerla” (=Teller) ist natürlich völlig logisch viele “Dellerli”).

Fränkische Bratwürste sind größer als die kleinen “Nürnbergerle”, die Füllung ist zudem deutlich gröber. Serviert werden die Bratwürste auf einem Sauerkraut, das mit Gin und etwas Rahm verfeinert wurde. Der Gin gibt dem Kraut eine sehr warme Note, der zugefügte Rahm erzeugt ein wohlig-warmes Mundgefühl. Ein wenig Kümmel verhindert allzu heftige Nebenwirkungen der Verdauung.

Sauerkrautvariationen

Normalerweise wird das Sauerkraut in einem großen Topf zubereitet und dort mit ein paar Gewürzen wie Lorbeer, Wacholder, Kümmel oder Pfeffer aromatisiert. Ich finde es sehr spannend, bei der Zubereitung von Sauerkraut zu variieren und etwas Abwechslung auf den Teller zu bringen. Vor langer Zeit hatte ich die Bratwürste mit einem Sauerkraut-Mango-Fenchel-Salat serviert, was unglaublich gut miteinander harmoniert und mich wirklich überrascht hat.

Neben der eher extravaganten Variante mit Gin bereite ich mein Sauerkraut oft gebraten oder mit einer Senf-Mayonnaise zu.

Sauerkraut-Variationen

Gebratenes Sauerkraut

Dafür nehme ich das Sauerkraut aus dem Glas und presse es aus. Den Saft fange ich selbstverständlich auf, der wird zu einem späteren Zeitpunkt benötigt. Dann schäle und hacke ich eine Schalotte und schwitze diese in etwas Butterschmalz glasig an. Danach gebe ich das Sauerkraut zu und brate alles unter stetem Wenden, bis das Sauerkraut eine schöne braune Farbe angenommen hat. Mit Sauerkrautsaft ablöschen, etwas Butter zugeben und einköcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Sauerkraut mit Senf-Mayonnaise

Die Variante mit Senf-Mayonnaise ist reichhaltiger als die gebratene Variante, passt aber super zu regnerischen Tagen und einem guten Stück frischem Roggenbrot. Dafür mische ich 2 EL Mayonnaise mit 1 TL groben und 1 TL mittelscharfen Senf und schmecke die Mischung mit einem Spritzer Rotweinessig, Salz, Pfeffer und Zucker ab. Wer mag mischt ein wenig frisch gehackte Petersilie darunter. Mit dem warmen Sauerkraut vermengen, final abschmecken und servieren.

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für die fränkischen Bratwürste mit Gin-Sauerkraut (Für 4 Personen):

  • 4 Paar fränkische Bratwürste
  • Etwas Butterschmalz
  • 800 g Bio-Sauerkraut
  • 100 ml Gin
  • 100 g Butter
  • 1-2 TL Kümmel
  • 200 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Das Sauerkraut mit dem Gin und dem Kümmel in einer Sauteuse erhitzen, dann bei mittlerer Temperatur etwa 30 Minuten köcheln lassen. Dann die Butter und die Sahne zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2 Die fränkischen Bratwürste in etwas Butterschmalz bei mittlerer Hitze langsam rundherum goldbraun braten. Tipp: Auch Würste dürfen rosa sein! Zum Braten eignet sich am besten eine schwere Eisenpfanne.

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  • Wow, klasse Inspiration für die Sauerkraut-Zubereitung. Ich esse das trotz der fränkischen Herkunft eh viel zu selten, was sich zukünftig auch dank der Rezepte hier hoffentlich ändert. Danke schonmal und viele Grüße. AndiAntwortenAbbrechen

  • Mit Gin! Liegt ja eigentlich ganz nah, Wacholder! Wär’ ich trotzdem nie drauf gekommenAntwortenAbbrechen

  • Ulrich

    Hallo, ich hab gestern die gebratene Variante ausprobiert/variiert: Die Sauerkrautflüssigkeit hab ich weggekippt und durch Fruchtsaft (Traube) ersetzt und statt Zucker mit Honig (und zwar nicht zu knapp) gesüßt. War exzellent. Als nächstes versuche ich mich an der Gin-Variante. Bin schon gespannt.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ui, das klingt auch super! Guter Tipp, danke für den Hinweis! Und viel Spaß beim Ausprobieren!AntwortenAbbrechen

Geschmortes Wildschweingulasch

Wenn ich sonntags gut essen aber wenig Arbeit haben möchte, so gibt es ein Schmorgericht. Die Vorbereitungszeit hält sich in Grenzen, den Hauptteil der Arbeit erledigt der Ofen ganz alleine. Praktisch, oder?

Nach dem Sauerbraten von den Kalbsbäckchen habe ich mit dem Wildschweingulasch das zweite Schmorgericht der Saison zubereitet. Dafür wird Wildschweinfleisch aus der Schulter verwendet, in Würfel geschnitten und für das Schmoren vorbereitet. Bei Gulasch verwende ich gerne eine fast identische Menge von Fleisch und Zwiebeln, was für Geschmack und Bindung in der Sauce sorgt.

Die Zwiebeln werden zunächst in etwas Schweineschmalz (Alternativ: Butterschmalz) angebraten. Danach wird das Fleisch portionsweise gebraten, um Röstaromen zu erzeugen. Danach erfolgt das Ablöschen und Reduzieren mit Rotwein, und schließlich folgt der Schmorprozess, der das Fleisch mürbe und zu einem echten Gaumenschmaus werden lässt. Mein nächstes Projekt aus der Reihe Gulasch wird eine belgische Variante, das „Carbonade flamande“, das für seinen süß-sauren Geschmack bekannt ist und diesen einem kräftigen Bier verdankt, das beim Schmorprozess zum Einsatz kommt.

Und übrigens: Das geschmorte Wildschweingulasch ist Teil eines eBooks rund um das Thema „Nordic Cooking“, das Ihr Euch hier kostenfrei herunterladen könnt. In dem Buch finden sich neben meinem Rezept auch Rezepte aus dem Restaurant „Noma” in Kopenhagen.

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten Vorbereitungszeit, ca. 2,5 Stunden Schmorzeit

Zutaten für das Wildschweingulasch (Für 4 Personen):

  • 1,2 kg Wildschweinfleisch aus der Schulter
  • 1 kg Zwiebeln
  • Etwas Butter- oder Schweineschmalz
  • 500 ml Rinderfond
  • 500 ml Rotwein
  • 2 EL dunkle Sojasauce
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 Wacholderbeeren
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Rosenpaprika
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 1 Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Zwiebeln und den Knoblauch in einem großen Schmortopf mit Butter- oder Schweineschmalz langsam dünsten, bis diese glasig und braun werden. Entnehmen.

2 Derweil das Wildschweinfleisch in etwa 2×2 cm große Würfel schneiden und anschließend in etwas Butter- oder Schweineschmalz portionsweise von allen Seiten anbraten. Bei der letzten Portion das gesamte Fleisch in den Schmortopf geben, Zwiebeln zugeben und mit ca. 1/3 des Rotweins ablöschen. Aufkochen und komplett reduzieren lassen. Vorgang einmal wiederholen, danach den restlichen Rotwein und den Rinderfond angießen. Langsam erhitzen.

3 Währenddessen den Backofen auf 140°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

4 Das Wildschweingulasch mit Rosenpaprika und Sojasauce würzen. Wacholderbeeren leicht quetschen und mit dem Lorbeerblatt zugeben. Mit geschlossenem Deckel etwa 2,5 Stunden schmoren.

5 Für die Gremolata die übrige Knoblauchzehe schälen und mit der Petersilie fein hacken. Die Schale der Zitrone abreiben und diese Zutaten miteinander vermischen.

6 Das Wildschweingulasch aus dem Ofen nehmen und ggf. abschmecken. Durch die Zugabe von Rinderfond und Sojasauce hat das Gulasch eine gute Würze, daher bitte erst probieren! Die Sauce ggf. mit einer Mischung aus 20 ml kaltem Wasser und 1 EL Mehl binden. Anrichten, die Gremolata darüber streuen und servieren.

Tipp: Als Beilage passen Kartoffel- oder Semmelknödel. Das Gulasch schmeckt wieder aufgewärmt am nächsten Tag aromatischer.

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Werbe-Hinweis: Im Artikel wird ein eBook beworben und die Webseite www.sonneundstrand.de verlinkt. Das Rezept wurde als Auftragsarbeit für das eBook erstellt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen.
  • Sebastian K.

    Ha! Carbonnade hatte ich am Samstag im Les Brassens in Brüssel. Göttlich!AntwortenAbbrechen

  • Sehr schön, nur frage ich mich, wo Du immer das Essen einlagerst. Das kannst du unmöglich alles alleine verzehren.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke, Steffen. Ich koche nicht für mich alleine, ich habe Familie und außerdem oft Gäste, und wenn tatsächlich etwas übrig bleibt, freuen sich die Kollegen sehr…AntwortenAbbrechen

      • Saskia

        Das Gulasch klingt so toll, dass ich mir direkt das ebook runterladen wollte.
        Aber leider wird die Datei nicht gefunden. :(
        Trotzdem- sieht unglaublich schmackhaft aus! Wie immer.
        LGAntwortenAbbrechen

        • Uwe

          Oh, das ist schade, da kann ich wenig dran machen da ich Seite, auf der das eBook verwaltet wird, nicht administriere. Vielleicht versuchst Du es einfach zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. LG!AntwortenAbbrechen

  • Basler Dybli

    Danke für das bestimmt feine Rezept !
    Bei der Zubereitung unter Punkt 1. schreibst du dass 2 Knoblauchzehen geschält und gehackt werden sollen. Was geschieht weiter damit? Werden diese nicht auch zusammen mit den Zwiebeln langsam gedünstet?
    Ich wünsche dir einen genussvollen Sonntag.AntwortenAbbrechen