Pasta alla Norma

Die Pasta alla Norma ist das wohl bekannteste Nudelgericht Siziliens. Grund genug für mich, es während meines Urlaubs nachzukochen und zu testen, ob die vielen Lobeshymnen wirklich gerechtfertigt sind.

Ja, Auberginen sollte man schon mögen, wenn man eine Pasta alla Norma bestellt. Die sind darin nämlich nicht nur in rauen Mengen sondern auch noch auf zwei unterschiedliche Arten zubereitet enthalten. Einmal frittiert und einmal im Ofen geschmort. Letzteres gibt der Pasta die nötige Grundlage und einen unglaublich warmen, harmonischen Geschmack, wie ich ihn seit dem bulgarischen Kiopolo-Salat nicht mehr geschmeckt habe. Die frittierten Auberginen sorgen für etwas Biss, Röstaromen und Abwechslung.

Deswegen ist die Zubereitung auch eher aufwändig: Bis die Auberginen im Ofen weich geworden und das Fruchtfleisch einfach mit einem Löffel ausgekratzt werden kann, vergehen gut und gerne 40 Minuten. Die Zeit solltet Ihr den Auberginen unbedingt geben, denn nur so sind sie in der Lage, das charakteristische Aroma zu entwickeln.

Der Sugo besteht aus eben jenen Ofen-Auberginen, etwas Tomatenmark und frischen Tomaten. Fein abgeschmeckt wird die Sauce eingekocht und mit den frittierten Auberginenwürfeln vermischt. Ricotta rundet die Kreation ab, im Norden Italiens war der für Sizilien so typische gesalzene Ricotta nicht zu bekommen, weswegen ich auf normalen zurück griff.

Ihren Namen hat die Pasta durch einen Künstler, der sich nach dem erstmaligen Genusses zu einem Vergleich mit einer Oper mit Namen „Norma“ des sizilianischen Komponisten Vincenzo Bellini hinreißen ließ. Die Pasta sei ebenso ein Meisterwerk wie das Musikstück des Komponisten. Nun denn, wir nehmen gerne alla Norma – und zwar mit Nachschlag. Denn wer Auberginen mag, wird dieses Nudelgericht lieben. Da hat Giorgio Locatelli durchaus recht, denn das Rezept stammt einmal mehr aus „Sizilien – Das Kochbuch“.

Rezept

Dauer: Ca. 90 Minuten

Zutaten für die Pasta alla Norma (Für 4 Personen):

  • 3 Auberginen
  • 6 reife Tomaten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Rosmarinzweig
  • 200 g Ricotta
  • Olivenöl
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1 Zwei Auberginen längs halbieren und die Hälften karoförmig einschneiden. Eine Knoblauchzehe schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Scheiben in die Schnitte der Aubergine schieben, Rosmarinnadeln ebenfalls in die Schnitte stecken. Die Auberginenhälften wieder zusammensetzen und in Alufolie wickeln. Für 20-30 Minuten bei 200°C im Backofen weich garen.

2 Auberginen aus dem Ofen nehmen und Knoblauch und Rosmarin entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Haut kratzen, auskühlen lassen und anschließend fein hacken.

3 Die dritte Aubergine in kleine Würfel schneiden.

4 Die Tomaten für 10 Sekunden in kochendes Wasser geben. Entnehmen, kalt abbrausen und häuten. Achteln.

5 Die Auberginenwürfel in reichlich Olivenöl goldbraun braten, eher frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zwei Knoblauchzehen schälen und fein hacken, anschließend in einem Topf in etwas Olivenöl glasig dünsten. Gehackte Aubergine zugeben und bei moderater Hitze einige Minuten garen. Tomatenmark zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

6 Pasta al dente garen und abgießen, dabei etwas Kochwasser zurückbehalten. Die Nudeln mit der Sauce vermischen, dabei auch die Tomatenstücke und ggf. etwas Kochwasser zugeben, sollte die Sauce zu dick sein. Gut mischen, danach die gebratenen Auberginenwürfel, den frischen Basilikum und Ricotta-Stückchen zugeben. Final abschmecken, ggf. mit etwas Olivenöl beträufeln und sofort servieren.

Quelle: “Sizilien. Das Kochbuch”von Giorgio Locatelli

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  • Thea

    Seit Jahren und immer wieder, wenn es durch die von mir geschätzten Foodblogs geistert, zögere ich. Ich liebe Auberginen, ich liebe Pasta. Aber beides zusammen?
    Vielleicht sollte ich nach der Lektüre dieser Rezeptur doch einmal ans Nachkochen denken.
    Schönes Wochenende.AntwortenAbbrechen

  • Was ich bisher als Pasta alla Norma gegessen habe, war einfach Pasta mit Tomatensauce und Auberginen. Nett, aber ich konnte nie so recht nachvollziehen, warum das Gericht nun zu Vergleichen mit der großen Oper inspiriert haben soll. Aber das mit der zusätzlich im Ofen gebackenen Aubergine klingt doch schon ganz anders! Dann lasse ich mich von Deiner Lobeshymne mal anregen, es mit diesem Rezept zu probieren.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      So ging’s mir auch, Sabine. Aber der Geschmack von in Ofen gebackenen Auberginen ist schon sehr toll.AntwortenAbbrechen

  • Das Rezept klingt echt super! Auberginen sind immer super, aber Pasta alla Norma kenn ich noch nicht :-)
    Wird definitiv nachgekocht.
    Danke für das nette Rezept!AntwortenAbbrechen

  • Heike

    Heute nachgekocht – sehr lecker. Mit “besseren” Auberginen sicher ein Traum, wir hatten halt nur Supermarktware :(
    Kommt aber definitiv in die “Lieblingsgericht”-Schublade, wir lieben Auberginen. Danke!
    ist auch nicht so aufwendig wie es sich anhört.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Heike, das freut mich sehr! Mich haben die vielen Kochschritte auch erst abgeschreckt, ging dann aber…AntwortenAbbrechen

    • Heike

      … und die Reste einen Tag später schmecken noch mal viel besser, weil es schön durchgezogen ist. *jammi*AntwortenAbbrechen

  • Eine ungewöhnliche und interessante Interpretation dieses Klassikers, den ich so sehr liebe. Wobei bei mir unbedingt Ricotta salata zum Schluss darübergeraffelt werden muss. Schade, dass Du sie nicht bekommen hast.
    *Hach* – die sizilianischen Küche!
    Saluti
    ArianeAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Oh ja, das *hach*-e ich mit….und nach dem Ricotta hab’ ich mir die Hacken abgelaufen, aber was soll’s…AntwortenAbbrechen

  • Lieber Uwe, ich hab’s getan! ;o) Ich hab Deine bzw. Giorgios Pasta alla Norma gemacht und sie mit Stracciatella di burrata getoppt, wie wir sie im Urlaub auf Sizilien gegessen haben. Ganz weit entfernt von Lean Cuisine, aber zum Niederknien gut! 1000 Dank für diese mal wieder köstliche Inspiration. Du bist ganz schön oft bei uns in der Küche “zu Gast”. Viele satt-glückliche Grüße aus München, AstridAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Astrid, danke, das freut mich sehr! Ich bin gern bei Euch zu Gast :) AntwortenAbbrechen

  • […] mich durch die Pasta-Klassiker Italiens zu kochen und kulinarische Lücken zu schließen. Nach Pasta alla Norma, Gnocchi alla romana, Pasta all’Alfredo und Bucatini all’amatriciana folgt heute die Pasta alla […]AntwortenAbbrechen

Burrata mit Basilikum-Öl

Einmal in Italien angekommen, ist es wahrlich einfach, an Burrata zu kommen: Nahezu jeder Supermarkt führt die in kleinen Säckchen abgepackte Käsespezialität. In Deutschland ist das schon schwieriger.

Gerade einmal ein Feinkostgeschäft hat hin und wieder Burrata im Angebot, reichlich selten, wenn man wie ich Filata-Käsesorten so gerne mag. Filata ist eine Sammelbezeichnung für Käse, der nach einem bestimmten Herstellungsverfahren erzeugt wird. Zunächst wird zur Milch Lab oder Milchsäure zugegeben. Die dickgelegte Milch wird anschließend zerteilt, um die Molke abfließen zu lassen und abzutrennen. Die entstandene Bruchmasse wird gesäuert, gebrüht und anschließend zu langen Fäden gezogen. Die Bezeichnung Filata leitet sich direkt vom italienischen Wort filare ab, was spinnen oder ausziehen bedeutet. Nach einigen weiteren Arbeitsschritten wird der Käse zu einer Kugel geformt und nach dem Abkühlen in eine Salzlake oder Molke gelegt.

Im Falle der Burrata handelt es sich um eine Sonderform des Mozzarella, die immer aus Kuhmilch hergestellt wird. Im Inneren der Kugel besitzt der Burrata eine sehr weiche Konsistenz, eine Mischung aus Sahne und Mozzarella-Strängen. Früher wurde Burrata hergestellt, um Butter länger haltbar zu machen. Die Butter hielt sich im Inneren des Käses einfach eine längere Zeit – von dieser Methode hat der Burrata auch seinen Namen.

Geschmacklich ist der Burrata etwas feiner als Mozzarella, aber sowohl von der Konsistenz als auch dem Verhalten bei der Verarbeitung durchaus vergleichbar.

Der Frischkäse kann sehr einfach mit Kräutern aromatisiert werden. Wie so oft sind hier der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt – erlaubt ist, was schmeckt. Ich habe den Burrata für ein schnelles Urlaubsmittagessen mit Basilikum-Öl mariniert und zu gutem San Daniele und Ciabatta gegessen. Das Basilikum-Öl ist dafür sehr schnell hergestellt: Basilikum wird gewaschen, fein gehackt und mit Olivenöl vermischt. Nach ein paar Minuten ist das Öl aromatisiert und wird einfach über den aufgeschnittenen Burrata verteilt. Fertig. Und sooooo lecker.

Rezept

Zutaten für den Burrata mit Basilikum-Öl (Für 4 Personen als Beilage/Appetizer):

  • 1 Burrata
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Zitronenschalen
  • Etwas Salz
  • Etwas Zucker
  • Etwas schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1 Den Basilikum waschen und fein hacken. Mit dem Öl und den Zitronenschalen vermischen und ca. 5 Minuten ziehen lassen. Dann mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

2 Den Burrata aufschneiden und das Basilikum-Öl darüber verteilen.

Tipp: Dazu passt frisches Ciabatta oder frisch geröstete Focaccia, auch sauer marinierte Linsen funktionieren sehr gut.

Quelle für das Hintergrundwissen zu Burrata: Wikipedia

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  • Lieber Uwe, das ein sehr leckeres Mittagessen! Ich liebe ebenfalls Burrata und habe neulich zu meinem Entzücken festgestellt, dass die Metro nun auch Burrata gelistet hat, so dass ich nicht mehr auf die Feinkostgeschäfte in der (fernen) Stadt angewiesen bin. Herzlichen Gruß, KathrinAntwortenAbbrechen

  • Sieht echt lecker aus! Burrata ist halt schon einfach was gutes – auch wenn es nicht einfach zu kriegen ist teilweise :) AntwortenAbbrechen

  • Es geht wirklich nichts über Burrata! Es ist ein Fluch und ein Segen das man ihn selten bekommt. Somit ist es etwas ganz besonderes und zu viel davon macht echt eine schwere Hüfte… ;) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ja, da hast Du absolut recht….beim Sport habe ich’s wieder büßen müssen…AntwortenAbbrechen

  • Danke für den kulinarischen Tipp, werde ich auf jeden Fall auch mal versuchen!
    Was Mozzarella angeht kann ich Büffelmozzarella nur weiterempfehlen. Wer den einmal gekostet hat, wird nicht mehr auf die Kuhmilch Variante umsteigen wollen!
    Ich hole mir diesen sogar direkt beim Produzenten in der Steiermark ab, dort gibt es einen Bio-Büffel-Bauern. Falls ich mal wieder in Italien bin werde ich mich mal an den Burrata ranwagen, freue mich schon auf das Geschmackserlebnis! :) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Direkt vom Produzenten ist natürlich das Allerbeste, reiner Luxus! :D AntwortenAbbrechen

Linguine con fiori di zucchine (Linguine mit Zucchiniblüten)

„Fiori di zucchine“ – schon allein beim Klang der Worte läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Die Delikatesse besitzt einen leicht nussigen Geschmack und wird üblicherweise gefüllt oder frittiert. Ich zeige Euch heute eine weitere Möglichkeit, die Blüten einzusetzen.

Zucchiniblüten finden sich nur selten im Angebot lokaler Supermärkte. Um die Köstlichkeiten zu bekommen, muss man also ein wenig Strapazen auf sich nehmen und Bezugsquellen identifizieren. Türkische Lebensmittelhändler sind eine gute Quelle, ebenso Märkte oder Bauernhöfe, die einen Hofladen besitzen. Wer sich ein wenig umschaut, bekommt schnell Zugang zu den gelben Blumen.

Die Blüten sitzen am Ende der Zucchini und werden bei der Ernte leider oft entfernt. Das Einzige, was entfernt werden sollte, ist der Stempel, der in der Blüte sitzt. Ansonsten steht dem Genuss nach dem Waschen nichts im Wege. Größere Blüten eignen sich gut zum Füllen, ich nehme dazu gerne Ricotta und eine Handvoll Kräuter. Kleinere Blüten können in etwas Tempurateig gewendet frittiert und ausgebacken genossen werden.

Mein dritter Tag der Urlaubsverlängerung steht ganz im Zeichen der Blüten und bringt Euch eine Pasta auf den Teller, die mit einer Sauce aus Zucchini, Zucchiniblüten, Safran, Ei, Pecorino und Rinderbrühe (Gemüsebrühe geht genauso, ich mag Rinderfond nur lieber) serviert wird. Dafür werden die Zucchiniblüten geputzt, in Streifen geschnitten und zusammen mit den Zucchini in etwas Olivenöl angebraten, was den nussigen Geschmack noch etwas betont. Ich liebe Safran in einer Pasta und erinnere mich gerne an die famosen Linguine mit Safran-Mandel-Sauce und karamellisierten Nektarinen, die ich 2011 nachgekocht und bei diversen Gelegenheiten serviert habe.

Die Urlaubsverlängerung geht noch weiter: Morgen werde ich Euch einen schnellen Snack für Zwischendurch zeigen, ich habe im Urlaub Burrata mit Basilikum-Öl aromatisiert und mit frischem Ciabatta mittags am Meer verspeist. Am Freitag gibt’s einen Klassiker, „Pasta alla Norma“, bevor ich Euch am Samstag endlich die komplette Rezension von Giorgio Locatellis Buch „Sizilien – Das Kochbuch“ nicht mehr vorenthalte.

Da passt es wie die Faust auf’s Auge, dass ich just in dieser Woche die Anfrage erhielt, ob ich den Link zu einem eCookBook mit dem Titel „Schmackhafte Urlaubserinnerungen“ nicht mit Euch Lesern teilen möchte. Weil es so gut passt und ich mir selbst gerade den Urlaub verlängere, mache ich das gerne, denn jeder von uns kann das Gefühl von Urlaub immer und zu jeder Zeit vertragen, auch wenn es sich nur um einen kurzen Moment handelt, in dem wir in Gedanken an die Destination der letzten Reise entführt werden. Im eBook finden sich auf 79 Seiten ein paar kleine, feine Gerichte aus den typischen Urlaubsregionen wie Spanien, Italien, Türkei, Frankreich oder Griechenland. Das eCookBook ist kostenfrei und kann hier auf der Webseite von Bravofly heruntergeladen werden.

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten

Zutaten für die Linguine con fiori di zucchine (Für 4 Personen):

  • 1 Zwiebel
  • 15 Zucchiniblüten
  • 2-3 kleine Zucchini
  • 100 ml Rinder- oder Gemüsebrühe
  • 1 Prise Safranfäden (Etwa 15 Stück)
  • 3 Eigelb
  • 60 g Pecorino
  • Frischer schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • Etwas Olivenöl
  • Linguine je nach Hunger

Zubereitung:

1 Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die kleinen Zucchini waschen und mit einem Sparschäler in dünne Streifen aufschneiden. Die Zucchiniblüten putzen, den Stempel entfernen.

2 Die Zwiebeln in etwas Olivenöl glasig dünsten und mit der Rinderbrühe aufgießen. Safran zugeben und mit geschlossenem Deckel etwa fünf Minuten aromatisieren lassen.

3 In einem zweiten Topf die Zucchini in etwas Olivenöl anbraten, gegen Ende die Zucchiniblüten zugeben. Derweil die Linguine al dente garen.

4 Den Safransud zu den Zucchini geben und mit den abgetropften Nudeln vermischen. Dann Pecorino und Eigelb untermischen und mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Quelle: “Sizilien. Das Kochbuch”von Giorgio Locatelli

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Werbe-Hinweis: Im Artikel wird Bravofly als Firma genannt und ein von Bravofly veröffentlichtes (kostenfreies) eCookBook beworben und auf die Webseite verlinkt.
  • Zucchiniblüten sind etwas geniales!
    Am besten hat man einen italienischen Schwiegervater mit Garten.
    Da bekommt dann jedes Wochenende einen Korb voll Blüte und weiss dann bald nicht mehr was man alles damit machen soll.
    Von ihm habe ich sie inerster Linie gezupft asl Pfannkuchen im einfachen Mehl-Wasser-Salz-Teig, in Oliven-Öl ausgebacken.
    Noch warm aus der Pfanne.
    Sie lassen sich sogar einfrieren.
    Gruß MichaAntwortenAbbrechen

  • Oh, Mann!
    Man sollte sich ein Kommentar doch noch mal durchlesen bevor man es abschickt.
    Die Schreibfehler seien mir verziehen.

    Im Venos in Ffm bekommt man sie inzwischen das ganze Jahr über.

    Auch ein Risotto lässt sich gut mit Zucchiniblüten machen.
    Die beste Füllung meines Erachtens ist mit einer Farce aus
    Erbsen und Huhn oder Erbsen und Fisch.

    Gruß MichaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ach wunderbar, so kommen ganz viele tolle Anregungen ganz automatisch zu mir :) Ist notiert, danke für Deine Anregungen!AntwortenAbbrechen

Insalata di olive verdi schiacciate (Salat von grünen Oliven)

Der zweite Teil der Urlaubsverlängerung kommt reichlich vegetarisch, ja sogar vegan daher: Ein Salat von grünen Oliven, gemischt mit einer großen Handvoll Minze und Stangensellerie.

Beim Durchblättern von Giorgio Locatellis Buch blieb ich immer wieder bei diesem Rezept hängen. Was mich so faszinierte: Sowohl Oliven als auch Minze sind eher kräftige, dominierende Zutaten, die leicht ein komplettes Gericht dominieren können. Ähnlich wie Estragon sind die beiden für mich nicht unbedingt Teamplayer, die sich in eine Geschmackskomposition einfügen.

Damit der Salat gut wird, müssen unbedingt ganze grüne Oliven mit Stein von hoher Qualität benutzt werden. Das Lösen des Fruchtfleisches vom Stein ist eine mühsame Aufgabe. Am besten geht es, wenn man die Oliven von einer Seite zur anderen entlang des Steins mehrfach einschneidet und dann die entstehenden Segmente vom Stein löst. Die Minze ist schnell gehackt, der Staudensellerie ist ebenfalls schnell geschnitten.

Die Vinaigrette besteht lediglich aus gutem Olivenöl, etwas Weißweinessig und Zucker, Pfeffer und Salz zum Abschmecken. Die drei Zutaten des Salates fügen sich auf mysteriöse Art und Weise zu einer unglaublich stimmigen, runden und harmonischen Geschmackswelt zusammen, wie ich es beileibe nicht vermutet hätte. Keine Zutat schmeckt hervor, keine Zutat dominiert. Oliven- und Minze-Fans sei der Salat wärmstens empfohlen! Zum Salat passt frische Focaccia, wenn Ihr ihn solo genießen wollt, umgekehrt passt der Salat auch perfekt als Beilage zu gegrilltem Fisch oder fettem Fleisch, wie Schweinebauch vom Grill.

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten

Zutaten für den Salat von grünen Oliven (Für 4 Personen):

  • 500 g grüne Oliven in Lake mit Stein
  • 4-6 Stangen Sellerie
  • Reichlich Minze
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Weißweinessig
  • Etwas Zucker
  • Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Oliven mehrfach von einem zum anderen Ende einschneiden und dann das Fruchtfleisch entlang der Segmente vom Stein abtrennen. Fein hacken. Den Stangensellerie waschen und ebenfalls fein hacken, das Grün sehr, sehr gerne verwenden. Die Minze hacken.

2 Die drei Zutaten vermischen und mit Olivenöl, Weißweinessig, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Quelle: „Sizilien – das Kochbuch“ von Giorgio Locatelli

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  • Ich bin ein grosser Fan von dir … uuund Locatelli (alleine für die Anleitung zum Garen von Pulpo hätte er die Verleihung der Silbernen Krake verdient. Dieser Salat liest sich so ungewöhnlich, dass ich es unbedingt noch diese Woche ausprobieren muss. Vielleicht erst mal als kleinere Portion, denn wenn ich daran denke, 500!!! g meiner kostbaren Oliven zu verwenden, dann sträubt sich alles in mir ;-)
    Übrigens ein kleiner Tipp von mir: Oliven lassen sich ganz einfach vom Kern schneiden, wenn man sie mit dem Rücken eines breiten Messers flach drückt.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ooooh, das lese ich aber gerne, danke! Den Tipp mit dem Flachdrücken hätte ich echt gebrauchen können, ich habe fast 30 Minuten Oliven von Steinen befreit…AntwortenAbbrechen

Braciolette alla Messinese (Kalbsrouladen nach Messina-Art)

Urlaub! Mit Metronom-gleicher Präzision spülen die Wellen der Adria an den Strand, dazu weht eine leicht Brise von Osten, ein paar Möwen haben sich auf den nahezu menschenleeren Strand verirrt. Angenehme 24 Grad lassen den sonnigen Spätsommertag langsam werden.

Ich mag die Nebensaison. Im September ist es im Süden Europas immer noch schön warm, die Strände sind leer und die Städte nicht so überlaufen wie zur Ferienzeit. Ich fahre mit meiner Familie seit ein paar Jahren immer um diese Zeit und genieße es, den Sommer um ein paar Wochen zu verlängern. Wir verbringen die Tage also am Strand, bauen Sandburgen, lesen Geschichten, gehen im tiefen Sand watend auf Muschelsuche und versuchen, uns ein Stück Dolce Vita vom großen Kuchen des süßen Nichtstuns abzuschneiden. Dabei merke ich immer wieder, wie schwer es mir fällt, einfach einmal nichts zu tun, nichts zu denken, nichts zu machen, an nichts zu arbeiten. Ich kann gut und schnell abschalten und das Gezeter des Alltags hinter mir lassen, aber die auf Effizienz getrimmte Denkmaschine hat Hunger. Und will gefüttert werden. Wenn das Standard-Futter nicht verfügbar ist, wird nach anderem verlangt.

So saß ich die letzten beiden Wochen am Strand, steckte meine Füße in die Brandung und versuchte, so viel Ruhe wie möglich in mich aufzusaugen, um Kraft für den Jahresendspurt zu tanken. Ich lasse mich im Urlaub gerne von einem Kochbuch begleiten. Letztes Jahr war dies „Die Venezianische Küche“ von Russel Norman, durch welche ich mich begeistert gekocht habe. Ungewöhnliche italienische Rezepte, noch dazu regional passend und mit einem Besuch Venedigs gekrönt. In diesem Jahr habe ich mir Giorgio Locatellis “Sizilien. Das Kochbuch”mit- und vorgenommen und ebenfalls eine fantastische Zeit verlebt. Das Buch bietet auf über 400 Seiten eine große Vielfalt an mediterraner Küche. Besonders einfache, schnelle aber deshalb umso schmackhaftere Anleitungen finden sich darin zuhauf, was mir im Urlaub entgegen kam. Denn wer will schon in der spartanisch eingerichteten Küche eines Holzbungalows direkt am Meer stundenlang IN der Küche stehen…

In dieser Woche arbeite ich also meine im Urlaub gekochten Rezepte auf und versuche so, die Zeit am Meer noch etwas zu verlängern. Den Anfang machen Kalbsrouladen nach Messina-Art, die ich mit für das Veneto typischer weißer Polenta serviert habe. Die Kalbsrouladen werden mit einer Füllung aus Pinienkernen, Pecorino, Semmelbröseln, Rosinen und Petersilie bestrichen, fest zusammen geschnürt und anschließend langsam in einer Pfanne gebraten. Ein paar reife Dattel- oder Kirschtomaten geben dem Gericht Säure, etwas Wasser löst den Bratensatz von der Pfanne.

Giorgio Locatelli hat hier meinen Geschmack absolut getroffen, und nicht nur bei diesem Rezept, wie sich im Laufe des Urlaubs herausstellte. Am nächsten Samstag veröffentliche ich eine sehr ausführliche Rezension, und bis dahin einige Rezepte aus dem Buch. Danach kann der Herbst kommen – wir machen hier noch eine Woche Spätsommer…

Braciolette alla Messinese (Kalbsrouladen nach Messina-Art)

Rezept

Dauer: 45 Minuten

Zutaten für die Kalbsrouladen nach Messina-Art (Für 4 Personen):

  • 4 Kalbsrouladen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 40 g Sultaninen
  • 30 g Pinienkerne
  • 150 g Pecorino
  • 300 g Semmelbrösel
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 8 Kirschtomaten
  • 4 Lorbeerblätter
  • Olivenöl
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken. Pecorino reiben. Petersilie hacken. Tomaten halbieren. Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne trocken goldbraun rösten. Danach fein hacken.

2 In der Pfanne in etwas Olivenöl die Zwiebel und den Knoblauch glasig dünsten. Dann Pecorino, Sultaninen, Semmelbrösel und Pinienkerne mit 1-2 EL Olivenöl untermischen. Masse von der Platte nehmen und die Petersilie untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Die Kalbsrouladen mit einem Plattiereisen zwischen Frischhaltefolie plätten. Die Rouladen mit der Masse bestreichen, aufrollen und mit Küchengarn fixieren.

4 Die Rouladen in etwas Olivenöl in einer Pfanne rundherum anbraten. Nach der Hälfte der Bratdauer die Tomaten und Lorbeerblätter zugeben und mit schmoren. Mit etwas Wasser ablöschen, aufkochen und reduzieren lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp: Dazu passen Polenta, Kartoffelbrei oder ein Risotto.

Quelle: “Sizilien. Das Kochbuch”von Giorgio Locatelli

Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links.

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  • Lieber Uwe, welcome back im Alltag! Und Deine Begeisterung für das Kochbuch von Giorgio Locatelli kann ich sehr gut nachvollziehen – bei uns hat es zu einem Sizilienurlaub auf seinen Spuren geführt, direkt in Vittorios Küche ….AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Boah. Da werde ich ja gleich neidisch…ich besorge mir jetzt erstmal “Made in Italy”…AntwortenAbbrechen

      • Vittorio ist zum Niederknien lecker … Und “Made in Italy” ebenfalls ein Muss! Dafür werde ich in ein paar Wochen Venedig erkunden – welches Restaurant ist Dein ultmativer Tipp für ein unvergessliches Abendessen?AntwortenAbbrechen

  • Nachkocherin

    Lieber Uwe,
    Zu aller erst ein großes Dankeschön für diese traumhafte und liebevoll geführte Seite.
    Ich habe eine Frage zu diesem Kalbsrouladen Rezept- welche Menge Fleisch hast du verkocht?
    Im Verhältnis zum Fleisch hatte ich sicherlich 70% zuviel Fülle und frage vorsichtig nach ob die 300 Gramm Semmelbrösel bestimmt korrekt sind?
    Ist mir beim Lesen und auch zubereiten so vorgekommen.
    Ansonsten freu ich mich über deine Antwort und freue mich jetzt schon auf die nächste kulinarischen Beiträge :) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo! Ich glaube ich habe 4 Rouladen unterschlagen. Ich hab’s nochmal abgeglichen und Giorgio hat für jede Person 2 Rouladen geplant. Dann sollte es mit der Füllung besser hinkommen – ich hatte eher zu wenig (Aber auch 8 Rouladen). Danke für den Hinweis und sorry für die Umstände! Hat’s geschmeckt?AntwortenAbbrechen

  • Matthias

    Hi, toll sieht es aus.
    Eine Frage hab ich noch. Wie lange hast du die guten Dinger schmoren lassen?

    grüßeAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Matthias, ich hatte sie etwa 10-15 Minuten in der Pfanne.AntwortenAbbrechen

      • Matthias

        …Ui, das ist kurz. hatte jetzt tatsächlich an Schmorähnliche Verhältnisse gedacht. Aber umso besser.

        Aber danke für die Antwort. Werde es heute Abend mal ausprobieren. Dazu gibst Steinpilz Risotto und einen leckeren Sizilianer.AntwortenAbbrechen

        • Uwe

          Nein, die Rouladen ähneln eher Kurzgebratenem. Da kommt einem das Kalbfleisch sehr entgegen, mit Rind würde ich’s auch eher klassisch schmoren, damit das Fleisch weich wird.AntwortenAbbrechen