Fettuchine mit Cashew-Spinat-Rote-Bete-Pesto

Ungewöhnliche Kombinationen haben eine besonders große Anziehungskraft, der ich mich selten entziehen kann. Geröstete Cashew-Kerne, gedämpfter Spinat und gebratene Rote Bete: “Bassd scho“, wie der Franke sagt.

Ein großer Nudeltopf steht auf der Kochinsel und brodelt dampfend vor sich hin. Im Topf hängen vier Siebe, in die der Koch nach und nach frische Nudeln für das kurze Bad im kochenden Wasser füllt. Heute gibt es Fettuchine, jene schmalen Bandnudeln, die sich so wunderbar für die Aufnahme eines tomatigen Sugos oder Pestos eignen.

Neben dem großen Topf hat Paolo verschiedene Pfannen auf den Gasflammen platziert, in denen die Saucen für verschiedene Sorten Pasta oder das vorgegarte Risotto köcheln. Die Dunstabzugshaube verrichtet angenehm rauschend ihren Dienst und sorgt dafür, dass der kleine Raum einigermaßen frei von zu starken Gerüchen bleibt. Ich befinde mich im Esscafé, einem kleinen italienischen Restaurant im Herzen von Erlangens Osten, dem Röthelheimpark.

Das Restaurant besteht aus einem einzigen Raum, der zur Hälfte vom Bar- und Küchenbereich eingenommen wird. In der Mitte des Barbereichs steht die Kochinsel, auf der Paolo gemeinsam mit seinem Sohn seine mediterranen Köstlichkeiten zubereitet. Das Esscafé ist mittags rappelvoll, um 12 Uhr ist es schwierig, einen freien Platz zu bekommen. Viele Menschen machen hier Mittagspause und nutzen die Zeit, um für 6 bis 9 Euro Pasta, Risotto, Salate, Fleisch- oder Fischgerichte zu sich zu nehmen.

Esscafé Erlangen

Um die Kochinsel herum herrscht hektische Betriebsamkeit: Zwei Servicekräfte richten an, nehmen Bestellungen auf, schenken Getränke aus und kümmern sich um die knapp 20 Gäste, die sich heute rund um die Bar und an den wenigen Tischen tummeln. Ich hatte Glück, denn an der Bar war für mich alleine gerade noch ein Platz frei. Mein Vormittag war arbeitsreich, viele Termine bestimmten die letzten vier Stunden. An solchen Tagen nutze ich die Mittagspause gerne, um eine Stunde zu entspannen. Mich dem Trubel zu entziehen. Mich zurückzuziehen. Alleine. Die Bedienung kennt mich schon und wundert sich nicht mehr über den Typen, der mit Kopfhörern allein an der Bar sitzt, Paolo bei der Arbeit zusieht und meistens Risotto oder die Tagespasta mit einem Glas stillen Wasser bestellt.

Die Musik im Ohr kapselt mich vom Rest der Welt ab, schottet mich vom Surren der Dunstabzugshaube, dem Gemurmel der vielen Stimmen und dem Klirren der Teller ab. Ich habe Pause.

Heute hat Paolo als letzten Punkt auf der Wochenkarte ein Pesto, das meine Aufmerksamkeit erregt: Vollkorn-Nudeln, Cashew-Nüsse, Rote Bete und Spinat, zusammen, als Pesto. „Wow“, denke ich, „das muss ich probieren“. Ich werde nicht enttäuscht, die Pasta ist gut abgeschmeckt und das Pesto hat nichts von dem befürchteten erdigen Aroma. Die Rote Bete ist geraspelt und wohl roh gebraten, Nüsse und Spinat sind nicht zu einem Brei gemixt und besitzen noch kernige Textur. Frischer Pfeffer und guter Parmesan runden das Gericht ab, das Löffel für Löffel in meinem Mund verschwindet. Begleitet von den angenehmen, sommerlichen Klängen der „Kooks“ stellt sich ein Sättigungsgefühl ein und die Gewissheit, dass ich dieses Gericht sehr bald am heimischen Herd nachkochen werde.

Esscafé
Konrad-Zuse-Straße 18
91052 Erlangen

Rezept

Dauer: 30 Minuten

Zutaten für die Fettuchine mit Cashew-Spinat-Rote-Bete-Pesto (Für 4 Personen):

  • 2 nicht zu große Rote Bete
  • 500 g Spinat
  • 200 g Cashew-Kerne
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 g Pecorino
  • >Salz, frischer schwarzer Pfeffer
  • 50 ml Rapsöl
  • 1 Handvoll Petersilie
  • Pasta je nach Hunger

Zubereitung:

1 Die Rote Bete schälen und mit einer Reibe in feine Streifen hobeln. Den Spinat waschen und den Pecorino reiben. Die Petersilie hacken. Die Knoblauchzehen schälen und in Scheiben schneiden.

2 Die Cashew-Nüsse in einer Pfanne trocken rösten. Dabei die Pfanne immer wieder schwenken, damit die Nüsse gleichmäßig braun werden und nicht anbrennen. Die Cashew-Nüsse in einem Mixer zerkleinern, aber bitte nicht atomisieren. 2-3 EL Nüsse abnehmen und beiseite stellen.

3 Etwas Wasser in einem Topf zum Kochen bringen (der Topfboden sollte etwa 2-3 cm mit Wasser bedeckt sein. Knoblauch zugeben und den Spinat dämpfen/kochen, bis er beginnt, zusammenzufallen. Zu den Cashew-Kernen in den Mixer geben. Öl und eine Prise Salz zugeben und zu einer cremigen Paste mixen.

4 Die geraspelte Rote Bete in einer Pfanne in etwas Rapsöl anbraten, bis die Rote Bete weich ist. Salzen. Mit dem Spinat-Pesto vermischen, ggf. etwas Öl zugeben. Mit Salz und frischem Pfeffer abschmecken.

5 Pasta al dente garen. Nudeln mit dem Pesto vermischen, einen TL Nüsse, gehackte Petersilie und frischen Pecorino sowie eine Umdrehung schwarzen Pfeffer oben auf geben. Heiß servieren.

Hinweis: Ohne Pecorino ist das Pesto sogar vegan…

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Kalbsbäckchen-Burger mit Rotkohl, Preiselbeer-Birnen-Chutney und Kartoffelchips

Erinnert Ihr Euch noch an den Pulled Pork Burger? Seither spukt mir eine Kalbsbäckchen-Variante im Kopf herum…

Vor zwei Wochen hatte ich einmal mehr die Gelegenheit, mich mit meinem Blogger-Kollegen Markus von “Nürnberg und so” über gute Burger auszutauschen. Markus betreibt nicht nur den Blog mit großer Leidenschaft und viel Engagement, er bastelt zusammen mit seinem Bruder an diversen Konzepten für Pop-up-Burger-Restaurants mit inspirierenden Kreationen. Sein Artikel über die besten Burger-Bars in Nürnberg erfreut sich hier sehr großer Beliebtheit. Und: Ich kenne keinen anderen Menschen, der auch nur annähernd mit einem ähnlichen Enthusiasmus stundenlang über Burger, deren Herstellung, Grundzutaten und Veredelung sprechen kann.

Von Markus habe ich mir mitgenommen, dass eine gute Kreation alle Sinne bedienen muss, den Genießer also nicht nur geschmacklich, sondern auch olfaktorisch, optisch und akustisch begeistern muss. Akustisch? Akustisch. Wenn wir auf etwas Knuspriges beißen, ist das nicht nur ein Erlebnis auf der Zunge, es knackt dabei auch im Ohr. Alle diese Effekte beeinflussen also die Wahrnehmung und schlussendlich den Genuss. Ein guter Burger – aber auch ein gutes Gericht – bedient folglich mehrere sensorische Eigenschaften. Diese Ausführungen blieben mir lange im Ohr (haha!) und fanden bei der Kreation des Kalbsbäckchen-Burgers Anwendung: Neben den weichen Komponenten Bun, Rotkohl und Bäckchen musste noch etwas Knuspriges – also etwas für’s Ohr – mit dazu. “Kartoffelchips” war der Einwand von Alex, der, begeistert von der Story, beim Brainstormen half. Oftmals liegt die Lösung sehr nahe.

So besteht dieser Burger aus Kalbsbäckchen, die (wie Pulled Pork) mit Gabeln klassisch aufgefasert und mit der Schmorsauce gewürzt wurden. Dazu Rotkohl, mit Äpfeln, Zwiebeln und Preiselbeeren verfeinert und lange gekocht. Drunter Birnen-Preiselbeer-Chutney. Oben drauf knusprige eben jene Kartoffelchips.

Yummy. Danke, Markus!

Rezept

Dauer: Ca. 60 Minuten ohne Schmor- und Backzeit, ca. 240 Minuten mit Schmor- und Backzeit

Zutaten für die Kalbsbäckchen-Burger mit Rotkohl, Preiselbeer-Birnen-Chutney und Kartoffelchips (Für 4 Portionen):

  • 4 Brioche Burger Buns nach diesem Rezept
  • 4 Kalbsbäckchen
  • 1 Karotte
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 1 Zwiebel
  • Etwas Butterschmalz
  • 250 ml Rotwein
  • 400 ml Rinderbrühe
  • 3 EL Sojasauce
  • 200 g Rotkraut, z. B. nach diesem Rezept
  • 4 Kartoffeln
  • 200 ml Rapsöl
  • 2 EL Preiselbeer-Marmelade
  • 2 Birnen
  • 2 cm Ingwer
  • 1 Schalotte
  • 1 EL Zucker
  • 2 EL Apfelessig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Für die Kalbsbäckchen selbige mit Küchengarn zu kleinen Päckchen zusammenbinden. Karotte schälen und stückeln, Staudensellerie in Streifen schneiden, Zwiebel schälen und vierteln. Kalbsbäckchen und Gemüse in etwas Butterschmalz rundherum scharf anbraten. Mit Sojasauce ablöschen, einkochen lassen. Zweimal mit Rotwein ablöschen und einkochen lassen. Mit Rinderbrühe aufgießen und aufkochen. Bei 140°C etwa 2,5 Stunden im Backofen schmoren.

2 In der Zwischenzeit die Brioche Burger Buns nach Anleitung herstellen und das Rotkraut nach diesem Rezept ansetzen.

3 Für das Chutney die Birne schälen, entkernen und würfeln. Die Schalotte und den Ingwer schälen und fein hacken. Birne, Schalotten, Ingwer, Zucker, Apfelessig und etwas Wasser in einem Topf aufkochen und bei geringer Hitze etwa 45 Minuten einkochen. Anschließend mit Salz abschmecken.

4 Für die Chips die Kartoffeln schälen und mit einem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden. Das Rapsöl richtig heiß erhitzen und die Kartoffelscheiben in kleinen Portionen goldbraun frittieren, bis sie schön knusprig sind. Auf Küchenkrepp abtropfen und salzen.

5 Die Brioche Burger Buns aufscheiden und die Schnittflächen toasten. Die Kalbsbäckchen aus dem Ofen holen und die Sauce abschmecken. Die Bäckchen entnehmen und mit der Gabel auffasern. Etwas Sauce zugeben und vermischen.

6 Zuerst etwas Chutney auf die Unterseite der Buns, dann darauf etwas Rotkohl, darauf Fleisch und zuoberst die Kartoffelchips legen. Deckel drauf und heiß genießen.

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  • Das klingt ersteinmal verrückt, aber ich kann mir echt vorstellen, dass das gut :D Vielleicht sollte ich das wirklich mal ausprobieren, habe noch nie Kartoffelchips Selber gemacht. Wird mal zeit :-) Liebe Grüße aus St. Martin im Passeiertal :-)AntwortenAbbrechen

  • Das könnte erklären warum mein Mexican Burger mit Nachos so viel Anklang findet.

    Klingt sehr lecker der Burger. Ich frag mich nur wo ich jetzt so auf die schnell noch einkaufen gehen kann -.-

    Viele GrüßeAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hehe, das Problem kenne ich :D – Nachos! Mexican Burger! Mach ich nach :DAntwortenAbbrechen

Alte Wutz sous-vide mit Kimchi

Koteletts vom Schwäbisch-Hällischen treffen auf das koreanische Nationalgericht Kimchi. Zartes, sous-vide gegartes Fleisch trifft auf würzig-pikante Kohlnoten.

Vor zwei Jahren besuchte ich in Berlin ein koreanisches Restaurant, genauer gesagt ein Restaurant, das koreanisches BBQ anbot. Neben den typischen koreanischen Grills, bei denen auf die Hitzequelle ein halbrunder Aufsatz mit Saucenauffänger gestellt wird, füllten sich die Tische alsbald mit vielen Schüsseln gefüllt mit unterschiedlichsten Zutaten. Integraler Bestandteil: Kimchi, also durch Milchsäuregärung fermentierter Chinakohl.

Dabei wird der Chinakohl in einer Salzlake eingelegt und mit einer Mischung aus Zutaten wie Ingwer, wirklich viel Knoblauch und Chilipulver und noch anderen Gemüsesorten vermischt und in Töpfchen gefüllt, die dann luftdicht geschlossen werden. Das Salz beschleunigt die Gärung, und nach 2-3 Tagen hat sich der typische, leicht säuerliche Kimchi-Geschmack entwickelt.

Eigentlich ist Kimchi nichts anderes als die koreanische Version des doch recht deutschen Sauerkrauts, das den Menschen früher als Vitamin-C-Speicher diente. Im Spätherbst, wenn der Chinakohl Saison hat, werden in Korea raue Mengen eingemacht, die für den ganzen Winter ausreichen und beinahe zu jeder Mahlzeit serviert werden.

Letzte Woche sah ich Fräulein Kimchi im Rahmen des Chefkoch-Foodcamps in Nürnberg live bei der Zubereitung zu und konnte so die traditionelle Herstellung direkt von einer Koreanerin lernen, die wiederum von ihrer Großmutter sämtliche Grundlagen beigebracht bekam. Wichtigste Zutat: Kochukaru, koreanische Chili-Flocken, die nicht so infernalisch scharf sind wie die Kollegen aus Thailand und in gut sortierten Asia-Shops zu bekommen sind.

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Zum Kimchi (ich freue mich schon auf die Grillsaison, dann wird’s öfter Kimchi zu Gegrilltem geben….Kimchi-Burger, ich komme…!) gab’s ein sous-vide gegartes Kotelett vom Schwäbisch-Hallischen aus der Metzgerei Brath in Karlsruhe, die unter dem Label „Alte Wutz“ ein sensationelles Stück Fleisch anbieten. Sous-vide zubereitet braucht die Alte Wutz 80 entspannte Minuten bei 58°C, um butterzart aus dem Wasserbad zu steigen (Hier mit Elsässer Sauerkraut zelebriert). Kurz Röstaromen durch Anbraten erzeugen, aufschneiden und genießen. Dieses Stück Fleisch gehört für mich definitiv zu den Top-10-Fleischstücken, die ich bisher gegessen habe.

Rezept

Dauer: Ca. 3 Stunden

Zutaten für die Alte Wutz sous-vide mit Kimchi (Für 2 Personen):

  • 1 alte Wutz (Kotelett, ca. 500 g)
  • Etwas Murray River Fingersalz
  • Etwas frische Petersilie

Für das Kimchi:

  • 1 Chinakohl
  • 6 Knoblauchzehen
  • 1/2 Zwiebel
  • 1/2 Apfel
  • 2-3 cm Ingwer
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 3 EL Fischsauce
  • 55 g Meersalz
  • 70 g Kochukaru

Zubereitung:

1 Für das Kimchi den Chinakohl waschen und in große Stücke schneiden. Salzen und über Nacht, mindestens aber eine Stunde ziehen lassen. Am nächsten Tag gründlich mit Wasser (3x!) abspülen.

2 Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Die Zwiebel und den Apfel pürieren. Nun alles mit der Fischsauce und dem Kochukaru vermischen. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Stifte schneiden. Mit der Chilipaste in einer großen Schüssel vermischen, dann den Kohl zugeben und gründlich vermischen (Handschuhe verwenden!).

3 Das Kimchi entweder gleich essen oder in sterilisierte Einmachgläser füllen und 2-3 Tage ziehen lassen. Dabei dafür Sorge tragen, dass das Kimchi richtig in das Glas gepresst und zwischen dem Kimchi keine Luft mehr ist. Das Glas nicht ganz vollmachen, da sich der Chinakohl durch das Fermentieren noch ausdehnt.

4 Für die alte Wutz selbige vakuumieren und 80 Minuten bei 58°C im Wasserbad ziehen lassen. Entnehmen und entweder auf dem Grill oder in einer Grillpfanne auf dem Herd kurz von beiden Seiten anbraten, das Kimchi erwärmen. Petersilie hacken.

5 Die alte Wutz aufschneiden (Knochen entfernen!) und auf dem Kimchi anrichten. Mit Fingersalz und Petersilie bestreuen.

Quelle für das Kimchi: Fräulein Kimchi

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  • Das Rezept für das Kimchi ist genial, vor allem dass es so authentisch ist, und man sogar etwas davon einlagern kann.
    Beste Grüße MichiAntwortenAbbrechen

  • Ich weiß selbst nach lesen des Artikels nicht sicher wo ich das von dir beschriebene Fleisch herbekommen. Kannst du es mir erklären?AntwortenAbbrechen

  • Wunderbar! Eine tolle Kombi des Kimchi mit meinem Lieblingsschwein.AntwortenAbbrechen

  • Uta

    Hallo, Uwe,
    freut mich, dass Du zum Einzug von Kimchi in deutsche Küchen beiträgst.
    Nach drei Jahren in Korea möchte ich diese essentielle und so gesunde Beilage nicht mehr missen. Und nun habe ich, neben vielen weiteren, endlich ein gut umsetzbares Rezept für homemade Kimchi. Danke !AntwortenAbbrechen

Ochsenschwanzsuppe

Oft zubereitet, nie fotografiert: Endlich schafft es eine meiner Lieblingssuppen auf den Blog. Die Ochsenschwanzsuppe ist eine echte Delikatesse und viel mehr als eine unscheinbare Suppe.

Kaum erwähne ich das Wort „Ochsenschwanz“, so verändern sich die Gesichtszüge in der Familie doch recht deutlich und drohen unkontrolliert zu entgleisen. Dabei ist der Ochsenschwanz eines der (für mich) besten Stücke vom Rind, der, richtig zubereitet, eine wahre Delikatesse ist und den ich gerne vermeintlich edleren Fleischstücken vorziehe. Ich glaube, dass der bloße Name und die damit verbundene Vorstellung, wo am Tier das Stück Fleisch sitzt, oftmals für die entgleisten Gesichtszüge verantwortlich ist. Das ist aber völlig unnötig, denn nach 2 Stunden Schmoren und Loslösen des Fleisches vom Knochen hat die resultierende Speise rein optisch nichts mehr mit dem Ausgangsprodukt zu tun.

Ochsenschwanz verarbeite ich gerne zu folgenden Gerichten:

Letzteres habe ich zwar schon oft zubereitet, aber noch nie verbloggt. Die Vorlage für dieses Rezept stammt (einmal wieder) von Astrid (Arthurs Tochter kocht!) und war (wie immer) unglaublich lecker. Der Clou: Nach dem Schmoren des Ochsenschwanzes wird eine dunkle Mehlschwitze zubereitet, eine sogenannte Roux. Dafür vermischt Ihr Butterschmalz mit Mehl im Verhältnis 2:3 und schwitzt diese bei mittlerer Temperatur unter konstantem Rühren so lange an, bis die Mehlschwitze den gleichen Farbton besitzt wie ein dunkler Rinderfond.

Die Roux wird dann mit etwas Sherry (Astrid hat Madeira benutzt, Rot- oder Portwein gehen auch) abgelöscht und mit der Schmorsauce sowie etwas Rinderfond aufgegossen. Kakao, Chili, Nelken und Korinthen sorgen für ein tolles Aroma. Als Abschluss gebt Ihr das Fleisch zur Suppe, zieht noch etwas leicht geschlagene Sahne unter und serviert die Suppe heiß dampfend mit frischem Kerbel und einer Scheibe Röstbrot.

Am besten hat mir die Suppe jedoch am nächsten Tag nach nochmaligem Aufwärmen geschmeckt: Die Aromen waren viel harmonischer und ausgewogener. Da sich die Suppe wunderbar vorbereiten lässt, ist dieses Rezept auch eine tolle Vorspeise für ein Herbst- oder Wintermenü.

Ochsenschwanzsuppe

Rezept

Dauer: Ca. 3 Stunden ink. Schmorzeit, 60 Minuten ohne Schmorzeit

Zutaten für die Ochsenschwanzsuppe (Für 4 Personen):

  • 2 kg Ochsenschwanz
  • 1 L Rinderfond
  • 300 ml Rotwein
  • 2 EL Sojasauce
  • Etwas Wurzelgemüse
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • Etwas Butterschmalz

Für die Suppe:

  • 4 EL Mehl
  • 6 EL Butterschmalz
  • 100 ml Madeira (oder Sherry)
  • 1/2 TL Kakao-Pulver
  • 1 Nelke
  • 1 TL Korinthen
  • Chili nach Geschmack
  • Etwas Zucker
  • Salz
  • 50 ml Sahne
  • Etwas Kerbel

Zubereitung:

1 Für den Ochsenschwanz das Wurzelgemüse putzen, ggf. schälen und in Stücke schneiden. Das Fleisch portionsweise in etwas Butterschmalz rundherum anbraten. Am Ende auch das Gemüse anschwitzen, alles in den Topf geben und zweimal mit Rotwein ablöschen. Nach dem ersten Mal warten, bis der Rotwein vollständig verkocht ist. Vorgang wiederholen, mit Rinderfond und Sojasauce aufgießen. Pfefferkörner zugeben und bei 140°C etwa 2,5 Stunden im Backofen mit geschlossenem Deckel schmoren.

2 Für die Suppe wird zunächst eine dunkle Mehlschwitze zubereitet. Dafür das Mehl und das Butterschmalz so lange in einem Topf bei mittlerer Hitze rühren, bis die Masse eine dunkle Farbe angenommen hat. Das dauert gut und gerne 15 Minuten. Mit Madeira ablöschen, gut umrühren, so dass keine Klümpchen entstehen und dann die Sauce aus dem Schmortopf angießen (Ohne Fleisch und Gemüse).

3 Kakao unterrühren, Nelke, Korinthen und Chili in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten, zugeben und aufkochen. Mit Zucker und Salz abschmecken und etwa 30 Minuten köcheln lassen.

4 Inzwischen das Fleisch vom Knochen fieseln und die Sahne leicht aufschlagen.

5 Fleisch in die Suppe geben, final abschmecken und anrichten. Sahne unterziehen und mit Kerbel dekorieren.

Quelle: Arthurs Tochter kocht!

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  • Mon Dieu! Ich muss ja immer Ochsenschwanz sammeln, weil ich nie 2 Kilo am Stück (*gg*) kriege, aber sobald ich nochmal 2 Kilo zusammenhab… Alter!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Jeder hat da ja so seine eigene Sammelleidenschaft….aber Ochsenschwanz…AntwortenAbbrechen

  • Herrje, was für ein sensationelles Stück Suppe das ist!
    Ich hab noch nie Ochsenschwanz zubereitet – diese Kochbildungslücke sollte ich dringend schließen.

    Schönen Wochenstart
    ConnyAntwortenAbbrechen

  • Basler Dybli

    Ein durchdachtes und bestimmt auch leckeres Rezept. Danke dafür !
    Nach dem Ochsenschwanz an Morgon-Sauce (Klasse!) ist es an der Zeit, wieder mal beim Metzger “Ausschau” zu halten. :-)AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Oh, danke! Ich wünsch Dir viel Freude mit diesem Rezept…hast Du Dir einen Morgon besorgt?AntwortenAbbrechen

      • Basler Dybli

        (Noch) nicht. Ich koche gerne mit “meinem” spanischen Rotwein. Das Preis-Leistungsverhältnis ist – nach meinem Dafürhalten – ein rechtes Stück besser und das Ergebnis stimmt für mich.
        Das heisst aber nicht, dass ich keine französischen Weine trinke ;-)AntwortenAbbrechen

  • Ich sitze hier gerade übrigens bei einer vegetarischen Lasagne mit Blumenkohl-“Bolognese” und dann kommst sowas!
    Wenn ich wüsste, dass Du gerade etwas von mir nachkochst, würde ich nicht mehr in den Schlaf finden vor Nervosität ;) Ich freue mich dann immer, wenn es gelungen ist und das “Highfoodality-high-five-foodsiegel” erhält. Danke! :)AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ach Astrid, zu Nervosität gibt’s doch keinen Grund. Ich lerne von Dir, das habe ich schon öfter gesagt. Und dass Dein Essensgeschmack in der selben Galaxie wie meiner wohnt, ist auch kein Geheimnis. Kurzum: Danke für so viel Inspiration!AntwortenAbbrechen

  • Olaf

    Hi Uwe,
    Ich habe heute zu eva’s Geburtstag endlich die Ochsenschwanzsuppe nachgekocht, ich hatte mir das Rezept schon lange als Must-Cook zurechtgelegt.
    Genial, einfach nur genial!! Das Gleiche gilt übrigens für das Curry mit cashewnüssen und curryblättern! Weiter so, hoffentlich ist die neue Küche bald fertig :-)
    Viele Grüße aus dem Remstal, OlafAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Olaf, oh, das freut mich aber sehr! Schön, dass es Dir geschmeckt hat! Bei der Küche bin ich zuversichtlich, “time is on my side” :D…AntwortenAbbrechen

Pasta mit Chorizo-Bolognese

Seit ich den Pasta-Klassiker „All’Amatriciana“ für mich entdeckt habe, liebe ich Wurst-Tomaten-Kombinationen für Pasta-Saucen. Heute im Fokus: Chorizo.

Zur Wiederholung: Bei einer Chorizo handelt es sich um eine spanische Wurstspezialität, die aus Schweinefleisch hergestellt und mit Paprika und Knoblauch gewürzt ist. Dabei wird in der Regel nicht mit der Zugabe von Paprika gespart, wodurch die Wurst ihre schöne rote Färbung bekommt und den pikanten Geschmack erhält. Üblicherweise trocknet die Wurst über vier bis sechs Wochen bei 5 bis 10°C an der Luft, bevor sie in alle Welt ausgeliefert wird.

Die Spanier verwenden Chorizo gerne als Aufschnitt, in Tapas oder aber als Zugabe für Eintöpfe. Der kleine Uwe verwendet die Chorizo gerne für eine würzig-leckere Pasta-Sauce nach dem Vorbild des Pasta-Klassikers „All’amatriciana“. Diese einfache Sauce ist schnell hergestellt und besteht nur aus wenigen Komponenten: Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chorizo. Ich finde es wichtig, dass die Wurst dünn aufgeschnitten und dann fein gewürfelt in die Sauce gelangt. Dadurch ist der Geschmack feiner und die Sauce mutet nicht so rustikal an. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, Chorizo zugeben, Tomaten unterrühren und ziehen lassen. Abschmecken. Fertig.

Pssst…. Anrichtetipp!

Beim Anrichten von Pasta gibt es einen kleinen Trick, wenn Ihr Spaghetti oder andere, lange Nudelsorten verwendet. Ich nutze eine lange Pinzette, mit der ich eine gute Portion Nudeln (samt Sauce) greife. Dann drehe ich die Pinzette solange um die eigene Achse, bis sich die Nudeln um die Pinzette gewickelt haben. Die gewickelten Nudeln streiche ich dann vorsichtig mit Hilfe eines Messers von der Pinzette in die Mitte eines Tellers. Dadurch sehen die Nudeln nicht so „chaotisch“ aus und lassen sich zudem auch besser in die Höhe „bauen“, ohne zusammenzufallen. Ein wenig Olivenöl drumherum, Parmesan und Grün obendrauf runden das optische Bild ab (wenn die Zutaten zur Pasta passen).

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Da der Frühling ja in den Startlöchern steht, habe ich eine Handvoll vom ersten Bärlauch auf die fertige Pasta gegeben, gehackte Petersilie und ein guter Schwung Pfeffer funktionieren natürlich genauso gut.

Bärlauch-Rezepte…

Für die Bärlauch-Küche habe ich zudem noch ein paar Anregungen für Euch. Ich lege Euch meine Bärlauchcrèmesuppe, die Orecchiette mit Spinat-Bärlauch-Pesto und meinen Bärlauchburger an’s Herz…

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten

Zutaten für die Pasta mit Chorizo-Bolognese (Für 2 Personen):

  • 250 g Chorizo, in dünne Scheiben geschnitten
  • 400 g Dosentomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll Bärlauch
  • 1 EL Ajvar
  • Etwas Butterschmalz
  • Etwas Zucker
  • Salz, Pfeffer
  • Pasta für 2 Personen

Zubereitung:

1 Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chorizo in feine Würfel schneiden und den Bärlauch hacken.

2 Knoblauch und Zwiebeln in etwas Butterschmalz langsam glasig dünsten. Dann die Chorizo zugeben und ein paar Minuten anbraten. Die Tomaten und den Ajvar zugeben und aufkochen. Bei geringer Hitze etwa 15 Minuten ziehen lassen.

3 Derweil die Pasta al dente garen.

4 Die Chorizo-Sauce mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Mit der Pasta vermischen und mit Bärlauch bestreut sofort servieren.

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  • Gehört auch zu meinen Lieblingsgerichten. Aber ich muss dir mal eine “richtige” frische Chorizo mitbringen, damit wird es noch besser. ;-)AntwortenAbbrechen

  • Past mit Chorizo ist was Feines. Danke für den Tipp mit der Pinzette … probiere ich am Wochenende sofort aus.AntwortenAbbrechen

  • Das sieht ja köstlich aus!
    Der Anrichtetipp wird mir sicherlich in Zukunft noch helfen, vielen Dank dafür :)AntwortenAbbrechen

  • Florian

    Ich habe das Rezept soeben ausprobiert. Köstlich!

    Habe allerdings noch eine Prise Kreuzkümmel in die Sauce getan. :)AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Oh ja, das kann ich mir auch gut vorstellen! Schön, dass es geschmeckt hat!AntwortenAbbrechen