Confierte Ente mit Mango-Chutney

Zartes Entenfleisch, knusprige Haut, scharf-säuerliches Mango-Chutney. Die confierte Ente ist ein famoser Appetithappen, von dem man als Amuse serviert immer noch ein paar Extra-Löffel in der Küche haben sollte.

Eine Ente zu confieren ist wohl die beste Möglichkeit, um sowohl unglaublich zartes Fleisch als auch eine knusprige Haut zu bekommen. Die Zubereitung ist leider nicht ganz zeitsparend, lohnt sich aber. Ihr könnt nämlich einen ganzen Schwung davon kochen und anschließend mehrere Wochen einlagern und so zu verschiedensten Gelegenheiten zubereiten.

Das Confieren funktioniert wie folgt: Die Ente wird zusammen mit ein paar Kräutern über etwa 2 Stunden langsam bei 90°C im eigenen Fett gegart, also confiert. Dadurch steigern sich nicht nur die Aromen, das Fleisch bleibt auch wunderbar zart und saftig. Nach dem Confieren sollte das Fleisch vollständig mit Entenfett bedeckt etwa eine Woche ziehen, was den Geschmack einfach noch einmal betont. Wer es eilig hat, kann die Ente natürlich auch sofort verspeisen. Dafür ist nur noch ein Arbeitsschritt notwendig: Das Aufknuspern der Entenhaut. Das geschieht unter dem Grill des Backofens und ist bei 220°C nach 10 bis 15 Minuten erledigt. Et voilà: das Fleisch bleibt zart und saftig, die Haut ist knusprig. Ein echter Genuss.

Das heutige Rezept habe ich als Vorspeise, eher als kleinen Gruß aus der Küche im Rahmen eines Menüs serviert. Zugegeben: Nur für ein Amuse einen solchen Aufwand zu betreiben wäre schlicht übertrieben. Wenn ich mir die Arbeit mache, Entenkeulen zu confieren, so wandern immer mehrere Portionen in den Topf. Da die Keulen im eigenen Fett liegen, sind sie lange haltbar. Wenn ich also weiß, dass ich über 3-4 Wochen regelmäßig Gäste habe, wie es rund um Weihnachten der Fall war, so kann ich die Keulen zu verschiedensten Zwecken einsetzen. Mit einer Vorbereitungsschicht sind 2-3 Gänge für Menüs und 1-2 leckere Mahlzeiten für die Familie gesichert.

Das Mango-Chutney lässt sich übrigens auch sehr, sehr gut vorbereiten und lagern. So entsteht ein Gang, der 2-3 Wochen vor einem Menü zubereitet und komplett vorbereitet werden kann. Die Gäste freuen sich.

Rezept

Dauer: 1 Stunde Zubereitungszeit, 3 Stunden Garzeit, 1 Woche Zieh-Zeit:D

Zutaten für die confierte Ente mit Mango-Chutney (Für 4 Personen als Vorspeise):

Hinweis: Von der confierten Ente bleibt etwas übrig. Es lohnt sich aber nicht, für diese Vorspeise nur eine Entenkeule zu confieren. Eine Rezeptidee für das übrige Entenfleisch findet Ihr hier oder hier.

Für die confierte Ente:

  • 3 Entenkeulen
  • 600 g Entenschmalz
  • 6 Zweige Thymian
  • 3 Lorbeerblätter
  • Salz

Für das Mango-Chutney:

  • 2 reife Mangos
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Zitrone
  • 2 Schalotten
  • 100 ml Apfelessig
  • 100 g Zucker
  • 1/2 TL Cayenne-Pfeffer
  • Etwas Butterschmalz
  • Ggf. Salz

Zubereitung:

1 Für die confierten Entenkeulen die Keulen entbeinen. Das Entenfett langsam erhitzen. Die Haut der Keulen leicht salzen und die Keulen in eine kleine ofenfeste Form legen. Thymian und Lorbeerblätter zugeben und vollständig mit dem flüssigen Fett bedecken. Bei 90°C etwa 120 Minuten im Ofen confieren.

2 Die Entenkeulen entnehmen, in ein sterilisiertes Einmachglas geben und vollständig mit dem Fett bedecken. Nix darf aus dem Fett ragen! Etwa eine Woche stehen lassen. Die Keulen können auch direkt nach dem Confieren weiter verarbeitet werden. Mit etwas Zeit hebt sich der Geschmack aber nochmals…

3 Für das Mango-Chutney die Mangos schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Ingwer und die Schalotten schälen und fein hacken. Die Vanilleschote auskratzen.

4 Ingwer und Schalotten in etwas Butterschmalz anschwitzen. Mango, Vanillemark, Vanilleschoten, Zitronensaft, Apfelessig und den Zucker zugeben und bei sehr schwacher Hitze geschlossen etwa 60 Minuten ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Das Chutney sollte nach 60 Minuten eine Marmeladen-artige Konsistenz haben. Die Vanilleschoten entfernen, mit Cayenne-Pfeffer und ggf. etwas Salz abschmecken und in sterilisierte Gläser füllen und diese luftdicht verschließen.

5 Die Entenkeule am Tag der Zubereitung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Backofen bei 220°C etwa 15 Minuten unter den Grill legen.

6 Die Entenkeule dünn aufschneiden und mit Fingersalz bestreuen und zusammen mit dem Mango-Chutney auf Löffeln anrichten.

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  • Walther

    Servus Uwe.
    Das was Du hier bietest, ist wirklich “High End”.
    Toller Blog, tolle Rezepte und wunderschöne Fotos.
    Macht einfach Spass, bei Dir zu stöbern.
    Viele Grüße aus Bayern.
    WaltherAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Lieber Walther, danke Dir für das Lob, das freut mich wirklich sehr!AntwortenAbbrechen

  • Martina K.

    Das liest sich sooo lecker! Aber woher bekommst du das Entenfett?
    Liebe Grüße
    Martina K.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Das gibt’s beim Metzger meines Vertrauens auf Vorbestellung. Soweit wie ich das sehe bietet nicht jeder Metzger diesen Service, es sollte aber generell kein Problem sein.AntwortenAbbrechen

  • Ey!
    (ich frag mich ja immer, was die Leute so denken sollen, die den Hintergrund zu unserem “Ey” nicht kennen ;) )
    Aber eine kleine Nachfrage habe ich auch: Eine ganze Ente nur 2 Stunden bei 90°C? Really? Mir erscheint das arg kurz. Eine NT-Ente lasse ich in der Regel ca. 3 – 3,5 Stunden im Ofen (weibliche Barbarie, also eh klein). Sind das nicht eher Garzeiten für die Keulen?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Astrid, net nur die Hälfte lesen, ey! :D
      Im Rezept weiter unten stehen die Keulen. Ich merke mir aber: Stringenz. Nicht oben von Ente sprechen und unten die Keulen draus machen. Danke für den Hinweis!AntwortenAbbrechen

  • Wir hatten am Montag Ente mit Apfelchutney – Aber dein Mangochutney klingt fast noch leckerer!AntwortenAbbrechen

  • Peter

    Hallo Uwe,

    brav habe ich eine Woche gewartet und heute die confierten Keulen ihrer Bestimmung zugeführt. Unter dem Grill habe ich die Haut schön aufknuspern lassen, auf dem Teller war ich mit dem Ergebnis nicht so glücklich. Das Fleisch war für meinen Geschmack zu trocken. Grillzeit bzw. -temperatur varieren oder hast Du eine Idee, dass vielleicht schon beim confieren etwas schief gelaufen sein könnte?

    Besten Dank und viele Grüße!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Peter, oh, schade! Es ist schwer auf die Entfernung eine Diagnose zu stellen – ich war mit der Ergebnis wirklich happy. Hast Du das Fleisch nach dem confieren einmal probiert?AntwortenAbbrechen

      • Peter

        Nein, bislang noch nicht. Eine Keule ist noch da und Du hast natürlich Recht, dass ich mich damit der Lösung zumindest nähern kann. Für den Fall, dass ich hier nicht weiterkomme, hast Du ja netterweise schon eine alternative Verwendung für das Mangochutney gepostet und es sieht nach Grillwetter aus… ;-)AntwortenAbbrechen

  • Ok… ich confiere viel zu selten Ente. Und frage mich immer wieder: Wieso mach ich das nur nicht öfter? So auch jetzt ;)
    Wird gemerkt und hoffentlich komme ich auch bald zum Nachkochen. Vor allem der Ingwer im Chutney reizt mich gerade sehr.
    Viele Grüße,
    YlvaAntwortenAbbrechen

Saftiger Orangen-Mandel-Kuchen [Gastartikel]

Ich stelle Euch heute wieder einmal eine liebe Blogger-Kollegin vor, die im Rahmen eines Gastartikels einen saftigen Orangen-Mandel-Kuchen mitgebracht hat.

Mara betreibt seit zwei Jahren ihren Blog www.lifeisfullofgoodies.com, auf dem sich vorwiegend süße Versuchungen finden. Das passt perfekt, denn wie Ihr ja alle wisst, sind Kuchen und Süßkram bei mir chronisch unterrepräsentiert. Ich habe Mara bei einem Event in Berlin kennen gelernt: Wir zogen gemeinsam durch die Streetfood-Szene und probierten die famosen vietnamesischen „Bánh Mì“-Sandwiches im Berliner “Cô Cô Bánh Mì“, das auch Stevan Paul in seinem Buch „Auf die Hand“ über alle Maßen lobt. Mara ist nicht nur eine bezaubernde Person, sondern auch eine exzellente Köchin: Sie gewann seinerzeit eine Folge des „Perfekten Dinner“ und stellte so beeindruckend unter Beweis, dass sie nicht nur backen kann. Ich kann Euch einen Besuch von Maras Blog also nur empfehlen. Danke für diesen tollen Kuchen, Mara!

Saftiger Orangen-Mandel-Kuchen [Gastartikel]

Hallihallo liebe HighFoodality-Leser!

Ich bin Mara und habe heute die Ehre, euch etwas Süßes kredenzen zu dürfen.

Die Tatsache, dass ich bei Uwe zu Gast sein darf, freut mich riesig! Zugegebenermaßen macht es mich in der Tat sogar ein bisschen stolz, zumindest am heutigen Tage somit ein Teil von Highfoodality sein zu dürfen. Uwes Blog kann man nämlich nur bewundern. Diese Bilder….!!! Keiner richtet Food so unglaublich ästhetisch an wie Uwe. Bei ihm würde wahrscheinlich sogar ein banaler und liebloser Klumpen Kartoffelbrei zu einem Kunstwerk werden. Aber nicht nur das. Offensichtlich hat der Mann nicht nur ein Auge dafür, er hat auch noch so richtig Ahnung davon! Vor allem dann, wenn es sich um ausgezeichnetes Fleisch dreht. Davon konnte ich mich überzeugen, als ich auf einem Event in Berlin mit Uwe zusammentraf. Meine Güte, was der Mann alles weiß…:-)

Saftiger Orangen-Mandel-Kuchen [Gastartikel]

So, nun aber zu mir. Wer bin ich und was mache ich eigentlich. Meinen Namen erwähnte ich ja bereits, Mara. Seit 2013 blogge ich auf “Life Is Full Of Goodies”. Auf meinem Blog dreht sich´s hauptsächlich um die süßen Seiten des Lebens. Vor allem beim Essen. Ob Kuchen, Teilchen, Eis, in alles davon könnte ich mich reinlegen. Hin und wieder gibt´s aber auch mal was Herzhaftes zum Futtern. Oder was richtig Gesundes. Kann auch passieren. Und ab und an gibt es dann auch Rezepte von meiner Mom und von meinem Dad. Beide mischen beim Kochen und Backen nämlich fleißig mit. Insofern, schaut doch mal vorbei, es würde mich freuen!

Nun aber zu meinem Mitbringsel. Ich habe einen Orangen Mandelkuchen für euch im Gepäck. Suuuper saftig und suuuuuuuper lecker. Finde ich selbst zumindest. Euch schmeckt er hoffentlich auch. Geht ganz einfach, insofern schwingt doch einfach mal den Rührlöffel und gebt mir Bescheid, wie euch der Kuchen gefällt.

Saftiger Orangen-Mandel-Kuchen [Gastartikel]

Rezept

Zutaten für den Orangen-Mandel-Kuchen:

  • 250 g weiche Butter
  • 280 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 300 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Mehl
  • 5 Eier
  • 2 Esslöffel abgeriebene Orangenschale (von ca. 2 Bio-Orangen)
  • 250 g frisches Orangenpüree (dazu ca. 2 frische Orangen schälen und das Fruchtfleisch gut durchpürieren)
  • 1 Päckchen Backpulver (entspricht einem gehäuften Teelöffel)

Zudem:

  • 200 g Zartbitterkuvertüre
  • Butter für die Gugelhupfform
  • ganze Mandeln zur Deko
  • Orangenscheiben zur Deko

Zubereitung:

1 Zunächst den Backofen auf 160 °C Umluft (180 °C Ober- / Unterhitze) vorheizen.

2 Für den Teig die weiche Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Salz, gemahlene Mandeln, Mehl und Eier dazugeben. Alles zu einem glatten Teig verrühren. Nun das Orangenpüree dazugeben und samt der Orangenschale gleichmäßig mit dem Teig vermischen.

3 Den Rührteig in eine gebutterte Gugelhupfform geben und ca. 55 – 60 Minuten backen.

4 Sobald der Kuchen abgekühlt ist die Zartbitterschokolade klein hacken und im Wasserbad oder in der Mikrowelle bei sehr geringer Wattzahl schmelzen. Auf den Kuchen gießen, verteilen und trocknen lassen. Wer möchte kann den Orangenkuchen nun noch mit ganzen Mandeln und Orangenscheiben dekorieren.

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Sauerbraten von der Querrippe

Für einen exzellenten Schmaus braucht es nicht immer die edelsten Stücke Fleisch. Denn wenn die richtige Zubereitungsmethode gewählt wird, werden die vermeintlich minderwertigeren Stücke ein echter Leckerbissen.

Die Querrippe ist hierzulande nicht so bekannt und fällt (leider) oftmals in den Sammeltopf „Suppenfleisch“. Dort finden sich eher die Stücke, die in der Theke oftmals liegen bleiben oder eine besondere Zubereitung brauchen, um nicht zäh oder schuhsohlig zu schmecken. Am einfachsten ist es dann, das Fleisch ein paar Stunden mit allerlei Gemüse zu einer leckeren Brühe zu kochen.

In der BBQ-Szene der USA dagegen finden sich Querrippen-Rezepte in allen Büchern: Die als „Short Ribs“ bekannten Stücke werden vorzugsweise im Smoker über Stunden langsam geräuchert, nur um am Ende der Garzeit wie von selbst von den Knochen zu fallen. Aber auch jenseits der Smoker- oder BBQ-Szene lassen sich tolle Gerichte mit dem Fleisch zaubern.

Grundsätzlich stammt die Querrippe aus dem vorderen Bereich der Rinderrippen und liegt unterhalb des Halses und der Hochrippe. Das Fleisch ist durchwachsen und eignet sich aufgrund seiner Struktur vor allem für Eintöpfe und Suppen, aber auch für Schmorgerichte. Ich mag Fleischstücke mit Knochen sehr gerne, weil ich den Eindruck habe, dass diese Stücke Fleisch besonders zart werden – und der Sauce auch noch einen gewissen Touch verleihen. Die Gartemperatur sollte über 80°C liegen und mehrere Stunden umfassen – bei 80°C werden etwa 8 bis 12 Stunden benötigt. Ich habe das Fleisch bei 140°C etwa 4 Stunden im Ofen gehabt, 3 hätten wohl auch genügt.

Nach der Garzeit lässt sich das Fleisch mit der Gabel zerteilen und fällt wie von selbst vom Knochen. Die Querrippe kann natürlich auch als ganz normales Schmorgericht zubereitet werden, ohne das Fleisch wie in diesem Rezept 48 Stunden in einer Beize liegen zu haben.

Wenn Ihr Querrippe einmal ausprobieren wollt, so müsst Ihr das Fleisch bei Eurem Metzger in der Regel vorbestellen.

Rezept

Dauer: Ca. 1 Stunde Zubereitungszeit, 48 Stunden Beize, 4 Stunden im Ofen

Zutaten für den Sauerbraten von der Querrippe (Für 4 Personen):

Für die Beize:

  • 800 g Querrippe
  • 500 ml Rotwein
  • 200 ml Rotweinessig
  • 50 ml Aceto Balsamico di Modena
  • 2 EL Sojasauce
  • 10 Pfefferkörner
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2 Wacholderbeeren
  • 2 EL Senfsamen
  • 3 Gewürznelken
  • 2 Pimentkörner

Für die Sauce:

  • Etwas Butterschmalz
  • 3 EL Sojasauce
  • 200 ml Rotwein
  • 400 ml Rinderfond

Zubereitung:

1 Die Querrippe parieren und etwa 48 Stunden in der Beize einlegen (geschlossene Dose, Kühlschrank).

2 Entnehmen, abtupfen, die Beize NICHT wegschütten. Das Fleisch rundherum in etwas Butterschmalz anbraten. Mit 3 EL Sojasauce ablöschen, einkochen lassen. Mit Rotwein ablöschen, einkochen lassen. Vorgang wiederholen. Mit dem Rinderfond angießen und so viel von der Beize zugeben, bis ein angenehmes Mischverhältnis entstanden ist. Aufkochen.

3 Backofen auf 140°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Querrippe etwa 4 Stunden mit geschlossenem Deckel schmoren, danach entnehmen und die Sauce einkochen.

Tipp: Dazu passen Pommes Dauphin oder bayerische Frühlingsrollen.

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  • Noch kürzlich habe ich gedacht, Querrippe gab’s schon lange nicht mehr (ich hab die auch schon “koreanisch” im Slow Cooker gemacht). Das ist der letzte Anstubser, den ich gebraucht habe, danke!AntwortenAbbrechen

  • Ich muss das auch unbedingt mal wieder machen. Ist nur die Frage, ob ich das gut hinbekomme. Sowas muss ja auf den Punkt sein. Aber dieses Foto ist so schön, besonders die Bratensoße, da muss man es ja einfach versuchen :-)
    Viele Grüße aus Neustift Stubaital :-)AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Melanie, die Angst kann ich Dir nehmen, bei einem solchen Schmorgericht muss nichts auf den Punkt sein. Ob der Braten 3,5 Stunden, 4 Stunden oder 4 Stunden 32 Minuten im Ofen ist, ist fast egal.AntwortenAbbrechen

  • Und wer denn schon beim Metzger die Querrippe bestellt, möge sich gleich eine Zwerchrippe mitordern. Das ist das beste Suppenfleisch der Welt! :)AntwortenAbbrechen

  • Ole

    Klingt gut und wird am Wochenende gemacht. Aber was ist denn ein “angenehmes Mischverhältnis” von Rotwein und Beize?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Ole, gute Frage =)
      Da gibt’s keine pauschale Antwort. Jeder empfindet das anders. Für meinen Teil müssen Sauerbraten richtig sauer sein, was vielen Gästen oftmals schon zu sauer ist. Ich gehe so vor, dass ich die Beize schluckweise in den Wein gieße und immer wieder probiere, wie ich es auch bei einer Salatsauce machen würde. Und wenn Dir irgendwann das Verhältnis ausgewogen auf der Zunge erscheint, passt’s. Im Notfall kannst Du die Sauce im Nachgang beim Abschmecken noch saurer machen, indem Du Essig zugibst. Andersherum wird’s schwierig, deswegen ist es ratsam, lieber etwas weniger Beize als zuviel zuzugeben.AntwortenAbbrechen

bieressig-2

Ihr wisst ja: Ich versuche hin und wieder, Produkte selbst herzustellen, die wir meist nur noch aus industrieller Produktion kennen und als Fertigprodukt Woche für Woche in den Supermärkten kaufen. Diesmal habe ich mich an Essig versucht.

Um Essig herzustellen, bedient man sich wieder einmal der Hilfe von Bakterien. Diese wandeln den Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff in Essigsäure um, es handelt sich dabei also um Fermentation, nur dass im Gegensatz zur Herstellung von Ginger Beer nicht Alkohol auf-, sondern abgebaut wird.

Klassischerweise wird Essig aus Weinen hergestellt. Ob Obst-, Frucht- oder Traubenweine: Alles funktioniert. Nur geschwefelt sollten die Ausgangsprodukte nicht sein, da der Schwefel die Umwandlung von Alkohol in Essigsäure stark verzögert. Lässt man nun alkoholhaltige Flüssigkeiten längere Zeit offen stehen, so kann es sein, dass die Fermentation von ganz alleine startet. Essigsäurebakterien siedeln sich an und bilden gallertartige Fäden, wie ihr sie vielleicht auf den Böden von Essigflaschen schon einmal gesehen habt. Diese Fäden werden „Essigmutter“ genannt und können alkoholhaltigen Flüssigkeiten zur Beschleunigung der Essiggewinnung zugesetzt werden.

In Gunnar Karl Gíslasons famosem Kochbuch „North – The new nordic cuisine“ fand ich ein Rezept für Bieressig, was mein unmittelbares Interesse geweckt und den Drang ausgelöst hat, es selbst auszuprobieren. Für die Herstellung von Bieressig braucht Ihr ein stärkeres Bier, am besten einen hellen oder dunklen Bock, lieber Doppelbock. Diesem wird etwas Essigmutter zugesetzt (gibt es im Spezialversand zu kaufen), und nach 3-4 Wochen hat der Essig einen angenehm sauren Geschmack, der Alkohol wurde abgebaut.

Bieressig
Ich verwende den Bieressig um Saucen abzuschmecken oder um deftige Salate zu marinieren – daraus ergibt sich ein wunderbar aromatischer Geschmack. Selbst hergestellter Essig hält sich luftdicht und steril abgefüllt mindestens etwa 4 Wochen.

Auf den Bildern seht Ihr, dass der Essig in ausgespülten Smoothie-Flaschen steckt. Das ist kein Zufall, denn der Hersteller der leckeren True Fruits-Smoothies hat sich wahrlich etwas Gutes einfallen lassen, um Müll zu vermeiden und die Glasflaschen auch weiter benutzen zu können. Passend zu den Flaschen wurden zwei Schraubverschlüsse entwickelt, die aus den Gläsern tolle Kannen und Gefäße machen. Dabei handelt es sich also nicht um Re-, sondern „Upcycling”: Dabei werden Abfall- oder scheinbar nutzlose Produkte durch stoffliche Aufwertung in neue Produkte verwandelt. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert dabei die Produktion neuer Materialien und leistet so einen Beitrag zu Umweltschutz und Müllvermeidung. Ich finde es toll, wenn sich Unternehmen in eine solche Richtung Gedanken machen (und nebenbei auch noch leckere Smoothies ohne Zusatzstoffe produzieren), weswegen ich eine entsprechende Anfrage zur Kooperation gerne angenommen habe. Nun schlummern in verschiedenen Smoothie-Gläsern die unterschiedlichsten Essig-Sorten….

Bieressig

Rezept

Dauer: 5 Minuten Zubereitungszeit, 3-4 Wochen Reifezeit

Zutaten für den Bieressig:

  • 600 ml dunkler (Doppel-)Bock
  • Etwas Essigmutter (1-2 TL)

Zubereitung:

1 Das Bier in eine saubere, sterilisierte Glasflasche füllen. Die Essigmutter zugeben und mit einem Mulltuch verschließen. Etwa 3 bis 4 Wochen an einem dunklen, trockenen Ort – nicht zu kalt – lagern.

2 Jede Woche probieren und kontrollieren, wie sich die Säure entwickelt. Falls sich auf dem Essig ein weißer Film bildet, diesen entfernen und mit einem frischen Mulltuch verschließen. Sobald der Geschmack angenehm sauer und würzig ist, kann der Essig verwendet werden – dann mit einem sterilisierten Deckel verschließen und vor Gebrauch durch einen Kaffeefilter filtern. Sollte sich Schimmel gebildet haben, muss der Essigansatz leider weggeschüttet werden.

Tipp: Um die Glasflaschen zu sterilisieren, setze ich einen Topf mit Wasser auf und bringe dieses zum Kochen. Dann gebe ich die Glasflaschen in das kochende Wasser und lasse diese 10 Minuten kochen. Ich entnehme die Flaschen mit einer Pinzette und lasse sie an der Luft trocknen – die Verschlüsse sterilisiere ich genauso.

Quelle: „North – The new nordic cuisine“ von Gunnar Karl Gíslason

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Werbe-Hinweis: Der Artikel wurde im Auftrag von True Fruits geschrieben. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen. Im Artikel wird die Webseite von True Fruits mehrfach genannt und verlinkt.
  • Cooles Rezept. Ich glaub, es ist das ultimative Mitbringsel für einen Männerhaushalt :)AntwortenAbbrechen

  • Bieressig…! Wie genial ist das denn, Uwe?
    Muss ich ausprobieren! Vorher muss ich mir nur noch irgendwie die Essigmutter aufziehen.
    Liebe Grüße,
    YlvaAntwortenAbbrechen

Eier-Bagels mit Speck und Kresse

Bagel-Time! Heute nicht als Snack, sondern als Frühstückchen mit einem samtig-weichen Frühstücksei und krossem Speck. So macht aufwachen Spaß!

Seit ich meiner Familie vor einigen Wochen den Lachs-Bagel nach einem Rezept aus Stevan Pauls Kochbuch „Auf die Hand“ vorgesetzt habe, verlangt die liebenswürdige Meute stetig nach den Kringeln mit Loch. Tja, selbst schuld, wie man sie sich erzieht…

Ich habe Euch in einem eigenen Artikel schon einmal beschrieben, wie Ihr die Bagels am besten selbst herstellt. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, immer die doppelte Rezeptmenge zu produzieren und nicht benötigte Bagels nach dem Backen einzugefrieren. Das funktioniert super, und auch das Aufgefrieren ist unproblematisch: Raus aus dem Tiefkühler, rein in den Ofen, 10 Minuten bei 120 Grad gewartet, Ping, fertig.

Die Frühstücksbagels heute sind mit Rührei und krossem Speck sowie einem Schwung Kresse belegt. Meine Rühreier bereite ich immer gleich zu: Ich vermische Eier mit wenig Milch (oder Sahne), und backe daraus bei wenig Hitze schön saftige Rühreistücke. Das Rührei kann dabei beliebig mit Tomaten, Zwiebeln, Pilzen oder anderen Zutaten aromatisiert werden. Alles auf den Bagel und ab in den Mund – so kann der Tag beginnen….

Rezept

Dauer: Wenn die Bagels nicht selbst gemacht werden: 10 Minuten

Zutaten für die Eier-Bagels mit Speck und Kresse (Für 4 Personen):

  • 4 Bagels, selbst gemacht z. B. nach diesem Rezept
  • 6 Eier
  • 4 EL Milch
  • 4 Scheiben Schinkenspeck, etwas dicker geschnitten
  • 6 EL Kresse
  • Etwas Butter
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Eier in eine Schüssel aufschlagen und die Milch zugeben. Mit einer Gabel vermischen. In einer Pfanne etwas Butterschmalz schmelzen und den Speck von beiden Seiten kross braten. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

2 Die Eier in dieselbe Pfanne gießen und bei mittlerer Hitze etwa 2-3 Minuten garen lassen. Dann mit einem Pfannenwender stückig umdrehen und wenden, bis die Eier vollständig gestockt, aber noch nicht bröselig sind. Mit Salz und Pfeffer würzen, wer mag kann einen Hauch Pimenton de la Vera zugeben.

3 Die Bagels halbieren und mit Butter bestreichen. Rührei darauf portionieren, je eine Scheibe Speck dazu und mit Kresse garnieren. Deckel darauf und servieren.

Varianten:

  • Anstelle Butter könnt Ihr auch Frischkäse nehmen
  • Ihr könnt in das Rührei Pilze, Zwiebeln oder Tomaten geben
  • Alternativ könnt Ihr die Bagel-Scheiben kurz vor Gebrauch toasten, damit sie beim Verzehr noch warm sind

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  • Guten Morgen Uwe, das ist ja lustig – genau die gleichen Bagels gab es gestern Morgen bei uns auch zum Frühstück. Nur habe ich die Kringel nicht selber gemacht. Das werde ich aber beim nächsten Mal nach Deinem Rezept probieren. Hört sich gut an.
    Den Speck mache ich immer im Backofen – einfach auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech. Spritzt und stinkt nicht, und die Eier kann man parallel braten.
    LG, StefanieAntwortenAbbrechen