Peperonata Dolce

Zu Käse darf es gerne ein wenig Chutney oder eine karamellisierte Nussmischung sein. Oder aber die Peperonata Dolce, eine süße Paprika-Marmelade.

Das Rezept stammt von der famosen Simone von Pi mal Butter (Ihr erinnert Euch, von Simone hatte ich erst letztens die Anregung für die Caprese 2.0 geklaut) und hat mich mit dem ersten Bissen im Sturm erobert. Die Paprika-Marmelade schmeckt süßlich, leicht scharf und stark nach der Frucht, wie ich es von dem Confit Byaldi, meinem Lieblings-Ratatouille, kenne.

Am liebsten esse ich dazu einen gut gereiften, intensiven Ziegenkäse mit einem Stück frischer Focaccia und einem Glas kaltem Weißwein. Die Herstellung ist dabei wahrlich einfach: Paprika wird mit Zucker und Chili gekocht, püriert und auf die gewünschte Konsistenz eingedickt. In sterilen Gläsern hält sich die Marmelade etwa zwei Monate und eignet sich auch wunderbar als kleines Geschenk und Mitbringsel.

Zum Thema Käse möchte ich meinen Nürnberger Lesern wärmstens (Achtung, Empfehlung!) Feinkost Langer in Mögeldorf ans Herz legen – dort gibt es die verschiedensten Sorten gut gereiften Käses, den die Eigentümerin des Ladens teilweise auch noch selbst verfeinert. Schaut unbedingt einmal vorbei!

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!

Peperonata Dolce

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für die Peperonata Dolce (für etwa 6 Gläser à 200 ml):

  • 1 kg rote Paprika
  • 380 g Zucker
  • 1 rote Chili
  • 1 gestrichener TL Salz

Zubereitung:

1 Das Kerngehäuse der Paprika und der Chili entfernen und anschließend in grobe Würfel schneiden.

2 Die Paprika und die Chili mit dem Zucker, dem Salz und einigen EL Wasser in einem Topf bei geschlossenem Deckel kochen, bis die Paprika weich sind. Mit einem Stabmixer pürieren und einkochen, bis eine Marmeladen-artige Konsistenz erreicht ist.

3 Sofort in sterilisierte Gläser einfüllen, stürzen und erkalten lassen. Die Marmelade hält sich etwa 2 Monate.

Quelle: Pi mal Butter

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  • Hmmm, das ist echt super lecker, kann dir nur zustimmen. Habe das Rezept auch schon bei Simone entdeckt und nachgemacht. Ein tolles Mitbringsel aus der Küche, auch wenn man, sobald man mal probiert hat, am liebsten alle Gläser behalten möchte ;)
    LGAntwortenAbbrechen

  • Wow, das klingt ja spannend :) Hier finde ich echt immer so viel, das ich nachkochen muss…
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ela, das freut mich! Die Paprikamarmelade kann ich Dir auch nur wärmstens empfehlen, die lohnt sich!AntwortenAbbrechen

Ginger Beer

In den letzten Wochen habe ich erneut selbst gebraut und einen Klassiker hergestellt, der mit den Sommer sehr versüßt hat. Eiskalt genossen ist das Ginger Beer ein tolles Feierabend-Getränk, das nach untergehender Sonne und Balkon schreit.

Vor ein paar Wochen habe ich über meine ersten Versuche berichtet, mit Hilfe von Fermentation Softdrinks herzustellen. Erstes Ergebnis war das Redcurrant Ginger Beer, das mit Johannisbeersirup hergestellt wurde. Nun habe ich den Klassiker schlechthin für Euch, ein „pures“ Ginger Beer.

Zu dem Redcurrant Ginger Beer gab es von Euch sehr viel Feedback, was mich unglaublich gefreut hat. Die vielen tollen Hinweise aus der Cooketteria haben mir bei meinen weiteren Versuchen sehr weiter geholfen, so dass ich in der letzten Zeit das Ansetzen des „Ginger Bug“ – die Basis für die Herstellung von Ginger Beer – keine Probleme mehr hatte und auch bessere Ergebnisse in der Entwicklung von Kohlensäure erzielen konnte.

Der Prozess Ginger Beer herzustellen dauert mehrere Wochen. Zunächst muss die Basis, der sog. Ginger Bug, angesetzt werden. Dafür wird Ingwer klein geschnitten und mit Zucker und Wasser angesetzt. Der Ansatz wird täglich – ähnlich einem Sauerteig – mit Ingwer und Zucker gefüttert, bis er zu blubbern beginnt. Der blubbernde Bug wird dann mit einem Sirup – im heutigen Fall Ingwer-Sirup – versetzt und beginnt, dort zu arbeiten. Der Zucker wird durch Fermentation in Kohlensäure umgewandelt.

Aus der zweiten Versuchsreihe und den Hinweisen aus der Cooketteria habe ich gelernt:

  • Ob Bio-Ingwer oder nicht – aus beiden Grundprodukten kann ein guter Ginger Bug angesetzt werden, ich bevorzuge nach wie vor die Bio-Variante, weil ich dann die Schale guten Gewissens verwenden kann
  • Die Abdeckung des Glases mit einem Kaffeefilter hat besser funktioniert
  • Ich habe den Eindruck, dass das Ergebnis nachhaltig verbessert wird, wenn ich den Ingwer feiner hacke
  • Das Blubbern erschien mir intensiver, sobald ich Vollrohrzucker verwendet habe
  • Es muss nicht immer Ingwer sein: Es klappt auch mit frischem Kurkuma

Das Ginger Beer lässt sich wunderbar eisgekühlt mit einem Schuss Gin oder Wodka genießen.

Rezept

Dauer: Etwa 2-3 Wochen. Zubereitungszeit: 45 Minuten

Zutaten für das Ginger Beer (Ergibt etwa 4 Liter):

Für den Ginger Bug:

  • 250 ml Wasser
  • 2 EL Vollrohrzucker
  • 2 EL gehackter Bio-Ingwer

Für den Ingwer-Sirup:

  • 140 g Ingwer
  • 500 g Zucker
  • 3 L Wasser
  • 3 Zitronen

Zubereitung:

1 Für den Ginger Bug den Bio-Ingwer mit Schale fein hacken. Mit dem Zucker und dem Wasser in einem 1-L-Einmachflas vermischen. Das Glas mit einem Tuch oder Kaffeefiltern abdecken, so dass keine Fruchtfliegen an die Mischung gelangen. Nach zwei Tagen sollten sich zwischen den Ingwer-Stücken Blasen bilden und der Bug sollte beginnen, zu blubbern. Dann über etwa eine Woche jeden Tag 2 EL Zucker und gehackten Ingwer zufüttern.

2 Am Brautag den Ingwersirup zubereiten. Dafür den Ingwer fein reiben und mit dem Zucker und dem Saft der Zitronen etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen. Durch ein Tuch filtern und vollständig abkühlen lassen.

3 Ingwersirup mit 1 L Wasser aufgießen. Den Ginger Bug abseihen und unterrühren. Die Flüssigkeit in sterilisierte Plastikflaschen (KEIN GLAS!) abfüllen, verschließen und bis zu 10 Tagen fermentieren lassen – am besten täglich probieren.

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  • Das klingt interessant, ich habe sowas noch nie selber gemacht, aber es verlockt doch… ;) Schöne Tipps und Anregungen. Danke schonmal im Voraus, weil ich es sicher mal testen werde.AntwortenAbbrechen

Weißes Tomatensülzchen mit Ratatouille-Gemüse

Heute habe ich eine schöne sommerliche Vorspeise für Euch: Ein Sülzchen aus weißem Tomatenfond, in dem langsam geschmortes Ratatouille-Gemüse eingelegt und mit verschiedenen Kräutern garniert wurde. Yummy!

Komischerweise habe ich an Sülzen nur die Erinnerung aus Kindheitstagen, in denen mein Vater hin und wieder in Aspik eingelegte Bratwürste vom Metzger mitbrachte. In der Sülze waren oft neben den Bratwürsten Essiggurken, Tomaten, Zwiebeln oder ein halbes, gekochtes Ei zu finden. Als ich mit meiner Frau vor einigen Wochen im guten Nürnberger Restaurant Würzhaus essen war (Ich kann allen Nürnbergern einen Besuch wärmstens empfehlen – zum Ausprobieren eignet sich hervorragend ein Besuch mittags, denn einige der Gerichte von der Abendkarte finden sich auch zur Mittagszeit auf dem Speiseplan), wurde dort als Vorspeise ein Dreierlei vom Ochsenschwanz serviert: Consommé, Ragout, und eben eine Ochsenschwanzsülze. Seither gehe ich mit dem Wunsch schwanger, mich selbst an Sülzen zu versuchen.

Sülzen bezeichnen qua Definition zunächst ein kaltes Gericht, bei dem Fleisch oder Gemüse in Gelee eingelegt wird. Der Begriff Aspik ist im deutschen Sprachgebrauch eher ein Synonym und grenzt sich nicht etwa durch eine unterschiedliche Herstellungsweise ab. Sülzen begleiten die Menschen schon lange. Die bekannteste Sülze ist sicherlich die Schweinskopfsülze, bei deren Herstellung es vor allem darauf ankam, jedes Teil des geschlachteten Tieres zu verwenden. In einem Topf Wasser wird der Schweinekopf zusammen mit Schweinefüßen und -ohren gekocht. Letztere Zutaten werden zugesetzt, weil sie besonders viel Gelatine enthalten und somit für das Gelieren maßgeblich verantwortlich sind.

Wie man Schweinskopfsülze herstellt

Nach dem Kochen wird das Fleisch vom Kopf gelöst und zusammen mit Suppengrün oder anderen Zutaten vermischt. Das Kochwasser wird abgeschmeckt, gerne mit Salz und etwas Essig und dann testweise in kleinsten Portionen in den Kühlschrank gestellt. Geliert die Flüssigkeit, kann die Sülze fertig gestellt werden. Wenn nicht, muss das Wasser weiter reduziert und damit die Gelatine konzentriert werden.

Bei der Herstellung von Sülzen sind wir natürlich nicht mehr auf selbst hergestellte Gelatine angewiesen. Entweder benutzen wir gekaufte Gelatine oder das pflanzliche Ersatzprodukt in Form von Agar-Agar – das Auskochen von Schweinsohren und -füßen ist also nicht mehr notwendig. Diesen Satz schreibe ich mit gemischten Gefühlen: Einerseits wird die Arbeit erleichtert, andererseits verlieren wir immer mehr Wissen und Bewusstsein dafür, wie ein Tier vollständig verwertet werden kann – die Entfremdung vom Prozess des Schlachtens und Verwertens ist meiner Meinung nach sehr negativ zu bewerten.

Weißer Tomatenfond mit vollem Tomatenaroma

Für das Tomatensülzchen habe ich zunächst einen weißen Tomatenfond hergestellt. Dafür wird aus reifen Tomaten, etwas Salz und Essig ein Püree hergestellt, welches über Nacht langsam durch ein Passiertuch in eine Schüssel abtropft. Der entstehende Tomatenfond ist weiß und besitzt einen intensiven Tomatengeschmack. Der Fond ist die Basis für die Sülze, denn der Fond wird später mit Agar-Agar geliert. Gleichzeitig könnte nun aus dem Fond eine weiße Tomatensuppe hergestellt werden – was ich geschmacklich immer wieder als überraschend empfinde, verbindet man mit Tomatengeschmack doch eindeutig eine rote Färbung.

In die Sülze habe ich Ratatouille-Gemüse eingelegt, was im Ofen mit etwas Olivenöl und Knoblauch langsam geschmort wurde. Alles gut abgeschmeckt und gekühlt ergibt eine sehr schmackhafte vegetarische Vorspeise für sommerliche Menüs. Wichtig: Man sollte lieber weniger Agar-Agar nehmen als auf den Packungen für die entsprechende Menge vorgeschlagen. Die Sülze schmeckt besser und ergibt ein besseres Mundgefühl, wenn das Aspik eher weich als zu hart ist. Deswegen gilt: Mit wenig anfangen und ggf. mehr Agar-Agar zugeben. Ein kleiner Geliertest hilft dabei, den Grad festzustellen. Dafür gebe ich eine kleine Portion auf einen flachen Teller, stelle diesen in den Kühlschrank und kann relativ schnell nach etwa einer Viertelstunde feststellen, ob mir die Konsistenz fest genug ist. Wenn Ihr Euch das Foto anseht, so könnt Ihr sehen, dass die Konsistenz recht fest aussieht: War sie auch. Deswegen habe ich für das Rezept die Menge an Agar-Agar deutlich reduziert.

Wer nun Appetit auf Ratatouille bekommen hat, dem sei das klassische Confit Byaldi aus dem Film “Ratatouille” oder diese wunderschöne Pasta oder eine Kombination mit Rinderfilet oder Ravioli wärmstens empfohlen…

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Zubereitungszeit, etwa 1-2 Stunden Gelierzeit

Zutaten für das weiße Tomatensülzchen mit Ratatouille-Gemüse (Als Vorspeise für 4 Personen):

  • 1 kleiner grüner Zucchino
  • 1 kleiner gelber Zucchino
  • 1 kleine Aubergine
  • 4 Cherry-Rispentomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kg Tomaten
  • 2 EL Weißweinessig
  • Ein paar Blätter Basilikum
  • Salz, Pfeffer
  • 1/4 TL Agar-Agar
  • Etwas Rapsöl

Zubereitung:

1 Für den weißen Tomatenfond die Tomaten mit dem Essig und 1 TL Salz mit einem Stabmixer pürieren. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen, das Püree einfüllen und über Nacht abtropfen lassen.

2 Die Zucchini und die Aubergine in Rädchen schneiden, die Rispentomaten halbieren. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit Olivenöl beträufeln und bei 160°C etwa 20-30 Minuten im Ofen rösten.

3 Den abgetropften Tomatensaft aufkochen und mit Salz abschmecken. Agar-Agar unterrühren. Das geröstete Gemüse auf vier Schälchen verteilen und den leicht gelierten Tomatenfond darüber geben. Im Kühlschrank etwa 1-2 Stunden kühlen lassen. Die Sülze sollte nicht zu fest werden und darf ruhig locker sein. Die Mengenangaben Agar-Agar beziehen sich auf etwa 400 ml Tomatenfond.

4 Mit Basilikum garnieren und servieren.

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Französischer Baba mit Ziegenkäse-Eis und Heidelbeer-Ragout

Wenn ich auf meine Dessertkreationen der letzten Wochen zurückblicke, zu scheint sich ein Muster zu bilden: Eine Kombination aus einem Kuchen, einem Eis und irgend etwas Beerigem ist klar auf dem Vormarsch. Baba!

Baba? Auch noch französisch? Jou, heute steigt er hinab, der Uwe, in die Weiten des Backens. Aber keine Sorge, das hält nicht lange an, denn die Weiten spucken mich garantiert schnell wieder aus, wenn sie merken, dass ich von der Materie keine Ahnung habe. Deswegen gehe ich hierfür auch strikt nach Rezept vor, und zwwar nach Anleitung aus dem wahrlich fantastischen Grillbuch “On Fire”, das seit ein paar Wochen für merklich Aufruhr in den sozialen Netzwerken sorgt. Die Gebrüder Otto haben darin zusammen mit erfahrenen Grillmeistern ihrer Leidenschaft für ausgefallene Grillrezepte (Untertitel “Grillen für Gourmets”) freien Lauf gelassen und dem (Unter-) Titel des Buches alle Ehre erwiesen. Ihr werdet in Zukunft noch mehr Rezepte daraus sehen und natürlich werde ich das Gesamtwerk auch einer ausführlichen Rezension unterwerfen.

So ist es schon komisch, dass ich als erstes Rezept aus diesem beeindruckenden Werk ein Dessert ausgesucht und nachgekocht habe. Nachgekocht ist dabei der richtige Ausdruck, denn ich habe den Baba nicht wie im Rezept gefordert auf dem Grill zubereitet, sondern ganz klassisch im Backofen. Beim französischen Baba handelt es sich im Wesentlichen um ein Gebäck aus süßem Hefeteig und vielen Eiern. Meine Quellen sagen mir, dass der Baba eigentlich als Napfkuchen serviert wird, hier aber in Timbale-Förmchen gebacken daherkommt. Der Name des Gebäcks leitet sich wahrscheinlich vom russischen Wort “babuschka” ab, was “Großmutter” bedeutet. Es ist wohl anzunehmen, dass es diesen Kuchen oft bei Großmuttern zum Kaffeekränzchen gab und so dieser Name entstand. In Frankreich ist der Kuchen sogar so beliebt, dass sich die Asterix-Erschaffer René Goscinny und Albert Uderzo mit der Benennung eines der vier Römerlager um das gallische Dorf herum einen Scherz mit Hommage erlaubten. Seither erinnert “Babaorum” an die beliebteste Variante des Napfkuchens, den “baba au rhum”.

Wie eben schon angesprochen: Baba besteht aus einem süßen Hefeteig, der nach dem Backen mit einem Sirup getränkt wird, bis er sich hübsch vollgesogen hat. Welcher Sirup dafür benutzt wird (Ja, Rum ist im Wesentlichen auch ein Sirup…), ist der eigenen Kreativität überlassen. So lassen sich fantastische Kreationen schaffen. In meinem Fall wird der Kuchen mit einem Sirup aus Honig, Thymian und Wasser getränkt, was ihm seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Zu Honig passt Ziegenfrischkäse wunderbar, besonders, weil auch dieses Eis mit dem süßen Nektar gesüßt wurde. Das Heidelbeer-Ragout macht die Erfahrung komplett.

Rezept

Benötigtes Zubehör: 4-6 Timbale-Förmchen, 1 Einwegspritze, Eismaschine

Dauer: Lange. Zubereitungszeit ca. 60 Minuten, Backzeit ca. 30 Minuten, Gefrierzeit ca. 60 Minuten, Kühlzeit ca. 4 Stunden.

Zutaten für den französischen Baba mit Heidelbeer-Ragout und Ziegenkäseeis (Für 4 Personen):

Für den französischen Baba:

  • 200 g Mehl
  • 70 g Butter
  • 10 g Honig
  • 10 g frische Hefe
  • 5 Eier
  • 2 EL Milch

Für das Thymian-Wasser:

  • 250 g Honig
  • 1 Bund Thymian
  • 500 ml Wasser
  • Zitronenschalen einer halben Zitrone
  • Etwas Zucker zum Ausstreuen der Timbale-Förmchen
  • Etwas Butter zum Fetten der Timbale-Förmchen

Für das Ziegenkäseeis:

  • 150 ml Milch
  • 100 g Quark
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Sauerrahm
  • 50 ml Orangensaft, frisch gepresst
  • 50 g Honig

Für das Heidelbeer-Ragout:

  • 100 g Heidelbeeren
  • 50 g Zucker
  • 2 EL kaltes Wasser

Zubereitung:

1 Das Ziegenkäse-Eis kann gut am Vortag hergestellt werden. Dafür den Honig in der Milch durch langsames Erwärmen auflösen. Alle anderen Zutaten unterrühren und die Masse mindestens 4 Stunden im Kühlschrank kühlen. Dann über 60 Minuten in einer Eismaschine frieren, anschließend in der Tiefkühltruhe fertig frieren.

2 Für den französischen Baba das Mehl in eine Schüssel geben und eine Kuhle formen. Die Hefe in die Kuhle bröseln und 1 TL Zucker und 2 EL Milch darüber geben und etwa 15 Minuten stehen lassen, dann langsam verrühren. Honig und Butter untermischen, dann nach und nach die Eier zugeben. Der Teig wird sehr weich! Den Teig dann etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Es sollten sich in dieser Zeit Blasen gebildet haben. Danach den Teig gut kneten. 4 Timbale-Förmchen mit Butter fetten und mit Zucker bestreuen. Dann den Teig einfüllen und erneut ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend bei 200°C im vorgeheizten Backofen backen. Die Babas sollten nach etwa 15-20 Minuten fertig sein (Sie sind fertig, wenn beim Einstechen mit einem Zahnstocher nichts mehr an selbigem hängen bleibt). Entnehmen und auskühlen lassen.

3 Währenddessen 500 ml Wasser mit dem Honig und dem Thymian aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Flüssigkeit mit einer Spritze in die Babas spritzen, bis diese keine Flüssigkeit mehr aufnehmen können. Unmittelbar vor dem Servieren aus den Timbale-Förmchen lösen.

4 Für das Heidelbeer-Ragout die Beeren waschen und mit dem Zucker und dem Wasser leise aufkochen und köcheln, bis sich eine dickflüssige Konsistenz ergibt.

5 Baba mit Eis und Heidelbeer-Ragout anrichten – ggf. mit etwas Thymian garnieren.

Quellen:

  • Für das Rezept: “On Fire” aus der Edition Fackelträger
  • Für die Informationen: Wikipedia

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Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Yeah! Ich freue mich ja schon seit einigen Wochen, endlich dieses Rezept zu veröffentlichen. Was im Rahmen einer Auftragsproduktion entstand, findet endlich seinen Weg auf meinen Blog. Kategorie: Lieblingsgrillgerichtrezept!

Bevor ich aber komplett in Lobeshymnen entgleite, möchte ich Euch etwas fragen. Seit einem Jahr präsentiere ich Euch nun vermehrt Gerichte vom Grill, was es in dieser Intensität vorher nicht wirklich auf meinem Blog gab. Gefällt Euch das? Ist Euch das zu viel? Wünscht Ihr Euch wieder mehr „normale“ Rezepte? Bei meinem Ansinnen, mehr Grillrezepte zu zeigen, verfolge ich ein Kalkül: Ich möchte veranschaulichen, dass Grillgerichte einem Konzept folgen und dabei nicht zu aufwändig gestaltet werden können. Ich möchte Anregungen geben, neue Dinge auf dem Rost zu probieren und den Grill nicht nur als Hitzequelle für das Garen großer Stücke Fleisch zu sehen, die dann mit dem üblichen Karotten-Möhrchen-Salat mit Mayonnaise-Dressing serviert werden. Gelingt mir das? Ich würde mich wirklich über Feedback in den Kommentaren freuen!

Nun aber zur angesprochenen Lobhudelei: Ich mag Lamm. Ich mag gegrilltes Lamm. Ich mag Koriander. Und Salat. Und Chili. Und Röstaromen. Ich liebe es, wenn das Fleisch am Spieß eine knackige Kruste entwickelt und innen jedoch Zart bleibt. Wenn der angenehme Geschmack nach Lamm durch die wohlige Süße einer gerösteten Paprika erweitert und verstärkt wird. Wenn Schärfe und Säure für Harmonie und perfektes Mundgefühl sorgen. Wenn die Welt um den nächsten Bissen herum ein wenig kleiner wird und fast mit der hinter dem Grill untergehenden Sonne verschwindet. Hachja.

Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika
Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Das Gericht ist fix zubereitet. Die Lammhüfte wird mindestens eine Stunde in einer Marinade aus Koriander, Chili, Öl und Limettensaft mariniert. Wer Zeit hat, kann das Lamm auch gerne über Nacht in der Marinade baden, der Effekt wird dadurch verstärkt und der Geschmack besser aufgenommen. Eine liebe Blogger-Freundin hat einmal geschrieben, dass jede Marinade unter 12 Stunden den Namen nicht verdient – nun gut, wir geben also unser Möglichstes. Das Fleisch wird anschließend auf einen Spieß ge…spießt. Dafür eignen sich runde Spieße denkbar schlecht, denn damit lässt sich das Fleisch auf dem Grill wirklich schlecht drehen. Bei selbigem Versuch dreht sich der Spieß, aber nicht das Fleisch. Deshalb empfehle ich flache Spieße oder noch besser, Spieße die eher aussehen wie sehr dünne Pinzetten und eigentlich zwei Spieße sind.

Die Beilage – der Salat – kommt ebenfalls vom Grill. Rote Paprika werden gerade so lange gegrillt, dass sie leicht weich werden aber noch genügend Biss für ein angenehmes Mundgefühl haben. Die Schale habe ich nicht entfernt. Die Paprika werden dann mit einer Vinaigrette vermischt und mit viel Koriander zu der gegrillten Lammhüfte serviert. Viel Spaß dabei!

Marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika

Rezept

Dauer: Ca. 20 Minuten Vorbereitungszeit, mindestens 60 Minuten Marinierzeit und 30 Minuten Grillzeit

Zubehör: 4 Spieße, Grillplatte für die Paprika

Zutaten für die marinierte Lammhüfte vom Spieß mit Salat von gegrillter Paprika (Für 4 Personen):

  • 1,2 kg Lammhüfte
  • 8 rote Paprika

Für die Marinade:

  • 1 Handvoll Koriander
  • 1 rote Chili
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 Limette
  • Etwas Salz

Für die Vinaigrette:

  • 1 TL grobkörnigen Senf
  • 2 EL Weißweinessig
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1-2 EL Rapsöl
  • Etwas Zucker
  • 1 Handvoll Koriander
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Lammhüfte parieren und in nicht zu kleine Stücke schneiden. Für die Marinade den Koriander und die Chili fein hacken. Den Saft der Limette auspressen. Alle Zutaten verrühren und das Lamm darin wenden. Etwa eine Stunde stehen lassen.

2 Für den Paprika-Salat die Paprika putzen, das Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden.

3 Den Grill auf 180°C indirekte Hitze vorbereiten.

4 Die Paprikaspalten auf der Grillplatte grillen, bis sie weich sind. Auskühlen lassen.

5 Die Lammhüfte auf die Spieße stecken. Die Spieße rundherum direkt grillen, bis das Fleisch etwas Farbe genommen hat. Dann unter indirekter Hitze in ca. 30 Minuten fertig grillen. Immer wieder wenden.

6 In der Zwischenzeit für die Vinaigrette den Koriander hacken und mit dem Senf, dem Weißweinessig, dem Zitronensaft und dem Zucker vermischen. Das Rapsöl in dünnem Strahl zugeben und verrühren, bis sich eine Emulsion ergeben hat. Mit Salz abschmecken. Die Paprikaspalten mit der Vinaigrette vermischen.

7 Die Spieße mit dem Paprika-Salat servieren.

Tipp: Dazu passen Baguette oder Couscous.

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  • Also: Ja, es ist viel Grillerei geworden, aber Du bist ja auch ein Junge! Ich grille nicht, weil – ich bin ein Mädchen. Aber da Dein Blog für mich ganz persönlich eh mehr ein Bilder- als ein Rezeptbuch ist, könntest Du von mir aus auch einen Volkswagen dampfgaren, ich fände das Bild davon trotzdem schön. :)

    Und wegen der Marinade – echt? Wer hat das gesagt? Die spinnt doch *rofl*AntwortenAbbrechen

  • Martina K.

    Ich liebe Grillen, auch wenn ich weiblich bin! Und ich mag deine Grillrezepte! Seit dem ich mir diesen Sommer einen Weber Gasgrill angeschafft habe, wird hier sehr viel mehr gegrillt. Und auch anders. Eben nicht nur Schweinesteak… Am liebsten auch Lammfleisch. Daher kommt mir dieses Rezept gerade Recht!
    Liebe Grüße, mach weiter so!
    Martina K.AntwortenAbbrechen

  • Es sieht so aus als müsste man nur die Hand ausstrecken um sich den Spieß vom Teller zu schnappen… vielleicht wenn ich ganz fest dran glaube? Ich kann ihn schon riechen… sieht auf jeden Fall super lecker aus :) AntwortenAbbrechen

  • Madamemim

    Ich bin auch ein Mädchen und ich liebe grillen. Im Sommer grille ich beinahe jeden Tag nach der Arbeit. Ob ich am Herd stehe oder Feuer mache, gekocht wird sowieso jeden Tag. Gegrillt wird fast alles und eingepackt wird auch in beinahe allem was ich so finde, vom Bananenblatt bis zu Girschblätter (Unkraut im Garten). Naja und durch die vielen Grillrezepte gibt es nun manchmal auch unterschiedlichste Burgervarianten. Mir gefällts!AntwortenAbbrechen