Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Weich, süß, herzhaft, salzig, und doch ausgewogen: Die Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz sind ein kleines, harmonisches (Zwischen-)Dessert mit Suchtpotenzial und Überraschungsmoment.

Manche Gerichte können so einfach aber doch unglaublich bestechend sein. Letzte Woche konnte ich im Rahmen eines Events ein Dessert essen, das genau diese Attribute erfüllte: Warme, süße, weiche Äpfel, mit Gewürzen aromatisiert. Dazu ein toller Blauschimmelkäse und ein hauch Fingersalz – fertig. Ich fand dieses kleine Dessert so bestechend gut, dass ich es nachgekocht habe.

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Dazu habe ich für die Äpfel eine frische Vanilleschote, ein wenig Sternanis sowie ein Stückchen Zimtrinde verwendet. Darin und in etwas guter Butter habe ich die Apfelspalten langsam bei moderater Hitze ziehen lassen, bis sie schön weich waren. Ein Schuss Ahornsirup sorgte für angenehmen Glanz und ein wenig mehr Süße. Zwischen die warmen Apfelstücke legte ich ein wenig Käse, ich nahm einen “Sommerhimu” aus der Manufaktur Jumi aus der Schweiz. Zuoberst träufelte ich ein paar Flocken Fingersalz, nur nicht zu viel, um das Gleichgewicht von süß und salzig nicht zu kippen.

Angerichtet auf einem kleinen Löffel sind die Äpfelchen leider viel zu schnell aufgegessen.

Rezept

Zutaten für die Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz (Für 4 Personen als Dessert):

  • 2 Äpfel
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Sternanis
  • Ein kleines Stückchen Zimtrinde
  • 2-3 EL Ahornsirup
  • 50 g Blauschimmelkäse
  • Etwas Fingersalz
  • Etwas Butter

Zubereitung:

1 Die Äpfel schälen und entkernen. In schmale Spalten schneiden.

2 Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen. Den Sternanis grob hacken (so, dass die Stücke später gut entfernt werden können). Das Mark aus der Vanilleschote kratzen. Vanillemark, Sternanis und Zimtrinde mit den Apfelspalten in die warme Butter geben und langsam dünsten, bis die Äpfel weich sind.

3 Mit Ahornsirup ablöschen und die Pfanne kurz schwenken. Den Blauschimmelkäse in dünne Scheiben schneiden. Apfelspalten mit dem Blauschimmelkäse auf Löffeln anrichten und mit ganz wenig Fingersalz bestreuen.

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“Alles Gemüse” von Simon Hopkinson [Rezension]

"Alles Gemüse" von Simon Hopkinson [Rezension]

“Alles Gemüse” von Simon Hopkinson steht zugegeben schon lange in meinem Bücherregal. Das Buch ist nicht mehr wirklich neu und wurde schon auf vielen Blogs und in vielen Medien rezensiert. Ich nehme es aber oft zur Hand und habe schon einige Rezepte daraus zubereitet – Grund genug also, “Deutschland Vegetarisch” ein zweites Buch an die Seite zu stellen.

jeden-tag-ein-buch_arianebilleSimon Hopkinson ist kein Vegetarier und will wohl auch keiner werden. Trotzdem ist sein Buch “Alles Gemüse” eine Hommage an die Kunst, fleischlose Gerichte zuzubereiten. Dabei verzichtet er durchgängig auf unnötig viele Zutaten sondern versucht, einem Gemüse die Hauptrolle zu geben und diese nicht durch starke Nebendarsteller zu verwässern. So entsteht ein saisonales Kochbuch mit Fokus auf ein Produkt. 135 Rezepte hat Hopkinson zusammen getragen und gliedert sein Buch in Gemüse-, Kräuter-, Pasta-, Hülsenfrüchte-, Reis-, Eier- und Obst-Kapitel. Diese unterteilen sich nochmals nach Zutaten, und so liefert der Autor viele gute Anregungen zu vielen Zutaten. Der Übertrag auf die Saisonalität bleibt dem Leser überlassen und erfordert lediglich Kenntnis, wann im Jahr welche Zutaten verfügbar sind. Dieser Ansatz ist nicht so intuitiv wie die Einteilung in Frühling, Sommer, Herbst und Winter – aber man darf dem geneigten Leser ja auch etwas zutrauen.

Das Buch ist recht schlicht gestaltet. Kein übertriebenes Layout, kein konstruiertes Image – also das krasse Gegenteil zum Kochbuch “The Icecreamists”, was ich im Rahmen von der wunderbaren Aktion “Jeden Tag ein Buch” am Donnerstag rezensierte. Die meisten Rezepte besitzen Fotos, die ebenso schlicht gehalten sind. Die Gerichte sind authentisch fotografiert, dabei wird bewusst auf das Anrichten verzichtet. Oftmals sieht man das Gericht noch in dem Topf oder der Schüssel, in der es zubereitet wurde. Bei beinahe jedem Rezept findet sich aber eine sehr persönlich gehaltene Anmerkung des Autors, in der er seine eigenen Vorlieben bei der Zubereitung des Gerichts offenbart oder erklärt, woher das Rezept stammt und wie er es für das Buch verändert hat. Dadurch gewinnt “Alles Gemüse” nicht nur an Persönlichkeit, es werden auch alternative Zubereitungsformen oder Variationen mitgeliefert. Jedes Kapitel wird von einer kurzen Einführung eingeleitet, in der Hopkinson etwas zu dem Grundprodukt erklärt und Hintergrundinformationen anbringt.

“Alles Gemüse” benutze ich hauptsächlich dazu, Anregungen für fleischlose Gerichte, Beilagen oder Vorspeisen sowie Komponenten in einem Menü zu bekommen. Das Buch eignet sich auch perfekt für Menschen, die ihren Fleischkonsum verringern und öfter vegetarisch essen möchten. Dazu werden unglaublich viele Ideen geliefert. Im Vergleich zu “Deutschland Vegetarisch” ist “Alles Gemüse” natürlich ein wildes Durcheinander vieler Länderküchen, das Produkt-seitig aus dem Vollen schöpft. In Summe empfinde ich die Gerichte hier etwas simpler, wilder und für meinen Gaumen als fremder – was nichtsdestoweniger reizvoll ist.

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Aus dem Buch habe ich in der Vergangenheit schon einige Gerichte zubereitet. Allen voran steht die fantastische Kürbissuppe nach Paul Bocuse, die sich seit ihrer Veröffentlichung reger Beliebtheit auf meinem Blog erfreut: Jedes Jahr zur Kürbissaison häufen sich die Besuche und Kommentare zu diesem Rezept. Wer es noch nicht kennt: Ein Kürbis wird ausgehöhlt und mit reichlich Sahne und Crème Double gefüllt. Nach dem Abschmecken verschwindet der gefüllte Kürbis für eine gewisse Zeit im Ofen, nur um wenig später aromatisch duftend gar herauszukommen. Das Einzige, was Du nun zu tun hast, ist einen Löffel zu schnappen und das Kürbisfruchtfleisch mit der Sahnesauce aus dem Gemüse zu löffeln. Wahnsinn, echt.

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Ein weiteres Highlight war das Tomatengelee mit Ziegenfrischkäse. Zugegeben, das ist eine recht sommerliche Vorspeise, die Du Dir aber für die nächsten Sommermonate durchaus einmal vornehmen solltest. Die Tomaten werden mit etwas Knoblauch und Olivenöl im Ofen geschmort. Daraus bereitest Du dann das unglaublich aromatische Tomatengelee zu und setzt es auf etwas Ziegenfrischkäse. Lecker!

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Mein drittes Rezept ist eine Rosenkohl-Frischkäse-Frittata, die nun aber wieder perfekt zu den Wintermonaten passt. Die Frittata ist ein leckeres Pfannengericht, das Du relativ schnell zubereiten kannst.

Fazit

Simon Hopkinson hat ein schönes Buch geschaffen, das viele Anregungen für fleischlose Gerichte liefert. Das Buch ist bestens geeignet für Personen, die kreative vegetarische Gerichte mögen, die dennoch schnell und einfach umzusetzen und nicht zu kompliziert sind.

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Himmel und Erde (vegetarisch)

Himmel und Erde (vegetarisch)

Himmel und Erde ist ein wahrer Klassiker der deutschen Küche und darf eigentlich auf keinem Food-Blog fehlen. Da ich das Gericht – ich traue es mir ja fast nicht zu schreiben – noch nie gegessen hatte, wurde es also langsam Zeit. Ich war begeistert – und habe das Fleisch nicht vermisst…

Hoch oben in den Bäumen wachsen sie, die kleinen Äpfelchen – fast schon im Himmel. Ihr Geschmack ist so süß und fein, fast schon grazil. Tief im Boden werden die Kartoffeln der Erde entrissen, und geben jedem Gericht eine mächtige, sättigende Grundlage. Himmel und Erde ist eine rheinländische Spezialität, die dort seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Traditionell wird dazu eine geräucherte und gebratene Blutwurst gereicht. Die heutige Rezeptvariante verzichtet auf Fleischbeigaben und konzentriert sich nur auf die Gemüse-Komponenten: Neben den Kartoffeln und Äpfeln spielen langsam geschmorte Zwiebeln sowie frischer Majoran eine gute Rolle.

Das Rezept stammt aus dem famosen Kochbuch “Deutschland Vegetarisch“, welches ich vor ein paar Wochen bereits rezensiert und überschwänglich gelobt habe. Besonders hat es mich gefreut zu hören, dass das Buch schon in die zweite Auflage geht und damit anscheinend nicht nur mir sehr viel Freude bereitet. Wenn Du also noch ein Weihnachtsgeschenk von Format mit vielen tollen Anregungen aus der deutschen vegetarischen Küche suchst, so kann ich Dir dieses Werk ohne Umschweife empfehlen. Was elegant zu folgender Frage überleitet: Ich habe vor zwei Jahren einmal kulinarische Geschenkideen für Weihnachten zusammengetragen – hättest Du dieses Jahr wieder Interesse an einem solchen Artikel? Ich freue mich über Rückmeldung in den Kommentaren!

Rezept

Zutaten für Himmel und Erde (vegetarische Version, für 2 Personen):

Für das Zwiebel-Apfel-Gemüse:

  • 4 Zwiebeln
  • 2 Äpfel
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 2 Zweige frischer Majoran
  • 50 ml Apfelsaft
  • 10 g Butter
  • 50 ml Weißwein
  • 6 EL Öl
  • Etwas Zucker
  • Salz, Pfeffer

Für den Kartoffelbrei:

  • 800g Kartoffeln, mehlig kochend
  • 150 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • 40 g Butter
  • Etwas Salz
  • Etwas Muskatnuss

Zubereitung:

1 Die Kartoffeln in ausreichend Salzwasser gar kochen, abgießen und auskühlen lassen. Schälen. Die Sahne mit der Milch erhitzen, zu den geschälten Kartoffeln geben und alles mit einem Kartoffelstampfer zu einem Brei verarbeiten. Anschließend die Butter unterrühren und den Kartoffelbrei mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

2 Die Zwiebeln schälen und in Achtel schneiden. Die Petersilie und den Majoran hacken.

3 Die Zwiebeln in etwas Butter langsam glasig dünsten. Währenddessen das Kerngehäuse der Äpfel entfernen und die Äpfel in dünne Scheiben schneiden. Den Majoran zu den Zwiebeln geben, untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit dem Weißwein (Alternative: Verjus) ablöschen, aufkochen und etwas reduzieren lassen.

4 Die Apfelscheiben in einer Pfanne in etwas Butter anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Zwiebeln und Petersilie zu den Äpfeln geben, mit Apfelsaft ablöschen und reduzieren lassen und abschmecken. Mit Kartoffelbrei servieren.

Quelle: Deutschland Vegetarisch

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  • Hallo Uwe,
    das Gericht habe ich in deinem Jahrsrückblick entdeckt, und bereits nachgemacht. War so richtig lecker und wird als Klassiker auch in meine Rezeptesammlung eingehen.
    Danke für das Rezept,
    SarahAntwortenAbbrechen

“The Icecreamists” von Matt O’Connor [Rezension]

"The Icecreamists" von Matt O

Wenn ich ein Ranking der verrücktesten Kochbücher in meinem Regal aufstellen müsste, dann wäre “The Icecreamists: Exklusive Eiscrème und andere Laster” ziemlich weit vorne. Das Buch besticht durch sehr gute Rezepte, einen wunderbaren Wortwitz und ein aberwitziges Layout.

jeden-tag-ein-buch_arianebille“Liberating the world one lick at a time” steht da etwas versteckt im Logo des Buches zu lesen. Das Buch befreit die Welt von der Masse schlechter Eiscrème, zusammengeschusterter Chemiekugeln und aromazersetzten Alibi-Eises. Auf diese Massenware hat man nämlich keine Lust mehr, wenn man zum ersten Male ein Vanille-Eis mit “echter” Vanille genießen durfte.

Die “Agents of Cool” bringen im Buch sowohl Klassiker als auch abgefahrene Rezepte unter das Volk und bauen dabei auf einer Standard-Mixtur auf, die sich von Rezept zu Rezept wiederholt und nur durch zusätzliche Geschmackskomponenten erweitert wird. Die Basis für Eiscrème besteht zumeist aus 250ml Vollmilch, 125g Crème Double, 2 Eigelb und 88g Zucker. Daraus entsteht eine Eiercrème, die im Laufe der Zubereitung mit dem eigentlichen Geschmacksträger vermischt wird.

Die Kreationen tragen dabei so illustre Namen wie “Chocwork Orange”, ein Schokoladeneis mit Orangenkomponente, “Ingwiana Jones”, ein fantastisches Ingwereis oder “Jesus Christ Scooperstar” – ein schlichtes Fior di Latte. Wortspielenthusiasten kommen so im Buch voll auf ihre Kosten, denn die Autoren nehmen die Materie nicht so ernst und pflegen eine gesunde Selbstironie. Die sprachliche Präsentation der Eiskreationen schlittert damit immer auf dem schmalen Grad des Kitsches, driftet aber nie auf die peinliche Seite ab. Das hat zur Folge, dass es wirklich Freude bereitet, die Texte zu lesen und auf Entdeckungsreise zu gehen: Auf den einzelnen Rezeptseiten sind viele Informationen versteckt, teils grafisch verpackt, teils textuell.

"The Icecreamists" von Matt O

Das Buch folgt einem einfachen Aufbau: Zunächst widmet sich der Autor – Matt O’Connor zeichnet für das eiskalte Werk verantwortlich – diversen Grundrezepten für Eis und Sorbets, die er dann im zweiten Teil des Buches zu komplexeren Kompositionen wie Eisbecher, Desserts oder Cocktails ausbaut. Im Grundlagenteil wird stets auf die fortgeschrittenen Rezepte verwiesen. Die Grundrezepte behandeln dabei jedoch nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern gehen schnell ich ungewöhnlichere Kreationen über: Eiscrème mit Minze, Mascarpone oder Espresso reihen sich zwischen Popcorn-Eis, Earl-Grey-Kreationen und gewürzter Kürbis-Eiscreme ein: Die Anregungen und Inspirationen scheinen endlos.

Die Gestaltung des Buches ist extravagant. Jedes Rezept besitzt ein eigenes Foto, das geschmackvoll und technisch hochwertig produziert ist. Die Präsentation der Eiscrème ist fantasievoll und passt zum generellen “Rock’n'Roll”-Image, das sich das Buch versucht zu eigen zu machen. Auch hier meistern die Macher die Gradwanderung zum Kitsch hervorragend und bieten neue, visuelle Anreize, die das Kochbuch von anderen deutlich abheben.

Rock’n'Roll Icecream

Die Rezepte sind klar formuliert und in sinnvolle Arbeitsschritte gegliedert. Eine allgemeine Einleitung erklärt die wichtigsten Grundsätze der Eisherstellung und führt auch Neulinge gut an das Thema heran. Die Rezepte sind ganz klar auf die Zubereitung mit einer Eismaschine ausgelegt. Der Autor bemüht sich zwar aufzuzeigen, dass die Zubereitung grundsätzlich auch ohne Eismaschine möglich aber keinesfalls mit dem Ergebnis eines entsprechenden Gerätes zu vergleichen ist. Dieser Maxime folge ich: Du solltest schon eine Eismaschine besitzen, wenn Du die Rezepte bestmöglich zubereiten möchtest. Was mir besonders gut gefällt: Die meisten Rezepte beruhen auf dem selben Grundrezept. Wenn Du es einmal geschafft hast, eine gute Eiercrème herzustellen, so hast Du die wichtigste Komponente der Eisherstellung gelernt und verstehst, wie Du selbst neue Eiskreationen erstellen kannst. Das Grundrezept ist ausgewogen – für mich lediglich einen Tick zu süß, aber das ist Geschmackssache. Ich habe mit diesem Grundrezept die bislang besten Ergebnisse erzielt.

Aus dem Buch habe ich schon einige Rezepte zubereitet – meist sehr klassische Rezepte. Ein selbst hergestelltes Vanilleeis ist mit nichts auf der Welt zu vergleichen – ich habe noch nie ein so intensives Vanillearoma in einem Eis geschmeckt und möchte eigentlich nie mehr etwas anderes essen. Mir ist die Lust auf im Supermarkt gekauftes Eis endgültig vergangen. Das Vanilleeis servierte ich mit ein wenig Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen – das solltest Du unbedingt einmal ausprobieren.

“Fior di Latte” bedeutet übersetzt Milchblume und stellt das wohl reinste Eis dar: Neben Crème Double und Milch kommen nur noch Eier und Zucker in das Eis sowie eine kleine Prise Salz. Deswegen ist es wichtig, dass für diese Eiscrème nur die besten Zutaten verwendet werden. In Deutschland habe ich bislang noch in keiner Eisdiele “Fior di Latte” gesehen, dabei gehört dieses Eis definitiv zu meinen absoluten Favoriten. Zusammen mit Mandelhippen und Portwein-Pflaumen habe ich es als Dessert zu einem Menü serviert.

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Meine kleine Tochter liebt Schokoladeneis. Im Buch finden sich diverse Anregungen für die unterschiedlichsten Schoko-Kreationen: Mit Zartbitterschokolade, mit Milchschokolade, mit weißer Schokolade. Jedes Eis besticht durch eigene feine Geschmacksnuancen und hat meinem kleinen Schokofreak sehr gemundet.

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Fazit

“The Icecreamists” von Matt O’Connor ist das beste Eis-Kochbuch, das ich besitze und bisher in den Händen halten durfte. Das Buch hebt sich sowohl inhaltlich als auch seitens der Gestaltung vom Einheitsbrei ab und besticht durch ungewöhnliche Eiskreationen, die man in keiner Standard-Theke einer Eisdiele findet. Das Buch eignet sich bestens für Leute, die eine Eismaschine besitzen und Spaß daran haben, neue Kombinationen auszuprobieren.

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  • *seufz* sieht das chic aus! Schon das Cover und ich schieb es auf den Merkzettel. Und Fior di Latte mag ich sehr, sehr gerne. Danke für diese Buchvorstellung :-)
    Liebs Grüessli
    IreneAntwortenAbbrechen

  • Wirklich ein sehr ansprechendes Cover und eine tolle Rezension!
    Ich vertraue deinem Urteil voll und ganz, ein Eiscreme-Buch fehlt mir ohnehin, also: Ist bestellt :)
    Meine Eismaschine freut sich schon – und ich kann es kaum erwarten, endlich darin schmökern zu können.
    Danke für den Tipp!
    LGAntwortenAbbrechen

  • […] Kein übertriebenes Layout, kein konstruiertes Image – also das krasse Gegenteil zum Kochbuch “The Icecreamists”, was ich im Rahmen von der wunderbaren Aktion “Jeden Tag ein Buch” am Donnerstag […]AntwortenAbbrechen

  • ilona

    Jaaa, ich habe das Buch auch und es ist so wie Du es beschreibst – einzigartig.Danke! Aus mir spricht die Begeisterung. Nur habe ich jetzt die Entscheidung zu treffen: Welche Eismaschine soll ich mir zulegen.
    Herzlichst, ilonaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Ilona, schönes Buch, gell? Ich habe eine Unold Cortina und bin zufrieden. Die Maschine bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.AntwortenAbbrechen

  • Na toll… und wieder ist die Kochbuch-Wunschliste um einen weiteren Titel angewachsen! Danke für die Vorstellung.

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    JulianeAntwortenAbbrechen

  • Aber natürlich! :) Eine Unold Cortina. Habe auch schon zwei Eissorten damit verbloggt: Holunderblüten-Quark-Eis und geröstetes Zwetschgen-Zimt-Eis, beides super geworden!AntwortenAbbrechen

Pasta mit Kürbis-Ragout

Pasta mit Kürbis-Ragout

Die Kürbis-Zeit neigt sich dem Ende entgegen und will in der Endphase nochmal ausgenutzt werden. Heute mit einer Pasta mit einem sehr puren Kürbis-Ragout, das nur mit etwas Sternanis, Knoblauch und einem Spritzer Verjus verfeinert wurde.

Mein absolutes Kürbis-Highlight in diesem Herbst war zweifelsohne der Kürbis-Hummus – egal ob als Brotaufstrich oder als Teil des “The Pumpking Burger“. Die Kombination Knoblauch und Kürbis hatte ich all die Jahre nicht wirklich auf der Agenda und nun ganz frisch für mich entdeckt – sehr zum Leidwesen meiner Frau, die sich mit der Vampirknolle etwas schwer tut. Die Geschmacksexkursion wurde gestern im Rahmen eines Food-Blogger-Treffens in Würzburg durch die Osteria Trio in Würzburg noch ein Stück weiter geführt: Die servierten Bruscetta mit Kürbis-Püree, Knoblauch, einem festen Ricotta und Shiitake-Pilzen waren eine geschmackliche Explosion. Kürbis und Pilze – das taugt.

Bruscetta mit Kürbis-Püree, Knoblauch, einem festen Ricotta und Shiitake-Pilzen

Für diese Pasta habe ich einfach Kürbis mit Zwiebeln in etwas Olivenöl angebraten. Sternanis und Knoblauch dazu, immer wieder mit Wasser aufgießen und eindicken lassen, solange, bis der Kürbis weich ist. Dann nur noch ein wenig Säure in Form eines Verjus (Saft von grünen Trauben) dazu, abschmecken, ab unter die Nudeln, fertig. Trocken angeröstete Haselnüsse und Kürbiskerne machen sich wunderbar dazu und geben der Pasta ein wenig Textur.

Aus dem Gericht lässt sich ganz einfach eine vegane Version erstellen: Dafür lässt Du einfach die Butter weg und verzichtest auch auf den frischen Parmesan. Voilà.

Pasta mit Kürbis-Ragout

Rezept

Zutaten für die Pasta mit Kürbis-Ragout (Für 4 Personen):

  • 500g Pasta
  • 1 mittelgroßer Hokkaido-Kürbis
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Spritzer Verjus
  • Etwas Wasser
  • Etwas Olivenöl
  • 30g Butter
  • 1 Sternanis
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • 1 EL Haselnüsse
  • 1 EL Kürbiskerne
  • Etwas frischer Parmesan
  • Etwas Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Den Kürbis halbieren und die Kerne mit einem Pariser Messer (Kugelausstecher) entfernen. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, die Zwiebeln achteln, den Knoblauch hacken. Die Nüsse grob hacken, die Petersilie und den Sternanis fein. Die Fenchelsamen in einem Mörser zerstoßen.

2 Etwas Olivenöl in einem Topf mit großer Bodenfläche langsam erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch und Sternanis zugeben, rösten. Dann Kürbis und Fenchelsamen zugeben und unter konstantem Rühren anbraten. Hitze reduzieren und etwas Wasser angießen. Immer wieder umrühren, bis das Wasser reduziert ist und mit dem Kürbis eindickt. Vorgang 2-4 mal wiederholen, bis der Kürbis weich ist und sich ein dickflüssiger Sugo gebildet hat. Mit Verjus, Salz, Pfeffer und Butter abschmecken und ziehen lassen.

3 Die Nudeln in der Zwischenzeit al dente kochen. Die Nüsse trocken anrösten, salzen.

4 Den Sugo mit den Nudeln mischen und mit den Nüssen, der Petersilie und frisch geriebenem Parmesan sowie einem Spritzer Olivenöl servieren.

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