Rinderfilet im Filoteig mit Paprika-Couscous-Salat

In den letzten Tagen habe ich irgendwo den Satz gelesen, dass man als Koch mit einer gewissen „So what“-Mentalität an den Herd gehen muss. Es kann nicht immer alles gelingen. Die Angst vor dem Scheitern muss beiseite gewischt werden. Oder durch Rezepte wie dieses minimiert sein.

Was gibt es Schlimmeres? Die Gäste kommen und das Fleisch ist nicht mehr medium. Drüber. Very well done. Abgesehen davon, dass es total ok ist, sein Rinderfilet well done zu essen, wenn man es einfach lieber mag, bringt es einen gewissen Druck auf die Schultern des Gastgebers. Ich empfehle daher, sich im Rahmen eines Menüs nur für Fleischgerichte a la minute zu entscheiden, wenn man das Gericht aus dem berühmten FF beherrscht oder die notwendige Zeit dafür hat, wie es z. B. meist beim Grillen der Fall ist.

Ein paar Tipps:

  • Im Rahmen eines Menüs sollte immer nur ein Gang dabei sein, bei dem Komponenten auf den Punkt gegart sein müssen. Das reduziert Stress.
  • Wenn ich ein Menü mit mehreren Gängen koche, verwende ich immer Fleischthermometer. Am besten solche, die laut brüllen, wenn die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Es ist gut, sich in stressigen Phasen das Denken ein wenig abnehmen zu lassen.
  • Ich versuche, für kritische Fleischgerichte als Garmethode sous-vide einzusetzen. Da kann nichts passieren, auch wenn das Fleisch 58°C erreicht hat, die Gäste aber noch auf Parkplatzsuche sind.
  • Üben, üben, üben. Irgendwann entwickelt man ein Gefühl für die richtige Gardauer.

Dieses Rezept eignet sich für Anfänger und Menü-Situationen gleichermaßen. Es ist ein wenig Timing erforderlich, was sich aber in den Grill bekommen lässt. Die Rinderfilets werden in der Pfanne von beiden Seiten 1-2 Minuten angebraten, dann in Filoteig verpackt und bei 200°C im Ofen innerhalb von 10 Minuten fertig gegart. Ich empfehle, mit dem Anbraten erst zu beginnen, wenn die Gäste da sind und sich mit der Vorspeise vergnügen. Wenn die Rinderfilet-Stücke etwa 170g haben, ist die Gardauer von 10 Minuten für den Gargrad medium ziemlich sicher.

Dazu gibt’s einen leckeren Paparika-Couscous-Salat, der dem Gericht eine kleine orientalische Note verleiht und für die notwendige Frische sucht. Achtung: Den Salat nicht zu süß anmachen, da sich in den Filoteigpaketen noch Schalotten-Chutney befindet, was eine gute eigene Süße mitbringt. Eine andere Variante des Rinderfilets im Filoteig mit Süßkartoffelpüree und Feldsalat hatte ich bereits vor einigen Jahren zusammen mit meiner Lieblingscousine Juliane von Schöner Tag noch! gekocht.

Rinderfilet im Filoteig mit Paprika-Couscous-Salat

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für das Rinderfilet im Filoteig mit Paprika-Couscous-Salat (Für 4 Personen):

  • 4 Rinderfilet-Stücke à 170 g
  • 4 Filoteig-Platten
  • 1 Ei
  • 5 Schalotten
  • 4 rote Paprika
  • 200 g Couscous
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 EL Aceto Balsamico di Modena
  • 1 TL Zucker
  • 30 g Butter, geschmolzen
  • Salz, Pfeffer

Für die Vinaigrette:

  • 1 EL grobkörniger Senf
  • 2-3 EL Apfelessig
  • 1 EL Honig
  • 2 EL Sesamöl
  • 2 TL Ras el Hanout
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Für das Schalotten-Chutney die Schalotten schälen und in Spalten schneiden. In etwas Butter bei moderater Hitze glasig dünsten. Mit Zucker bestreuen und kurz karamellisieren lassen, dann mit Rotwein und Balsamico ablöschen, einkochen lassen. Mit Salz abschmecken.

2 Für den Paprika-Couscous-Salat Wasser erhitzen und so viel Wasser zum Couscous gießen, bis dieser bedeckt ist. 10 Minuten quellen lassen. Paprika waschen und in Ringe schneiden. In einer Pfanne in etwas Butter mit moderater Hitze 3-4 Minuten ziehen lassen. Mit dem gequollenen Couscous vermischen. Petersilie hacken und zugeben.

3 Für die Vinaigrette den Senf mit dem Apfelessig, dem Honig und dem Ras el Hanout vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Salat mit der Vinaigrette gut vermischen.

4 Den Backofen auf 200°C vorheizen.

5 Die Rinderfilets in einer Pfanne von allen Seiten etwa 1-2 Minuten anbraten. Das Ei vermischen. Die Filoteigplatten mit der geschmolzenen Butter bepinseln. In die Mitte jeder Platte ein Rinderfilet setzen, salzen, darauf Schalotten-Chutney geben. Den Filoteig um das Filet herum mit der Eimischung einpinseln und Päckchen formen. Die Päckchen außen mit dem restlichen Ei bestreichen und 10 Minuten im Ofen goldbraun backen.

6 Die Päckchen auf dem Salat servieren.

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Peperonata Dolce

Zu Käse darf es gerne ein wenig Chutney oder eine karamellisierte Nussmischung sein. Oder aber die Peperonata Dolce, eine süße Paprika-Marmelade.

Das Rezept stammt von der famosen Simone von Pi mal Butter (Ihr erinnert Euch, von Simone hatte ich erst letztens die Anregung für die Caprese 2.0 geklaut) und hat mich mit dem ersten Bissen im Sturm erobert. Die Paprika-Marmelade schmeckt süßlich, leicht scharf und stark nach der Frucht, wie ich es von dem Confit Byaldi, meinem Lieblings-Ratatouille, kenne.

Am liebsten esse ich dazu einen gut gereiften, intensiven Ziegenkäse mit einem Stück frischer Focaccia und einem Glas kaltem Weißwein. Die Herstellung ist dabei wahrlich einfach: Paprika wird mit Zucker und Chili gekocht, püriert und auf die gewünschte Konsistenz eingedickt. In sterilen Gläsern hält sich die Marmelade etwa zwei Monate und eignet sich auch wunderbar als kleines Geschenk und Mitbringsel.

Zum Thema Käse möchte ich meinen Nürnberger Lesern wärmstens (Achtung, Empfehlung!) Feinkost Langer in Mögeldorf ans Herz legen – dort gibt es die verschiedensten Sorten gut gereiften Käses, den die Eigentümerin des Ladens teilweise auch noch selbst verfeinert. Schaut unbedingt einmal vorbei!

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!

Peperonata Dolce

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten für die Peperonata Dolce (für etwa 6 Gläser à 200 ml):

  • 1 kg rote Paprika
  • 380 g Zucker
  • 1 rote Chili
  • 1 gestrichener TL Salz

Zubereitung:

1 Das Kerngehäuse der Paprika und der Chili entfernen und anschließend in grobe Würfel schneiden.

2 Die Paprika und die Chili mit dem Zucker, dem Salz und einigen EL Wasser in einem Topf bei geschlossenem Deckel kochen, bis die Paprika weich sind. Mit einem Stabmixer pürieren und einkochen, bis eine Marmeladen-artige Konsistenz erreicht ist.

3 Sofort in sterilisierte Gläser einfüllen, stürzen und erkalten lassen. Die Marmelade hält sich etwa 2 Monate.

Quelle: Pi mal Butter

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  • Hmmm, das ist echt super lecker, kann dir nur zustimmen. Habe das Rezept auch schon bei Simone entdeckt und nachgemacht. Ein tolles Mitbringsel aus der Küche, auch wenn man, sobald man mal probiert hat, am liebsten alle Gläser behalten möchte ;)
    LGAntwortenAbbrechen

  • Wow, das klingt ja spannend :) Hier finde ich echt immer so viel, das ich nachkochen muss…
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ela, das freut mich! Die Paprikamarmelade kann ich Dir auch nur wärmstens empfehlen, die lohnt sich!AntwortenAbbrechen

Ginger Beer

In den letzten Wochen habe ich erneut selbst gebraut und einen Klassiker hergestellt, der mit den Sommer sehr versüßt hat. Eiskalt genossen ist das Ginger Beer ein tolles Feierabend-Getränk, das nach untergehender Sonne und Balkon schreit.

Vor ein paar Wochen habe ich über meine ersten Versuche berichtet, mit Hilfe von Fermentation Softdrinks herzustellen. Erstes Ergebnis war das Redcurrant Ginger Beer, das mit Johannisbeersirup hergestellt wurde. Nun habe ich den Klassiker schlechthin für Euch, ein „pures“ Ginger Beer.

Zu dem Redcurrant Ginger Beer gab es von Euch sehr viel Feedback, was mich unglaublich gefreut hat. Die vielen tollen Hinweise aus der Cooketteria haben mir bei meinen weiteren Versuchen sehr weiter geholfen, so dass ich in der letzten Zeit das Ansetzen des „Ginger Bug“ – die Basis für die Herstellung von Ginger Beer – keine Probleme mehr hatte und auch bessere Ergebnisse in der Entwicklung von Kohlensäure erzielen konnte.

Der Prozess Ginger Beer herzustellen dauert mehrere Wochen. Zunächst muss die Basis, der sog. Ginger Bug, angesetzt werden. Dafür wird Ingwer klein geschnitten und mit Zucker und Wasser angesetzt. Der Ansatz wird täglich – ähnlich einem Sauerteig – mit Ingwer und Zucker gefüttert, bis er zu blubbern beginnt. Der blubbernde Bug wird dann mit einem Sirup – im heutigen Fall Ingwer-Sirup – versetzt und beginnt, dort zu arbeiten. Der Zucker wird durch Fermentation in Kohlensäure umgewandelt.

Aus der zweiten Versuchsreihe und den Hinweisen aus der Cooketteria habe ich gelernt:

  • Ob Bio-Ingwer oder nicht – aus beiden Grundprodukten kann ein guter Ginger Bug angesetzt werden, ich bevorzuge nach wie vor die Bio-Variante, weil ich dann die Schale guten Gewissens verwenden kann
  • Die Abdeckung des Glases mit einem Kaffeefilter hat besser funktioniert
  • Ich habe den Eindruck, dass das Ergebnis nachhaltig verbessert wird, wenn ich den Ingwer feiner hacke
  • Das Blubbern erschien mir intensiver, sobald ich Vollrohrzucker verwendet habe
  • Es muss nicht immer Ingwer sein: Es klappt auch mit frischem Kurkuma

Das Ginger Beer lässt sich wunderbar eisgekühlt mit einem Schuss Gin oder Wodka genießen.

Rezept

Dauer: Etwa 2-3 Wochen. Zubereitungszeit: 45 Minuten

Zutaten für das Ginger Beer (Ergibt etwa 4 Liter):

Für den Ginger Bug:

  • 250 ml Wasser
  • 2 EL Vollrohrzucker
  • 2 EL gehackter Bio-Ingwer

Für den Ingwer-Sirup:

  • 140 g Ingwer
  • 500 g Zucker
  • 3 L Wasser
  • 3 Zitronen

Zubereitung:

1 Für den Ginger Bug den Bio-Ingwer mit Schale fein hacken. Mit dem Zucker und dem Wasser in einem 1-L-Einmachflas vermischen. Das Glas mit einem Tuch oder Kaffeefiltern abdecken, so dass keine Fruchtfliegen an die Mischung gelangen. Nach zwei Tagen sollten sich zwischen den Ingwer-Stücken Blasen bilden und der Bug sollte beginnen, zu blubbern. Dann über etwa eine Woche jeden Tag 2 EL Zucker und gehackten Ingwer zufüttern.

2 Am Brautag den Ingwersirup zubereiten. Dafür den Ingwer fein reiben und mit dem Zucker und dem Saft der Zitronen etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen. Durch ein Tuch filtern und vollständig abkühlen lassen.

3 Ingwersirup mit 1 L Wasser aufgießen. Den Ginger Bug abseihen und unterrühren. Die Flüssigkeit in sterilisierte Plastikflaschen (KEIN GLAS!) abfüllen, verschließen und bis zu 10 Tagen fermentieren lassen – am besten täglich probieren.

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  • Das klingt interessant, ich habe sowas noch nie selber gemacht, aber es verlockt doch… ;) Schöne Tipps und Anregungen. Danke schonmal im Voraus, weil ich es sicher mal testen werde.AntwortenAbbrechen

Weißes Tomatensülzchen mit Ratatouille-Gemüse

Heute habe ich eine schöne sommerliche Vorspeise für Euch: Ein Sülzchen aus weißem Tomatenfond, in dem langsam geschmortes Ratatouille-Gemüse eingelegt und mit verschiedenen Kräutern garniert wurde. Yummy!

Komischerweise habe ich an Sülzen nur die Erinnerung aus Kindheitstagen, in denen mein Vater hin und wieder in Aspik eingelegte Bratwürste vom Metzger mitbrachte. In der Sülze waren oft neben den Bratwürsten Essiggurken, Tomaten, Zwiebeln oder ein halbes, gekochtes Ei zu finden. Als ich mit meiner Frau vor einigen Wochen im guten Nürnberger Restaurant Würzhaus essen war (Ich kann allen Nürnbergern einen Besuch wärmstens empfehlen – zum Ausprobieren eignet sich hervorragend ein Besuch mittags, denn einige der Gerichte von der Abendkarte finden sich auch zur Mittagszeit auf dem Speiseplan), wurde dort als Vorspeise ein Dreierlei vom Ochsenschwanz serviert: Consommé, Ragout, und eben eine Ochsenschwanzsülze. Seither gehe ich mit dem Wunsch schwanger, mich selbst an Sülzen zu versuchen.

Sülzen bezeichnen qua Definition zunächst ein kaltes Gericht, bei dem Fleisch oder Gemüse in Gelee eingelegt wird. Der Begriff Aspik ist im deutschen Sprachgebrauch eher ein Synonym und grenzt sich nicht etwa durch eine unterschiedliche Herstellungsweise ab. Sülzen begleiten die Menschen schon lange. Die bekannteste Sülze ist sicherlich die Schweinskopfsülze, bei deren Herstellung es vor allem darauf ankam, jedes Teil des geschlachteten Tieres zu verwenden. In einem Topf Wasser wird der Schweinekopf zusammen mit Schweinefüßen und -ohren gekocht. Letztere Zutaten werden zugesetzt, weil sie besonders viel Gelatine enthalten und somit für das Gelieren maßgeblich verantwortlich sind.

Wie man Schweinskopfsülze herstellt

Nach dem Kochen wird das Fleisch vom Kopf gelöst und zusammen mit Suppengrün oder anderen Zutaten vermischt. Das Kochwasser wird abgeschmeckt, gerne mit Salz und etwas Essig und dann testweise in kleinsten Portionen in den Kühlschrank gestellt. Geliert die Flüssigkeit, kann die Sülze fertig gestellt werden. Wenn nicht, muss das Wasser weiter reduziert und damit die Gelatine konzentriert werden.

Bei der Herstellung von Sülzen sind wir natürlich nicht mehr auf selbst hergestellte Gelatine angewiesen. Entweder benutzen wir gekaufte Gelatine oder das pflanzliche Ersatzprodukt in Form von Agar-Agar – das Auskochen von Schweinsohren und -füßen ist also nicht mehr notwendig. Diesen Satz schreibe ich mit gemischten Gefühlen: Einerseits wird die Arbeit erleichtert, andererseits verlieren wir immer mehr Wissen und Bewusstsein dafür, wie ein Tier vollständig verwertet werden kann – die Entfremdung vom Prozess des Schlachtens und Verwertens ist meiner Meinung nach sehr negativ zu bewerten.

Weißer Tomatenfond mit vollem Tomatenaroma

Für das Tomatensülzchen habe ich zunächst einen weißen Tomatenfond hergestellt. Dafür wird aus reifen Tomaten, etwas Salz und Essig ein Püree hergestellt, welches über Nacht langsam durch ein Passiertuch in eine Schüssel abtropft. Der entstehende Tomatenfond ist weiß und besitzt einen intensiven Tomatengeschmack. Der Fond ist die Basis für die Sülze, denn der Fond wird später mit Agar-Agar geliert. Gleichzeitig könnte nun aus dem Fond eine weiße Tomatensuppe hergestellt werden – was ich geschmacklich immer wieder als überraschend empfinde, verbindet man mit Tomatengeschmack doch eindeutig eine rote Färbung.

In die Sülze habe ich Ratatouille-Gemüse eingelegt, was im Ofen mit etwas Olivenöl und Knoblauch langsam geschmort wurde. Alles gut abgeschmeckt und gekühlt ergibt eine sehr schmackhafte vegetarische Vorspeise für sommerliche Menüs. Wichtig: Man sollte lieber weniger Agar-Agar nehmen als auf den Packungen für die entsprechende Menge vorgeschlagen. Die Sülze schmeckt besser und ergibt ein besseres Mundgefühl, wenn das Aspik eher weich als zu hart ist. Deswegen gilt: Mit wenig anfangen und ggf. mehr Agar-Agar zugeben. Ein kleiner Geliertest hilft dabei, den Grad festzustellen. Dafür gebe ich eine kleine Portion auf einen flachen Teller, stelle diesen in den Kühlschrank und kann relativ schnell nach etwa einer Viertelstunde feststellen, ob mir die Konsistenz fest genug ist. Wenn Ihr Euch das Foto anseht, so könnt Ihr sehen, dass die Konsistenz recht fest aussieht: War sie auch. Deswegen habe ich für das Rezept die Menge an Agar-Agar deutlich reduziert.

Wer nun Appetit auf Ratatouille bekommen hat, dem sei das klassische Confit Byaldi aus dem Film “Ratatouille” oder diese wunderschöne Pasta oder eine Kombination mit Rinderfilet oder Ravioli wärmstens empfohlen…

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Zubereitungszeit, etwa 1-2 Stunden Gelierzeit

Zutaten für das weiße Tomatensülzchen mit Ratatouille-Gemüse (Als Vorspeise für 4 Personen):

  • 1 kleiner grüner Zucchino
  • 1 kleiner gelber Zucchino
  • 1 kleine Aubergine
  • 4 Cherry-Rispentomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kg Tomaten
  • 2 EL Weißweinessig
  • Ein paar Blätter Basilikum
  • Salz, Pfeffer
  • 1/4 TL Agar-Agar
  • Etwas Rapsöl

Zubereitung:

1 Für den weißen Tomatenfond die Tomaten mit dem Essig und 1 TL Salz mit einem Stabmixer pürieren. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen, das Püree einfüllen und über Nacht abtropfen lassen.

2 Die Zucchini und die Aubergine in Rädchen schneiden, die Rispentomaten halbieren. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit Olivenöl beträufeln und bei 160°C etwa 20-30 Minuten im Ofen rösten.

3 Den abgetropften Tomatensaft aufkochen und mit Salz abschmecken. Agar-Agar unterrühren. Das geröstete Gemüse auf vier Schälchen verteilen und den leicht gelierten Tomatenfond darüber geben. Im Kühlschrank etwa 1-2 Stunden kühlen lassen. Die Sülze sollte nicht zu fest werden und darf ruhig locker sein. Die Mengenangaben Agar-Agar beziehen sich auf etwa 400 ml Tomatenfond.

4 Mit Basilikum garnieren und servieren.

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Französischer Baba mit Ziegenkäse-Eis und Heidelbeer-Ragout

Wenn ich auf meine Dessertkreationen der letzten Wochen zurückblicke, zu scheint sich ein Muster zu bilden: Eine Kombination aus einem Kuchen, einem Eis und irgend etwas Beerigem ist klar auf dem Vormarsch. Baba!

Baba? Auch noch französisch? Jou, heute steigt er hinab, der Uwe, in die Weiten des Backens. Aber keine Sorge, das hält nicht lange an, denn die Weiten spucken mich garantiert schnell wieder aus, wenn sie merken, dass ich von der Materie keine Ahnung habe. Deswegen gehe ich hierfür auch strikt nach Rezept vor, und zwwar nach Anleitung aus dem wahrlich fantastischen Grillbuch “On Fire”, das seit ein paar Wochen für merklich Aufruhr in den sozialen Netzwerken sorgt. Die Gebrüder Otto haben darin zusammen mit erfahrenen Grillmeistern ihrer Leidenschaft für ausgefallene Grillrezepte (Untertitel “Grillen für Gourmets”) freien Lauf gelassen und dem (Unter-) Titel des Buches alle Ehre erwiesen. Ihr werdet in Zukunft noch mehr Rezepte daraus sehen und natürlich werde ich das Gesamtwerk auch einer ausführlichen Rezension unterwerfen.

So ist es schon komisch, dass ich als erstes Rezept aus diesem beeindruckenden Werk ein Dessert ausgesucht und nachgekocht habe. Nachgekocht ist dabei der richtige Ausdruck, denn ich habe den Baba nicht wie im Rezept gefordert auf dem Grill zubereitet, sondern ganz klassisch im Backofen. Beim französischen Baba handelt es sich im Wesentlichen um ein Gebäck aus süßem Hefeteig und vielen Eiern. Meine Quellen sagen mir, dass der Baba eigentlich als Napfkuchen serviert wird, hier aber in Timbale-Förmchen gebacken daherkommt. Der Name des Gebäcks leitet sich wahrscheinlich vom russischen Wort “babuschka” ab, was “Großmutter” bedeutet. Es ist wohl anzunehmen, dass es diesen Kuchen oft bei Großmuttern zum Kaffeekränzchen gab und so dieser Name entstand. In Frankreich ist der Kuchen sogar so beliebt, dass sich die Asterix-Erschaffer René Goscinny und Albert Uderzo mit der Benennung eines der vier Römerlager um das gallische Dorf herum einen Scherz mit Hommage erlaubten. Seither erinnert “Babaorum” an die beliebteste Variante des Napfkuchens, den “baba au rhum”.

Wie eben schon angesprochen: Baba besteht aus einem süßen Hefeteig, der nach dem Backen mit einem Sirup getränkt wird, bis er sich hübsch vollgesogen hat. Welcher Sirup dafür benutzt wird (Ja, Rum ist im Wesentlichen auch ein Sirup…), ist der eigenen Kreativität überlassen. So lassen sich fantastische Kreationen schaffen. In meinem Fall wird der Kuchen mit einem Sirup aus Honig, Thymian und Wasser getränkt, was ihm seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Zu Honig passt Ziegenfrischkäse wunderbar, besonders, weil auch dieses Eis mit dem süßen Nektar gesüßt wurde. Das Heidelbeer-Ragout macht die Erfahrung komplett.

Rezept

Benötigtes Zubehör: 4-6 Timbale-Förmchen, 1 Einwegspritze, Eismaschine

Dauer: Lange. Zubereitungszeit ca. 60 Minuten, Backzeit ca. 30 Minuten, Gefrierzeit ca. 60 Minuten, Kühlzeit ca. 4 Stunden.

Zutaten für den französischen Baba mit Heidelbeer-Ragout und Ziegenkäseeis (Für 4 Personen):

Für den französischen Baba:

  • 200 g Mehl
  • 70 g Butter
  • 10 g Honig
  • 10 g frische Hefe
  • 5 Eier
  • 2 EL Milch

Für das Thymian-Wasser:

  • 250 g Honig
  • 1 Bund Thymian
  • 500 ml Wasser
  • Zitronenschalen einer halben Zitrone
  • Etwas Zucker zum Ausstreuen der Timbale-Förmchen
  • Etwas Butter zum Fetten der Timbale-Förmchen

Für das Ziegenkäseeis:

  • 150 ml Milch
  • 100 g Quark
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Sauerrahm
  • 50 ml Orangensaft, frisch gepresst
  • 50 g Honig

Für das Heidelbeer-Ragout:

  • 100 g Heidelbeeren
  • 50 g Zucker
  • 2 EL kaltes Wasser

Zubereitung:

1 Das Ziegenkäse-Eis kann gut am Vortag hergestellt werden. Dafür den Honig in der Milch durch langsames Erwärmen auflösen. Alle anderen Zutaten unterrühren und die Masse mindestens 4 Stunden im Kühlschrank kühlen. Dann über 60 Minuten in einer Eismaschine frieren, anschließend in der Tiefkühltruhe fertig frieren.

2 Für den französischen Baba das Mehl in eine Schüssel geben und eine Kuhle formen. Die Hefe in die Kuhle bröseln und 1 TL Zucker und 2 EL Milch darüber geben und etwa 15 Minuten stehen lassen, dann langsam verrühren. Honig und Butter untermischen, dann nach und nach die Eier zugeben. Der Teig wird sehr weich! Den Teig dann etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Es sollten sich in dieser Zeit Blasen gebildet haben. Danach den Teig gut kneten. 4 Timbale-Förmchen mit Butter fetten und mit Zucker bestreuen. Dann den Teig einfüllen und erneut ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend bei 200°C im vorgeheizten Backofen backen. Die Babas sollten nach etwa 15-20 Minuten fertig sein (Sie sind fertig, wenn beim Einstechen mit einem Zahnstocher nichts mehr an selbigem hängen bleibt). Entnehmen und auskühlen lassen.

3 Währenddessen 500 ml Wasser mit dem Honig und dem Thymian aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Flüssigkeit mit einer Spritze in die Babas spritzen, bis diese keine Flüssigkeit mehr aufnehmen können. Unmittelbar vor dem Servieren aus den Timbale-Förmchen lösen.

4 Für das Heidelbeer-Ragout die Beeren waschen und mit dem Zucker und dem Wasser leise aufkochen und köcheln, bis sich eine dickflüssige Konsistenz ergibt.

5 Baba mit Eis und Heidelbeer-Ragout anrichten – ggf. mit etwas Thymian garnieren.

Quellen:

  • Für das Rezept: “On Fire” aus der Edition Fackelträger
  • Für die Informationen: Wikipedia

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