Geschmorte Lammhaxe mit Kürbis-Kartoffelknödel und Rotkraut

Geschmorte Lammhaxe mit Kürbis-Kartoffelknödel und Rotkraut

Am Knochen gegartes Fleisch, das langsam vor sich hin schmorte – es gibt ja nicht viel, was ich dem vorziehen würde. Heute gibt’s dazu ein kleines Experiment: Die Lammhaxe wird von Kürbis-Kartoffelknödeln und einem selbst gemachten Rotkraut begleitet.

Wenn ich Knödel selbst mache, dann muss ich immer an einen Kollegen meiner Frau denken. Dieser stammte aus Schweden und war einige Zeit vom Mutterkonzern nach Deutschland geschickt worden. Nach und nach machte er Bekanntschaft mit der deutschen – respektive fränkischen – Küche. Für ihn gab es nichts Schlimmeres als Knödel – er fand die Konsistenz ganz furchtbar und konnte absolut nicht verstehen, dass es sich hierbei um eine Spezialität handelte, die vor allem zu aufwändigen Sonntagsessen serviert wird.

Für mich dagegen gibt’s ja fast nix Besseres als Knödel. Ich habe ein wenig experimentiert und zu der Kartoffelmasse ein wenig Kürbispüree gegeben. Das gibt dem Teig eine angenehme orangene Farbe und einen feinen Kürbis-Geschmack. Das Kürbispüree ist dabei einfach herzustellen: Du nimmst einen kleinen Hokkaido und eine Zwiebel, schneidest beides in kleine Würfel und brätst diese mit etwas Butterschmalz an, bis der Kürbis weich ist und sich mit einer Gabel zerdrücken lässt. Dabei solltest Du mit moderater Hitze arbeiten, weil die Zugabe von allzu viel Flüssigkeit vermieden werden sollte. Das Püree wird sonst zu flüssig, womit das Gelingen der Knödel gefährdet wird.

An dieser Stelle möchte ich Dir zudem wärmstens ans Herz legen, Rotkraut doch selbst zuzubereiten. Klar, es braucht Zeit, bringt aber auch einen ganz anderen – nämlich authentischen Geschmack auf den Teller als die Dosen-Variante. Ich verwende als süße Komponente gerne Preiselbeerkonfitüre oder aber Hiffenmark, welches es gerade noch in rauen Mengen auf den lokalen Märkten zu kaufen gibt. Probier’s mal aus! Ein Schuss Port- oder Rotwein macht sich zudem gut.

Für dieses Rezept brauchst Du etwa 4 Stunden Zeit – perfekt für einen gemütlichen Sonntagvormittag in der Küche.

Rezept

Zutaten für die geschmorte Lammhaxe mit Kürbis-Kartoffelknödel und Rotkraut (Für 4 Personen):

  • 2 Lammhaxen
  • 2 Karotten
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1/2 Lauch
  • 1 Petersilienwurzel
  • 1 kleines Stück Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 500 ml Rotwein
  • 500 ml Rinderfond
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • Etwas Butterschmalz
  • Kalte Butter

Für die Kürbisknödel:

  • 900 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 100 g Kürbispüree
  • 80 g Mehl
  • 20 g Kartoffelmehl
  • 1 Ei
  • Salz

Für das Rotkraut:

  • 1 kleiner Rotkohlkopf
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Apfel
  • 100 g Preiselbeerkonfitüre
  • 500 ml Apfelsaft
  • 2 EL Rotweinessig
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Gewürznelken
  • 2 EL Honig
  • Salz
  • Etwas Butter

Zubereitung:

1 Zunächst setzen wir den Braten an. Dafür schneidest Du die Karotten, den Lauch, die Petersilienwurzel, die Zwiebeln und das kleine Stück Sellerie in Würfel. Dann brätst Du die Lammhaxen in etwas Butterschmalz in einem Schmortopf von allen Seiten an, so dass die Haxen eine schöne Farbe annehmen. Herausnehmen und das Gemüse im Bratenfond und etwas zusätzlichem Butterschmalz anbraten. Mit etwas Rotwein ablöschen und nahezu vollständig einkochen lassen. Dann die Haxen dazugeben und mit dem restlichen Rotwein und der Fleischbrühe auffüllen. Petersilie und die Gewürze zugeben und für mindestens 2 Stunden bei 140°C Ober-/Unterhitze in den Ofen geben – ich hatte die Haxen drei Stunden im Ofen, das war auch ok.

2 Für die Knödel kochst Du die Kartoffeln mit Schale gar. Etwas auskühlen lassen, pellen. Dann jagst Du die Kartoffeln zwei Mal durch die Kartoffelpresse. Nun muss es schnell gehen: Du vermischst das Kartoffelpüree zunächst mit dem Kürbispüree, dann mit dem Mehl und dem Kartoffelmehl. Zuletzt hebst Du das Ei unter, bis ein glatter Teig entsteht. Abschmecken. Aus der Masse kannst Du 8-12 Knödel formen – je nach Größe.

3 Für das Rotkraut schälst Du zunächst die Zwiebeln und schneidest diese in halbe Ringe. Dann halbierst Du den Rotkohl, entfernst den weißen Strunk und schneidest den Rest in möglichst feine Streifen. Den Apfel schälst Du und schneidest ihn in feine Würfel.

4 Dann erhitzt Du etwas Butter in einem großen, breiten Topf und dünstest die Zwiebeln bei moderater Hitze glasig. Das dauert etwa 30 Minuten. Nach der Hälfte der Garzeit gibst Du die Äpfel dazu. Nach 30 Minuten rührst Du die Rotkohlstreifen unter und brätst diese an. Mit dem Apfelsaft ablöschen, Lorbeerblätter und Gewürznelken zugeben und alles etwa eine Stunde mit geschlossenem Deckel bei moderater Hitze köcheln lassen, bis der Rotkohl weich ist.

5 Wenn der Rotkohl weich ist, gibst Du die Preiselbeerkonfitüre und den Rotweinessig zu und schmeckst das Kraut mit Salz und Honig ab.

6 Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, salzen und die Knödel über 20 Minuten gar ziehen lassen.

7 Dann nimmst Du die Haxen aus dem Ofen. Du gießt die Sauce durch ein Sieb. In einer Kasserolle kannst Du nun die Sauce mit kalter Butter binden und abschmecken.

8 Alles servieren.

Mehr Lamm …und so.

Marinierter Lammrücken mit orientalischer Moussaka und Linsen-Reis mit Zwiebeln

Meine Cousine Juliane von Schöner Tag noch! und ich verbrachten einen Abend gemeinsam in der Küche und kochtenKompletten Artikel lesen »

Lammkarree mit Bohnen-Schalotten-Gemüse und Rosmarinkartoffeln

Beim virtuellen Koch-Event mit Matthias Ruta wurden zwei Gänge zubereitet. Nach der Suppe folgte ein Lammkarree mitKompletten Artikel lesen »

Sous-vide gegarter Schweinebauch mit salzigem Schmarren und Kreuzkümmel-Soja-Reduktion

Zarter Bauch, wohlig-würzige Aromen, süß-salziger Schmarren, verfeinert mit Brösel der aufgeknusperten Schwarte,Kompletten Artikel lesen »

  • Herrlich! Da hoffe ich doch, dass bald wieder ein Lamm samt Haxen in’s Haus spaziert. Der Kürbis in den Knödeln gibt ja eine tolle Farbe, gerade in Kombi mit dem Rotkraut (hier nur noch selbstgemacht, gerne auch über Nacht mariniert).AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Dass man den Rotkohl über Nacht einlegt habe ich bei Stefan im dveg gelesen – muss ich auch unbedingt mal testen. Habe ich noch nie so gemacht…AntwortenAbbrechen

  • Martina

    Sieht das mal wieder lecker aus!
    Meinen Rotkohl mache ich fast genauso wie du. Seit dem gibt es hier keinen mehr aus dem Supermarkt. Nur mit den Knödeln stehe ich leider auf Kriegsfuß. Die sind bei mir noch nie genießbar gewesen…AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Knödel sind fies. Ich stand mit den Jungs auch lange auf Kriegsfuß. Da hilft nur üben, üben, üben…. :D AntwortenAbbrechen

  • Sieht wirklich geil aus! :)
    Hast du das selbst fotografiert?
    Bist du Koch?
    lg ekartoffelnkochen.comAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke Dir! Ich fotografiere auf meinem Blog alles selbst, das ist neben dem Kochen mein zweites Hobby. Und nein, ich bin kein gelernter Koch – das ist mein erstes Hobby :D AntwortenAbbrechen

Kohlrabisalat

Kohlrabisalat

Ich mag Kohlrabi. Ich erinnere mich noch gut, wie ich als Kind früher mit einem Messer bewaffnet in den väterlichen Gemüsegarten schlich und mir so manche Pflanze zu eigen machte – pur, direkt aus dem Beet. Aber auch mit einem guten Dressing macht die Knolle etwas her.

Der Kohlrabisalat ist sehr, sehr einfach und schnell zuzubereiten: Du brauchst dafür keine 10 Minuten. Deswegen eignet sich der Salat als schnelles Abendessen nach einem stressigen Arbeitstag oder als schnelle Vorspeise oder Zwischengang eines winterlichen Menüs. Wichtig ist, dass Du den Kohlrabi so fein wie möglich schneidest. Alain Passard, seines Zeichens Drei-Sterne-Koch in seinem Restaurant “L’Arpège” in Paris und bekannt für seine außergewöhnlichen Gemüse-Kreationen, schwört darauf, dass Gemüse, welches roh verarbeitet und gereicht wird, immer möglichst fein geschnitten werden soll, damit sie ihren Geschmack bestmöglich entfalten und den Gaumen des Gastes umschmeicheln. Das gilt vor allem für Fenchel, alle Kohlsorten wie Rotkohl, Spitzkohl oder Weißkohl, aber auch für Kohlrabi, Rettich oder Radieschen. Je dünner und feiner, desto besser wird das Geschmackserlebnis. Nimm’ Dir also etwas Zeit und Ruhe, wenn Du selbst mit einem Messer zu Werke gehst.

Das Dressing wird vom Knoblauch dominiert und Du solltest Knoblauch schon mögen, wenn Du den Salat zubereitest. Ich würde das nächste Mal eher weniger Knoblauch zugeben, weil der Geschmack durchaus sehr dominiert und mir die feinen Aromen des Kohlrabi fast schon zu sehr in den Hintergrund gedrängt hat. Eine halbe Zehe sollte also auch ausreichend sein.

Das Rezept habe ich bei Dorothée von Bushcooks Kitchen gefunden, die immer einen großen Fundus an schönen Speisen und Gerichten bereithält.

Rezept

Zutaten für den Kohlrabisalat (Für 2 Personen):

  • 1 Kohlrabi
  • 40 gr griechischer Joghurt
  • 35 gr saure Sahne
  • 25 gr Sahne
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Minze
  • Salz, Pfeffer
  • Etwas Zucker
  • Etwas Kresse
  • Etwas Sumach
  • Etwas schwarzer Sesam

Zubereitung:

1 Den Kohlrabi waschen, schälen und halbieren. Dann entweder mit einem Messer oder mit einer Mandoline in sehr, sehr dünne Scheiben schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Minze hacken.

2 Den Joghurt mit der sauren Sahne, der Sahne, dem Knoblauch, dem Zitronensaft, dem Olivenöl und der Minze vermischen. Mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken und etwas ziehen lassen.

3 Dann den Kohlrabi mit dem Dressing gut vermischen, anrichten und mit Kresse, schwarzem Sesam und Sumach bestreuen.

Quelle: Bushcooks Kitchen

Mehr Salate

Puy-Linsen-Salat mit Saucisson

Als letzten Teil des Ausflugs in das Beaujolais gibt’s heute einen leckeren Linsensalat und dazu eine franzöKompletten Artikel lesen »

Fattoush mit Quark, Linsen, Roter Bete und Staudensellerie

Wie Tabouleh ist Fattoush ein libanesisches Salatgericht, das wunderbar zu sommerlichen Temperaturen passt. DieseKompletten Artikel lesen »

Rote Bete Blätter-Salat mit Zitronen-Kokosblütenzucker-Vinaigrette

In diesem Gericht kommen einige ungewöhnliche Produkte zusammen: Zunächst die wohlschmeckenden Blätter der Rote BeteKompletten Artikel lesen »

  • Ich konnte dafür den Rüebköli, wie wir die kleine Knolle nennen, nicht ausstehen. Noch heute nicht mein liebstes, trotzdem oder wohl gerade deshalb sehe ich haufenweise Rezepte. Knoblauch mag ich dafür sehr, eine ideale Kombi mich anzufreunden :-)
    Liebs Grüessli
    IreneAntwortenAbbrechen

  • Da freue ich mich aber sehr, dass es geschmeckt hat. Ich bin ja schon immer ein großer Kohlrabi-Fan gewesen :-) AntwortenAbbrechen

  • Uwe

    @Irene: Mir ging’s ganz lange mit Rosenkohl so und jetzt lieb ich das Gemüse… :)

    @Bushi: War wirklich sehr gut! :D AntwortenAbbrechen

  • Ich hab Kohlrabi schon als Kind geliebt. Und jetzt eigentlich immer noch. Leider gibts den bei uns viel zu selten. Ich weiß gar nicht so richtig warum. Vielleicht, weil ich ungern die großen Knollen kaufe, in der Angst, sie wären holzig oder schmecken nicht so kohlrabi-ig. Den Salat werde ich probieren. Schon allein deines Fotos willen. Ich bewundere dich, wie du es schaffst, so ein “einfaches” (bitte nicht böse sein) Gericht so toll in Szene zu setzen.

    Liebe Grüße, SandraAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Sandra: Die Gefahr haste natürlich immer. Und holzige Kohlrabi sind einfach nicht lecker….Zu dem Foto: Danke für das Lob! Das gelingt mir aber längst auch nicht immer.AntwortenAbbrechen

  • […] für einen frischen Salat, der noch dazu sättigend und wohlschmeckend ist: Da wäre der leckere Kohlrabisalat mit einem Knoblauch-Joghurt-Dressing, das Fattoush mit roter Bete, Staudensellerie und Quark, das […]AntwortenAbbrechen

  • Ich mag Kohlrabi auch, deshalb werde ich das Rezept umveganisieren. Aber vorher muss ich noch “Sumach” googeln ;) AntwortenAbbrechen

Pariser Gnocchi mit Waldpilzsauce

Pariser Gnocchi mit Waldpilzsauce

Wenn wir an Gnocchi denken, dann meist an diese fluffigen Kartoffelkissen, die oftmals mit Salbei, Knoblauch und einer wilden Menge Butter serviert werden. Heute geht’s aber um andere Gnocchi, nämlich die französische Gegenveranstaltung.

Pariser Gnocchi? Gnocchi à la Parisienne? Noch nie gehört. Deswegen hat’s mich auch kaum gewundert, dass ich nur bei Robert von lamiacucina – seines Zeichens passionierter Pasta-Koch – fündig wurde. Und dort habe ich auch bei Betrachtung des ersten Bildes gelernt, wie man’s richtig macht. Doch dazu später mehr.

Zunächst zum Wesentlichen: Die Welt kennt wohl drei verschiedene Gnocchi-Varianten:

  • Gnocchi di Patate – Gnocchi mit Kartoffeln
  • Gnocchi alla Romana
  • Gnocchi à la Parisienne

Die Kartoffel-Gnocchi kennen die meisten von uns. Auf diese beziehen wir uns meist, wenn wir von Gnocchi sprechen. Dabei wird Kartoffelpüree mit Mehl und Eiern zu einem dicken Teig geformt. Der Teig wird in Rollen gerollt und dann in die kleinen, luftigen Kissen geschnitten, die so wohlschmeckend weich im Munde zergehen.

Die römische Version Gnocchi alla Romana wird mit Grieß und so ähnlich wie Polenta hergestellt. Der Grieß wird dabei mit Milch oder Wasser gekocht, auf eine Platte gestrichen und nach dem Auskühlen in Stücke geschnitten. Die Gnocchi alla Romana werden oft mit Butter, Käse und anderen Zutaten gebacken und serviert.

Die Pariser Gnocchi schließlich stellen das französische Pendant zur italienischen Version dar: Basis der Gnocchi ist ein einfacher Brandteig, der mit etwas Parmesan sowie Muskat verfeinert wurde. Der Brandteig wird in Form gebracht und in siedendem Salzwasser gekocht. Sobald die kleinen, luftigen Pakete an die Oberfläche steigen, sind sie fertig. Die Gnocchi schmecken unglaublich leicht und geben ein luftiges, fluffiges Gefühl im Mund. Zusammen mit einer guten Sauce ist diese Gnocchi-Variante ein absolutes Highlight. Schnell herzustellen, einfach und absolut lecker.

Brandteig? Ist das kompliziert?

Ich als Back-Nulpe habe ja einen natürlichen Respekt vor allen Teigen dieser Welt. Brandteig herzustellen ist aber wirklich kein Hexenwerk und gelingt wirklich gut. Du musst einfach eine Mischung von Zutaten – meist Flüssigkeit, Fett und Mehl – gemeinsam erhitzen und konstant rühren. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache “abbrennen” genannt: Dabei kann der entstehende Wasserdampf nicht so einfach entweichen und wirkt wie ein Triebmittel: Das Volumen des Teiges nimmt zu. Klassischerweise verwendet man Brandteig meist für Windbeutel, Eclairs oder Profiteroles.

Die Herstellung von Brandteig ist also alles andere als kompliziert und dauert nur wenige Minuten. Einen guten Nudelteig oder eine gute Masse für Kartoffel-Gnocchi herzustellen empfinde ich als ungleich schwieriger. Du kannst auch getrost auf die vielen Hilfsmittel der “Lebensmittelkonzerne” verzichten – wenn Du ein wenig aufpasst, brennt Dir nichts an. Du brauchst keine Zusätze.

Nocken formen ist doof

Im Rezept stand, man solle für die Gnocchi aus dem Brandteig mit zwei Löffeln Nocken formen. Das war eine doofe Idee, denn der Teig blieb an den Löffeln hängen und verlor dadurch seine Nockenform. Für Ästheten und Leute, die nur für’s Foto kochen (kleiner Scherz) ist das einfach unbefriedigend. Entweder habe ich also in meinem Leben noch nicht genug Nocken hergestellt (ist wahrscheinlich so) oder aber diese Technik ist für die Verarbeitung des Teiges ungeeignet (ist wahrscheinlich auch so).

Robert zeigt in dem ersten Bild seines Rezeptes gleich, wie es geht: Man fülle den Teig in eine Tülle, übe sanften aber nachhaltigen Druck aus und schneide die herausquellende Gnocchi-Wurst in gleichmäßige Stücke. Ende. So einfach wäre es gewesen. Nun, ich habe mich eben ein wenig geplagt und meinen Nockenzähler ein wenig nach oben geschraubt. Manchmal muss man auch was für die Statistik tun.

Fazit: Pariser Gnocchi sind sehr lecker und eine tolle Entdeckung. Die Jungs werden sicher öfter auf den Tisch kommen, gerne demnächst gebraten mit einer kräftigen Fleischsauce. Zum Beispiel Ochsenbackenragout. Yummy.

Pariser Gnocchi mit Waldpilzsauce

Rezept

Zutaten für die Pariser Gnocchi mit Waldpilz-Sahne-Sauce (Für 2 Personen):

Für die Pariser Gnocchi:

  • 75g Butter
  • 125g Mehl
  • 3 Eier
  • 50g Parmesan
  • 200ml Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • Etwas Muskatnuss

Für die Sauce:

  • 100g gemischte Waldpilze (z. B. Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge)
  • 1 Schuss Weißwein oder Verjus
  • 1 kleine Zwiebel
  • 125 ml Sahne
  • 1 Knoblauchzehe
  • Etwas Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Zunächst musst Du einen Brandteig herstellen. Dafür erhitzt Du das Wasser mit der Butter und einer Prise Salz in einem Topf. Wenn die Mischung kocht, reduzierst Du die Hitze etwas und gibst das Mehl dazu (das sollte am besten gesiebt sein). Nun mit einem Kochlöffel solange rühren, bis sich ein homogener Teig ergibt und sich der Boden der Pfanne mit einem weißen Film bedeckt. Pfanne beiseite stellen und etwas abkühlen lassen.

2 Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, rührst Du ein Ei unter. Unter stetem Rühren arbeitest Du das Ei in den Teig, bis dieser das Ei vollkommen aufgenommen hat. Danach rührst Du das zweite Ei ein. Danach das dritte Ei, dann mischst Du den geriebenen Parmesan unter. Abschließend würzt Du den Brandteig mit Salz, Pfeffer und Muskat.

3 Wasser zum Kochen bringen und salzen.

4 Mit zwei Teelöffeln formst Du nun Nocken und gibst diese in das siedende Salzwasser. Die Nocken müssen etwa fünf Minuten ziehen.

5 Währenddessen schälst Du Zwiebel und Knoblauch und hackst diese. In einer Pfanne mit etwas Butterschmalz glasig dünsten, dann die Waldpilze dazugeben und anbraten. Mit Weißwein ablöschen, reduzieren lassen. Dann mit Sahne aufgießen und alles eindicken lassen, mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken.

6 Den Backofen auf 220°C vorheizen.

7 Die Gnocchi in eine ofenfeste Form und die Waldpilz-Sahne-Sauce darüber geben. Form mit Alufolie abdecken und etwa 8 Minuten im Ofen backen.

Quellen:

  • Rezept Pariser Gnocchi: “Das große Buch vom Wild”, Teubner
  • Hintergrundinformationen: “Der junge Koch”, Fachbuchverlag Pfanneberg

Mehr wilde Pasta

Pasta mit Kürbis-Ragout

Die Kürbis-Zeit neigt sich dem Ende entgegen und will in der Endphase nochmal ausgenutzt werden. Heute mit einer PastaKompletten Artikel lesen »

Entenragout mit schwarzen Oliven und ofengeschmorten Tomaten

Diese Woche zeigte sich der erste morgendliche Nebel über dem Wöhrder See in Nürnberg. Der erste Blick aus demKompletten Artikel lesen »

Spinat-Ricotta-Rolle

Pasta-Gerichte sind Stammgäste in meiner Küche. Aber selten hat mich ein Pasta-Rezept so begeistert wie dieseKompletten Artikel lesen »

  • Ohhh die sehen aber herrlich aus! Und superschön photographiert, wie immer :) Begeisterung!
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

  • Liest sich sehr, sehr fein. Sieht sehr fein aus. Muss ich probieren… Erst recht, wenn sie von Robert kommen… ;) Ausserdem muss ich auch was für meinen Zähler tun. LG!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Ela: Danke Dir! Wie gesagt: Noch schöner werden sie mit Spritzbeutel und Schere…

      @Yushka: Man kann nie genug für seinen Zähler tun! Aber mal im Ernst: Ein Spritzbeutel ist da schon besser…AntwortenAbbrechen

  • Das war jetzt neu für mich. “Pariser Gnocchi”. Danke für diese schöne Erklärung und das Rezept. Noch heute Abend werde ich mich versuchen.AntwortenAbbrechen

  • Danke fürs wiederentdecken, so viele Dinge gehen vergessen, wenn man sie einmal gemacht hat.AntwortenAbbrechen

  • Ey! Ich will auch yummi! :D
    Vorschlag zur Güte: Du die Yummies, ich die Backen, ok?AntwortenAbbrechen

  • Uwe

    @Toettchen: Viel Spaß dabei, hoffe es gelingt!

    @lamiacucina: Gern :) Das kenne ich – geht mir auch oft so!

    @Arthurs Tocher: Deal! Brauchen wir nur noch einen Termin für unser Date :D AntwortenAbbrechen

  • Ulrike

    Ich liebe jede Form von Brandteig und meine Marillenknödel mache ich auch damit, Die Dinger müssen einfach gut sein.AntwortenAbbrechen

  • […] in Rotwein, Portwein und Rinderfond geschmort zu werden. Begleitet wird das Ragout jedoch von Pariser Gnocchi, die mit Waldpilzen und etwas Sahne im Ofen überbacken wurden, sowie von karamellisierten […]AntwortenAbbrechen

  • Das sieht wirklich sehr lecker aus, da stimme ich den Anderen zu. Im Winterurlaub hatte ich zwar keine Gnocchis, aber leckere Nudeln mit einer Waldpilzsauce. Ein Wohlbefinden für alle Sinne !AntwortenAbbrechen

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Weich, süß, herzhaft, salzig, und doch ausgewogen: Die Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz sind ein kleines, harmonisches (Zwischen-)Dessert mit Suchtpotenzial und Überraschungsmoment.

Manche Gerichte können so einfach aber doch unglaublich bestechend sein. Letzte Woche konnte ich im Rahmen eines Events ein Dessert essen, das genau diese Attribute erfüllte: Warme, süße, weiche Äpfel, mit Gewürzen aromatisiert. Dazu ein toller Blauschimmelkäse und ein hauch Fingersalz – fertig. Ich fand dieses kleine Dessert so bestechend gut, dass ich es nachgekocht habe.

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Dazu habe ich für die Äpfel eine frische Vanilleschote, ein wenig Sternanis sowie ein Stückchen Zimtrinde verwendet. Darin und in etwas guter Butter habe ich die Apfelspalten langsam bei moderater Hitze ziehen lassen, bis sie schön weich waren. Ein Schuss Ahornsirup sorgte für angenehmen Glanz und ein wenig mehr Süße. Zwischen die warmen Apfelstücke legte ich ein wenig Käse, ich nahm einen “Sommerhimu” aus der Manufaktur Jumi aus der Schweiz. Zuoberst träufelte ich ein paar Flocken Fingersalz, nur nicht zu viel, um das Gleichgewicht von süß und salzig nicht zu kippen.

Angerichtet auf einem kleinen Löffel sind die Äpfelchen leider viel zu schnell aufgegessen.

Rezept

Zutaten für die Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz (Für 4 Personen als Dessert):

  • 2 Äpfel
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Sternanis
  • Ein kleines Stückchen Zimtrinde
  • 2-3 EL Ahornsirup
  • 50 g Blauschimmelkäse
  • Etwas Fingersalz
  • Etwas Butter

Zubereitung:

1 Die Äpfel schälen und entkernen. In schmale Spalten schneiden.

2 Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen. Den Sternanis grob hacken (so, dass die Stücke später gut entfernt werden können). Das Mark aus der Vanilleschote kratzen. Vanillemark, Sternanis und Zimtrinde mit den Apfelspalten in die warme Butter geben und langsam dünsten, bis die Äpfel weich sind.

3 Mit Ahornsirup ablöschen und die Pfanne kurz schwenken. Den Blauschimmelkäse in dünne Scheiben schneiden. Apfelspalten mit dem Blauschimmelkäse auf Löffeln anrichten und mit ganz wenig Fingersalz bestreuen.

Mehr Desserts

Milchreis mit Zimt-Schaum und Pflaumen-Kompott sous-vide

 Milchreis und meine Person – das ist eine innige Beziehung. In regelmäßigen Abständen brauche ich einfachKompletten Artikel lesen »

Gâteau Victoire – Schokoladenkuchen

Ich war für das Dessert eines Menüs auf der Suche nach Komponenten für eine Abschlusskreation, die zu Eis und FruchtKompletten Artikel lesen »

Waffeln mit Heidelbeer-Ragout und Ahorneis

Sonntag. Die Sonne scheint durch das goldene Blätterdach der Ahornbäume am Nürnberger Wöhrder See, die dasKompletten Artikel lesen »

“Alles Gemüse” von Simon Hopkinson [Rezension]

"Alles Gemüse" von Simon Hopkinson [Rezension]

“Alles Gemüse” von Simon Hopkinson steht zugegeben schon lange in meinem Bücherregal. Das Buch ist nicht mehr wirklich neu und wurde schon auf vielen Blogs und in vielen Medien rezensiert. Ich nehme es aber oft zur Hand und habe schon einige Rezepte daraus zubereitet – Grund genug also, “Deutschland Vegetarisch” ein zweites Buch an die Seite zu stellen.

jeden-tag-ein-buch_arianebilleSimon Hopkinson ist kein Vegetarier und will wohl auch keiner werden. Trotzdem ist sein Buch “Alles Gemüse” eine Hommage an die Kunst, fleischlose Gerichte zuzubereiten. Dabei verzichtet er durchgängig auf unnötig viele Zutaten sondern versucht, einem Gemüse die Hauptrolle zu geben und diese nicht durch starke Nebendarsteller zu verwässern. So entsteht ein saisonales Kochbuch mit Fokus auf ein Produkt. 135 Rezepte hat Hopkinson zusammen getragen und gliedert sein Buch in Gemüse-, Kräuter-, Pasta-, Hülsenfrüchte-, Reis-, Eier- und Obst-Kapitel. Diese unterteilen sich nochmals nach Zutaten, und so liefert der Autor viele gute Anregungen zu vielen Zutaten. Der Übertrag auf die Saisonalität bleibt dem Leser überlassen und erfordert lediglich Kenntnis, wann im Jahr welche Zutaten verfügbar sind. Dieser Ansatz ist nicht so intuitiv wie die Einteilung in Frühling, Sommer, Herbst und Winter – aber man darf dem geneigten Leser ja auch etwas zutrauen.

Das Buch ist recht schlicht gestaltet. Kein übertriebenes Layout, kein konstruiertes Image – also das krasse Gegenteil zum Kochbuch “The Icecreamists”, was ich im Rahmen von der wunderbaren Aktion “Jeden Tag ein Buch” am Donnerstag rezensierte. Die meisten Rezepte besitzen Fotos, die ebenso schlicht gehalten sind. Die Gerichte sind authentisch fotografiert, dabei wird bewusst auf das Anrichten verzichtet. Oftmals sieht man das Gericht noch in dem Topf oder der Schüssel, in der es zubereitet wurde. Bei beinahe jedem Rezept findet sich aber eine sehr persönlich gehaltene Anmerkung des Autors, in der er seine eigenen Vorlieben bei der Zubereitung des Gerichts offenbart oder erklärt, woher das Rezept stammt und wie er es für das Buch verändert hat. Dadurch gewinnt “Alles Gemüse” nicht nur an Persönlichkeit, es werden auch alternative Zubereitungsformen oder Variationen mitgeliefert. Jedes Kapitel wird von einer kurzen Einführung eingeleitet, in der Hopkinson etwas zu dem Grundprodukt erklärt und Hintergrundinformationen anbringt.

“Alles Gemüse” benutze ich hauptsächlich dazu, Anregungen für fleischlose Gerichte, Beilagen oder Vorspeisen sowie Komponenten in einem Menü zu bekommen. Das Buch eignet sich auch perfekt für Menschen, die ihren Fleischkonsum verringern und öfter vegetarisch essen möchten. Dazu werden unglaublich viele Ideen geliefert. Im Vergleich zu “Deutschland Vegetarisch” ist “Alles Gemüse” natürlich ein wildes Durcheinander vieler Länderküchen, das Produkt-seitig aus dem Vollen schöpft. In Summe empfinde ich die Gerichte hier etwas simpler, wilder und für meinen Gaumen als fremder – was nichtsdestoweniger reizvoll ist.

kuerbissuppe-nach-paul-bocuse

Aus dem Buch habe ich in der Vergangenheit schon einige Gerichte zubereitet. Allen voran steht die fantastische Kürbissuppe nach Paul Bocuse, die sich seit ihrer Veröffentlichung reger Beliebtheit auf meinem Blog erfreut: Jedes Jahr zur Kürbissaison häufen sich die Besuche und Kommentare zu diesem Rezept. Wer es noch nicht kennt: Ein Kürbis wird ausgehöhlt und mit reichlich Sahne und Crème Double gefüllt. Nach dem Abschmecken verschwindet der gefüllte Kürbis für eine gewisse Zeit im Ofen, nur um wenig später aromatisch duftend gar herauszukommen. Das Einzige, was Du nun zu tun hast, ist einen Löffel zu schnappen und das Kürbisfruchtfleisch mit der Sahnesauce aus dem Gemüse zu löffeln. Wahnsinn, echt.

tomatengelee-2

Ein weiteres Highlight war das Tomatengelee mit Ziegenfrischkäse. Zugegeben, das ist eine recht sommerliche Vorspeise, die Du Dir aber für die nächsten Sommermonate durchaus einmal vornehmen solltest. Die Tomaten werden mit etwas Knoblauch und Olivenöl im Ofen geschmort. Daraus bereitest Du dann das unglaublich aromatische Tomatengelee zu und setzt es auf etwas Ziegenfrischkäse. Lecker!

rosenkohl-frischkaese-frittata

Mein drittes Rezept ist eine Rosenkohl-Frischkäse-Frittata, die nun aber wieder perfekt zu den Wintermonaten passt. Die Frittata ist ein leckeres Pfannengericht, das Du relativ schnell zubereiten kannst.

Fazit

Simon Hopkinson hat ein schönes Buch geschaffen, das viele Anregungen für fleischlose Gerichte liefert. Das Buch ist bestens geeignet für Personen, die kreative vegetarische Gerichte mögen, die dennoch schnell und einfach umzusetzen und nicht zu kompliziert sind.

Kaufen: “Alles Gemüse” von Simon Hopkinsonbei Amazon

Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links.

Mehr Kochbuch-Rezensionen

“Deutschland vegetarisch” von Stevan Paul [Rezension]

Schwer und solide liegt es in der Hand. Drei Bändchen ragen aus den 271 Seiten heraus und suggerieren: “HierKompletten Artikel lesen »

“Basics. 100 Rezepte für jeden Tag” von Bill Granger [Rezension]

Um Basis-Kochbücher mache ich ja eigentlich einen großen Bogen. Zu oft habe ich zu viele der Rezepte schon gesehenKompletten Artikel lesen »

Zwei Blogs, ein Buch: “Home Made: Winter” von Yvette van Boven [Rezension]

Gemeinsam mit meiner Cousine Juliane von Schöner Tag noch! habe ich Yvette van Bovens Kochbuch “Home Made WinterKompletten Artikel lesen »