Liebe Freunde, heute müsst Ihr stark sein. Das Wort zum Sonntag kommt heute von meinem lieben Freund Tom, den ich im Zuge der ausschweifenden Feierlichkeiten zu 5 Jahren HighFoodality nach einem kleinen Wortbeitrag gefragt habe. 

Tom betreibt als begeisterter Cineast mit regelmäßiger Unregelmäßigkeit einen Filmblog, auf dem er Kritiken und Eindrücke zu gesehenen Filmen preisgibt, immer chronologisch, immer garantiert Spoiler-frei. Ich bewundere Tom für seine Künste an der Schreibmaschine, seine Wortgewandheit, für seine Fähigkeit, mit Sprache umzugehen. Insgeheim wünsche ich mir, ich hätte nur ein paar Prozent dieses Talents, denn das Schreiben bereitet mir auch nach 5 Jahren bloggen immer noch Kopfzerbrechen. Was ich an seinen Kritiken aber am meisten liebe, ist seine Selbstironie und sein Wortwitz, der stetig zwischen subtilen Überraschungsattacken und brutaler Hemmungslosigkeit pendelt. Mich würde es also sehr freuen, wenn der eine oder andere Filminteressierte von Euch einmal auf Toms Blog vorbeischaut.

Tom, der gerne mit “Tomzilla” angesprochen wird, hat sich also nicht lumpen lassen: Neben einem vor Wortwitz und Ironie sprühenden Artikel hat er sich doch tatsächlich in die Küche gestellt, und eigens für den Artikel passende Bilder kreiert – danke Dir dafür! Euch wünsche ich nun viel Spaß mit einem Artikel der etwas anderen Sorte. Damit es einfacher wird, dieses Feuerwerk der Worte zu verdauen, verlose ich zudem noch eine Flasche guten Bushmills Whiskey, der mir freundlicherweise für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wurde. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, hinterlässt bis Mittwoch wie gehabt einen Kommentar zu diesem Artikel. Der Gewinner/die Gewinnerin wird per E-Mail benachrichtigt.

Genug der einleitenden Worte, schließlich kommen ja nun noch genug. Tom, danke für Deine Mühen, mein Blog gehört nun Dir – den Preis für die längste Überschrift ever hast Du schon abgeräumt.

Wenn der Uwe einen fragt, ob man zum Jubiläum von HIGHFOODALITY einen kleinen Beitrag beisteuern möchte, dann lässt man sich nicht lange bitten. Ich zähle zwar zu den Leuten, die schon unfassbar stolz sind, wenn sie frischen Schnittlauch in ihr Essen schnippeln, doch selbst ein Stein lernt mit der Zeit, sich mit dem Strom zu formen. Und wenn ich der Stein bin und der Strom Euer aller Freude an kulinarischen Entdeckungen und anregender Esskultur, dann ist Uwe vermutlich ein Karpfen – und ich hoffe inständig, dass er nicht auf mir ablaicht.

In diesem Sinne: Hallo, ich bin der Tom. Ich mache ein ziemlich gutes Chili con Carne, habe mal als Zivi ein Kräuterbaguette in der Mikrowelle verbrennen lassen (Ergebnis war ein sehr würziger Eishockey-Puck) und wenn ich nicht gerade an meinem zweiten Roman-Manuskript verzweifle, schreibe ich insgeheim auf www.acidbar.de unter dem Titel THE MIDNIGHT SCREENING über Filme, die ich mir in der geistigen Umnachtung später Stunden und oft wider besseren Wissens zugemutet habe.

Ich habe da mal was vorbereitet…

Doch genug von mir, wir brauchen ein Thema. Was läge mit Blick auf diesen Blog näher als ein Beitrag über Essen im Film, über Filme über Essen? Gibt es aber schon tausendfach. Und wenn man sich diese Listen mal ansieht, merkt man schnell: Die sind alle schrecklich unkreativ. Denn was findet sich da? Das große Fressen. Delikatessen. Chocolat. Boah, wie einfallsreich. Wäre ich nie drauf gekommen. Aber mal im Ernst: Hatte jemand nach CHOCOLAT ernsthaft ein gesteigertes Bedürfnis nach Schokolade? Wirklich? Mehr als sonst? Na gut. Ausnahmen und so.

Und sonst? Grüne Tomaten, jaja. Julie und Julia. Meinetwegen. Eat Drink Man Woman. Man kann sich natürlich auch GAR keine Mühe bei der Zusammenstellung geben. Wenn aber ein Blog schon HIGHFOODALITY heißt, hat man schon allein des Namens wegen einem gewissen Anspruch, einer bestimmten Idee zu genügen – man möchte Nick Hornby und John Cusack ja noch ins Auge sehen können. Deshalb, weil eben genannte Filme oft genug gelistet wurden und ausreichend Beachtung fanden, weil das Dessert manchmal das Beste ist und die Liebe zum Genuss im Idealfall auch den Horizont erweitern sollte, hier nun meine

ULTIMATIVEN TOP-5 DER
ABWEGIGEN BIS INDISKUTABLEN,
KULINARISCH HÖCHST FRAGWÜRDIGEN
DOCH EINDEUTIG BRILLANTEN
FILME MIT UND ÜBER ESSEN

PLATZ 5: SHOOT ‘EM UP (2007)
“Wolkig mit Aussicht auf Bleibällchen”

Bevor ich mir mit der ersten Nennung gleich die Glaubwürdigkeit zersetze: Die bemüht originelle Gewaltorgie mit Clive Owen ist natürlich weder filmhistorisch relevant, noch beweist sie eine besondere Affinität zu Feinsinn oder Feinkost. Doch was, gemessen am Bleigehalt, zunächst geschmacklos und gewaltverherrlichend wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als leidenschaftliche Hommage an das wohl bodenständigste aller Gemüse: die Karotte. An einer solchen nagt Owen nämlich fortwährend herum, und als wenn das für sich genommen nicht bereits herrlich absurd wäre, wird gleich zu Beginn sogar jemand mit einer Möhre ermordet.

Film-Fast-Food ohne geistigen Nährwert? Mag sein. Dass ausgerechnet in einem Film, der sich so intensiv pubertärer Freude verschreibt, Verzehr und Gebrauch des einst so ungeliebten Gemüses propagiert werden, ist jedoch nicht weniger als beachtlich. Besser lässt sich gesunde Ernährung nicht an das Kind im Manne bringen. Warum sich Clive Owen und Paul Giamatti für solch eine Räuberpistole hergegeben haben, bleibt mir schleierhaft. Doch während ich jede Wendung und Nuance der Handlung komplett vergessen habe, kann ich doch mit Überraschung gestehen – die Karotte ist mir in Erinnerung geblieben.

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PLATZ 4: KITCHEN STORIES (2003)
“Das Auge isst mit.”

Norwegen in den 50er Jahren. Ein schwedisches Forschungsinstitut möchte die perfekte Küche entwickeln. Nachdem bereits eine effizientere Anordnung von Haushaltsgeräten zu einer Entlastung der Hausfrauen geführt hat, soll nun das Nutzungsverhalten von Junggesellen studiert werden. Also entsendet man eine Armada von Feldforschern, die von speziellen Hochstühlen aus sämtliche Aktivitäten in den teilnehmenden Haushalten dokumentieren sollen. Einer jener Probanden ist der alte Folke, der das Eindringen in seine Privatsphäre gar nicht toll findet. Dass dem beobachtenden Isak jede Einflussnahme und persönlicher Kontakt strikt untersagt sind, ändert daran wenig. Folke beginnt, Isaks Arbeit bei jeder Gelegenheit zu sabotieren – doch dieser bleibt beharrlich.

Dass sich zwischen den beiden Männern allmählich eine Freundschaft entwickelt, dürfte den versierten Filmfan nicht überraschen. KITCHEN STORIES hat aber mehr in petto als die Rezeptur einer simplen Buddy-Komödie nachzukochen. Hinter augenzwinkernder Gesellschaftssatire und leiser Komödie schlägt ein großes Herz, das dem Zuschauer erlaubt, die skurrilen Figuren schnell ins Herz zu schließen, anstatt sich bloß über sie zu amüsieren. Letztlich ist KITCHEN STORIES auch eine Studie über Einsamkeit und die Kraft, die es kostet, ihr zu entrinnen. Was ihn über solche Qualitäten hinaus für diese Liste qualifiziert, ist die simple Erkenntnis, dass Küchen eben auch Lebensraum sind, und sich die schönsten Geschichten nicht unbedingt vor exotischen Kulissen abspielen müssen.

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PLATZ 3: GODZILLA (2014)
“Liebe strahlt durch den Magen.”

Ja, ernsthaft. Mal abgesehen davon, dass ich meiner Liste mit dieser Nennung auf wenig elegante Weise einen Anstrich von Aktualität verleihen möchte – denkt mal darüber nach: In einer Zeit, in der die Antagonisten großer Blockbuster häufig keinerlei emotional nachvollziehbare Motivation zu vermitteln vermögen, gelang es MONSTERS-Regisseur Gareth Edwards mit GODZILLA, den wahren Hauptdarstellern seines Monsterfilms klare, proaktive Ziele zu geben. (Wer Filme wie GODZILLA bescheuert findet, ist mit MONSTERS trotz des sehr irreführenden Titels übrigens hervorragend beraten – toller Film.)

Weil sie lediglich ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung und Paarung zu stillen versuchen und abseits schlichter Selbstverteidigung kaum Mordlust in sich tragen, möchte man den wilden Bestien fast ihre Es(s)kapaden verzeihen. Und wenn und während man sich so – trotz einstürzender Wolkenkratzer und schreiender Großstädter – einen neuen Einklang mit der Natur zu erarbeiten versucht, fällt einem vielleicht auf, dass der Balz der Giganten mehr natürliche Romantik innewohnt als allen Szenen der menschlichen Darsteller zusammen. Spätestens als das Männchen seinem Weibchen eine nahrhafte Nuklearrakete kredenzte, hatte ich ein Taschentuch am Auge. So schön kann Fürsorge sein.

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PLATZ 2: TAMPOPO (1985)
“Weil Foodporn mehr als schöne Fotos ist”

Kurzen Inhaltsangaben zufolge handelt TAMPOPO vom Streben nach der perfekten japanischen Nudelsuppe, von zwei Truckern, die der netten Besitzerin einer Ramen-Bude dabei helfen, ihr Geschäft erfolgreich zu machen. Das ist streng genommen auch korrekt. Vor allem aber ist er eine Liebeserklärung an die japanische Kultur, ans Medium Film und das Leben selbst, voller Zitate und Persiflagen, exzentrisch und eigenwillig. Besonders erinnerungswürdig sind dabei die Momente, an denen TAMPOPO seine Kernhandlung für einen Moment verlässt und in eine der zahlreichen Momentaufnahmen abdriftet, die als Thema die Sinnlichkeit von Essen gemein haben. Wie zum Beispiel der Yakuza, der seiner Geliebten beim Vorspiel ein rohes Ei einflößt, Mund zu Mund. Man muss es gesehen haben, um es zu akzeptieren: Erotischer kann man Nahrungsaufnahme nicht inszenieren.

TAMPOPO taucht in vielen der besseren Listen über Essen im Film auf, weshalb ich ihn schon gar nicht nennen wollte. Aber es hat seinen Grund, dass er so häufig genannt wird, und sich hier sogar den zweiten Platz erkämpft. Seine sympathisch subversive, zwanglose Erzählweise macht den 1985er Film zu einem frühen Werk der Postmoderne, ein Gegenpol zu den Nahaufnahmen kauender Münder und klirrender Gabeln als Stilmittel für Ekel und Überforderung. Wie gut er gealtert ist, vermag ich nicht zu sagen. Es ist lange her, dass ich ihn sah. Er bleibt aber die witzigste Hommage an Essen, Esskultur und die vielfältigen Rollen, die Essen in unserem Leben spielen kann, die mir einfallen will. Übrigens mit Ken Watanabe, der auch in Godzilla eine Rolle spielt, und offenbar schon damals anderer Leute Suppe auslöffeln durfte.

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PLATZ 1: PERFECT SENSE (2011)
“You won’t hear the world falling apart”

PERFECT SENSE mit Ewan McGregor und Eva Green beginnt ein wenig sperrig und wirkt zunächst recht prätentiös, da er beide Darsteller in Rollen steckt, die das mit ihnen assoziierte Lebensgefühl intensiv auszukosten versuchen. Doch das Liebesdrama über eine schleichende Apokalypse, in der die Menschen nach und nach ihre Sinne – darunter auch den Geschmackssinn – verlieren, avanciert über seine Laufzeit hinweg zu einem tief bewegenden, emotional aufwühlenden Werk über Liebe und Vergänglichkeit, über Sehnsucht und Verzweiflung, Sinne und Sinnhaftigkeit. Wer nicht am Ende Tränen in den Augen spürt, hat etwas mit dem eingangs erwähnten Stein gemein, verdient gleichzeitig aber wohl Mitleid.

Dass PERFECT SENSE diese Liste anführen muss, ist der Figur von McGregor geschuldet. Als Koch eines kleinen Restaurants kämpft er beruflich wie privat darum, den letzten Tagen etwas Leidenschaft abzuringen, indem er sich und seinen Gästen die Freude am Leben durch das Erleben von Genuss erhält – auf kreative und dabei doch stets glaubwürdige Weise. Diese Momente nehmen keinen großen Teil des Films für sich ein, machen das Streben des Menschen nach Glück, seine Sehnsucht nach Erhalt des Bekannten und Geliebten, aber greifbarer als jedes Klagen, jedes Flehen. Humorvoll und ehrlich, winzig klein und doch ganz groß – großes, todtrauriges Kino, das ich nur nachdrücklich empfehlen kann.

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Macht’s gut, und danke für den Fisch.

Das wär’s auch schon. Als “Honorable Mention” sei noch SPONGEBOB SCHWAMMKOPF – DER FILM erwähnt, weil der Krabbenburger in der Krossen Krabbe wirklich hervorragend sein muss, wenn Plankton so nach dem Rezept giert, sowie alle Filme über Kannibalismus, die ich nicht in die Liste aufzunehmen wagte, obwohl Dr. Hannibal Lecter vermutlich mehr Geschmack im kleinen Finger hat als ich im gesamten Gewürzregal.

In diesem Sinne: vielen Dank für die Aufmerksamkeit, viel Spaß beim nächsten Filmabend und Gratulation, High Foodality, werter Uwe – auf die nächsten 5 Jahre!

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  • Matthias

    Super Beitrag, habe mich herrlich amüsiert!AntwortenAbbrechen

  • Ganz großes Kino! Chapeau!AntwortenAbbrechen

  • Peter

    Bei “das Auge isst mit” kommt mir immer eine westfälische Spezalität in den Sinn: Töttchen! Ursprünglich ein Arme-Leute-Essen, bei dem alles Mögliche an Innereien verwendet wurde. Wie bei so vielen alten Rezepten, kann man aber auch dieses pimpen und eine hervorragende Speise kreieren. Frei nach dem Motto: das Auge wird mitgegessen!AntwortenAbbrechen

  • Hach wie schön. Und wieder ein paar Filme mehr auf meiner to-watch Liste.AntwortenAbbrechen

  • Thea

    Die Lektüre hat großen Spaß gemacht. Tausend Dank. Nach wie vor einer meiner Top-5-Favoriten ist auch TAMPOPO, den ich immer wieder sehen kann.AntwortenAbbrechen

  • Sehr erheiternd! Danke dafür an diesem regnerischen Sonntag :) AntwortenAbbrechen

  • Der schreibt ja richtig gut, der Tom. Und die Fotos sind auch klasse!AntwortenAbbrechen

  • Toller Beitrag, bei mir wären die KITCHEN STORIES allerdings weiter vorne gelandet, einfach ein genialer Film.
    Liebe Grüße DaniiAntwortenAbbrechen

  • Anselm

    Schöner Beitrag. Mal was anderes :) AntwortenAbbrechen

  • Großartig! Vielen Dank für den wunderbaren Gastbeitrag mit den wirklich genialen Bildern :-)

    Viele Grüße,
    MajaAntwortenAbbrechen

  • Eldera

    Meine Film-Liste sähe sicher ganz anders aus, ich finde diese aber auch amüsant. Merci dafür.AntwortenAbbrechen

  • Sehr erheiternd! Genau das Richtige an einem Montag!AntwortenAbbrechen

  • hanni

    Super Idee und toll umgesetzt! Warum nicht doch mal ein bisschen mit Essen spielen…? ;-) AntwortenAbbrechen

  • Anne

    Lustig. Kann gut schreiben, der Tomzilla :) Liebe Grüße AnneAntwortenAbbrechen

  • […] Film-Fast-Food. Abwegig, indiskutabel und höchst fragwürdig. […]AntwortenAbbrechen

Johannisbeersirup

Ich liebe Beeren! Deswegen ist der Hochsommer für mich das wahre Paradies, wenn an allen Ecken und Enden im Garten kleine Früchte lauthals leuchten und mir ein verruchtes “Pflück mich!” entgegen werfen.

Das trifft besonders auf die Sträucher einer Nachbarin meiner Arbeitsstelle in Erlangen zu: Das Grundstück wird auf einer Seite eingegrenzt von wunderbaren Himbeer-Sträuchern, die gerade über und über mit den kleinen roten Früchten behängt sind. Ich würde nichts lieber tun, als dorthin zu marschieren und ein Eimerchen für den abendlichen Genuss zu füllen. Es ist grausam zu beobachten, wie die Beeren reifer und reifer werden, den Vögeln als Mahlzeit dienen und nicht geerntet werden. Ich habe mir vorgenommen, die Nachbarin das nächste Mal, wenn ich sie sehe zu fragen, ob sie denn für die Beeren keine Verwendung hat. Ich würde auch selbst ernten…

Genau das tat ich neulich im Garten meiner Schwiegereltern: Die Johannisbeeren hingen in schweren Dolden von den Sträuchern herab und waren leichte Beute. Etwa ein Kilogramm nahm ich mit nach Nürnberg und bereitete daraus Johannisbeersirup zu. Das geht eigentlich sehr, sehr schnell, wäre da nicht die fummlige Arbeit, die kleinen Beeren von den Rispen zu zupfen. Ich beschloss, diese meditative Aufgabe anzunehmen und habe die Tätigkeit mit etwas ruhigem Heavy Metal untermalt – Entspannung pur.

Die Beeren werden anschließend nur mit etwas Wasser und Zucker aufgekocht und mit Hilfe der flotten Lotte passiert. Ab in sterile Gläser, luftdicht verschließen und abkühlen lassen. Ich sterilisiere meine Gläser und Flaschen immer im Ofen. Diesen heize ich auf 100°C vor und lasse die Flaschen dann etwa 20-30 Minuten in der Hitze brüten – danach sollten alle Keime beseitigt sein.

Was man aus Johannisbeersirup machen kann? Nun, ich habe da ein paar konkrete Ideen:

  • Als erstes werde ich daraus ein Ginger Beer herstellen, genauer gesagt ein Redcurrant Ginger Beer. Ingwersirup wird mit Johannisbeersirup vermischt und mit einem “Ginger Bug” versetzt, der den Zucker in Kohlensäure und Alkohol umwandelt. Mehr dazu nächste Woche, da stelle ich Euch das Rezept und meine ersten Erfahrungen mit dem Thema “Homebrewing” vor.
  • Heißer Tag? Dann erfrischt ein Glas Johannisbeersirupschorle mit Minze und reichlich Eiswürfen prächtig.
  • Vinaigrettes für grüne Salate freuen sich sehr über einen Schuss Sirup und eine Handvoll Beeren.
  • Der Johannisbeersirup kann zudem mit ein wenig mehr Zucker (Oder Honig) vermischt zu einer dickflüssigen Konsistenz eingekocht und als Topping für Vanilleeis oder Pancakes genutzt werden.

Wofür würdet Ihr den Sirup verwenden?

Johannisbeersirup

Rezept

Zutaten für den Johannisbeersirup:

  • 500 g Johannisbeeren
  • 200 ml Wasser + Wasser zum Auffüllen
  • 100 g Zucker

Zubereitung im Kochtopf:

1 Die Johannisbeeren mit 200 ml Wasser leise unter Rühren köcheln. Danach durch ein Sieb passieren. Den Zucker mit dem Saft in einen Topf geben und auf 1,2 L mit Wasser auffüllen. Aufkochen und etwa 5 Minuten leise köcheln lassen, dabei stetig rühren, danach in sterile Flaschen füllen, verschließen und auskühlen lassen.

Zubereitung im Thermomix:

1 Die Johannisbeeren mit 200 ml Wasser auf Stufe 1 bei 100°C etwa 20 Minuten rühren. Danach durch ein Sieb passieren und wieder in den Thermomix füllen. Mit Wasser auf 1,2 L aufgießen und den Zucker zugeben. Auf Stufe 1 rühren lassen, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.

2 Mit Varoma auf Stufe 1 und 90°C etwa 5 Minuten köcheln und dann sofort in sterile Flaschen füllen, verschließen und auskühlen lassen.

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  • Tipp fürs Ratz-Fatz-Beeren von den Stängeln abzupfen von unserer Omi: Mit den Zinken einer Gabel die Johannisbeerrispen entlang fahren und schwupp gehen alle Träuble ganz schnell ab :)
    Auf Deine Homebrewing-Erfahrung bin ich gespannt!
    Liebe Grüße!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Cooler Tipp, ich hab’s einfach mit den Fingern so hinbekommen. Die Omi wusste schon, wie man sich die Arbeit erleichtern kann… Zum Thema Homebrewing wird wohl nächste Woche der erste Artikel kommen. Ist eine spannende Sache und gar nicht sooo schwierig.AntwortenAbbrechen

  • Gina

    Hi Uwe, kann man das auch genau so, nur mit anderen Beeren machen?AntwortenAbbrechen

  • Gina

    Ach ja: wie lange hält sich der Sirup denn?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Gina, es sollte auch mit anderen Beeren so funktionieren, ja. Die Zuckermenge musst Du nach Geschmack justieren, denn Johannisbeeren sind ja recht sauer, da habe ich für meine Verhältnisse recht viel zugegeben – ich nehme eher wenig Zucker. Ich kann Dir nicht genau sagen, wie lange der sich hält – nach zwei Monaten gibt’s keine Probleme.AntwortenAbbrechen

  • Ich habe zu Hause zwar keinen Thermomix, aber dafür einen Dampfentsafter, mit dem ich auch zufrieden bin und das Entsaften ist wirklich denkbar einfach. Zum Filtern nutze ich immer den Nussmilchbeutel, mit dem ich zum Beispiel auch Mandelmilch filtere. Johannisbeeren habe ich bisher noch nie für Sirup entsaftet. Wir haben zwar einen Johannisbeerstrauch im Garten, aber bisher uns die Vögel die Johannisbeeren immer wegstibitzt. Da muss ich dann mal nächstes Jahr Schutzmaßnahmen einleiten :) AntwortenAbbrechen

Picanha - Gegrillter Tafelspitz mit Papaya-Koriander-Salat

Über die Vorliebe der Brasilianer, Fleisch an Spießen über glühenden, schmatzenden Kohlen zu garen, habe ich in den letzten Wochen schon öfter berichtet. Bislang hat in der Rezeptereihe noch der absolute Klassiker eines jeden ordentlichen Churrascos gefehlt: Picanha.

Nach dem letzten Artikel und einer Menge Outtakes wird es nun wieder Zeit für gutes Essen, das mich nicht in solch schlechtem Licht dastehen lässt. Deswegen wird es heute heiß (Nun ja, geht nicht anders, denn der Grill ist an), exotisch und auch ein wenig scharf. Was wie die perfekte Beschreibung meines Standard-Torjubels klingt, ist der zugegeben sprachlich etwas überzogene Teaser für das heutige Gericht: Tafelspitz.

In Deutschland wird Tafelspitz gerne pochiert und mit Meerrettichsauce und Salzkartoffeln serviert, oder als Einlage in Eintöpfen aufgetischt (z. B. im Pichelsteiner Eintopf – wobei wir wieder bei Outtakes wären, wenn ich mir das Foto so ansehe…). In Brasilien gilt Tafelspitz als Delikatesse und wird wie ein Steak zubereitet. Würden wir das mit unseren deutschen Fleischzuschnitten tun, hätten wir beileibe keinen Spaß. Ein Tafelspitz wie ein Steak gegrillt läuft Gefahr, zu einer zähen Angelegenheit zu werden.

Die brasilianische Picanha unterscheidet sich deswegen vom deutschen Zuschnitt: Die Metzger dort lassen dem Stück Fleisch ihre dicke Fettschicht. Diese schützt das Fleisch vor dem Austrocknen. Für dieses Grillgericht habe ich das Fleisch dick mit grobem Meersalz eingerieben, was für einen guten Geschmack und dafür sorgt, dass die Fettkruste vor Freude über die gleich einwirkende Hitze so dermaßen aufpoppt, dass man denkt, Mais in einen heißen Topf geworfen zu haben. Popcorn-Picanha.

Aus einem Youtube-Video habe ich gelernt, wie die Brasilianer beurteilen, wann die Picanha fertig ist: Zunächst wird die Picanha mit der Fettseite nach oben indirekt etwa 30 Minuten gegrillt. Währenddessen habe ich mich in meinen stark getarnten Beobachtungsposten zurückgezogen und genau hingesehen: Der Tafelspitz nimmt an Volumen zu. Das passiert, weil sich die Fleischsäfte erwärmen und ausgedehnt nach oben wandern. Nach 30 Minuten etwa ist das Volumen so vergrößert, dass man hofft, die Picanha möge sich nicht an ihrem Tafelspitz pieksen – denn es besteht akute Platzgefahr. Nun ist die Zeit des Wendens gekommen und das Schauspiel muss sich wiederholen. Die Fleischsäfte werden quasi veräppelt: Einmal den Weg nach oben geschafft befinden sie sich nun wieder am Anfang der Reise und müssen erneut nach oben steigen. Das geht nun aber deutlich schneller. nach etwa 15 Minuten ist das Fleisch fertig und kann vom Grill genommen werden. Etwas ruhen lassen, keinesfalls in Alufolie einschlagen. Ich habe gelernt, dass dadurch nur die Popcorn-Kruste aufgeweicht wird, was milde gesagt ein blasphemischer Vorgang wäre.

Zum Papaya-Salat gibt es nicht viel zu sagen. Oder doch: Das Teil ist super lecker. Die Süße der Frucht, kombiniert mit den scharfen Chilis und dem Koriander, dazu ein frisches Dressing – da fehlen nur noch die hohe Luftfeuchtigkeit, konstante 35 Grad im Schatten, der Amazonas, Vogelspinnen, das Maracana und die Sambatruppe – und man könnte denken, man wäre in Brasilien.

Übrigens: Das Rezept habe ich neben einigen anderen für Weber® produziert. Die komplette Serie könnt Ihr Euch hier ansehen – ist schön geworden, oder?

Guten Appetit!

Picanha - Gegrillter Tafelspitz mit Papaya-Koriander-Salat

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Vorbereitung, ca. 45 Minuten Grillzeit

Zubehör: Hitzeschild und extra Grillrost für Grills, die nicht indirekt grillen können

Zutaten für Picanha – Gegrillter Tafelspitz vom Spieß mit Papaya-Salat (Für 4 Personen):

  • 1 Tafelspitz vom Rind, mit Fettschicht, ca. 1,0 -1,2 kg
  • Grobes Meersalz
  • 4 Papaya
  • 2 Handvoll Rucola

Für die Vinaigrette:

  • 1-2 rote Chili
  • 1 TL grobkörniger Senf
  • 1-2 EL Rapsöl
  • 1 Handvoll Koriander
  • 1 EL Zucker
  • 2-3 EL Apfelsaft
  • 2 EL Sesamöl
  • 1 Zitrone
  • Salz

Zubereitung:

1 Den Grill für 180°C indirekte Hitze vorbereiten.

2 Den Tafelspitz mindestens eine Stunde vor Grillbeginn aus dem Kühlschrank nehmen. Etwa 5 Minuten vor Grillbeginn auf beiden Seiten dick mit grobem Meersalz einreiben und stehen lassen.

3 Nach 5 Minuten das Salz von der Fleischseite gut und von der Fettseite grob entfernen. Dann den Tafelspitz mit der Fettseite nach oben in die indirekte Zone legen und dort etwa 30 Minuten bei geschlossenem Deckel grillen. Wenn der Tafelspitz deutlich an Volumen zugenommen hat, was nach etwa 30-35 Minuten der Fall sein wird, auf die Fettseite umdrehen und nochmals etwa 15 Minuten grillen. Das Fett sollte durch das Salz schon nach etwa 30 Minuten knusprig sein.

4 In der Zwischenzeit die Papayas mit einem Spargelschäler schälen, halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel entfernen. Die Papayas in Spalten scheiden und in eine Salatschüssel legen. Den Rucola waschen und dazu geben.

5 Für die Vinaigrette die Chilis in Ringe und den Koriander fein hacken. Die Zitrone auspressen. Dann Senf, Zucker, Apfelsaft, Zitronensaft und Salz vermischen. Das Sesamöl am Schluss unter Rühren in dünnem Strahl zugeben, bis sich eine Emulsion ergeben hat. Chilis und Koriander untermischen und final abschmecken.

6 Die Vinaigrette mit der Papaya und dem Rucola vermischen. Den Tafelspitz vom Grill holen, kurz ruhen lassen und dann aufschneiden. Zusammen mit dem Salat servieren.

Tipp: Dazu passen Kartoffeln aus der Salzkruste.

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Hinweis: Dieses Rezept wurde für Weber® Stephen Deutschland produziert. Im Artikel wird das Produkt genannt und die WM-Webseite von Weber® verlinkt.

Wer glaubt, dass uns Bloggern keine Fehler unterlaufen und nicht auch einmal ein Gericht daneben geht, der liegt falsch. Wer viel ausprobiert, erlebt auch desöfteren Rückschläge.

Zugegeben: Mein Blog ist mein digitales Schaufenster auf meinen Esstisch. Wenn Gäste kommen, werden die Gerichte hübsch auf meinen Fototellern (Ihr kennt die Dinger, das sind die großen, in deren Mitte man mit etwas Glück etwas zum Essen findet…) angerichtet und serviert. So ist’s auch mit Rezepten, die auf den Blog kommen: Das sind in der Regel die Gerichte, die zum einen gut geschmeckt und zum anderen auch sehr schön ausgesehen haben.

Die bösen Brüder und Schwestern müssen dagegen im Kämmerlein hinter dem Schaufenster bleiben und laufen Gefahr, irgendwann gelöscht zu werden. Nicht heute. Ich habe mich durch 5 Jahre Bilder gewühlt und ein paar besonders böse Exemplare herausgesucht, die entweder auf dem Teller aussehen wie Hundefutter oder tatsächlich auch so geschmeckt haben.

Beginnen möchte ich den Reigen von Kuriositäten mit einer netten, kleinen Vorspeise: Einer klassischen französischen Zwiebelsuppe. Dafür braucht Ihr gute Rinderbrühe, reichlich Zwiebeln, guten Käse und ein Stück französisches Baguette. Die Zwiebeln werden mit der Brühe vermischt, darauf wird das Brot gelegt und zuoberst kommt der Käse drauf. Das Ganze wandert dann für einige Zeit in den Ofen und kommt dort eigentlich als dampfend-duftendes, leckeres Etwas heraus. Zumindest das Etwas hat hier gestimmt – ich finde das Foto einfach unglaublich unappetitlich. Lecker war’s trotzdem. Das nächste Mal werde ich kleinere Schüsselchen und einen anderen Käse zum gratinieren verwenden. Und französisches Brot. Kein sich krümmendes und extrem hart werdendes deutsches Schwarzbrot. Ähmja.

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Nach der ersten Vorspeise geht’s weiter mit dem zweiten Suppengang (Jaha! Moderne Menüs haben zwei Suppengänge hintereinander!), der diesmal sowohl optisch als auch geschmacklich ein Highlight ist. Schaut diese in pastellernen Brauntönen gehaltene Suppe nicht frisch und knackig aus? Ich habe das Gemüse und das Hühnchen hoffnungslos übergart – die Suppe schmeckte nur nach Brühe, Gemüsefasern und Stärke. Japanische Udon-Nudeln habe ich seither von meinem Speiseplan gestrichen und bestelle mir diese nur noch bei meinem Lieblingsjapaner in Erlangen – zubereitet von Leuten, die das können. Aber ernsthaft: Ich liebe diese dampfenden Nudeltöpfe und werde mich bestimmt noch einmal daran versuchen. Mit kürzeren Garzeiten und einer anderen Farbpalette.

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Nun wird’s Zeit für den ersten Zwischengang: Wie wäre es mit einer Blätterteigrolle mit Spitzkohl, der in etwas Sahne und Muskat im besten Stil der 80er Jahre getränkt und eingewickelt wurde? Dazu hätte ich eine zugegeben leckere Sauce aus Haselnüssen und Tahini. Dieses Konsistenzmonster entwickelt im Mund eine Gefühlseigendynamik, die nahe an meinen ersten unbeholfenen Kuss in der Ecke einer ländlichen Diskothek heranreicht. Bombe, das Teil!

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Einen schlechten Zwischengang spült man am besten mit einem kräftigen Schluck Wein hinunter. Das neutralisiert die Geschmacksnerven, in unserem Fall sollten wir dagegen hoffen, dass er sie wegen des nächsten Gangs sogar ein wenig betäubt. „Blaue Zipfel“ sind so schon für viele Menschen ein eher gewöhnungsbedürftiges Gericht, was mich aber bei dieser Kombination geritten hat, kann ich beim besten Willen nicht mehr erklären. Ich kombinierte 2010 doch tatsächlich die gekochten Bratwürste mit Zwiebeln aus dem Essigsud mit tomatigen Linsen und…Spätzle. Als Halbschwabe bitte ich meine Landsleute inständig um Vergebung. Als Vollblutfranke entschuldige ich mich dafür, „däi blaue Zibbfl“ so ad absurdum geführt zu haben. Da fällt es schon gar nicht mehr auf, dass der Sud zu heiß war und die Bratwürste deswegen aufgeplatzt sind – ein kapitaler handwerklicher Fehler.

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Zeit für den ersten Schnaps. Ihr kennt mich als einen Liebhaber guter Burgerkreationen, aber auch hier sind meine Gäste nicht gefeit vor misslungenen Kreationen. Mein lieber Kumpel Ingo war ungleich tapfer, als mir der „Big Pig BBQ“ misslang. Ich hatte in einem Kochbuch die Inspiration dafür aufgegriffen und Schweinekoteletts kleine gehackt und mit einer selbst gemachten BBQ-Sauce vermischt. Die Masse sollte nach ein paar Stunden Kühlung genug Bindung entwickeln, um zu Pattys geformt und auf dem Grill gebraten zu werden. Pustekuchen. Die Masse litt, wie sich in späteren Gesprächen mit Psychologen herausstellte, unter massiven Bindungsängsten. Es war also nicht daran zu denken, Pattys zu formen. So briet ich die Fleisch-BBQ-Pampe in der Pfanne auf dem Grill an, wodurch natürlich nur Matsch und keine Röstaromen entstehen konnten. Wie gesagt, Ingo war tapfer.

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Hauptgang! Ein Augenschmaus sondergleichen! Blaue Kartoffeln, überwürztes Rosenkohlhackgemüse, dazu eine handwerklich dilettantisch gefüllte Rolle aus Kalbsfilet und Pflaumenmarmelade. War geschmacklich in der neutralen Zone, optisch aber eine Vollkatastrophe. Peinlich, weil ich das Rezept tatsächlich bei einem Wettbewerb einreichte. Da hat das Qualitätsmanagement wohl Urlaub gehabt.

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Schnaps! Denn nun kommt die Dessert-Orgie. Den Anfang in unserem „leckeren“ Menü macht ein Gericht für Wissenschaftler, Tüftler und Archäologen. Alle könnten sich mit der Frage beschäftigen, was das sein könnte:

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Der Archäologe würde zunächst mit einem Pinsel die zentimeterdicke Puderzuckerstaubschicht entfernen, nur um darunter auf etwas hartes, betonartiges zu stoßen. Zusammen mit dem Tüftler würden sie herausfinden, dass diese Schicht mit Hammer und Meißel aufgebrochen werden kann. Der Wissenschaftler hätte nun die Aufgabe, die eruptiv austretende orange Flüssigkeit als radioaktive Aprikosenmasse zu definieren und die sofortige Sprengung des Tellers einzuleiten. Crumble in the Jungle. Ein wenig Knoff-Hoff am Esstisch belebt die Kommunikation unter den Gästen.

Wer bis dahin noch kein Problem mit dem Magen bekommen hat, wird nun vor die härteste Probe gestellt. Mascarpone mit Rhabarber-Kompott-Pampen-Massen-Dings. Leute, das war mit Abstand das schlechteste Dessert, an das ich mich erinnern kann. Wahrscheinlich war die Mascarpone schlecht, denn ich verbrachte die Nacht in inniger Liebe mit der Kloschüssel. Brrr.

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

Wer das Menü bis zum Schluss durchgehalten hat, braucht einen Kaffee. Affogato. Aber, hahaaaa, nicht mit Vanille- sondern Erdbeereis. „Schmeckt bestimmt auch!“, dachte ich mir. Lasst Euch eines sagen: Erdbeereis und guter italienischer Espresso passen NICHT zusammen. Nicht mal ein bisschen. Dafür sieht’s aber hübsch aus….

Outtakes aus fünf Jahren bloggen

  • Super Artikel :) Jeder Food Blogger kann das nachvollziehen! Bei mir wäre noch die Kategorie: “Habe super hunger und bin daher zu ungeduldig ein tolles Foto zu machen, wird schon so gehen” – und danach dann die Enttäuschung wenn man satt ist und das “wird schon reichen” am Computer sieht.

    Glückwunsch zum 5-jährigen!
    Viele GrüßeAntwortenAbbrechen

  • marschro

    … ebenfalls Glückwunsch und immer weiter so…
    Sehr schön der Artikel, weil das Niveau hier allerdings so hoch liegt hätte ich so manches gar nicht als “Take-Outs” erkannt. Vor allem die Rhabarber-Mascarpone-Sache sieht echt gut aus. Wenn die Mascarpone ok wäre, wäre die doch ok, oder? Vielleicht etwas heftig und schwer… aber optisch sehr schön….AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo marschro, glaube mir: Das Dessert war nicht wirklich lecker… :D AntwortenAbbrechen

  • Hey Uwe,

    also ich weiß gar nicht was du hast. Die Zwiebelsuppe sieht lecker aus. Hätte der nur noch etwas Weißwein spendiert ;-) Auch der Burger und das drunter sieht lecker aus. Wenn DAS deine Outtakes sind kannst du dich aber glücklich schätzen. Ich hätte alles von den Bildern sofort und ohne Wimpern-zucken gegessen ;-)

    Aber ich hab auch immer so Hunger…

    Gruß TomAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ächd? Vielleicht bin ich da auch schon ein wenig zu krass in meinem Anspruchsdenken an mich, aber in meinen Augen und Gaumen sind die Sachen…naja…ähm, Outtakes eben… :D AntwortenAbbrechen

  • Kathrin

    Hahahahaa! Lange nicht mehr so gelacht! Es scheint, als hättest du dich in Rage geschrieben. ;-) AntwortenAbbrechen

  • Herrlich *tränen-weg-wisch*
    Freut mich, dass bei Dir auch alles so normal ist ;) AntwortenAbbrechen

  • Das vorletzte Foto sieht tatsächlich grauenvoll aus, mir kam grad etwas Tee aus der Nase vor Lachen! Sehr lustig hast du das geschrieben!

    Liebe Grüße
    NadjaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke Dir, Nadja. Ja, die Mascarpone ist….nunja. *manteldesschweigens*AntwortenAbbrechen

  • Cool geschrieben! Hatte viel Spaß beim Lesen :D AntwortenAbbrechen

  • Wie wunderbar, das hat mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert und ich schließe mich gerne den Vorkommentatoren an: Wenn das Deine Outtakes sind …
    Herzlichen Glückwunsch zum 5., ich freue mich auf die nächsten 5 Jahre Highfoodality! Herzlichen Gruß, KathrinAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Huhu Kathrin, dann ist’s fein. Es gab über die Jahre bestimmt noch schlimmere Sachen, die habe ich dann aber nicht fotografiert…AntwortenAbbrechen

  • Muaahahahahaa – sehr schön! Bindungsängste!AntwortenAbbrechen

  • Wenn das Deine schlimmsten Katastrophen sind, hast Du meine noch nicht gesehen ;)
    So schwer sind übrigens Udonnudeln nicht, einfach mal die Schnitttechnik beim Gemüse ändern und die Nudeln separat kochen, schon ist es schick.
    Liebe Grüße DaniiAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke für den Tipp Danii, werde ich berücksichtigen! Ich mag Udon-Nudeln nämlich sehr, sehr gerne!AntwortenAbbrechen

  • […] – Ein “Best of Missgeschicke” Blogpost, wie ihn Uwe von HIGHFOODALITY heute passend veröffentlicht hat. – Und andere Küchenmissgeschicke mehr, die man sich gar nicht ausdenken […]AntwortenAbbrechen

  • Schöner Beitrag! Ich habe ihn gerade thematisch passend aus unserer neuen Blogparade bei Küchenatlas verlinkt: http://blog.kuechen-atlas.de/blogparade-kuechenmissgeschicke/
    Wenn du teilnehmen möchtest reicht ein kurzer Kommentar bei uns. ;-) AntwortenAbbrechen

  • Herrlicher Post – ich liebe deine Art zu schreiben und deinen Humor. Ansonsten kann ich deine outtakes nicht ganz als outtakes nachempfinden – so sieht es auf meinem Blog immer aus und bis zum Dessert hätte ich locker durchgehalten, naja, bis auf diese Mascarpone-Creme ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Najaaaaa! Auf Deinem Blog sieht es schon deutlich besser aus als das hier… :D Und wie gesagt: Ganz üble Sachen habe ich auch meist gar nicht fotografiert. Sollte ich mal machen für den 10-Jahres-Post…AntwortenAbbrechen

  • Lieblingssatz: Dieses Konsistenzmonster entwickelt im Mund eine Gefühlseigendynamik, die nahe an meinen ersten unbeholfenen Kuss in der Ecke einer ländlichen Diskothek heranreicht. :)))

    … und dass DU mal einen Burger nur mäßig in Szene gesetzt bekommst, das läd nun echt zum Staunen ein!

    Ich schließe mich der Assi an: Made my day!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Den Satz mag ich auch sehr gerne…und Du, mir sind schon mehr Burger dabenen gegangen. Aber Übung macht den Meister….AntwortenAbbrechen

  • Espresso und Erdbeere kann schon funktionieren:

    Erdbeergelee, Canache mit Kahlua und karamellisierten Espressonips, Zartbitterkuvertüre ;-)

    Und vielen Dank für Deine Outtakes. Ich habe echt lachen müssen. :-D

    Schokoladige Grüße,
    NeleAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hi Nele, jaha! :D Würde ich auch sofort so nehmen, aber ich habe für die Herstellung nicht genug Schüsseln…AntwortenAbbrechen

  • Haha! vielen Dank fürs Teilhaben lassen, das ist so herrlich!
    Ich glaube, die Wurscht gefällt mir am besten… oder doch das Erdbeereis im Affogato??

    ich hab ja schon einiges gnadenlos verbloggt, was zwar gut geschmeckt hat, aber eine optische Katastrophe war. Wem’s nicht gefällt, kann ja wegklicken :-D
    Wobei ich im Lauf der Zeit auch gelernt habe, hässliche Speisen ein bisschen hübscher zu präsentieren ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Die Wurscht ist großartig. Grunz… aber ja, nicht alles klappt…AntwortenAbbrechen

  • KlasseArtikel! Aber man erkennt einfach die hohe Fotokunst denn selbst die grusligsten Derichte sehen bei Dir noch leckerer aus als so manches eigentlich leckere Gericht mal eben im Halbdunkel mit dem Handy abgelichtet ;) AntwortenAbbrechen

  • Herrlicher Post, ich musste sehr schmunzeln! Fühle mich spontan an meine eigenen Küchenmissgeschicke erinnert. Wie die zugegebenermaßen etwas kräftig angebratene Salsiccia an Erbsenpüreepampezeugs. Das Ding aus dem Sumpf trifft auf Gefahr aus dem Weltall. Geschmacklich war’s aber super! ;-)
    Aber was wäre das Kochen ohne solche Abenteuer?!?
    Luebe Grüße – und herzlichen Glückwunsch zum 5-jährigen! MarenAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      So muss kochen sein – da gibt’s immer mal wieder Ausrutscher. Sonst kann man ja nicht besser werden. Danke Dir für Deine Wünsche!AntwortenAbbrechen

  • Ich gebe zu, bis auf deinen Absackerkaffee (und das nur, weil ich Kaffee generell nicht mag), hätte ich vermutlich alles zumindest probiert. Manches sieht meiner Meinung nach auch gar nicht mal so unappetittlich aus. Gut, ohne jetzt in deinen Wunden stochern zu wollen, die gebrühte Bratwurst sieht aus wie eine Albino-Seegurke, und dein zerfallenes Burgerpatty hat mehr Ähnlichkeit mit Mett, als mit irgendetwas gegartem, aber weil du es fabriziert hast, hätte ich tatsächlich der Neugierde und Höflichkeit halber gekostet.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Du bist echt mutig! Aber es ist schon so wie Du schreibst: Albino-Wurst und komisches Mett. Genau so war’s :D AntwortenAbbrechen

  • Also bis zur Mascarponencreme war’s ja gar nicht soo schlimm, lieber Uwe. Aber die Fäden auf dem Bild vom Dessert, die mich jetzt irgendwie an Alienfilme denken lassen (ich weiß selbst nicht wieso…) samt liebender Beschreibung sind echt famos. Ich hoffe, Dein Magen hat sich inzwischen wieder beruhigt und Du bist mit der Mascarpone nun wieder am Friedenspfeife rauchen ;)

    Der Espresso mit Erdbeereis allerdings hat mir den Rest gegeben und mir die Lachtränen in die Augen getrieben. Es könnte so glatt eine ganz schlaue spontane Kreation von mir sein. Nur um mal auszuprobieren ob das denn schmeckt (höhö). Dabei hätte ich jetzt auch im ersten Moment fast wetten können, dass ja.

    Liebe Grüße und auf fünf weitere tolle Jahre :)
    YlvaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Ylva, ich muss gestehen: Mascarpone meide ich seither eher. Da hat anscheinend der Urinstinkt eingesetzt, der vor dem Konsum von Dingen warnt, wenn einem bei einem vorherigen Konsum schon einmal schlecht geworden ist. Selben Effekt beobachte ich übrigens auch, wenn ich in die Nähe von Zwetschgenschnaps komme. Aber das ist eine andere, uralte Geschichte.AntwortenAbbrechen

  • Kristina

    Lieber Uwe,
    zum Jubiläum melde ich mich als stille Leserin ebenfalls zu Wort.

    Erstmal Gratulation, zweitens: danke für diesen Blick hinter die Kulissen. Da kann ich als Studentin, die schon hin und wieder auch mal einen Biskuit für einen Erdbeerkuchen ein zweites Mal backen musste, weil der erste Versuch nach dem Auskühlen locker als Sonnenschirmständer hätte herhalten können, ja aufatmen: Es ist doch noch kein Meister vom Himmel gefallen =)

    Vielleicht kann ich mich ja jetzt doch an die ein oder andere “gewagtere” deiner Kreationen heran trauen – und wenns nicht auf Anhieb funktioniert an diesen Beitrag denken und die Zutaten einfach nochmal kaufen…
    lg aus Wien,
    KristinaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Kristina, schön, von Dir zu hören und vielen lieben Dank für die Glückwünsche! Und in der Tat: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, die Übung und Beschäftigung mit einem Thema macht’s. Und was die gewagteren Kreationen anbelangt: Einfach ausprobieren. Das wird schon! Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Andere Kochblogger kochen oder knipsen auch mal daneben? Habe ich es mir doch gedacht. Kaum haben wir Fressfeinde unserem Blog aufgemacht, haben wir gleich mal die passende Kategorie dafür eingerichtet – besser ist das, lustiger auch.
    Wen es interessiert:
    http://tinyurl.com/olv2zd5AntwortenAbbrechen

    • “unseren” muss es natürlich heißen. Aber redeten wir hier nicht gerade von Pannen? ;-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Ich spiele tatsächlich mit dem Gedanken, öfter mal Outtakes zu veröffentlichen….AntwortenAbbrechen

  • […] hab letztens so herrlich gelacht. Bei Uwe von highfoodality, zu seinem fünfjährigen. Seine Outtakes waren einfach genial und Anlass für mich, meine ganzen “Bunkerrezepte” mal […]AntwortenAbbrechen

Orichiette mit Tahini-Tomaten-Sauce und Oliven

Vorhang auf für das erste Remake im Rahmen der Geburtstagswoche zu “Fünf Jahre HighFoodality”: Zugegeben, hierbei handelt es sich eher um einen Abriss und kompletten Neubau als um einen neuen Anstrich: Das war aber auch bitter nötig.

Wirklich: Ich weiß nicht mehr, was mich an jenem 10. Juli 2009 geritten hatte, als ich die Vorversion dieses Rezeptes zubereitete. Noch viel weniger Verständnis bringe ich dafür auf, wie das Gericht angerichtet und fotografiert war. Die Sauce sieht aus, als ob sie gestockt und bereits halb erkaltet wäre, während die Nudeln eher staubig und trocken wirken. Die Zubereitung der Sauce ist auch nicht wirklich gut geschrieben, da werden Tomaten frittiert, bis sie weich sind, dann werden die Sesamkerne mit den Tomaten geröstet, was definitiv nicht funktionieren kann, denn die Tomaten geben ja viel Flüssigkeit ab. Nein nein, das war nix.

Dabei ist die Kombi vielversprechend: Tomaten, Frischkäse und Sesam sollte sehr gut zusammen funktionieren. Trotzdem ist es an der Zeit, das alte Rezept in das Schaufenster der gesammelten Kuriositäten aus der Anfangszeit zu stellen, kurz über sich selbst zu grinsen und über eine Neuauflage nachzudenken.

Das Remake verzichtet auf den Frischkäse und benutzt anstelle der Sesamsamen Sesammus. Das gibt den langsam erwärmten Tomaten (Keinesfalls frittiert!!) einen wohligen, runden Geschmack, der sich warm um die Zunge legt und angenehm um den Gaumen schmiegt. Orecchiette passen besser als Spaghetti, weil die kleinen Muschelnudeln den Sugo besser aufnehmen und dadurch mehr Aroma transportieren. Eine Handvoll frische Kräuter sorgen für Aroma, der Knoblauch sorgt dafür, dass sich die Aromen nicht zu lieb haben und in esoterischem Heilewelt-Gefasel langweilig werden.

Wer das fast vegane Gericht in ein vollständig veganes Gericht verwandeln möchte, der lässt den Parmesan einfach weg. Ich für meinen Teil lege da immer noch eine Extraschippe drauf, weil ich Parmesan einfach über alles liebe.

Bei vielen Remakes besteht die Gefahr, dass sie einfach daneben gehen, peinlich werden oder schlicht das Gefühl, welches man mit dem Original verbunden hat, vermissen lassen. Hierbei kann ich Euch beruhigen: Das Remake schmeckt ausgezeichnet und lässt mich das Original vergessen. Und das ist gut so, denn damit habe ich mit dem schlimmsten Rezept (Und Foto!!) auf dem Blog abgerechnet.

Als nächstes Remake erwartet Euch eine Neuauflage des Couscous-Salates.

Rezept

Dauer: Ca. 20 Minuten

Zutaten für die Orecchiette mit Tahini-Tomaten-Sauce und Oliven (Für 4 Personen):

  • 600 g Orecchiette
  • 1,2 kg Cherry-Rispentomaten
  • 4 Schalotten
  • 100 g schwarze Oliven, entsteint
  • 100 g Parmesan
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Etwas frischer Salbei
  • Etwas frischer Majoran
  • Etwas frischer Oregano
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 rote Chili
  • 4 TL Tahini
  • 1 EL Agavendicksaft
  • Etwas Olivenöl
  • Salz

Zubereitung:

1 Wasser zum Kochen bringen und salzen. Orecchiette al dente kochen.

2 Währenddessen die Knoblauchzehen und Schalotten schälen und fein hacken, die Chili ebenfalls fein hacken. Die Tomaten waschen und leicht einschneiden.

3 Die Schalotten, den Knoblauch und die Tomaten in etwas Olivenöl anbraten, bis die Tomaten weich sind und aufplatzen. Agavendicksaft darüber geben und verrühren. Rosmarin, Salbei, Chili und Tahini untermischen und eine Kelle Nudelwasser zugeben. Gut vermischen und aufkochen, bis die Sauce eine sämige Konsistenz hat. Hitze reduzieren. Oliven zugeben und mit Salz abschmecken.

4 Nudeln mit der Sauce mischen, gekerbelten Majoran und Oregano zugeben und mit Parmesan bestreuen.

Hinweis: Veganer lassen den Parmesan einfach weg.

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  • Auch von mir Glückwünsche zu fünf Jahren Bloggerei – ich hoffe, es bereitet dir noch lange Freude. Die Remake-Idee finde ich so gut, dass ich mir überlege nachzuziehen. Selbst nach drei Jahren wie bei mir gibt es Rezeptefotos, die doch SCHWER danach rufen, ausgetauscht zu werden…AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke Dir, Micha! Und pssst….zu dem Remake-Thema ist ein Event in Arbeit…. ;) AntwortenAbbrechen

  • Lieber Uwe,
    ich liebe und bewundere sehr deine tollen Fotos, die lassen mich stets vor Neid erblassen. Umso schöner finde ich es zu sehen, dass hinter diesen großartigen Fotos viel Arbeit und Hingabe steckt (Hundefutter *hihi).

    Ganz liebe Grüße,
    JohannaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Johanna, danke Dir! Ich glaube, sobald Leidenschaft im Spiel ist, kommt die Lernkurve durch Hingabe ganz von alleine. Es dauert einfach nur eine gewisse Zeit…AntwortenAbbrechen

  • Ohhh das sieht gut aus :) Schön, dass du das Rezept nochmal “ausgegraben” hast!
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :) Ich kann’s Dir nur zum Nachmachen empfehlen – war wirklich sehr, sehr lecker!AntwortenAbbrechen

  • Lieber Uwe, auch aus dem Elsass kommen herzliche Glückwünsche zum Bloggeburtstag und ein grosses Dankeschön für 5 Jahre Inspiration, wundervolle Rezepte und traumhafte Fotos – und nicht zuletzt für dein Meisterwerk Cookbook of Colors.AntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,

    habe es leider erst jetzt gesehen. Alles Gute zum fünften!!!!!

    Die Orecchiette sehen zum Niederknien aus. Werde ich ausprobieren!

    Liebe Grüße
    IrisAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Iris, danke! Die Pasta war auch sehr lecker, kann ich nur empfehlen!AntwortenAbbrechen

  • Wie praktisch! Jetzt weiß ich, was ich heute essen werde. Es wird hoffentlich kein Sakrileg sein, wenn ich noch ein paar Gambas auf dem Tellerrand patrouillieren lasse? Die stehen hier für heute nämlich auch schon auf der Wunschliste.AntwortenAbbrechen

  • Fee

    wird heute abend gekocht und meinen gästen vorgesetzt. wollte noch etwas sesam leicht rösten und zum schluss drüber geben. werde berichten wies ankam :-) AntwortenAbbrechen

  • Fee

    sensationell! war nicht das erste rezept was ich nachgekocht habe, bin immer wieder beeindruckt! mach weiter so :-) danke!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Das freut mich sehr! Schön, dass es Euch geschmeckt und dass beim Kochen alles geklappt hat! :D AntwortenAbbrechen