Glühwein-Granita

Glühwein-Granita

Seit einem Jahr wartet dieses Rezept auf seine Veröffentlichung: Die Glühwein-Granita war Bestandteil meines letztjährigen Weihnachtsmenüs und kam dieses Jahr auch schon auf den Tisch.

Sollte vom selbst gemachten Glühwein – das Rezept dazu findest Du hier – noch etwas übrig sein, so lohnt es sich, eine Glühwein-Granita anzusetzen. Die Zubereitung ist wahrlich nicht schwer: Du stellst lediglich einen Sirup her (Der Glühwein selbst ist für eine Granita nicht süß genug, die Kälte würde die Bitterstoffe betonen) und mischst diesen mit dem Glühwein. Dann braucht’s Geduld: Die Granita benötigt – je nach Menge und Alkoholgehalt des Weines – 4-6 Stunden im Tiefkühler. Wichtig: Du musst alle halbe Stunde einmal nachsehen gehen und die Granita mit einer Gabel umrühren. Dadurch entsteht die Granita-typische Konsistenz.

Solltest Du das Umrühren aber vergessen, so ist das auch kein Beinbruch: Die Granita einfach auf dem Eisfach nehmen, kurz antauen lassen und dann mit der Gabel zerteilen. Letztes Jahr habe ich die Glühwein-Granita als Amuse Gueule meines Weihnachtsmenüs serviert.

Apropos Weihnachtsmenüs: Sehr viele von Euch vermissen das Weihnachtsmenü-Event in diesem Jahr. Ich habe viele, viele Zuschriften und Fragen bekommen – vielen Dank dafür! Warum das Event dieses Jahr noch nicht gestartet wurde, liegt schlicht daran, dass ich in den letzten Wochen wenig Zeit hatte, alle Vorbereitungen zu treffen und mich letzte Woche noch eine kleine Erkältung außer Gefecht gesetzt hatte.

Aber ich habe folgenden Vorschlag zur Güte: Wir machen dieses Jahr einen Quickie. Ich starte das Weihnachtsmenü-Event heute Abend – mit einer Laufzeit von einer Woche, bis nächsten Samstag. Am Sonntag folgt dann die Zusammenfassung. Deal?

Und bis dahin schaue ich mir die Einreichungen bei dem einen oder anderen Glühwein an…

Glühwein-Granita

Glühwein-Granita

Rezept

Zutaten für die Glühwein-Granita (Für 4 Personen):

  • 400 ml Glühwein (Rezept hier)
  • 80 g Zucker
  • 100 ml Wasser

Zubereitung:

1 Den Glühwein gemäß Anleitung herstellen.

2 Das Wasser zum Kochen bringen und den Zucker zugeben und warten, bis sich dieser vollständig aufgelöst hat. Sirup mit dem Glühwein vermischen und abkühlen lassen.

3 Den Glühwein in eine Schale schütten und für etwa 4-5 Stunden in die Gefriertruhe stellen, dabei die Masse alle halbe Stunde mit einer Gabel umrühren.

Mehr Desserts

Fior di Latte in der Mandelhippe mit Portwein-Pflaumen

Kalt-klare Eiscrème, warm-intensive Portwein-Pflaumen und knusprig-süße Mandelhippen – och ja. Das istKompletten Artikel lesen »

Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz

Weich, süß, herzhaft, salzig, und doch ausgewogen: Die Vanille-Äpfel mit Blauschimmelkäse und Fingersalz sind einKompletten Artikel lesen »

Milchreis mit Zimt-Schaum und Pflaumen-Kompott sous-vide

 Milchreis und meine Person – das ist eine innige Beziehung. In regelmäßigen Abständen brauche ich einfachKompletten Artikel lesen »

Holunderpunsch mit Gin

holunderpunsch-mit-gin-3

Kalt? Dann hilft dagegen ganz sicher eine heiße, dampfende Tasse Tee oder ein Glas Punsch. Ob mit oder ohne Gin – der Punsch wirkt und sorgt für eine warme Seele.

Mit Gin konnte ich ja sehr, sehr lange wirklich gar nichts anfangen. Der Geschmack war mir sehr unsympathisch, viel zu künstlich, fast schon medizinisch. So kam es, dass ich jahrelang kein Glas Gin probierte, bis ich vor einiger Zeit bei Frank den einen oder anderen Gin-Cocktail genießen durfte. Seither hat sich meine Einstellung grundlegend verändert und ich gönne mir des öfteren ein Gläschen mit gutem Tonic Water und einem hübschen Stück Gurke. Ganz klassisch also.

Diesen Winter bin ich ein echter Fan von “Hot Drinks”. Ich habe vor Kurzem etwa 1,5 Liter Glühwein zubereitet und diesen in sterilisierten Flaschen aufbewahrt, um mir abends schnell und einfach einen kleinen Becher aufwärmen zu können. Der Glühwein ist nun leer: Einen guten Teil habe ich mit Freunden genossen, den anderen Teil zu einer leckeren Glühwein-Sauce in Kombination mit einer rosa gebratenen Entenbrust und Rosenkohl-Walnuss-Kartoffelstampf verarbeitet. Ich kann Dir nur empfehlen, einmal einen Schwung Glühwein zu kochen und diesen dann luftdicht abzufüllen – es ist eine wahre Freude, den guten, wohligen Geschmack zu genießen. Neben der Glühwein-Sauce habe ich noch eine Glühwein-Granita zubereitet – beide Rezepte werden diese Woche noch auf dem Blog erscheinen.

In dem wunderbaren “Winterkochbuch” aus dem Christian Verlag habe ich beim Durchblättern diesen Holunderpunsch mit Gin gefunden. Dafür nimmst Du einfach ein wenig Holunderblütensirup, etwas frischen Zitronensaft, kochendes Wasser und einen guten Schluck Gin – und fertig ist der Punsch für kalte Abende. Für den Punsch habe ich Ungava-Gin verwendet, der nicht – wie sonst üblich – farblos ist, sondern durch die Zugabe von arktischen Kräutern eine satte, goldgelbe Farbe bekommt. Diese macht sich im Glas wunderbar und wärmt zusätzlich optisch. Der Gin kommt aus dem tiefen Norden Kanadas und hat ein, wie ich finde, umfangreicheres Aroma als seine klaren Gesellen.

holunderpunsch-mit-gin-2

holunderpunsch-mit-gin-6

Im Laufe des Winters will ich mit Gin als Zutat weiter experimentieren. Neben dem Klassiker, Lachs mit Gin anstelle von Weißwein zu beizen, möchte ich mich an einem Gin-Sauerkraut mit klassischen Nürnberger Rostbratwürsten versuchen. Mal sehen, was daraus werden wird…

Rezept

Zutaten für den Holunderpunsch mit Gin (Für 2 Personen):

  • 60 ml Holunderblütensirup
  • 1 TL Zitronensaft
  • Ein paar Zesten Limettenschale
  • 1 TL Kamillenblüten, getrocknet
  • 100 ml Gin, z. B. Ungava
  • Etwa 300 – 400 ml Wasser

Zubereitung:

1 Den Holunderblütensirup, die Limettenzesten, die Kamillenblüten und den Zitronensaft auf zwei Tassen verteilen.

2 Wasser aufkochen.

3 Die Tassen mit Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen. Dann den Gin auf die Tassen verteilen und umrühren.

Quelle: Das Winterkochbuch, Christian Verlag

Mehr Cocktails mit Gin

Werbe-Hinweis: In diesem Artikel wird Ungava-Gin als Produkt für die Herstellung des Punsches erwähnt. Natürlich kann auch jeder andere Gin benutzt werden.
  • Richtig medizinisch wird der Gin aber erst durch die Kamillenblüten, oder? ;-) Nee, im ernst: würdest Du beim Gin – falls kein Ugava zur Hand – einen eher milden oder würzigen nehmen für das Getränk?AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Julia: Der Ungava ist recht würzig, wie ich finde. Also würde ich zu einem kräftigeren greifen – vor allem weil der Holundersirup ja eher “weich” ist.AntwortenAbbrechen

Glühwein

Glühwein

Wenn in Nürnberg der Christkindlesmarkt eröffnet wird, ist Ausnahmezustand. An den Wochenenden schieben sich tausende Menschen durch die Gassen der Altstadt. Zuerst wird geshoppt, und dann ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt getrunken.

Leider ist es gar nicht einfach, guten Glühwein zu finden: Meistens wird industriell hergestellte Massenware mit obskuren Zutaten verteilt, geschmackliche Uniformität treibt ihr Unwesen: Der Christkindlesmarkt ist eben eine Massenveranstaltung und touristische Attraktion – trotzdem kann der Weihnachtsmarkt jenseits der hoch frequentierten Besuchszeiten Charme besitzen.

Mit selbst hergestelltem Glühwein verhält es sich wie mit vielem Selbstgemachtem: Es schmeckt einfach besser. Alleine genau zu wissen, was im Glühwein drin ist, gibt mir dabei ein Gefühl der Zufriedenheit. Die Herstellung dauert nicht lange, ist nicht kompliziert und lohnt sich: Der produzierte Glühwein hält sich viele Tage und kann einfach bei Bedarf in kleinen Mengen erwärmt werden. Ich verwende für die Lagerung eine Glasflasche mit Bügelverschluss, die ich vorher sterilisiert habe.

Die Qualität des Glühweins steht und fällt mit der wichtigsten Zutat: Dem Wein. Ich mag im Glühwein kräftige Weine, die die Zugabe von Gewürzen gut verkraften und annehmen. Für meinen Glühwein habe ich einen Bordeaux verwendet, der von Michel Rolland kreiert wurde. Der bekannte französische Weinmacher verwendete für seinen Cuvée die Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot. Die Aromen dieses Weins werden als feine Note von Trockenfrüchten, Vanille, Zimt und Pfeffer beschrieben – was perfekt zu einem Glühwein passt und mit den zugegebenen Gewürzen harmoniert.

Ganz wichtig bei der Herstellung von Glühwein ist, dass der Wein nur erwärmt und nicht gekocht wird. Aromen und auch der Alkoholgehalt sollen ja nicht zerstört und verändert werden.

Glühwein eignet sich mitnichten nur zum Trinken – Du kannst auch damit kochen. Ich habe aus dem angesetzten Glühwein eine Glühwein-Granita zubereitet und eine Ente mit Rosenkohl-Walnuss-Stampf und Glühwein-Sauce gekocht – die Rezepte findest Du bis Weihnachten noch hier auf dem Blog. Nächstes Projekt: Glühwein-Bäckchen.

Glühwein

Rezept

Zutaten für den Glühwein (Ergibt etwa 1,5 Liter Glühwein):

  • 750 ml Rotwein, z.B. Bordeaux von Michel Rolland
  • 250 ml Portwein
  • 750 ml Wasser
  • 1 Orange
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Sternanis
  • 1 Vanilleschote
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 3 Gewürznelken
  • 3 EL brauner Zucker

Zubereitung:

1 Den Ingwer und die Orange in Scheiben schneiden und mit dem Wasser, der ausgekratzten Vanilleschote und den Gewürzen zum Kochen bringen. Etwa 5 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Den Zucker zugeben und rühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Alles durch ein feines Sieb abgießen, die Orangen gut ausdrücken.

2 Den Rotwein und den Portwein mit dem Gewürzsirup mischen und erwärmen – die Mischung darf nicht kochen! Heiß servieren.

Tipps:

  • Der Glühwein hält sich luftdicht verschlossen einige Tage. Für den erneuten Genuss einfach eine Tasse erwärmen – aber nicht kochen lassen!
  • Glühwein mit Schuss: Für die ganz kalten Tage macht sich ein Schuss Rum – z. B. Ron Zacapa – darin wunderbar.
  • Anregung: Das Rezept habe ich adaptiert nach einer Variante aus dem Kochbuch “Das Winterkochbuch” aus dem Christian Verlag.
Werbe-Hinweis: In diesem Artikel wird der neue Bordeaux von Michel Rolland näher erwähnt und vorgestellt. Der Wein kann momentan in vielen EDEKA-Filialen bezogen werden.

Mehr für kalte Tage

Whiskey-Krabbensuppe mit Sahnemeerrettich

Seit ich in Hamburg eine Büsumer Krabbensuppe gegessen habe, steht sie auf meiner Nachkochliste. Auf dem Weg dahinKompletten Artikel lesen »

Hot Toddy

Hot Toddy

Ähnlich dem bekannten Grog wird dieser Drink mit heißem Wasser zubereitet und nutzt eine anständige PortionKompletten Artikel lesen »

Maronen-Suppe mit Rosenkohl und Champignons

Geht man in den Wintermonaten durch die Einkaufsstraßen Nürnbergs, so stehen an vielen Ecken Maroni-Männer und –Kompletten Artikel lesen »

  • […] Winter bin ich ein echter Fan von “Hot Drinks”. Ich habe vor Kurzem etwa 1,5 Liter Glühwein zubereitet und diesen in sterilisierten Flaschen aufbewahrt, um mir abends schnell und einfach einen kleinen […]AntwortenAbbrechen

  • […] 1843, genauer gesagt vom 11. Dezem­ber 1843 stammt eines der ältes­ten Glüh­wein­re­zepte Deutsch­lands. Es sah für eine Kanne Wein (ca. 1 Liter) vier Loth (ein Loth ent­spricht ca. 60 Gramm) Zimt, zwei Loth Ing­wer, ein Loth Anis, ein Loth Gra­nat­ap­fel, ein Loth Mus­kat­nüsse, ein Loth Kar­da­mom sowie ein Gran (ca. 60 Mil­li­gramm) Safran vor. Dazu kamen Zucker oder Honig zum Süßen. Ein moder­ne­res — und weit­aus bekömm­li­che­res — Rezept lie­fert Uwe bei High Foo­da­lity. Focus (Glühwein-Historie), High Foo­da­lity (Glühwein-Rezept) […]AntwortenAbbrechen

  • […] vom selbst gemachten Glühwein – das Rezept dazu findest Du hier – noch etwas übrig sein, so lohnt es sich, eine Glühwein-Granita anzusetzen. Die […]AntwortenAbbrechen

  • Dein Glühwein klingt ausgesprochen lecker. Wenn ich allerdings die Gewürzliste lese, werde ich das einmal solo herstellen müssen um zu prüfen, was dabei geschmacklich entsteht. Da sind einige Sachen bei, die würde meine Frau spontan nicht im Glühwein dulden.
    Ich werde es mal versuchen, wenn sie nicht im hause ist ;-)

    Gruß,
    JensAntwortenAbbrechen

  • Manfred

    Ich bin gerade dabei 15 l zu kochen . Frage mich gerade ob die Wassermenge richtig sein kann . Wein und Wasser gleicher Anteil …
    Das Ergebnis nach dem Passieren ist jedenfalls kein Sirup sondern eher Brühe
    Naja…mal sehen… werde berichten
    Gruß,

    ManfredAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Wow, 15 Liter…! Ich habe die Mengenangaben gerade noch einmal kontrolliert und mit der Rezeptquelle abgeglichen und sie stimmen. Ich bin gespannt, wie sich die Angaben auf solche Mengen auswirken. Die Konsistenz des “Gewürzsirups” ist weniger Sirup-artig, das stimmt. Dafür ist zu wenig Zucker enthalten und die Flüssigkeit wird ja nicht reduziert. Ziel ist es, dass die Gewürze möglichst viel Geschmack abgeben. Da hätte ich genauer formulieren und auf das Wort “Sirup” verzichten können.

      Gutes Gelingen!AntwortenAbbrechen

  • Manfred

    Hallo Uwe.
    Also. Der Glühwein war ein Traum ! Wurde von allen Gästen gelobt. Die Wassermenge war also genau richtig ! Die Gewürze kommen richtig gut. Nächstes Jahr werd ich mal einen weißen probieren
    Vielen Dank für das Rezept und großes Kompliment für deinen tollen Blog !
    Grüße
    ManfredAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Manfred: Super, das freut mich! Weißer Glühwein steht bei mir für nächstes Jahr auch auf der Liste…AntwortenAbbrechen

  • […] Herstellung einfach ist und ein viel besseres und gesünderes Ergebnis erzielt. Den indirekten Anfang hat letzte Woche der Glühwein gemacht: Auf den Weihnachtsmärkten der Republik findet sich momentan wieder das Trauerspiel von […]AntwortenAbbrechen

Hirsch-Ragout mit Pariser Gnocchi, Vanille-Quitten und Brunnenkresse [...in vier Gängen]

hirschragout-pariser-gnocchi-vanille-quitten-brunnenkresse

Für Steffens Ganzjahres-Blog-Event darf ich zum Thema “Hirsch” den Hauptgang beisteuern. Ich serviere ein klassisches Ragout mit Pariser Gnocchi, dazu karamellisierte Vanille-Quitten und Brunnenkresse.

Als ich gesehen habe, dass Steffen im Rahmen des Events auch Wild als Hauptzutat definiert hatte, habe ich mich beeilt um noch einen der vier Plätze zu ergattern. Ich liebe Wildbret und esse es genau so gerne, wie ich es zubereite. Oftmals reicht mir dabei eine gute, schmackhafte Zubereitung klassischer Art und Weise: Ein leckeres Hirsch-Ragout mit einer guten Sauce, dazu Kartoffel- oder Semmelknödel, vielleicht ein wenig Rotkraut. Wildgerichte sind für mich der Inbegriff gemütlichen Sonntagsessens zu einem festlichen Anlass.

Nachdem Claudio mit seiner Vorspeise – einem beeindruckenden Carpaccio vom Hirsch, dazu Wildkräuter, Apfel und Steinpilze – bereits vorgelegt hatte, Tanya und Axel von “Mangelisten” mit Hirschbäckchen nachgelegt und Dirk mit einer klassischen Zubereitung fortgeführt hatte, schließe ich das Thema “Hirsch” mit dem vierten noch fehlenden Hauptgang ab.

Dafür wollte ich aber ein wenig aus dem Standard ausbrechen und eine etwas ungewöhnlichere Kombination anbieten. Beim klassischen Ragout ist es geblieben – der Hirsch marinierte zuerst über Nacht in Rotwein um anschließend langsam in Rotwein, Portwein und Rinderfond geschmort zu werden. Begleitet wird das Ragout jedoch von Pariser Gnocchi, die mit Waldpilzen und etwas Sahne im Ofen überbacken wurden, sowie von karamellisierten Vanille-Quitten, die dem Gericht noch eine säuerlich-frische Komponente geben. Etwas Brunnenkresse rundet das Rezept optisch und geschmacklich ab.

Pariser Gnocchi werden aus Brandteig hergestellt. Dieser wird in Nocken geformt und anschließend in Salzwasser gegart. Zusammen mit einer Sahne-Sauce und einer Waldpilzmischung aus selbst gesammelten Maronen, Steinpilzen und einigen gemischten Röhrlingen wurden diese im Ofen überbacken und zum Hirsch serviert. Das Fleisch für das Ragout stammt aus der Keule und wurde am Vorabend der Zubereitung in Rotwein und einigen Gewürzen mariniert. Am nächsten Tag habe ich es angebraten und mit reichlich Gemüse, Rotwein, Portwein und Rinderfond über 3 Stunden langsam geschmort. Die Quitten wurden kurz angeschwitzt, mit braunem Zucker karamellisiert und mit Vanillemark vermischt.

Quitten gibt es momentan noch eimerweise auf Märkten zu kaufen. Daraus lassen sich viele schöne Sachen machen, wie z. B. Quitten-Gelee, Quitten-Sirup oder Quitten-Chutney, das hervorragend zu Wildgerichten passt.

Rezept

Zutaten für das Hirsch-Ragout mit Pariser Gnocchi und Vanille-Quitten (Für 2-3 Personen):

Für das Hirsch-Ragout:

  • 600 g Hirschfleisch aus der Keule
  • 500 ml Rotwein
  • 200 ml Portwein
  • 500 ml Rinderfond
  • Etwas dunkle Sojasauce
  • 3 Zwiebeln
  • 1 Karotte
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 schwarze Pfefferkörner
  • 5 Wacholderbeeren
  • 2 Gewürznelken
  • Etwas kalte Butter
  • Ein paar Blätter Brunnenkresse
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz

Für die Vanille-Quitten:

  • 1 Quitte
  • 1 Vanilleschote
  • 1 TL brauner Zucker
  • Etwas Butterschmalz

Für die Pariser Gnocchi:

Siehe Rezept hier.

Zubereitung:

1 Am Vorabend der Zubereitung schneidest Du das Hirschfleisch in Würfel, ca. 2×2 cm groß. Diese marinierst Du in dem Rotwein und gibst die Lorbeerblätter, die Nelken, den Pfeffer und die angedrückten Wacholderbeeren zu. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

2 Am nächsten Tag entnimmst Du das Fleisch aus dem Rotwein – den Rotwein aber NICHT wegschütten! Danach schneidest Du die Zwiebeln in feine Würfel und den Lauch, den Staudensellerie und die Karotte in feine Ringe. Den Backofen auf 140°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dann brätst Du das Fleisch in dem Butterschmalz in einem Schmortopf von allen Seiten an. Entnehmen. Anschließend brätst Du das Gemüse an, bis es etwas Farbe genommen hat. Fleisch zugeben und mit 2-3 Spritzern dunkler Sojasauce ablöschen. Einkochen lassen. Mit etwas Rotwein aus der Marinade ablöschen. Einkochen lassen. Vorgang noch zweimal wiederholen. Restlichen Rotwein, Portwein und den Rinderfond angießen, kurz aufkochen, Gewürze und Petersilie zugeben. Etwa 3 Stunden im Ofen schmoren.

3 In der Zwischenzeit die Pariser Gnocchi zubereiten, nach dieser Anleitung.

4 Für die Quitten schälst und entkernst Du diese und schneidest sie in Scheiben. Das Vanillemark aus der Vanilleschote auskratzen. Nun die Quitten in wenig Butterschmalz bei geringer Hitze weich garen. Braunen Zucker zugeben und karamellisieren lassen. Vanillemark zugeben und warm halten.

5 Fleischstücke aus der Sauce fischen, die Sauce durch ein Sieb abseihen und in einer Kasserolle mit etwas kalter Butter binden, final mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Fleisch geben und warm halten, bis serviert wird. Anrichten.

Mehr wildes Zeug

Wildschwein-Ragout in Verjus geschmort mit Ziegenkäse-Zitronenrisotto

Zeit für eine Premiere! Noch nie fand ein Wildschwein seinen Weg in meinen Blog. Asterix und insbesondere Obelix wäKompletten Artikel lesen »

Rehgulasch mit Semmelknödel und Rotkraut

Auf zum letzten Schmorgefecht der Saison! Heute mit einem zarten Rehgulasch, langsam mit viel Zwiebeln inKompletten Artikel lesen »

Pochiertes Rehfilet auf Schwarzwurzel-Rosenkohlsalat, Rotweinsauce, Wacholder-Piment-Joghurt und Birnen-Ravioli

Dass gute Bezugsquellen für diverse Lebensmittel wertvoll sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Wenn man sich durchKompletten Artikel lesen »

  • Schön schauts aus! Aber portionsweise doch eher wie ein Gruss aus der Küche ;-)
    Liebe Adventsgrüsse aus Zürich,
    AndyAntwortenAbbrechen

  • Wow! Das macht wirklich Appetit.

    Mich reizen ja die Vanille-Quitten. Ganz einfach, aber sicher gut.AntwortenAbbrechen

  • Sehr schönes Rezept. Deine Wildgerichte lassen mir immer wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die klingen absolut überzeugend.
    Ich denke bei Schritt 3 in der “Anleitung” wolltest Du einen Link hinterlegen, zumindest klingt das so. Der ist Dir dann wohl durch die Lappen gegangen. Zum Glück ist die Anleitung für die Pariser Gnocchi oben bereits verlinkt.

    Gruß,
    JensAntwortenAbbrechen

Thüringer Sauerkrautsuppe

Thüringer Sauerkrautsuppe

Als Franke wächst man ja quasi neben einem Sauerkrautfass auf. Nirgendwo sonst wird wohl das Stereotyp vom Sauerkraut essenden Deutschen so erfüllt, wie in Franken. “Brodwörschd auf Graudd” sind allgegenwärtig.

Deswegen hatte ich schon sehr, sehr lange ein Rezept für eine Sauerkrautsuppe auf meiner Kochliste, sie aber bis dato noch nie zubereitet gehabt. Jeder Food-Blogger führt wahrscheinlich eine oder mehrere dieser Listen, um den Überblick über gute, interessante oder ungewöhnliche Rezepte zu behalten. Ich bin vor etwa einem Jahr von losen Listen auf Evernote umgeschwenkt, und archiviere seither dort nicht nur Rezeptideen, sondern auch Rezepte, über die ich auf meinen Streifzügen durch das Internet stolpere und Listen über Gerichte, die ich bald nachkochen möchte. Dort vermerke ich zudem Inspirationen aus Kochbüchern, hübsch mit Seitenzahl gekennzeichnet, so dass das Auffinden möglichst einfach gemacht wird. Der große Vorteil: Über Schlagworte lassen sich die gespeicherten Rezepte schon beim Archivieren bestimmten Listen zuordnen. Nachdem das Rezept ausprobiert wurde, entferne ich einfach die Markierung.

Die Markierung für die Sauerkrautsuppe kann ich nun auch entfernen. Ich habe mich – wieder einmal – an ein Rezept aus “Deutschland Vegetarisch” gehalten – denn beim erneuten Durchblättern des Buches fiel mir die Suppe erneut auf und die Gelegenheit wurde beim Schopfe gepackt. Wenn Du Rezepte mit Sauerkraut zubereitest, so nutze bitte unbedingt ein frisches Sauerkraut von Deinem Biomarkt des Vertrauens. Die Dosenware ist geschmacklich viel zu stark verfärbt, zudem braucht die vielen Zusätze kein Mensch. In Nürnberg führt jeder Bio-Laden Sauerkraut von einem Erzeuger aus der Region. Das schmeckt wunderbar frisch und wurde nicht durch Zusatzstoffe verhunzt.

Die Sauerkrautsuppe ist schmackhaft, samtig weich und ein formidables Winteressen. Wenn es draußen grau wird, die Schneewolken den Himmel verhängen und einen kalten Gruß gen Erde schicken, so wärmt diese Suppe bestens. Für die Suppe wird das Sauerkraut gut entwässert, dann mit Zwiebeln langsam gedünstet, bis es Farbe annimmt. Eine gute Brühe und ein wenig saure Sahne vollenden das Werk und sorgen für die cremige Konsistenz.

Rezept

Zutaten für die Thüringer Sauerkrautsuppe (Für 2-3 Personen):

  • 500g Sauerkraut
  • 2 Zwiebeln
  • 1 L Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 200g saure Sahne
  • 100ml Apfelsaft
  • 6 Wacholderbeeren
  • Frischer Majoran
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL Kartoffelmehl
  • 1 TL Zucker
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Zunächst drückst Du das Sauerkraut so gut wie es geht aus – den Saft nicht wegschütten. Dann schälst Du die Zwiebeln und schneidest diese in dünne Halbringe. Dann dünstest Du das Sauerkraut mit den Zwiebeln in etwas Butterschmalz in einer Pfanne an, bis es Farbe angenommen hat. Dann die Wacholderbeeren, den Kümmel und die Lorbeerblätter zugeben und noch kurz weiter dünsten.

2 Mit Apfelsaft, Sauerkrautsaft und Brühe aufgießen, aufkochen und abschmecken. Zugedeckt etwa 10 Minuten köcheln.

3 Das Kartoffelmehl mit der sauren Sahne mischen und unter die nicht mehr kochende Suppe rühren. Mit Majoran dekorieren, ggf. final abschmecken. Servieren.

Quelle: Deutschland vegetarisch

Mehr super Suppen

Rotkohl-Gazpacho mit Senfeis nach Heston Blumenthal

Heston Blumenthals Kochbuch “Heston Blumenthal at home” habe ich ja schon im letzten Jahr über den grünenKompletten Artikel lesen »

Riesling-Suppe mit Zimt-Croûtons und Weintrauben

Mir begegnete die Riesling-Suppe in einem schönen Landgasthof bei einer Familienfeier. Ich war vom intensivenKompletten Artikel lesen »

Kürbiscrèmesuppe mit Apfel

Das erste Kürbisgericht des Jahres ist bei mir meist eine Kürbissuppe. So auch 2013: Das erste Rezept, dass ich ausKompletten Artikel lesen »