Honey Bee

“Wie wär’s mal wieder mit Rum?” sagte ich mir gestern Abend – so schön schnörkellos und doch komplex wie ein Daiquiri vielleicht? Nun setzt der Daiquiri als der klassische Rum-Sour schlechthin ganz schön hohe Maßstäbe – und geschmacklich schwebte mir etwas ähnlich frisches, mit gut balancierter Zitrussäure und leichter Süße vor. Eine Daiquiri-Variation also – zumindest im weitesten Sinne.

Der Honey Bee folgt der üblichen Sour-Formel aus Basis-Spirituose, Zitrussaft und Süßungsmittel, ist aber insgesamt etwas leichter als ein Daiquiri. An die Balance zwischen süß und sauer muss man sich herantasten. Sie hängt auch hier vom Säuregehalt der Zitrone und der Süße des Honigs ab. Der Honig lädt natürlich zum Spielen ein: Wie wär’s mal mit aromatischem Waldblütenhonig oder Lavendelhonig aus der Provence? Jede Sorte beeinflußt den Drink nicht nur in Süße sondern auch Aroma – im Vergleich zum üblichen Zuckersirup ein enorm vielseitiges Süßungsmittel.

Adaptiert nach einer Rezeptur aus dem “Handbook for Hosts”, 1949.

Zutaten:

  • 60 ml weißer Rum
  • 25 ml Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 3 BL flüssiger Honig
  • 45 ml stilles Mineralwasser (kalt)

 

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen mit Eis ca. 10-15 Sekunden im Shaker kräftig schütteln.

2. Doppelt in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.

3. Mit einer Zitronenzeste garnieren.

Los geht’s mit einem eher ungewöhnlichen, aber zur Jahreszeit wunderbar passenden Rohkost-Salat. Dafür habe ich zwei Hokkaido-Kürbisse genommen und mit der Küchenmaschine klein gehobelt. Zwei Äpfel fanden ihr Ende ebenfalls im Hobel, nur um dann noch von einer ordentlichen Portion Kürbiskernöl, Kürbiskerne, Zitronesaft und karamellisiertem Honig angemacht zu werden. Da sich die Jungs schlussendlich gut vertragen haben, kam noch eine Handvoll Radiccio hinzu. Lecker.

REZEPT:

Zutaten für den Hokkaido-Salat mit Radiccio (für 4-6 Personen):

  • 2 kleine Hokkaido-Kürbisse (je ca. 600g)
  • 2 Äpfel
  • 1 kleiner Radiccio
  • 1 Handvoll Kürbiskerne
  • 4EL Kürbiskernöl
  • 2 Zitronen
  • 2 EL Honig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Hokkaido-Kürbisse mit einem Sparschäler schälen. Dann aufschneiden, und das Gehäuse entfernen. Besonders gut geht das mit einem Pariser Messer (Kugelausstecher). Danach die Kürbisse in dünne Spalten hobeln.

2 Den Apfel vierteln und das Gehäuse entfernen. Ebenfalls hobeln. Die Zitronen auspressen und sofort über die Apfel-Kürbis-Mischung geben. Den Radiccio waschen. Den Honig bei schwacher Hitze karamellisieren. Mit dem Kürbiskernöl und den Kürbiskernen unter den Salat heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Inspiration: Living at Home Spezial Gäste und Feste

  • Sowas ähnliches hab ich jetzt erst im Fernsehen gesehen. Hatte meine Neugierde geweckt. Ich werd es wohl mit meinem Butternut ausprobieren. Danke!AntwortenAbbrechen

  • Bene

    Wie bekommst du es hin, dass der Kürbis nicht allzu fest ist?AntwortenAbbrechen

Ich nehme meinen Geburtstag zum Anlass, um einmal im Jahr ein ausladendes Buffet für einige Freunde zuzubereiten. Das Buffet findet nun seit drei Jahren statt und entwickelt sich langsam aber sicher zu einer Institution in meinem Kalender.

Ich nehme mir dann zwei Tage Zeit für das Kochen und bereite sukzessive alle Speisen zu. Meist unterstützt mich Ralf für ein paar Stunden, was vor allem kurz vor dem Eintreffen der Gäste eine große Hilfe ist, wenn alle Gerichte final abgeschmeckt, angerichtet und finalisiert werden. Mit seiner Hilfe schaffe ich es dann, eine halbe Stunde vor Beginn der Party fertig zu sein, inklusive sauberer Küche (“Och nee, so viel Arbeit war’s nicht, siehste ja, die Küche ist kaum benutzt…”).

Die Planungen für das Buffet starten derweil schon einige Wochen früher. Da werden Kochbücher gewälzt, Listen geschrieben und Menüs zusammengestellt. Wichtige Kriterien: Die Speisen müssen kalt schmecken und ein Teil muss sich am Tag vorher gut vorbereiten lassen. Und zueinander passen müssen die Gerichte natürlich auch. Da das Buffet immer im Oktober stattfindet, sind die Zutaten meist herbstlich-kräftig. Dieses Jahr habe ich viel mit Kartoffeln, Kürbis, Roquefort, Ente und Krabben zubereitet. Bestimmte Muster wiederholen sich, um die Gerichte auch aufeinander abzustimmen. Denn mein Ziel ist es, dass die Gäste möglichst viele Gerichte probieren können, und sich nicht einmal den obligatorischen Pappteller (Ieeeh!) volladen und dann die kulinarische Reise sofort auf dem Sofa beenden. Meine Gerichte gibt’s in Gläsern, kleinen Take-Away-Portionen, von denen durchaus mehrere gegessen werden können. Oder geteilt. Und diskutiert. Und philosophiert. Und kritisiert. Und gerne auch gelobt.

Das kulinarische Erlebnis steht im Vordergrund – und das ist gut so. Schließlich sind die Köstlichkeiten wesentlich schneller verzehrt, als sie entstehen. Dafür ist der Moment, wenn alle Gerichte auf dem Tisch stehen und ich den Gästen erklären kann, was da auf sie zukommt, wunderschön. Da steht man gefühlt vor einer Meute ausgehungerter Wölfe, die nur darauf warten, dass man seinen Sermon beendet, Platz gemacht und das Buffet für eröffnet erklärt hat. Zack, los geht’s.

Dieses Jahr gab es 15 Gerichte, davon zwei Desserts. Die Rezepte werden nach und nach auf dem Blog veröffentlicht (denn bis auf drei Gerichte sind noch alle unverbloggt).

  1. Pimientos de Padrón, spanisches Roulette
  2. Causa Rellena mit Krabbenfleisch und Avocado, peruanische Spezialität
  3. Thai-Hähnchen Avocado-Limette, im Glas serviert
  4. Entenbrust mit Feldsalatmousse, Apfel und Wasabinüssen, Abgefahrenes im Glas frei nach Roland Trettl
  5. Hokkaido-Salat mit Radiccio, Kürbis mal anders
  6. Geschmorte Süßkartoffeln mit sanft gegartem Kassler und dreierlei Saucen, mein Highlight des Abends
  7. Bulgur mit Entenbrust auf orientalische Art, im Glas serviert und viel zu schnell leer gelöffelt
  8. Makkaroni mit Rapunzel, Roquefort & Birne, im Glas serviert
  9. Mit karamellisierten Ingwer-Walnüssen gefüllte Roquefort-Datteln, kommen spießig daher
  10. Mandel-Curry mit schonend gegartem Schweinefilet, Masse mit Klasse
  11. Maronen-Zimt-Shot mit Chili-Schaum, im Reagenzglas serviert
  12. Kichererbsencrème mit Nordseegarnelen, auf Löffeln serviert
  13. Focaccia, klassische Beilage
  14. Zwetschgenragout mit Mandelmousse, feine Aromen
  15. Pistazien-Parfait mit Rotweinsauce, der krönende Abschluss

Das Feedback war sehr positiv: Es gab wohl keine Ausreisser nach unten, dafür aber verschiedene persönliche Highlights. Sehr schnell leer war die Platte mit den geschmorten Süßkartoffeln und dem Kassler, ebenso die Causa Rellena, die Datteln und die Kichererbsencrème. Die beiden Desserts fanden zudem auch besonderen Anklang.

Die nächsten Wochen blogge ich nach und nach alle Rezepte und auch meine Planungsunterlagen, falls jemand eine Vorlage braucht. Es war viel Arbeit, die hat sich aber definitv gelohnt. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr…

Ist heute Sonntag? Ich glaube schon. Genauso komisch wie es sich anfühlt, dass heute Sonntag ist und ich trotzdem arbeiten muss, irgendwie – genauso komisch ist das Gefühl, wenn ich backe. Dann wird die Küche zu einem lebensfeindlichem Areal, in dem mich diverse Geräte mißmutig anstarren und versuchen, mir Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Liebgewonnene Utensilien wehren sich gegen Benutzung und meine Hände gehorchen nicht meinem Hirn. Ich fühle mich wie ein Anfänger.

Ich kann’s wirklich an einer Hand abzählen, wie oft ich im Jahr backe. Dieses Jahr war’s sogar das erste Mal, und ich bezweifle, dass es noch eine Fortsetzung gibt. Mir reicht’s schon wieder. Da schäle ich lieber drei Kilo Maronen.

So gesehen bin ich ja schon geradezu euphorisch, wenn ich auf das Resultat meines Exkurses, Abenteuers, Spießrutenlaufes oder meiner Gralssuche zurückblicke. Irgendwie habe ich’s doch gebacken bekommen (Brüller!).

Bei Petra von Chili und Ciabatta habe ich vor kurzem den leckeren Apfel-Pudding-Kuchen gesehen und begeistert auf die Nachkochliste geschoben. Und zwar auf die meiner Frau. Aber kein Rehaugenblick, Gesäusel und Auflegen der neuesten James Blunt CD haben geholfen – ich musste wohl selbst ran, wenn ich an die Kronjuwelen mochte. Nuja.

Gelohnt hat sich’s, denn der Kuchen ist wirklich lecker. Ich stehe sowieso auf Apfelkuchen und seit den Vanillepudding-Muffins und ihren Brüdern, den Schokopudding-Muffins, auch auf Pudding im Gebäck. Also her damit:)

 

REZEPT

Zutaten für den Apfel-Pudding-Kuchen:

  • 6 Äpfel
  • 150g Zucker
  • 25ml Wasser
  • 125ml Milch
  • 125ml Sahne
  • 1 Packung Vanillepudding-Pulver
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Eier
  • 2 EL Zucker

Für den Mürbteig:

  • 300g Mehl
  • 2 Msp. Backpulver
  • 3 El Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 150g kalte Butter
  • 1,5 Eigelb

Zubereitung:

1 Für den Mürbeteig Mehl, Backpulver, Zucker und Salz in einer Rührschüssel mischen. Dann die Butter in Flocken zugeben und alles krümelig mischen. Danach die Eigelbe zugeben, mischen und zu einem Teig zusammenkneten. Ich habe eine Springform mit 24cm Durchmesser benutzt. Diese mit etwas Butter fetten und etwa 2/3 des Teiges auf dem Boden der Springform ausrollen, aus dem Rest einen Randformen und andrücken. Den Boden dicht mit einer Gabel einstechen. Den Teig ca. 30 Minuten im Kühlschrank gehen lassen.

2 Nun die Äpfel waschen, schälen und entkernen. Dann in kleine Stücke schneiden und mit dem Wasser und dem Zucker einkochen, bis die Apfelstücke zerfallen. Erkalten lassen.

3 Den Pudding mit der Milch, der Sahne, der Vanilleschote, 2EL Zucker und dem Puddingpulver herstellen. Danach den Backofen auf 180°C vorheizen.

4 Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und das Apfelmus darauf verteilen. Dann den Pudding darüber geben und den Kuchen 45 Minuten backen, herausnehmen, den Rohrzucker darüber streuen und erkalten lassen.

  • Und ob du’s gebacken bekommen hast! Auch bei dir sieht dieser mega-leckere Kuchen von Petra optisch wesentlich besser aus als er es bei mir tat….aber wichtig ist ja nur, dass er schmeckt und das tut er!AntwortenAbbrechen

  • Ich weiß wirklich nicht, was du hast: deine Variante sieht doch gut aus!

    Karamellisiert hast du den Zucker aber schon auch, nehme ich an ;-) AntwortenAbbrechen

  • Ich muss das mal hier loswerden. Der Kuchen war der Hammer. Meine Gäste hatten mich gestern Abend nur gelobt und zum König des Apfelkuchens erklärt, danke für das tolle Rezept!AntwortenAbbrechen

  • Hey klingt das lecker, muss ich unbedingt testen. Aber das halbe Eigelb scheint mir etwas schwierig, ob wohl 1 Eigelb reicht??!! ;-) Liebe Grüße, BiancaAntwortenAbbrechen

  • Frank

    Hi, wie hast du denn die schöne Zuckerkruste oben drauf bekommen? Ich backe normalerweise auch sehr ungern und bei mir hat das nicht so schön karamellisiert ausgesehen…AntwortenAbbrechen

 

Smokey Old Bastard

Ein rauchiger Drink mit Bourbon-Whiskey? Normalerweise haben die schottischen Whisky-Sorten durch ihren typischen Torf- und Rauchgeschmack dieses Geschmacksareal für sich gepachtet. Bourbon Whiskeys präsentieren sich dagegen eher mit leichten Vanille-Tönen und im Vergleich zu ihren schottischen Verwandten eher mild und süß. Na und? Wenn der Bourbon nicht rauchig schmeckt, dann machen wir ihn rauchig!

Dazu eignet sich Lapsang Souchong Tee natürlich bestens. Riecht intensiv nach Lagerfeuer und erinnert im Geschmack tatsächlich deutlich mehr an Rauch als an Tee. Der Smokey Old Bastard – eine “bastardisierte” Variante des Old Fashioned Cocktails – bekommt durch den Lapsang Souchong Tee eine gehörige Portion Rauch-Aroma verpasst und benutzt als Süßungsmittel Ahornsirup – einen Traumpartner für Bourbon Whiskey. Bitters nicht vergessen – die runden das ganze ab. Und: Rühren, Rühren, Rühren!

Adaptiert nach einer Rezeptur von Craig Toone, Glovers Bar, Merseyside, England.

Zutaten:

  • 60 ml Bourbon Whiskey
  • 1 BL Lapsang Souchong Tee (lose)
  • 2 BL Ahornsirup
  • 2 Dashes Bokers Bitters

 

Zubereitung:

1. Den Tee und 30 ml Bourbon in ein Rührglas geben und 1 Minute ziehen lassen.

2. Vier Eiswürfel hinzugeben und 1 Minute verrühren.

3. Durch ein Teesieb in einen mit Eis gefüllten Tumbler abseihen, Ahornsirup und Bitters zugeben und nochmals 1 Minute rühren.

4. Restlichen Bourbon und zusätzliche Eiswürfel hinzugeben und weitere 30 Sekunden rühren.

5. Mit einer Zitronenzeste garnieren und servieren.