Heute muss es schnell gehen. Daher folgt auch nur ein sehr kurzes Rezept.

Pimientos de Padrón sind Paprikaschoten, die nur in der Umgebung des Ortes Padrón in Spanien wachsen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie eigentlich keine Schärfe besitzen – nur hin und wieder ist ein Ausnahme-Exemplar dabei. Das macht die kleinen Früchte zu einer Art kulinarischem russischen Roulette und bringt jedem Menge Spaß für alle am Tisch – nur nicht für den, der einen scharfen Vertreter erwischt.

Klassisch werden die Pimientos nur in etwas Olivenöl gebraten und mit gutem Salz bestreut. Ich habe noch etwas Knoblauch und Zitronensaft hinzugefügt.

REZEPT

Zutaten für die Pimientos de Padrón (für 3-4 Personen):

  • 250g Pimientos
  • 1 Zitrone
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Weißwein
  • Gutes Meersalz

Zubereitung:

1 Die Pimientos waschen und trockentupfen. Den Zitronensaft auspressen. Die Knoblauchzehen schälen und in feine Scheiben schneiden.

2 In einer ausreichend großen Pfanne das Olivenöl mit dem Knoblauch erhitzen. Die Pimientos zugeben und kräftig anbraten, bis die Haut Blasen wirft. Dann mit dem Zitronensaft und dem Weißwein ablöschen und kurz unter stetem Schwenken aufkochen.

3 Kräftig mit Meersalz würzen und sofort servieren.

Zwetschgen-Chutney

Zwetschgenernte bei meinen Schwiegereltern! Ungespritztes, frisches Obst aus dem eigenen Garten – der besten Einkaufsquelle überhaupt, wie auch schon Juliane und Zorra in Artikeln bemerkt haben. Wohl dem, der einen Garten und den zugehörigen grünen Daumen hat. Da ich bei der Verteilung der grünen Daumen wohl gerade Fußball gucken war und momentan auch keinen eigenen Garten habe, bleibt mir nur das gelegentliche Plündern der elterlichen Bestände. Oder eben der Gang zu meinen verlässlichen Händlern aus der Region. Anyways.

Ich habe von der Ernte ein gutes Kilo mit nach Hause genommen, ein paar Zwetschgen so schnabuliert und den Rest zu einem Zwetschgen-Chutney verarbeitet. Ich liebe Chutneys und ich hatte auch kein einziges Gläschen mehr im Vorratsschrank.

Chutneys passen hervorragend zu Käse, Currys und kurzgebratenem Fleisch. Oder aber einfach als Brotaufstrich. Sehr flexibel, die Jungs. Das Zwetschgen-Chutney sollte allerdings noch eine gute Woche ziehen, erst dann entfalten die Aromen den vollen Geschmack. Schön eingemacht sind die Gläschen dann auch bis zu drei Monaten haltbar – die sie bei mir aber sowieso nicht überleben. Gerade jetzt, wenn der Herbstnebel den Wöhrder See heraufkriecht ist es sehr angenehm, sich auf das Sofa mit einem leckeren Stück Käse und einem Glas Wein zurückzuziehen. Frisches Chutney dazu, perfekt.

Das Rezept ergibt drei 220ml-Gläschen.

Lust auf mehr Chutney-Rezepte? Dann hier entlang!

Zwetschgen
Gewürze für Zwetschgen-Chutney
REZEPT

Zutaten für das Zwetschgen-Chutney (ergibt etwa drei 125ml Gläser):

  • 1 kg Zwetschgen
  • 30g Ingwer
  • 70g Cranberrys (getrocknet)
  • 100ml Aceto Balsamico Bianco
  • 100g brauner Zucker
  • 1 Chili
  • 1 Zimststange
  • 2 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Currypulver
  • 1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 Kardamomkapseln, zerstoßen

Zubereitung:

1 Die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. Danach in grobe Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken.

2 Den braunen Zucker in einem Topf karamellisieren lassen. Mit dem Aceto Balsamico Bianco ablöschen und solange kochen, bis die Flüssigkeit fast eingekocht ist. Dann die Zwetschgen zugeben und im Karamell scharf anbraten. Nun tritt aus den Früchten Flüssigkeit aus. Die übrigen Zutaten (Ingwer, Cranberrys und die Gewürze) zugeben und solange bei recht hoher Temperatur kochen, bis der ausgetretene Saft der Zwetschgen nahezu verkocht ist. Die Hitze stark reduzieren und noch 5 Minuten ziehen lassen, dann sofort luftdicht verschließen.

Tipp: Das Zwetschgen-Chutney sollte eine Woche durchziehen. Das Zwetschgen-Chutney ist in etwa drei Monate haltbar.

Quelle: Living at Home 7/2009, Rezept wurde hier und da modifiziert.

  • Was beneid ich jeden, der auf solche Quellen zurück greifem kann…Die Zwetschken haben aber auch eine tolle reife Fruchtfleischfarbe!AntwortenAbbrechen

  • Das kriegt meine Schwiegermutter am Wochenende als Mitbringsel. Wenn´s nicht schmeckt sind wir beide dran ;-) Zwetschgen stehn schon im Keller…AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Daniela: Ja, die waren auf den Punkt reif. Schön weich und richtig süß.

      @Alex: Schwiegermütter, aua. Naja, wenn Du das Chutney verbockst lade ich sie zum essen ein. Danach ist alles wieder gut ^^AntwortenAbbrechen

  • Mit zwei Zwiebeln, doppelter Zuckermenge und einer Zitrone lies sich noch was draus machen ;) Waren wohl meine Zwetschgen nicht süß genug…AntwortenAbbrechen

  • Uwe

    …wozu ich sagen muss, dass ich eher an Süße spare und wenig Zucker verwende. Aber ja, meine Zwetschgen waren sehr, sehr süß. War Schwiegermama sauer? Und: Muss ich mich beim Bloggertreffen auf Haue einstellen?AntwortenAbbrechen

  • [...] habe heute das Zwiebel-Chutney vorberietet, nachdem es vor einigen Tagen schon das Zwetschgen-Chutney gab (mit dem sich der Herr Hansen wohl nicht bei seiner Schwiegermama mit Ruhm bekleckern konnte). [...]AntwortenAbbrechen

  • Alles cool, ich hab´s gerettet – ein Glück kann ich kochen ;) Ich hab auch nix gegen sauer (außer bei der Schwiegermutter) aber meine Version vom Chutney war richtig bitter. Aber das kriegt man mit Zitronensaft und Zucker in den Griff. Und um es noch ein bisschen in Richtung klassischeren Chutney-Geschmack zu drehen hab ich zwei dicke Zwiebeln angeschwitzt und noch kurz mitgekocht vor´m Abfüllen und schon war´s nach meinem Geschmack. Das ist halt das Kreuz mit Rezepten – fällt die Hauptzutat so unterschiedlich aus, bringt dir die beste Anleitung nix mehr…AntwortenAbbrechen

  • K. Geiger

    Hallo, Uwe,
    das schmeckt schon beim Kochen genial, ich freue mich darauf, wie es schmeckt, nachdem es durchgezogen hat. Ich bin aber fast sicher, dass nur ganz wenig diese Chance bekommt.
    Gruß
    KarinAntwortenAbbrechen

    • Ich finde es auch immer sehr wichtig etwas mehr zu machen, damit der Koch nicht hungern muss ;-) AntwortenAbbrechen

Brunnenkresse-Basilikum-Salat mit Tamarillo und tasmanischem Pfeffer

Brunnenkresse. Thai-Basilikum. Tamarillo. Tasmanischer Pfeffer. Jetzt hat der Bub voll einen an der Klatsche. Alles Zutaten, die man nicht so einfach oder nur in Spezialgeschäften bekommt. Ich hatte irgendwann irgendwo einmal ein Rezept gesehen, in dem aus Brunnenkresse und Basilikum ein Salat gezaubert wurde. Was da aber noch alles drin war – ich kann mich nicht mehr erinnern (man wird ja auch nicht jünger).

Nuja. Probieren geht über studieren, und so kam dieses Gericht zustande. Generell muss man sagen, dass der Salat eher etwas für Personen ist, die auf Säure und kretzige Aromen stehen. Ich fand’s lecker, aber eben etwas anderes. Brunnenkresse als Hauptbestandteil eines Salates ist jedenfalls eine prima Sache. Fein im Geschmack, zart im Aroma. Toll.

Tamarillos sind auch unter der Bezeichnung südamerikanische Baumtomate bekannt. Der Geschmack hat aber nicht sehr viel mit unseren herkömmlichen Tomaten zu tun – die Frucht ist vor allem recht sauer. Sie kann durchaus roh gegessen werden, dann empfehle ich aber, die Tamarillo mit etwas braunem Zucker zu bestreuen oder in einem süßen Sirup zu baden. Dann entwickelt sich aus der Frucht eine wirklich schmackhafte Geschichte. Die Haut sollte man dagegen meiden, sie ist recht hart und schmeckt irgendwie…komisch. Ich habe mir also recht schnell einen Löffel geschnappt und die Tamarillo mit braunem Zucker überzogen ausgelöffelt.

Im Salat machte sich die Säure der Tamarillo mit dem Palmzucker sehr gut und hat wunderbar reingepasst. Ich kann mir aber auch gut eine reife Mango oder Papaya darin vorstellen.

 

REZEPT

Zutaten für den Brunnenkresse-Basilikum-Salat mit Tamarillo und tasmanischem Pfeffer (für 2 Personen):

  • 1 Bund Brunnenkresse
  • 1 Handvoll Thai-Basilikum
  • 1/2 Tamarillo

Für die Vinaigrette:

Zubereitung:

1 Die Brunnenkresse- und Thai-Basilikumblätter abzupfen und waschen. Die Tamarillo halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Löffel entfernen. Die Schale ist recht hart und wenig schmackhaft. Alles in eine Schüssel geben.

2 Für die Vinaigrette den Limettensaft, das Sesamöl, eine Prise Salz und den Palmzucker vermischen. Den tasmanischen Pfeffer in einem Mörser zerstoßen und zugeben. Den Salat mit der Vinaigrette mischen.

  • Ohne Tamarillo würde mir dieser Salat besser gefallen, im Austausch könnte ich mir Papaya am besten vorstellen. Ich habe irgendwann vor einigen Jahren mal ein Tamarillo-Sorbet probiert und seitdem diese Frucht/dieses Gemüse??? gemieden.AntwortenAbbrechen

Geeiste Kartoffel-Buttermilch-Suppe

Ich habe mich ja lange gefragt, warum dieses Rezept “Geeiste Kartoffel-Buttermilchsuppe” heisst. Es wird weder mit Eis hantiert noch wird das Süppchen in den Kühl- oder Eisschrank verfrachtet. Handelt es sich hier also um eine neue Suppkultur?

Behende schwang ich mich auf zur Recherche in das Wörld Weid Webb. Reicht das Zugeben von kalter Buttermilch, um das Süppchen als “geeist” zu bezeichnen? Hm. Ich konnte tatsächlich keine brauchbare Definition finden – dafür eine Menge anderer Rezepte, bei denen die zubereitete Suppe nahezu IMMER ein paar Minuten im Eisfach heruntergekühlt wurde. Doppelhm. Hat der Alfons also sein Rezept unsauber geschrieben? Fragen über Fragen.

Also habe ich eher ein lauwarmes Kartoffel-Buttermilch-Süppchen zubereitet. War aber auch nicht schlecht. War sogar sehr gut. Die Kombination aus Kartoffel, Buttermilch, Chili und Birne rockt ziemlich. Und für Rezepte von Alfons sehr ungewöhnlich: Es wurde keine Vanille verwendet. Hat aber auch niemand vermisst.

Das nächste Mal werde ich die Suppe einfach noch ein paar Takte im Eisfach einem invertierten Klimawandel unterziehen. Coole Sache.

 

REZEPT

Zutaten für die geeiste Kartoffel-Buttermilch-Suppe (für 2 Personen):

  • 3 Kartoffeln
  • 2 EL Selleriewürfel
  • 0,75l Gemüsebrühe
  • 250ml Buttermilch
  • 1 Birne
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Chili
  • 1 EL gehackter Majoran
  • 1/2 TL gemahlener Kümmel
  • 1 Msp. Zitronenschale
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Gemüsebrühe erhitzen und die Kartoffel- und Selleriewürfel zugeben. Ca. 30 Minuten köcheln. Das Lorbeerblatt und die Chili für die letzten 10 Minuten der Garzeit ebenfalls zugeben. Dann den Majoran und dem Kümmel zugeben. Etwas auskühlen lassen.

2 Die Chili und das Lorbeerblatt entfernen. Danach die Buttermilch zugeben und mit einem Pürierstab fein pürieren. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Zitronenschalen zugeben.

3 Zuletzt die Birne waschen und das Kerngehäuse entfernen. Klein würfeln und zur Suppe geben.

Quelle: Alfons Schuhbeck, “Meine Klassiker”

  • Heidernei! Nicht nur Vanille fehlt, sondern auch der Ingwer ;-)! Ansonten hört sich das Rezept wirklich gut an und ich würd die Suppe, wie du schon sagst, ne Weile ins Eisfach stellen. Das kommt bestimmt gut! Übrigens cool, dass du zum Bloggertreffen kommst! Freu mich :-)!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Simone: Ja, das werde ich das nächste Mal definitiv tun. Ich freue mich auch schon sehr auf das Treffen und bin gespannt, die ganzen anderen Blogger mal “in echt” kennen zu lernen. Wird bestimmt ein schöner Tag!AntwortenAbbrechen

  • Vielleicht hat der Alfons ja auch die Buttermilch in der Suppe gesehen und gedacht: “Das sieht ja aus wie ein Eisberg” und war dann beim Namen etwas kreativer?

    So mit den Blasen kann ich mir schon vorstellen, dass man das als kleine Eislandschaft interpretieren kann :) AntwortenAbbrechen

  • Beim Titel hat’s mich ja noch etwas gefröstelt (der versprochene Altweibersommer fand heute im Bayerischen Wald leider nicht statt), beim Anblick des Süppchens wird’s mir aber ganz warm um’s Herz :-) Schöne Kombination!AntwortenAbbrechen

Wicked Wahine Cocktail

Die Tiki-Drink-Kultur mit all ihren frischen, exotischen Fruchtsäften und dem Geschmack, der förmlich nach Urlaub auf einer Südseeinsel ruft, hat lustigerweise gar nichts mit den Polynesischen Inseln zu tun. Sie wurde an der Westküste der USA “erfunden” und spiegelt die Vorstellung der Amerikaner von einer idyllischen Insel-Paradieswelt wieder.

So sind natürlich die typischen tropischen Drinks in Bars an der amerikanischen Westküste weit verbreitet – wohingegen eine solche Drink-Kultur auf den Pazifik-Inseln gar nicht existiert. Selbst auf Hawaii muss man danach suchen. Barkeeper Brice Ginardi hat aus der Not eine Tugend gemacht und kurzerhand auf Hawaii eine Tiki Bar eröffnet – und auch gleich noch einen fantastischen Drink kreiert: den Wicked Wahine.

Während viele typische Tiki-Drinks mit Eis (oft Crusched Ice) zubereitet und serviert werden, wird dieser Drink im klassischen Cocktailglas “up” (ohne Eis) serviert. Zugegeben: die knallig rote Farbe hat mich zunächst abgeschreckt – sie kommt hauptsächlich vom Granatapfelsirup. Das allein schien mir schon süß genug – aber auch noch Maracujasirup und Falernum* zum Süßen? Erstaunlicherweise wird die Süße durch die Zitrussäfte richtig gut im Zaum gehalten, und das Ganze erhält durch den Spiced Rum eine solide Basis. Einfach Lecker.

* Falernum ist ein karibischer Gewürzlikör auf Rum-Basis mit Zutaten wie Ingwer, Nelken, Mandeln, Limetten und Piment.

 

Adaptiert nach einer Rezeptur von Brice Ginardi, Okolemaluna Tiki Lounge, Kailua-Kona, Hawaii.

Zutaten:

  • 60 ml Spiced Rum
  • 10 ml Falernum
  • 10  ml Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 10 ml Limettensaft (frisch gepresst)
  • 10 ml Maracujasirup
  • 10 ml Granatapfelsirup
  • 1 Dash Peychaud’s Bitters

 

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen mit Eis im Shaker ca. 10-15 Sekunden kräftig schütteln.

2. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.