White Cargo

Während der Prohibition trieb die Kreativität mancher Barkeeper teilweise schon eigenartige Blüten. Gin mit Vanille-Eiscreme klingt zumindest recht ungewöhnlich – ist jedoch genauso wie viele andere Mischungen mit Spirituosen und Ei oder Sahne sicher dem Versuch zuzuschreiben, eine eher minderwertige Spirituose im Drink zu kaschieren. Derartige Rezepturen enstanden seinerzeit en masse und haben damals wohl auch den Geschmack beeinflusst.

Kann die Gin-Vanilleeis-Kombination auch heutzutage überzeugen? Ich habe mir den Spaß gemacht, den White Cargo mal zu probieren. Er soll ja ohne zusätzliches Eis geschüttelt werden und ist damit nicht annähernd so kalt wie ein auf Eiswürfeln geschüttelter Drink. Mein ehrliches Fazit: Wer angewärmte Martinis mag, wird damit seine Freude haben. Für mich war der erste Versuch nichts.

Um die Drink-Temperatur in bekömmlichere, kühlere Regionen zu bekommen, benutzte ich im nächsten Versuch Gin aus dem Gefrierschrank. Damit war der Drink tatsächlich trinkbar, geschmacklich aber nicht gerade eine Offenbarung. Die Mischung von Gin und Vanille-Eis ist sicherlich interessant, kann jedoch nicht richtig überzeugen. Irgendwie fehlt da Komplexität und Tiefgang.

Rezept

Nach einer Rezeptur aus „The Savoy Cocktailbook“, Harry Craddock, 1930.

Zutaten:

  • 60 ml Dry Gin (möglichst gut gekühlt)
  • 2 gut gehäufte EL Vanille-Eiscreme

Zubereitung:

1. Alle Zutaten ohne extra Eis im Shaker ca. 20 Sekunden kräftig schütteln.

2. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen und mit frisch geriebener Muskatnuss garnieren.

White Cargo

Zum Glück gibt es Rezepturen, die diesen Mangel an Komplexität zu beheben versuchen – zum Beispiel den Improved White Cargo Punch. Durch die Zugabe von ein wenig Maraschino und Lillet Blanc wird aus dem White Cargo tatsächlich ein respektabler Drink. Schmeckt angenehm cremig ohne aufdringlich sahnig zu sein und bietet noch ein paar feine Nuancen neben Wachholder und Bourbon-Vanille. Definitiv mein bester Versuch – ein echter Favourite ist der Drink für mich aber nicht.

Improved White Cargo Punch

Nach einer Rezeptur einer Hendricks Gin Präsentation, Menge auf eine Portion reduziert.

Zutaten:

  • 60 ml Dry Gin (möglichst gut gekühlt)
  • 15 ml Maraschino
  • 15 ml Lillet Blanc
  • 2 gut gehäufte EL Vanille-Eiscreme

Zubereitung:

1. Alle Zutaten ohne extra Eis im Shaker ca. 20 Sekunden kräftig schütteln.

2. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen und mit frisch geriebener Muskatnuss oder frischen Beeren garnieren.

Cremige Leckereien:
Cream Gin Fizz

Cream Gin Fizz

Der Cream Gin Fizz ist etwas weniger kompliziert als

Bayswater Café

Bayswater Café

Warum nicht mal einen Drink mit Espresso und

Ramos Gin Fizz

Ramos Gin Fizz

Dieser cremige, blumig-fruchtige Fizz verlangt nach

The Aristocrat Stinger

Der Stinger zählt zur Kategorie der vernachlässigten Drinks. Die ursprüngliche Mischung von Spirituose und Minze-Likör ist heutzutage nicht gerade der Inbegriff eines populären Cocktails. Umso erfreulicher, dass es Bartender gibt, die sich dieser etwas angestaubten Drink-Kategorie annehmen und überzeugende Rezept-Kreationen zaubern.

Der Aristocrat Stinger wurde hauptsächlich von seiner Hauptzutat, einem 16 jährigen Lagavulin, inspiriert. Dessen dezente Schoko- und Sherry-Noten waren es, die Adam Brewer mit diesem Drink betonen wollte. Der Minze-Likör kam hinzu, um die frische Seeluft zu imitieren, bei der der Lagavulin in Fässern lagert. So entstand eine moderne Stinger Version, die durchaus komplex und ausgewogen ist und den Lagavulin wunderbar in Szene setzt.

Rezept

Adaptiert nach einer Rezeptur von Adam Brewer, Sling Lounge, Brisbaine, Australien.

Zutaten:

  • 60 ml Islay Single Malt Whisky (Lagavulin 16 Years)
  • 15 ml Crème de Menthe weiß
  • 15 ml Pedro Ximénez Sherry
  • 2 Dashes Chocolate Bitters

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen mit Eis im Rührglas ca. 30 Sekunden kalt rühren.

2. In ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.

3. Eine Zitronenzeste über dem Drink ausdrücken und etwas geraspelte Bitter-Schokolade auf den Drink geben.

Remember The Maine

Remember The Maine

Die unschlagbare Mischung von Rye Whiskey und rotem

Fallen Angel

Fallen Angel

Frische Minze erfreut sich schon seit Jahren großer

Smokey Old Bastard

Smokey Old Bastard

Normalerweise haben die schottischen Whisky-Sorten

  • Sieht interessant aus! Werde ich auf jeden Fall einmal probieren =). Ich bin ein großer Minz-Fan und kann mir gut vorstellen, dass sehr lecker schmeckt.AntwortenAbbrechen

  • Was sehe ich? Lagavulin! Mein Lieblingswhisky direkt nach Caol Ila. Das wird definitiv ausprobiert.AntwortenAbbrechen

Jeder neue Monat dieses herrlichen Events bringt eine Steigerung mit sich. Jeder neue Monat bringt einen neuen Rekord – und im Mai eben diesen, den ich für ziemlich abgefahren halte: Es sind über 100 Einreichungen zur Farbe hellgrün zusammengekommen. Wie viele es genau geworden sind, weiß ich nicht. Aber mehr als 100. Potzblitz!

Es wäre wahrscheinlich vermessen, an dieser Stelle einen erneuten Rekord zu fordern, oder?

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt total auf Eure richtig grünen Rezepte. Reingehauen!

Ihr habt bis zum 30.06.2012 Zeit, Eure Kreationen einzureichen – einfach wie immer in diesem Artikel einen Link auf Euer Rezept hinterlassen. Banner finden sich wie immer am Ende dieses Artikels.

Die Teilnahmeregeln

  • Es gibt keine Einschränkung. Jedes Rezept ist erlaubt. Außer Tiernahrung. Aber auch Cocktails sind erlaubt.
  • Pro Person sind zwei Einreichungen zugelassen.
  • Die Einreichung benötigt zwingend ein Bild. Dieses sollte (ist kein Muss!) hochkant aufgenommen und möglichst hochauflösend sein. Wenn Euer Rezept den Weg ins Kochbuch findet, komme ich auf Euch zu mit der Bitte, mir das Originalbild in voller Auflösung zukommen zu lassen.
  • Das Gericht auf dem Bild muss überwiegend grün sein. Natürlich sind die ein oder anderen andersfarbigen Komponenten erlaubt, sie sollten sich aber im Hintergrund halten. Benutztes Geschirr kann beliebig gewählt werden. Bitte verzichtet auf die Verwendung von Farbstoffen, um die Speise zu färben.
  • Reicht Euer Rezept bis spätestens 30.06.2012 ein, indem Ihr hier in diesem Artikel einen Kommentar hinterlasst und in Eurem Artikel auf dieses Event verlinkt. Banner zum Mitnehmen gibt’s weiter unten.
  • Selbstverständlich können auch Leser teilnehmen, die selbst keinen Blog betreiben. In diesem Falle könnt Ihr das Rezept samt Bild an blog [at] highfoodality [punkt] com senden.
  • Für die Teilnahme sind neben neuen Rezepten auch Archivbeiträge zugelassen, bitte verlinkt dann aber auch auf diesen Artikel.

Was passiert mit den Rezepten?

  • Nach Ablauf der Frist werde ich alle Einreichungen hier zusammenfassend präsentieren
  • Aus allen Einreichungen wähle ich meine drei Favoriten/lasse ich die Favoriten wählen
  • Die drei Gewinner werden in das Cookbook of Colors aufgenommen
  • Zudem erhalten die drei Gewinner je einen Präsent-Korb, der netterweise von der Metro gesponsert wird.

Banner zum Mitnehmen

400×89:

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HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

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HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Holunderblüten-Saft

Hui, jetzt aber fix! Sonst ist das Rezept nicht mehr aktuell, wenn es veröffentlicht wird. Aktuell blühen die Holunderbäume – Zeit also, sich auf die Socken zu machen, einige Dolden einzusammeln und einen Holunderblüten-Saft daraus zu fabrizieren.

Der Saft muss mehrere Stunden ziehen (am besten über Nacht) und ist dann im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar.

Rezept

Zutaten für den Holunderblüten-Saft (für 3 Liter):

  • 4-6 Holunderblütendolden
  • 150g Zucker
  • 3L Wasser
  • 3 Zitronen

Zubereitung:

1 Die Dolden säubern. 3L Wasser abkochen, zuckern und erkalten lassen. Den Saft der Zitronen auspressen und mit den Dolden zugeben.

2 Bei geschlossenem Deckel über Nacht ziehen lassen, dann die Dolden entfernen. Gekühlt lagern.

Hinweis: Den Saft je nach Gusto süßer oder saurer abschmecken – nach diesem Rezept wird der Saft eher sauer.

Saftige Abwechslung

Hagebutten-Vanille-Eistee

Es gibt nichts Erfrischenderes als einen eisgekühlten

Gewürzwein mit Erdbeeren

Eiskalter Gewürzwein mit frischen Erdbeeren

Wenn der Sommer (qua Definition eine Periode mit

Sophisticated Lady

Sophisticated Lady

[tweetmeme] Diese pikante, alkoholfreie Variante

Rucola Mojito

Rucola in einem Drink? Klingt zunächst nach einer wilden Spinnerei. Nach kurzer Besinnung und der Erinnerung an Drinks wie den hervorragenden Gin Basil Smash scheint Rucola als Zutat für Cocktails dann doch gar nicht so abwegig. Ganz und gar nicht – Rucola sorgt nicht nur für die herrlich blass-grüne Farbe des Dinks sondern auch für einen würzigen, leicht scharfen Geschmack.

Natürlich scheint ein guter Gin wie geschaffen, diesen Kräuter-Aromen Gesellschaft zu leisten – gepaart mit frischem Limettensaft für die Säure und Honigsirup für die Süße.
Ist das jetzt noch ein Mojito? Wohl eher nicht – da hilft auch die Alibi-Minze als Dekoration nicht viel. Sie gibt dem Drink aber noch eine schöne Frische, die bei jedem Schluck die Nase erfreut.

Rezept

Adaptiert nach einer Rezeptur von Matthew Biancaniello.

Zutaten:

  • 1 Handvoll wilder Rucola, gewaschen und trocken geschleudert
  • 25 ml Honigsirup
  • 60 ml Dry Gin
  • 30 ml Limettensaft (frisch gepresst)

Zubereitung:

1. Rucola mit Honigsirup im Unterteil des Shakers muddeln.

2. Gin und Limettensaft zugeben und alles zusammen mit Eis ca. 20 Sekunden kräftig schütteln.

3. Doppelt in ein vorgekühltes, mit Eis gefülltes Becherglas abseihen.

4. Mit einem Zweig Minze garnieren.

Auch lecker:

Hot Fizz

Hot Fizz

Apfel und Chili passen hervorragend zusammen. Im Hot

Gin Basil Smash

Gin Basil Smash

Der intensiv grüne Gin Basil Smash ist ein

Tuscan Fresco

Tuscan Fresco

Im Tuscan Fresco steuert ein Rosmarinzweig sein

  • Ich mag Gemüse in Cocktails sehr. Ob die Gurke im Moscow Mule oder die Chili im Mahara Beach Cooler. Wahrscheinlich bin ich auch der einzige Mensch, der außerhalb von Flugzeugen Tomatensaft (pur oder als Virgin oder Bloody Mary) trinkt.AntwortenAbbrechen

  • Ich liebe auch Gemüsecocktails. Bloody Mary ist einfach großartig.

    Rucola im Cocktail hatte ich bis jetzt allerdings noch nicht. Wird (wie so vieles hier) auch nachgemacht 😛

    LGAntwortenAbbrechen

  • gunther

    So, das war also mein erster Versuch an einem Cocktail. Vom Rezept leider zu weit entfernt das Ergebnis, aber für die Stimmung wars prima.
    Hebt den Anspruch fürs nächste Mal.AntwortenAbbrechen

  • Karin Lehmann

    Hallo lieber Herr Uwe
    Was für Bilder, was für Rezepte.
    Ich bin Senjorin und habe eine Frage ist ihr Newsletter kostenlos ?
    Wenn ja, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir ihn regelmäßig
    zusenden würden.
    Liebe Grüße aus dem schönen Altmühltal
    Karin LehmannAntwortenAbbrechen