Smokey Old Bastard

Ein rauchiger Drink mit Bourbon-Whiskey? Normalerweise haben die schottischen Whisky-Sorten durch ihren typischen Torf- und Rauchgeschmack dieses Geschmacksareal für sich gepachtet. Bourbon Whiskeys präsentieren sich dagegen eher mit leichten Vanille-Tönen und im Vergleich zu ihren schottischen Verwandten eher mild und süß. Na und? Wenn der Bourbon nicht rauchig schmeckt, dann machen wir ihn rauchig!

Dazu eignet sich Lapsang Souchong Tee natürlich bestens. Riecht intensiv nach Lagerfeuer und erinnert im Geschmack tatsächlich deutlich mehr an Rauch als an Tee. Der Smokey Old Bastard – eine “bastardisierte” Variante des Old Fashioned Cocktails – bekommt durch den Lapsang Souchong Tee eine gehörige Portion Rauch-Aroma verpasst und benutzt als Süßungsmittel Ahornsirup – einen Traumpartner für Bourbon Whiskey. Bitters nicht vergessen – die runden das ganze ab. Und: Rühren, Rühren, Rühren!

Adaptiert nach einer Rezeptur von Craig Toone, Glovers Bar, Merseyside, England.

Zutaten:

  • 60 ml Bourbon Whiskey
  • 1 BL Lapsang Souchong Tee (lose)
  • 2 BL Ahornsirup
  • 2 Dashes Bokers Bitters

 

Zubereitung:

1. Den Tee und 30 ml Bourbon in ein Rührglas geben und 1 Minute ziehen lassen.

2. Vier Eiswürfel hinzugeben und 1 Minute verrühren.

3. Durch ein Teesieb in einen mit Eis gefüllten Tumbler abseihen, Ahornsirup und Bitters zugeben und nochmals 1 Minute rühren.

4. Restlichen Bourbon und zusätzliche Eiswürfel hinzugeben und weitere 30 Sekunden rühren.

5. Mit einer Zitronenzeste garnieren und servieren.

Rotwein-Geschnetzeltes mit Erbsen

Es ist schon interessant, wie Menschen ticken. Seit Monaten habe ich auf Amazon eine gebrauchte Steve Jobs Biographie zum Verkauf angeboten, für die sich niemand interessiert hat. Heute morgen hörte ich dann im Radio die Nachricht vom Tode des Apple-Pioniers, und keine zwei Stunden später war die Biographie auch schon verkauft. Auch wenn ich kein Apple-Anhänger bin, so geht mit Steve Jobs doch einer der größten Erfinder und Pioniere der IT-Landschaft von uns, der es wie fast kein Zweiter geschafft hat, Technologie in die Wohnzimmer und die Hosentaschen der Menschen zu bringen.

Nach dieser Einleitung ist jede Überleitung zu einem Rezept zum Scheitern verurteilt. Daher rede ich gar nicht lange darum herum. Seit ich das Zürcher Geschnetzelte gemacht habe, bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Jahrelang habe ich kein Geschnetzeltes mehr gegessen, früher gab es das oft bei Muttern. Dabei ist das Geschnetzelte recht einfach zuzubereiten und mit vielen verschiedenen Zutaten kombinierbar.

 

REZEPT

Zutaten für das Rotwein-Geschnetzelte mit Erbsen (für 2 Personen):

  • 600g Schweinerücken
  • 200g Erbsen
  • 2 Schalotten
  • 100 ml Rotwein, z.B. Cabernet Sauvignon
  • 200 ml Sahne
  • 100 ml Rinderfond
  • 1 TL Rosenpaprika
  • 2 TL Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Das Fleisch in ca. 3mm dicke Streifen schneiden. Die Schalotten fein hacken, den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.

2 Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch anschmoren, bis es Farbe bekommt. Mit einem Schuss Rotwein ablöschen, aufkochen und beiseite stellen.

3 In einer Pfanne in etwas Öl die Zwiebeln glasig andünsten. Mit dem Rotwein ablöschen und Sahne und Rinderfond angießen. Aufkochen und eindicken lassen. Fleisch und Erbsen zugeben und 2-3 Minuten bei mittlerer Temperatur ziehen lassen. Mit Rosenpaprika, Salz und Pfeffer abschmecken. Den Schnittlauch darüberstreuen.

Beilage: Spätzle passen gut, ich kann mir aber auch Rösti, Kartoffeln und Reis vorstellen.

 

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  • Geschnetzeltes – auch bei mir ein lieber Begleiter in Kindertagen, dazu Spätzle und vieeel Sauce! :-)

    Wenn ich das so lecker angerichtet bei dir auf dem Teller sehe, denke ich auch: das muss man wieder öfters zubereiten!AntwortenAbbrechen

  • das sieht ja köstlich aus!!AntwortenAbbrechen

  • mir gehts wie dir, ich habe auch schon ewig kein Geschnetzeltes mehr gemacht bzw. gegessen. Irgendwie erinnert mich das – sorry – immer an Katzenfutter ;-). Dein Bild macht mir aber schon Lust…. zwar wieder nicht auf Geschnetzeltes (obwohl das Foto top ist), aber auf deine unglaublich schönen Spätzle! Ich kann sehen, wie sie schmecken, ganz fein!AntwortenAbbrechen

  • Die Erbsen bringen auf jeden Fall etwas Farbe auf den Teller.AntwortenAbbrechen

Ich habe mich (mal wieder) geärgert. Ich verlasse morgens das Haus, um auf die Arbeit zu gehen. Ein paar Meter von der Türe entfernt kommt mir ein älterer Herr entgegen, ein Nachbar, der im gegenüber liegenden Haus wohnt. Man kennt sich vom Sehen. Er schaut mich an, sieht mich auch (ist so früh am Morgen nicht selbstverständlich). Ich grüße, denn das hat mir meine Mama so beigebracht. Der ältere Herr wendet seinen Blick von mir ab und geht ohne ein Wort des Grußes an mir vorbei. Mir entfährt ein süffisant-erstaunt-empörtes Lachen.

Zwei Tage zuvor hatte ich meine kleine Tochter in den Kindergarten gebracht. Ich stehe an der Tür, sehe, dass eine Mutter mit Kind im einen und einer großen Tasche im anderen Arm zur Tür läuft. Na, kein Problem, da warte ich doch gerne und halte die Tür auf. Als die Mutter passiert, grüße ich noch. Sie sieht mich an, sagt keinen Ton. Erwidert weder den Gruß noch spricht ein Wort des Dankes. Mir jagt’s den Dampf aus den Ohren.

Ich könnte noch einige dieser Situationen schildern, denn seit wir vor einigen Jahren in die Stadt gezogen sind, passiert mir das ständig. Was passiert mit der Gesellschaft? Haben wir es nicht mehr nötig, freundlich zu sein? Verrohen wir? Können wir nicht wenigstens in Mikrogemeinschaften, die uns alle durch ein Merkmal verbinden (Kinder im selben Kindergarten, wohnen in der gleichen Anlage), gewisse Formen der Nettiquette wahren? Ist es so ungewöhnlich geworden, sich zu grüßen? Ich verstehe das nicht.

Was das mit dem pochierten Tafelspitz auf Süßkartoffel-Polenta mit Zwiebel-Chutney zu tun hat? Nichts. Null. Es regt mich aber einfach auf.

Umso beruhigender wirkte da der Geschmack dieses Gerichts auf mein aufgebrachtes Gemüt. Der Tafelspitz war sehr freundlich zu mir, erwiderte auch meinen Gruß mit einer zartrosa Färbung. Geschmacklich ist das Gericht eher süß, und das muss man mögen: die Süßkartoffel-Polenta und das Zwiebel-Chutney tragen ihren Teil dazu bei. Wichtig ist die Zugabe von Chili, damit die Süße nicht zu sehr dominiert.

Anfangs hatte ich Bedenken, dass das Essen zu trocken wird – dies war völlig unbegründet. Obwohl keine Sauce dabei ist reichen das zarte Fleisch und die Süßkartoffel-Polenta völlig aus.

Nachdem ich neulich Rehrücken pochiert habe und sehr begeistert war, wollte ich die Methode auch einmal mit Rindfleisch ausprobieren: es hat sich wieder gelohnt! Der Tafelspitz kochte 20 Minuten in 80°C heißem Wasser und wurde danach nur noch in etwas Butter kurz von allen Seiten scharf angebraten. Ich werde langsam ein Fan dieser Zubereitungsmethode.

 

REZEPT

Zutaten für den pochierten Tafelspitz auf Süßkartoffel-Polenta mit Zwiebel-Chutney (für 2 Personen):

Für die Süßkartoffel-Polenta:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Chili
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Süßkartoffeln
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 50g Butter
  • 300ml Milch
  • 300ml Fleischbrühe
  • 125g Polenta
  • Salz, Pfeffer

Für den Tafelspitz:

  • 400g Tafelspitz
  • 2 EL Butter
  • 1 TL Pfeffer
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1 Handvoll Pinienkerne
  • Salz

Für das Zwiebel-Chutney:

Siehe Zwiebel-Chutney-Rezept.

Zubereitung:

1 Das Zwiebel-Chutney nach Anleitung in obigem Rezept zubereiten.

2 Für die Polenta die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chili fein hacken. Die Süßkartoffeln waschen, schälen und fein würfeln. Die Rosmarinzweige kerbeln und die Nadeln fein hacken. Die Zwiebeln, den Knoblauch und die Chili in etwas Butter dünsten. Die Süßkartoffeln zugeben und alles gut rösten. Mit der Hälfte der Fleischbrühe ablöschen und kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Dann fein pürieren.

3 In der Zwischenzeit die restliche Fleischbrühe mit der Milch aufkochen und die Polenta zugeben. Ca. 20 Minuten quellen lassen.

4 Den Tafelspitz parieren und mit Salz, Pfeffer und den Rosmarinzweigen würzen. In einen Bratbeutel geben und für 20 Minuten in 80°C heißem Wasser pochieren. Die Pinienkerne in einem Mörser zerstoßen.

5 Die Polenta unter das Süßkartoffel-Püree heben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

6 Den Tafelspitz aus dem Wasser nehmen. Butter in einer Pfanne zerlaufen lassen und den Tafelspitz von jeder Seite 1-2 Minuten scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Aufschneiden und mit der Süßkartoffel-Polenta, dem Zwiebel-Chutney und den zerstoßenen Pinienkernen servieren.

Inspiration: Living at Home Spezial “Gäste und Feste” Nr. 5

  • Jürgen

    Interessante Einleitung, gefällt mir :)
    Musste leider auch schon des öfteren diese Erfahrung machen. Das schlimme daran ist, dass die Kinder dieser Stoffel auch so werden, weil sie es nicht anders lernen. Und in Kindergarten und Schule sowas nicht vermittelt wird. Man kann nur mit gutem Beispiel voran gehen und hoffen ..

    Ach ja .. zum Rezept .. hört sich seeehr lecker an. Werde ich demnächst sicher mal ausprobieren.

    Viele Grüße,
    JürgenAntwortenAbbrechen

  • Erstmal: Guten Morgen lieber Uwe! :-)

    Vielleicht lesen die alle dein Blog und sind eifersüchtig, dass du so gut kochen und fotografieren kannst. :-) Das sieht nämlich wieder mal umfwerfend köstlich aus! Ich hatte kürzlich mal gegrilltes Tafelspitz, das hat mich nicht so überzeugt. Aber deins sieht wirklich gelungen aus.AntwortenAbbrechen

  • Zorra hat schon alles gesagt, was ich auch sagen wollte ;-) Bleibt mir die Frage nach dem Teller, wo ich doch auf der Suche nach umwerfend schönem Porzellan bin!?AntwortenAbbrechen

  • mit magerem Rindfleisch geht das gut. Wenn zuviel Bindegewebe drin ist, sind 80°C zu wenig.AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Jürgen: Anscheinend bleibt einem nichts anderes übrig.

      @zorra: Danke :D – Tafelspitz grillen stelle ich mir auch eher schwierig vor…

      @Alex: Hersteller der Teller ist Bauscher. Ich kann Dir aber gerade nicht sagen, zu welcher Serie die gehören. Gab’s mal als Prämie bei Ed***.

      @lamiacucina: Ja, das musste ich auch schon einmal schmerzlich erfahren.AntwortenAbbrechen

  • Nadja

    Ich kann Jürgen nur voll und ganz zustimmen, die Kinder solcher Menschen werden genau so!
    Und was das Rezept betrifft, dachte ich schon, man müsste den Tafelspitz vakuumieren, aber gerade lese ich, dass es auch mit einem Bratschlauch geht – das muss ich dann unbedingt mal ausprobieren :-) Könnte ich das dann auch in so einem Dampfgarer – ich meine so einen Topf mit Siebeinsatz – machen?
    Herzlichen Gruß
    Nadja
    P.S. Hab schon div. Drinks von Deiner Seite ausprobiert – super & danke für die schönen Rezepte :-) AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      @Nadja: Hm, habe ich noch nie probiert. Geht bestimmt auch – ich hätte nur Angst dass zu viel Fleischsaft verloren geht. Daher der Bratschlauch (ich kann hier mit meiner Theorie aber auch Falsch liegen).AntwortenAbbrechen

Vieux Mot

Als der französische Holunderblüten-Likör St. Germain vor einigen Jahren auf den Markt kam, löste er unter Barkeepern eine bemerkenswerte Experimentierfreudigkeit aus. Die gipfelte leider irgendwann darin, diesen Likör in nahezu jedem Drink zu verwenden – viele sprachen schon vom “Bartender’s Ketchup”.

Wie hervorragend der feine französische Likör jedoch als Aromageber und Süßungsmittel in einem Sour funktioniert, beweist der Vieux Mot – eine Anspielung auf den bekannten Last Word. Ein Drink, den man gern auch Leuten vorsetzen kann, die sich an Gin als Spirituose nicht herantrauen. Denn er schmeckt wie viele gut balancierte Sours elegant frisch, mit dezenter Süße und hat durch die Holunderblüten auch das gewisse Etwas.

Adaptiert nach einer Rezeptur aus dem Jahre 2007 von Don Lee, PDT, New York City

Zutaten:

  • 45 ml Plymouth Gin
  • 15 ml Holunderblüten-Likör
  • 25 Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 10 ml Zuckersirup

 

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen mit Eis im Shaker ca. 10-15 Sekunden kräftig schütteln.

2. Doppelt in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen.

3. Eine Grapefruit-Zeste über dem Drink auspressen.

 

Zwiebel-Chutney
Ich werde bald ein Jährchen älter und gedenke, dieses mit einem kleinen Buffet für ein paar Freunde zu feiern. Ich bin gerade dabei, dafür die Liste möglicher Häppchen und Gerichte zusammenzustellen. Ich weiss schon sicher, dass es nach dem Buffet eine kleine Käseplatte zum Ausklang geben wird – begleitet von selbstgemachten Chutneys. Die Jungs kann man sehr gut vorbereiten, so dass ich jetzt schon das ein oder andere Rezept koche um in Vorbereitung auf das Buffet nicht zu viel zu tun zu haben. Schließlich sind zwei Tage kochen reserviert, bei denen mir Ralf wieder helfen wird. Was freue ich mich da schon drauf!

Ich habe heute das Zwiebel-Chutney vorberietet, nachdem es vor einigen Tagen schon das Zwetschgen-Chutney gab (mit dem sich der Herr Hansen wohl nicht bei seiner Schwiegermama mit Ruhm bekleckern konnte). Dieser Geselle ist süßlicherer Natur, weshalb ich es eher zu deftigeren Käsesorten oder Fleisch servieren würde. Die Zwiebeln entwickeln eine eigene Süße, wenn man sie gart – daher sollte man mit der Zugabe von Zucker vorsichtig sein.

 

REZEPT

Zutaten für das Zwiebel-Chutney (Ergibt 2 225ml-Gläser):

  • 500g rote Zwiebeln
  • 100g Cranberrys
  • 100ml Weißweinessig
  • 300ml Apfelsaft
  • 75g brauner Zucker
  • 1TL Senfsamen
  • 2 cm Ingwer
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und fein reiben.

2 Den Weißweinessig zusammen mit dem Apfelsaft, den Senfsamen, dem braunen Zucker und dem geriebenen Ingwer erhitzen. Dann die Zwiebeln und die Cranberrys zugeben und bei mittlerer Hitze ca. 1 Stunde köcheln lassen. Die Flüssigkeit sollte nahezu verschwunden sein. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp: Noch warm eingemacht hält das Chutney etwa 3 Monate.

Inspiriert durch ein Rezept aus der Living at Home, Spezialheft “Gäste und Feste”