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Direkt am New Yorker Broadway liegt das „NoMad Hotel“, in dem Daniel Humm zusammen mit seinem kongenialen Partner Will Guidara seit 2012 das Restaurant „NoMad“ betreibt.

Daniel Humm, dessen Drei-Sterne-Restaurant „Eleven Madison Park“ jüngst zum besten Restaurant der Welt ausgezeichnet wurde (Quelle: „The World’s 50 best Restaurants“, 2017), bietet im „NoMad“ eine raffinierte, aber dennoch zugängliche Küche inmitten eines vollständig renoviertem Beaux-Art-Gebäudes im Herzen New Yorks.

Das nun im Matthaes-Verlag erschienene Kochbuch zeigt einen schönen Streifzug durch das Menü des Restaurants, beginnend bei Snacks wie den „Tomatenvariationen auf Toast mit Basilikum“ oder der „Crudité“, bestehend aus rohem Gemüse, auf Eis mit Schnittlauchcrème serviert. Die Snacks sind allesamt eher vegetarisch gehalten, die Bilder ausdrucksstark und farbenfroh.

Daniel Humm schafft es immer wieder, vermeintlich einfache Speisen unglaublich ästhetisch angerichtet zu servieren. Die Produktqualität spielt dabei eine herausragende Rolle, ebenso wie das handwerkliche Geschick, das der Drei-Sterne-Koch zweifelsfrei besitzt.

Wer bereits Humms Kochbuch „I love New York“ (die Rezension findet sich hier) eingehender studiert hat, wird schnell erkennen, dass sich kulinarisches Konzept und visuelle Präsentation stringent weiterentwickelt haben und zu einem eigenen Markenzeichen geworden sind. Kaum jemand versteht es so ästhetisch ansprechend anzurichten und die einzelnen Komponenten so gekonnt in Szene zu setzen, wie der in der Schweiz geborene Humm. Die beiden Werke sind somit auch für alle Kulinariker uneingeschränkt zu empfehlen, die sich mit dem Thema Anrichten und „Plating“ eingehender beschäftigen wollen. Das Buch und der gezeigte Bildstil liefert Anleitung wie Inspiration gleichermaßen.

Nach den Snacks folgen Hauptspeisen und Desserts wie die „Lamm-Variationen mit Oliven und Sommergemüse“, die „gebratene Ente mit Aprikosen, Kamille & Mangold“ oder die Haselnuss-Tarte mit Pralineneis.

Besonders schön anzusehen sind meiner Meinung nach die vegetarischen Komponenten eines Gerichts, auf die der Koch viel Augenmerk zu legen scheint: unfassbar ästhetische Präsentation (und Fotografie!) trifft auf eine alles andere als alltägliche Kombination, für mich eine tolle Quelle großer Inspiration.

Hat man sich durch die vielen Rezepte gelesen und den unausweichlich folgenden Appetitreflex erfolgreich unterdrückt, folgt im letzten Drittel des Buches eine kleine Überraschung: dieses versteckt ein zweites, kleineres Buch, in dem die Rezepte der beliebtesten Cocktails des Restaurants detailliert aufgeschrieben sind.

Genuss ist nicht nur die Aufnahme von gutem Essen, sondern die korrespondierende Gesamterfahrung von Speisen und Getränke – so zumindest begreifen Humm und Guidara ihre kulinarische Philosophie im Restaurant Nomad.

„NoMad – Das Kochbuch“ ist ein mehr als gelungenes Werk und geeignet für kulinarische Afficonados, die sich neben Rezept-Anregungen auch Inspiration für die Präsentation holen möchten.

„NoMad – Das Kochbuch“ von Daniel Humm und Will Guidara
530 Seiten
Erschienen im Matthaes Verlag
Erste Auflage 2016
ISBN 978 387 515 4146

"NoMad - das Kochbuch"
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