Mit Traditionen soll man nicht brechen, besonders dann nicht, wenn sie gut sind. Seit 2010 gibt es den kulinarischen Jahresrückblick, in dem ich das Blog-Jahr noch einmal Revue passieren lasse.

Zunächst aber möchte ich Dir ein gutes Neues Jahr wünschen! Ich hoffe, Du bist gut gerutscht?

Meine Rückblicke funktionieren dabei immer gleich: In zwei Handvoll Kategorien fasse ich zusammen, was mir über das Jahr besonders im Gedächtnis geblieben ist. Auch wenn es schwierig ist, sich auf eine Sache pro Kategorie festzulegen, gibt es meist ein herausragendes Element. Die Sorte, die einem sofort in den Kopf schießt. Die ein Lächeln auf’s Gesicht zaubert. Was einen zufrieden werden lässt. Aber eines ist klar: Das ist sehr subjektiv. Meine ganz persönlichen Highlights. Da sich aber nicht alles Erlebte in einem kleinen Rückblick packen lässt, habe ich Dir am Sonntag schon eine umfangreiche Liste von „100 coolen kulinarischen Dingen 2015“ gezeigt – und auch das hat mittlerweile Tradition. Aber nun genug der Vorrede, los geht’s…

…gleich. Denn vorher muss ich mich noch bedanken: Zuallererst bei Dir und allen Lesern, die mir 2015 die Treue gehalten und meinen Blog gelesen haben. Danke! Mein Dank gilt außerdem meiner Frau Sonja, die mich Jahr für Jahr dabei unterstützt, diesen Blog zu betreiben und mir die Freiräume gibt, meine kulinarischen Hirngespinste auszuleben. Danke Dir! Zuletzt gilt mein Dank Ingo, Kerstin, Alex und Astrid für viele Brainstormings, Inspiration und Hilfe, wenn es nötig war, sowie allen Partnern. Jetzt aber. Nimm’ Dir etwas Zeit, dieser Artikel ist lang. Los geht’s…

Mein Blog-Jahr zusammengefasst

Ja, ich war schon fleißiger. 2015 gab es nicht so viele Beiträge wie in den Jahren davor. 100 waren es am Ende dann doch, und damit beinahe jeden dritten Tag ein neuer Artikel. Vor allem im ersten Halbjahr war ich wegen meines Umzuges zeitlich eingeschränkt, was sich natürlich auch auf die Produktivität auswirkte. Nicht zu vergessen: Wegen des Umzuges war ich fast sieben Wochen ohne Küche. Das war keine einfache Zeit für mich. Das Warten hat sich aber durchaus gelohnt, denn die Wochen der Entbehrung wurden mit meiner neuen, auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Küche belohnt. Details dazu findest Du weiter unten im Rückblick.

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Sieben Wochen mit provisorischer Küche. Man beachte die trendy Tischdecke!

Kommentare wie „Davon wird doch keiner satt“ und „Gibt’s die Portion auch in groß?“ las ich in diesem Jahr recht oft bei Artikeln, auf Facebook oder auf Twitter. „Ein bisschen weniger Teller-Ikebana wäre schön“ war auch dabei. Ich kann alle besorgten Leser beruhigen: Bei mir sind bisher alle Gäste satt geworden. Auch meine Familie nagt nicht am Hungertuch. In der Küche selbst, man wird es kaum glauben, gibt es immer genug in den Töpfen, um sich mindestens einen Nachschlag zu holen. Auf Bildern sehen kleinere Portionen einfach besser aus, weshalb ich „übersichtlich“ anrichte. Weniger Teller-Ikebana wird es jedoch nicht geben.

Im Oktober erschien zudem das 1.000ste Rezept – eine stolze Zahl, wie ich finde. Ich habe während des Jahres begonnen, alte Rezepte sukzessive zu erneuern: Die Rezepte bekamen teils neue Fotos, teils habe ich die Zubereitungsanleitungen aktualisiert. Über die Jahre habe ich viel gelernt, weswegen ich heute manche Dinge anders mache als noch vor drei-vier Jahren. Das macht Arbeit, lohnt sich aber.

Auch 2015 war das Rezept für die Brioche Burger Buns wie schon in den beiden Jahren davor meistgelesen, gefolgt vom Pulled-Pork-Burger und dem Rezept für einen Panzanella, also einen italienischen Brotsalat. Das erstaunt mich immer wieder.

2015 ist meine Leserschaft weiter gewachsen. Im letzten Quartal des Jahres besuchten zum ersten Mal innerhalb eines Monats mehr als 100.000 Menschen meinen Blog, was mich sehr stolz und dankbar macht. Danke Dir, dass Du ein Teil davon bist! Mehr als 10.000 Leser haben zudem meinen Newsletter abonniert. Das Wissen um die Vielzahl meiner Leser motiviert mich zum Einen, weiterzumachen und stetig neuen Inhalt zu erschaffen, es mahnt mich aber auch gleichermaßen zur Sorgfalt: Ich möchte Dir weiter Rezepte anbieten, die funktionieren und die Dich inspirieren.

Seit 2009 hatte der Blog dasselbe Design. Es war an der Zeit, der Webseite einen neuen Anstrich und einen neuen Motor unter der Haube zu verpassen. Über die Jahre verändert sich die Technik, vor allem in den letzten beiden Jahren hat sich gerade in Hinblick Mobiloptimierung sehr viel getan. Die Technik von 2009 hat mich lange getragen, nun war es für eine Modernisierung Zeit. Mit dem Relaunch im September gab’s also nicht nur ein neues Design, sondern auch ein paar neue Funktionen und ein leicht verändertes Konzept. Du kannst den Blog nun von jedem Endgerät, egal ob Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone nahtlos verwenden. Ich habe mit dem Killer-Feature „Rezept drucken“ einen Meilenstein in Innovation geschaffen (*grunz*) und mit dem Saisonkalender und vielen neuen Kategorien einen einfacheren Zugang zu den Rezepten aufgebaut.

Wenn ich über meine Rezepte fliege, so stelle ich fest, dass ich 2015 einen substanziellen Anteil sous-vide gekocht habe. Die Gartechnik wird für mich immer wichtiger, die Ergebnisse werden immer besser. Ich lerne zunehmend, sie besser einzusetzen. Gerade im Rahmen von Menüs ist es unglaublich bequem, Dinge im Wasserbad zuzubereiten. Das erzeugt weniger Stress, funktioniert immer und gewährleistet gleiche Qualität. Auf den Punkt. Ich denke, dass ich 2016 viel mehr zum Thema schreiben werde. Alle Sous-vide-Rezepte im Überblick findest Du hier.

Meine kulinarischen Highlights

2015 war reich an neuen Erfahrungen. Nicht nur an solchen, die ich in meiner eigenen (neuen) Küche (als sie denn endlich da war) machen durfte, sondern auch an solchen, die ich in der großen weiten Welt sammeln konnte. In Irland tauchte ich über das Ballymaloe Lit Fest of Food and Wine in die reichhaltige, vielseitige und sehr umtriebige Küche der grünen Insel ein. Ich lernte inspirierende Persönlichkeiten wie Darina Allen und Rory O’Connell kennen und staunte ob der Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit einer Nationalküche, die mir bis dato völlig nebensächlich erschien. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Craft Cider, den irische Bauern auf Basis alter Rezepturen abseits des industriellen Mainstreams keltern und unter das Volk tragen.

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Im Oktober besuchte ich die Gastronomika in San Sebastian. Als böte San Sebastian selbst nicht schon genug kulinarisches Potenzial für mehrere Wochen Aufenthalt, so wurde das Angebot durch das diesjährige Gastland Singapur erweitert. Ein Dutzend Spitzenköche aus Singapur zeigte in Show-Veranstaltungen und weiteren Angeboten, was die Küche Singapurs aus- und besonders macht. Meine eindrücklichsten Erlebnisse waren ein Interview mit André Chiang, der 2015 als bester Koch Singapurs und fünftbester Koch Asiens ausgezeichnet wurde, ein Dinner von Ryan Clift aus dem Restaurant Tippling Club sowie die Möglichkeit, typische Gerichte wie „Chili Crab“ oder „Laksa“ aus Singapur klassisch und neu interpretiert zu probieren. Daneben erinnere ich mich gerne an meine Tour durch die Bars von San Sebastian, in denen neben gutem Wein eine Reihe von Pintxchos serviert werden.

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Ryan Clift, Tippling Club

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Hauptgang von Ryan Clift (Wagyu, Tomate, Topinambur, Algen)

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Vorspeise von Ryan Clift (Muscheln, Pistou, Algen, Sud)

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André Chiang

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San Sebastian, och ja.

Darüber hinaus nahm ich an zwei Veranstaltungen der AEG Taste Academy teil: Lucki Maurer gab umfassende Einblicke in seine Philosophie, Tiere „From Nose to Tail“ zu verwerten. Dabei vermittelte er viel Wissen rund um das Kochen mit Innereien und seltenen Fleischstücken abseits von Roastbeef und Filet. Wie schon öfter geschrieben ziehe ich mittlerweile gut zubereitete sogenannte B- oder C-Cuts jedem A-Cut vor. Heiko Antoniewicz informierte in der zweiten Veranstaltung umfassend zum Thema „Flavor Pairing“, also der Kombination zunächst unpassend erscheinender Zutaten, die dann aber im Mund geschmacklich ein echtes Feuerwerk entfachen.

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Petersilien-Bananen-Eis, Weißbier-Schaum, Petersilien-Pesto und Bananengelee.

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Stickstoff ist schon geiles Zeug…

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Im November folgte als krönender Abschluss eines ereignisreichen Jahres das Foodcamp Ostbayern in Regensburg. Etwa 30 Food-Verrückte verbrachten vier Tage kochend, fachsimpelnd und erkundend in der Oberpfalz. Dabei besuchten wir Brauereien, Metzgereien, Bäckereien, das storstadt, einen Donaufischer sowie ein Zoigl, jene uralte Oberpfälzer Brautradition, bei der Familienbrauereien ihre Häuser für Gäste und den gemeinsamen Genuss des Zoigl-Bieres öffnen. Gemeinsam gekocht wurde natürlich auch, was mir lange als eines der intensivsten und beeindruckendsten Erlebnisse im Gedächtnis bleiben wird.

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Gemeinsame Kochsession mit Jörn Kabisch und Kerstin Getto. Foto: Daniela Haug.

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Das Menü. Foto: Daniela Haug.

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Geht doch ganz gesittet zu, oder? Foto: Daniela Haug.

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„Guck mal, was ich angerichtet habe…“. Foto: Daniela Haug.

Mein persönliches Highlight: Meine neue Küche

Im Mai bin ich mit meiner Familie umgezogen. Während in unserer alten Bleibe eine Küche zum Inventar gehörte, hatte die neue keine zu bieten. Das war auch gut so. Mir hatte die alte Küche zwar gute Dienste geleistet, aber sie war für meine Zwecke zunächst ein wenig zu klein (viel Equipment hatte ich in den Keller ausgelagert), mit Zusatzschränken vollgestopft und letztendlich qualitativ für Dauer- und Intensivbetrieb nicht ausreichend. Die Vormieter hatten die Küche eingebaut. Gekocht wurde darin aber kaum, gehörten die Vormieter doch eher zu der Lieferfraktion.

Im Zuge der Jahre hatte ich bereits einen Dampfgarer nachgerüstet und das Induktionskochfeld schon im Keller stehen, scheute mich aber davor, die Mietsküche umzubauen. Ich hätte im Falle eines Auszuges alles rückbauen müssen, und da wir uns bereits mit dem Gedanken der Veränderung trugen, erschien mir das als wenig sinnvoll. Dementsprechend groß war meine Vorfreude, als die Planungen für meine Küche für die neue Bleibe beginnen konnten.

In der neuen Küche habe ich versucht, meine Anforderungen vollumfänglich umzusetzen. Das war für den Berater wohl nicht ganz einfach oder auch alltäglich, hatte ich doch sehr genaue und dezidierte Vorstellungen davon, was ich wollte und was nicht. Das war ein guter Mann, der hatte Nerven. 🙂

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Die Küche ist Teil eines offen gehaltenen Wohn- und Essbereiches. Mit etwa 17m² nimmt sie mehr Platz ein, als ursprünglich vom Architekt vorgesehen war. Das stellte mich vor ein paar Strom- und Anschlussprobleme, da diese etwas verlegt oder erweitert werden mussten. Zentraler Teil der Küche ist eine große Kochinsel, auf der die Induktionsmulde montiert ist. Die von beiden Seiten zugänglichen Schränke bieten viel Stauraum für Töpfe, Pfannen, Kochgeschirr und Besteck. Im Nachhinein wäre es schön gewesen, wenn ich 30 cm mehr Platz für einen Apothekerauszug gehabt hätte. Über der Insel ist eine leistungsfähige Dunstabzugshaube montiert, die für das Konzept einer offenen Küche integraler Bestandteil ist.

Wenn Gas keine Alternative ist, ist Induktion für mich die Technik der Wahl und für mich mittlerweile sogar die bessere Lösung. Flüssigkeiten kochen sehr, sehr schnell, die Temperatur kann fein und genau eingestellt werden. Da mir ein Kochfeld mit vier Platten oft nicht ausreichte, habe ich mich hier für eine 90 cm-Variante mit fünf Platten entschieden. Darauf findet nun auch meine große Paella-Pfanne oder mein Gansbräter Platz. Welch Freude es war, als ich endlich das im Keller gelagerte Kochfeld in Betrieb nehmen konnte!

Im hinteren Teil der Küche sind die Küchenmöbel klassisch in einer U-Form entlang der Wand angeordnet. Neben Kühlschrank und Spülmaschine finden sich dort noch zwei Öfen und eine Wärmeschublade. Letzteres ist auch das einzige neue Gerät, alle anderen hatte ich aus der alten Wohnung mitgebracht und nun endlich dank des Platzes auch verbauen können. Bei den beiden Öfen handelt es sich einmal um einen Kombi-Dampfgarer und um einen normalen Backofen. Zwei Öfen haben sich für mich und meine Art zu kochen bewährt. Ich dämpfe viel und möchte den Dampfgarer auf keinen Fall missen – die Ergebnisse dieser schonenden Zubereitungsmethode überzeugen mich geschmacklich immer wieder.

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Die Wärmeschublade lässt sich auf 30°C, 40°C, 60°C und 80°C temperieren. Ich verwende sie um Teller vorzuwärmen (60°C), Speisen warm zu halten (60°C – 80°C), Hefeteig beim Gehenlassen zu unterstützen (30°C), als Auftauhilfe (40°C) oder um bei 80°C via NT-Methode zu garen.

Nach einigen Monaten im Einsatz hat sich die Küche bewährt: Sie hielt vier Menü-Aktionen stand, inklusive eines Stresstests durch mehrere Blogger-Freunde, die im Juni bei mir zu Gast waren. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, bin ich hin und wieder noch dabei, den Inhalt der Schränke umzuräumen. Ich komme der optimalen Verteilung aber immer näher. Natürlich bin ich noch nicht ganz fertig: Wie Du auf den Fotos sehen kannst, fehlen den Fenstern noch Vorhänge. Diese sollen neben dem dekorativen Aspekt auch noch einen praktischen erfüllen und das Licht für Fotos angenehm dämpfen. Zudem werde ich für etwas mehr Kontrast im hinteren Bereich der Küche einen Teil der Wand in einem dunklen Anthrazit streichen. Die Kochinsel braucht auf der dem Wohnraum zugewandten Seite noch etwas mehr Beleuchtung, dort werden drei Lampen aufgehängt werden, damit ich auch beim Anrichten und Arbeiten auf dieser Seite genug Licht habe.

Die eigene Küche, nach den eigenen Vorstellungen – definitiv mein persönliches Highlight des Jahres.

Mein Rezept des Jahres

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Beim Durchschauen meiner Rezepte aus dem Jahr 2015 blieb mein Auge bei zwei Rezepten richtig hängen. Definitives Highlight war das Gua Bao mit geschmortem Lamm, eine taiwanesische Burger-Variante. Das Herzstück sind die Buns, die nicht gebacken, sondern gedämpft werden. Die Füllung besteht aus geschmortem Lamm mit selbst eingelegtem Senfkohl sowie süßer Chili-Sauce. Lecker.

Nah dran am Rezept des Jahres: Mein Sauerbraten von Kalbsbäckchen mit bayerischen Frühlingsrollen. Kalbsbäckchen sauer schmecken super lecker, die bayerischen Frühlingsrollen besteht aus in Filoteig frittierter Brezenknödelmasse. An der fleischlosen Front hat mich 2015 das Pasta-Rezept Tortellini mit Pfifferlingen und Heidelbeeren am meisten begeistert.

Mehr: Die besten Rezepte 2015 | Alle Rezepte 2015

Mein Grillgericht des Jahrespastrami-essigzwiebeln-senf-aioli

Das ist leicht. Das beste Rezept vom Grill war zweifelsohne das Pastrami, also gepökelte und geräucherte Rinderbrust. Die Zubereitung dauert in Summe drei Wochen. Das Ergebnis rechtfertigt die lange Zubereitungszeit allerdings über alle Maßen: Selten habe ich ein zarteres, geschmackvolleres und leckereres Stück Fleisch genossen. Ich servierte das Pastrami mit Essig-Schalotten und einer Senf-Mayonnaise. Das Anrichte-Video zum Rezept gibt es hier:

Mehr: Alle Grill-Rezepte

Meine Zutat des Jahres

Miso. Viel zu lange spielte Miso in meiner Küche keine Rolle. Eine Begründung dafür habe ich nicht, Miso ging bisher einfach an mir vorbei. Das änderte sich mit der Miso-Mayonnaise, die ich im Laufe des Jahres mehrfach – vor allem zu Fisch, aber auch Spargel oder Onglet – servierte. Besonderen Höhepunkt erreichte meine „Misophilie“ mit dem Tatar vom Wildschwein, das Jörn mit Miso würzte.

Miso ist dabei nichts anderes als eine Paste, die hauptsächlich aus Sojabohnen und verschiedenen Getreidesorten besteht. Durch Fermentation werden die Zutaten vergoren. Der resultierende Geschmack ist Umami pur, und ist ein Hauptbestandteil der japanischen Küche.

Mehr: Kalbs-Onglet mit Rettichsalat und Miso-Mayonnaise

Mein Food-Foto des Jahresajvar-zucchini-roellchen-vom-grill

Das Foto für die Ajvar-Zucchini-Röllchen vom Grill ist nicht nur mein Lieblingsfoto 2015, es schaffte es auch auf die Shortlist des „Food Blog Awards 2015“ in der Kategorie „Bestes Food-Foto“. Dort reichte es es zwar nicht für den Sieg, aber allein die Nominierung bestätigt mich in meinem Stil und Weg der Fotografie. Auch 2016 werde ich weiter puristisch anrichten, ohne vom Wesentlichen, nämlich dem Essen, durch anderen Deko-Schnick-Schnack abzulenken. Wenn Du meinen Blog schon länger liest, dann ist Dir vielleicht gerade in den letzten Tagen aufgefallen, dass ich mein Teller-Repertoire etwas erweitert habe. Das wird auch die einzige Veränderung bleiben.

Mehr: Zum Rezept

Mein Wein des Jahresschneider-black-print-2014

Tadaaaa, es gibt eine neue Kategorie! Auch wenn ich mich immer noch nicht ansatzweise zu den Weinkennern zählen würde, bin ich einfach mutig und möchte Dir meinen Wein des Jahres vorstellen. Ach so, Du willst die Kriterien dafür wissen? Das ist einfach: Ich empfehle, was mir sehr gut geschmeckt hat. Genauso gehe ich übrigens auch bei meiner generellen Weinauswahl vor…

Der Wein: Schneider Black Print 2013, ein kräftiger, tiefroter, vollmundiger Cuvée aus St. Laurent, Syrah, Merlot, Cabernet Mitos, Cabernet Dorsa und Cabernet Sauvignon, reich an Tanninen. Kommt bei mir häufig zu Geschmortem auf den Tisch und hat mir am besten zu Schweinebäckchen geschmeckt.

Mein Bier des Jahresgiesinger-lemondrop-triple

*Tusch*! Noch eine neue Kategorie! Mein Bier des Jahres. In diesem Zuge möchte ich Dir den Blog-Kollegen hier wärmstens empfehlen – wenn Du ein Bierfan sein solltest. Norbert stellt seit Jahren täglich ein Bier vor (!) und hat wohl noch keinen Tag verpasst. Das Besondere: Er fokussiert sich dabei gänzlich auf fränkische Biere. Kein Wunder, schließlich gibt es nirgendwo in Europa, wenn nicht weltweit, eine solch hohe Brauereidichte wie zwischen Nürnberg und Bamberg.

Irgendwie fühlt es sich dann wie ein kleiner „Fail“ an, wenn mein Bier des Jahres aus München kommt. Die selbsternannte Hauptstadt des Bieres hatte es meiner Meinung nach aber bitter nötig, dass neben all den Industriebieren auch einmal wieder ein gutes Bier, handgemacht, mit viel Leidenschaft gebraut in die Welt geschickt wird. Was aber aus der Brauerei Giesinger unweit der Heilig-Kreutz-Kirche kommt, hat mich schlichtweg begeistert. Neben klassischen Sorten wie Helles, Weißbier, Dunkles, Märzen, Bock sowie einer Reihe saisonaler Spezialbiere wurden 2015 vier besondere Sorten vorgestellt. So kamen ein Baltic Rye Porter, ein Doppel-Alt, ein Wheat Stout und ein Lemondrop Triple zum Sortiment dazu.

Letzteres ist es auch, was mich nachhaltig begeistert und zu meiner Entscheidung gebracht hat, es als mein „Bier des Jahres“ hier vorzustellen.

Ein Triple-Bier ist eigentlich eine belgische Biersorte. Es hat eine hohe Stammwürze (oftmals über 18%) und oft auch einen hohen Alkoholgehalt (zwischen 8% und 10%). Letzteres wird durch einen hohen Malzanteil in der Stammwürze und durch die Verwendung von alkoholtoleranter Hefe erreicht.

Für das Bier wurde die bisher relativ unbekannte Hopfensorte „Lemondrop“ verwendet. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus zwei Hopfensorten. Eine davon hat unglaublich viele Zitrus-Aromen, was geschmacklich sofort erkenntlich wird: Das Bier riecht schon unglaublich zitronig und schmeckt auch so. Nach dem Einschenken präsentiert sich das Lemondrop sehr trüb mit einer sehr schönen gold-gelben Farbe und einer schönen Schaumkrone. Neben dem starken Zitrus-Geschmack ist die Hefe recht präsent, wie es für ein Triple typisch ist.

Fazit: Das Giesinger Lemondrop Triple ist ein unglaublich erfrischendes Bier, das durch seine Zitrusnoten gut gekühlt am besten an einem warmen Sommerabend schmeckt, aber natürlich in den kälteren Monaten auch nicht zu verachten ist.

An dieser Stelle möchte ich den Aventinus Eisbock aus der Brauerei Schneider Weisse nicht unerwähnt lassen, der wunderbar als Dessertbier serviert werden kann (Passt hervorragend zu diesem Dessert).

Mein Kochbuch Meine Kochbücher des Jahres

Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich nicht sofort und wie aus der Pistole geschossen mit einem Buch um’s Eck kommen kann, wenn ich nach dem Kochbuch des Jahres gefragt werde. Tatsächlich war für mich dieses Jahr kein Buch so stark, dass es einen ähnlich intensiven Eindruck wie die Bücher in den Vorjahren hinterlassen hat. Das lag mitunter auch daran, dass ich 2015 im Vergleich zu den Vorjahren weniger Bücher konsumierte.

Wenn ich Dir schon nicht das eine Buch benennen kann, so kann ich wenigstens ein paar aufzählen, die ich gut fand. Zuallererst wäre da Stevan Pauls „Craft Beer Kochbuch“, das zu vielen verschiedenen Bieren nicht nur Hintergrundinformationen sondern auch gute Rezepte liefert, die in gewohnter Paul-Manier sicher gelingen und schmackhaft sind.

Beeindruckt – vor allem ob der visuellen Exzellenz – hat mich das Werk „Krautkopf“ der beiden Kollegen Yannic Schon und Susann Probst vom gleichnamigen Blog. Die beiden Berliner Fotografen haben ein Händchen für wunderschöne Arrangements, tolle Fotografien und ansprechende bis ausgefallene vegetarische Gerichte mit regionalen und saisonalen Zutaten. Abgerundet wird das Werk zur stimmige und stimmungsvolle Naturfotografien, die die Einzigartigkeit des Buches unterstützen und den individuellen Stil des Autorenpaars gut transportieren.

Angesprochen hat mich zudem das Werk Dämpfen und Sous-vide aus dem Teubner Verlag. Die Autoren vermitteln darin fundiertes Wissen zum Garen mit Wasser, egal ob im Dampf, unter Druck oder mit Vakuum. Die Rezepte sind gehoben und eher außergewöhnlich.

Hinweis: Alle Links zu Amazon sind Affiliate-Links.

Mein Foodblog des Jahresfoodistas-screenshot

Als ich im Mai Tanja kennenlernte, sagte mir der Blog mit dem Namen „Foodistas“ noch recht wenig. Ja, ich hatte ein paar Rezepte gesehen, die über die verschiedenen Social-Media-Kanäle flatterten. Bewusst gelesen oder beachtet hatte ich den Blog aber noch nicht. Das änderte sich über den Verlauf des Jahres stark: Die vier Autorinnen – zwei befreundete Geschwisterpaare – widmen sich jede Woche einem anderen Thema und bereiten dieses optisch wie inhaltlich sehr ansprechend auf.

Acht Hände und ungebrochene Leidenschaft ermöglichen eben mehr als im Einzelkämpfertum, das den meisten anderen Bloggern zueigen ist. Mir gefällt an dem Blog der Schwestern die große Leidenschaft, ihr Fokus auf Menüs, die fotografische Exzellenz sowie die in Teilen sehr ansprechenden und inspirierenden Rezepte. Ein Blick lohnt sich!

Meine Outtakes des Jahres

Wer glaubt, in meiner Küche ginge nichts schief, der liegt daneben. Wer viel kocht, produziert auch mal Mist. Das ist bei mir nicht anders. Auch 2015 gab es ein paar Gerichte, die gründlich daneben gingen. Zum Abschluss meines doch etwas lang geratenen Jahresrückblickes möchte ich Dir diese nicht vorenthalten. Bevor Du Dich aber nun kichernd über die Bilder hermachst, möchte ich Dir noch danken: Danke, dass Du 2015 ein Teil von HighFoodality warst. Ich freue mich, wenn mein Blog 2016 weiterhin ein Bestandteil Deiner Küche sein darf. Guten Rutsch!

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Linsen-Omelett. Ähm.

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Geschmacklich UND visuell ne Vollkatastrophe: Der erste Versuch für Shiso-Sorbet und Ceviche…

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Curry. Geschmacklich daneben.

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Fenchelsalat. Nüsse. Cranberrys. Örks.