Tee-Mythen (2): Früchtetee wird sauer, oder?

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Es folgt der zweite Teil der vierteiligen Gastartikel-Serie zum Thema Tee-Mythen von Julia Amann. Im ersten Teil beschäftigte sich Julia bereits mit der Frage, ob Tee 3- oder 5 Minuten ziehen solle.

Viele Menschen denken bei Früchtetee an ihre Kindheit zurück: Im Schullandheim stand der nämlich ganz hoch auf der Hitliste der Getränke. Leider gab und gibt es dort meistens keine besonders ausgefallene Getränkekarte: morgens Kakao, mittags Pfefferminztee, abends Früchtetee. Oder umgekehrt.

In meiner Erinnerung war der Früchtetee damals ziemlich rot und sauer. Heute weiß ich: Das liegt am Hibiskus. Diese roten Malvenblüten oder -Fruchtkapseln waren in der Vergangenheit der Hauptbestandteil vieler Früchtetees und sind bis heute bei Billig-Herstellern von Teebeuteln sehr beliebt. Wer einen empfindlichen Magen hat, reagiert auf diesen Tee schnell mit Sodbrennen oder Magendrücken. Und damit scheint die Vorliebe für den koffeinfreien Tee ganz schnell vorbei. Oder etwa nicht?

Wer die feine Säure von Hibiskus mag und sich das Magenbrennen sparen will, sollte Früchtetees mit Hibiskus einfach kürzer ziehen lassen. Also mit kochendem Wasser aufgießen und nicht länger als fünf Minuten ziehen lassen. Schon schmeckt der Teeaufguss richtig lecker, ist gerade im Sommer sehr erfrischend und belastet den Magen nicht.

Die Regel heißt also: Ist Hibiskus im Früchtetee, immer maximal fünf Minuten ziehen lassen.

Eine Alternative dazu sind Früchtetees ohne Hibiskus, die seit etwa zehn Jahren auf dem Markt sind. Diese Tees sind auf Basis von Fruchtstücken aus Datteln, Bananen, Äpfeln oder Birnen gemischt. Gießt man solche Tees auf, kann man sie bedenkenlos in der Küche stehen lassen. Sie bleiben selbst nach 20 oder 30 Minuten Ziehzeit mild im Geschmack und greifen den Magen nicht an.

 

Julia Amann ist Projektmanagerin in der digitalen Werbeagentur Spirit Link Medical in Erlangen. Mit Alexander Poetsch, Inhaber des Teefachgeschäfts “Evas Teeplantage” in Nürnberg, teilt sie die Leidenschaft für japanischen Grüntee und Darjeeling.

Im Blog Teepod.de schreiben die beiden seit 2008 Tipps und Tricks zur Teezubereitung, posten Teevideos und Rezepte mit Tee. Ein Teeglossar und Artikel zu Geschichte und Anbau von Tee erklären die wichtigsten Basics zum Thema und auch die Leser kommen im Blog zu Wort: In den „Interviews mit Teeliebhabern“ stellt Teepod.de immer wieder interessante Menschen vor, die sich ein Leben ohne Tee nicht vorstellen wollen.

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