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Ich bin geschäftlich sehr oft rund um Frankfurt unterwegs. Normalerweise fahre ich von Nürnberg aus mit der Bahn, da die A3 momentan rund um Würzburg und Aschaffenburg dreispurig ausgebaut wird. Stau ist also vorprogrammiert.

Manchmal aber ist die Bahn schlicht ungeeignet, besonders dann, wenn man mit viel Workshop-Gepäck wie Moderationskoffern oder Pinnwänden unterwegs ist. Da reist sich’s mit dem Auto doch bequemer. Als ich vor einigen Wochen mit meinem Kollegen Ingo von einem langen Workshop-Tag nach Nürnberg zurück fuhr, machte sich kurz vor Aschaffenburg ein leichtes Hungergefühl in der Magengegend bemerkbar. Da wir beide etwas gegen schlechtes Essen haben, beschlossen wir, nicht an eine der vielen Autobahnraststätten halt zu machen (wie ich mich über Sanifair aufregen könnte…) sondern in die Innenstadt von Aschaffenburg zu fahren.

Google Maps wies uns den Weg. Auf der Karte tauchten alsbald diverse Lokalitäten auf. Eines mit dem Namen „Schlappeseppel“ erregte meine Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich um einen Brauereigasthof des gleichnamigen Bieres. Lecker. Und gleich neben dem „Schlappeseppel“ fanden wir das Restaurant „Zum Fegerer„, dessen Karte uns sofort ansprach. Wenig Gerichte, dafür ungewöhnliche Kombinationen, die uns sofort neugierig machten.

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Wir fanden uns in einem kleinen, rankenbewachsenen Innenhof ähnlich eines römischen Atriums wieder. Freundliche Kellnerinnen versorgten uns mit Kissen, wohlverdienten Hopfenkaltschalen und Karten.

Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde 1988 renoviert. Im gleichen Jahr eröffnete auch das Restaurant „Zum Fegerer“. Das Team hat sich die „gehobene fränkische Küche“ auf die Fahnen geschrieben und fokussiert sich dabei auf Spessart-Wild, Schmorgerichte und saisonale Produkte aus der Region. Und dies gelingt dem Team eindrucksvoll.

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In den letzten sechs Wochen stattete ich dem Restaurant dreimal einen Besuch ab. Ich hatte so die Gelegenheit, die aktuelle Karte ausführlich zu testen und wurde nie enttäuscht. Die Küche schafft es, ihre Kreationen zu einem kulinarischen Feuerwerk zu erwecken. Schmecken Einzelbestandteile eines Gerichtes für sich genommen wohl abgeschmeckt und stimmig, so ergeben diese zusammen eine unglaubliche Harmonie, die mich immer wieder hat staunen lassen.

Die Köche trauen sich dabei, ihre Gerichte kräftig zu würzen und nicht der weit verbreiteten Geschmacksneutralität anheim zu fallen. Gewürze und Kräuter sind sorgfältig ausgesucht und perfekt auf das Gericht abgestimmt. Nachwürzen ist schlichtweg nicht notwendig.

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Wer also an Aschaffenburg vorbei fährt und Hunger bekommt, sollte den Umweg von 10 Minuten von der Autobahn bis zum Lokal in Kauf nehmen. Es lohnt sich!

Besonders empfehlen kann ich die Lammfilets auf Zuckerschoten-Tomaten-Dattel-Salat mit Koriander, den mit Tomaten überbackenen Feta-Käse mit Bohnenpüree und Rucola-Salat sowie die getrüffelten Rehsteaks mit Beerensauce, Pfifferlingen und Kartoffelbällchen. Aber auch Klassiker wie ein Vitello Tonnato mit Kapernsauce oder Matjes-Filets mit dreierlei Saucen werden wunderbar beherrscht.

Die Preise sind gehoben, aber der Qualität des Essens durchaus angemessen. Für die Rehsteaks habe ich 23 Euro bezahlt, die Lammfilets mit Zuckerschoten-Tomaten-Dattel-Salat liegen als Vorspeise bei 13 Euro. Ich empfehle, einen Tisch zu reservieren. Mittags wird nur eine reduzierte Mittagskarte geführt, hier sind nicht alle Speisen wählbar.

Anschrift:

Schloßgasse 14
63739 Aschaffenburg
Telefon: 06021 – 15646

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Die Fotos habe ich mit meinem mobilen Endgerät gemacht, entschuldigt deshalb bitte die mangelhafte Qualität.