Pastrami sous-vide mit Essigzwiebeln und Senf-Aioli

Pastrami steht schon seit langem auf meiner „1000-things-to-cook-until-I-die“-Liste. Bitteschön, hier kommt eine vollständige Anleitung für den dreiwöchigen Herstellungsprozess.

Bevor ich Dich aber in die Details der Pastrami-Herstellung entführe, müssen wir zwei etwas Grundlagenarbeit betreiben. Pastrami ist zunächst nichts anderes als ein geräuchertes und stark gewürztes Fleisch, das meist aus Rinderbrust hergestellt und in dünne Scheiben geschnitten mit Brot gegessen wird.

Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Rezept aus der jüdischen Küche Rumäniens in die USA, wo es stark verändert schnell zu einem beliebten Gericht und bis heute zu einem echten Klassiker der New Yorker Deli-Küche wurde. Das rumänische Original wurde aus Hammelfleisch zubereitet, das zuerst gesalzen (gepökelt) und kurz vor dem Verzehr gekocht wurde. In New York wurde daraus eine koschere Rindfleischspezialität. Und wie so oft haben wir diese geschmackliche Offenbarung Versuchen aus früheren Zeiten zu verdanken, Fleisch durch Flüssigkeitsentzug länger haltbar zu machen.

Pastrami – was ist das eigentlich?

Ausgangsprodukt für mein Pastrami ist Rindfleisch, genauer gesagt ein etwa 2 kg schweres Stück Rinderbrust. Gesmokte Rinderbrust (Engl. „Beef Brisket“) gehört neben „Pulled Pork“ und „Spareribs“ zu der „Holy Trinity“, also der „heiligen Dreifaltigkeit“ des amerikanischen Barbecue. Alle drei Gerichte werden „Low & Slow“ auf dem Smoker zubereitet. Das bedeutet, dass die Fleischstücke bei niedriger Temperatur (meist um die 100°C) viele Stunden im Rauch liegen. Dadurch wird das im Bindegewebe des Fleisches vorhandene Kollagen aufgelöst, was das Fleisch unglaublich zart werden lässt. Der Geschmack eines gut gemachten Beef Brisket oder Pulled Pork lässt mich die sogenannten A-Cuts wie Roastbeef oder Filet schnell vergessen.

Hier sind wir bei einem wichtigen Thema angelangt: In Zeiten, in denen die Menschen daran gewöhnt sind, nur A-Cuts zu konsumieren, geraten andere Fleischstücke in Vergessenheit. Das führt nicht nur dazu, dass wir dabei sind, unser kulinarisches Erbe zu vergessen, sondern dass der Großteil eines geschlachteten Tieres nicht adäquat verarbeitet werden kann oder noch schlimmer, überhaupt nicht verarbeitet wird.

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Ein Plädoyer für besondere Fleischstücke

Wenn Du meinem Blog schon etwas länger folgst, dann erinnerst Du Dich sicher an meine Hinweise, immer nur ganze Hühnchen in Bio-Qualität zu kaufen und auch ganzheitlich zu verarbeiten. Wenn wir uns dazu entschließen, Fleisch zu essen, so ist es das Mindeste, dafür zu sorgen, dass das ganze Tier verarbeitet und nichts weggeworfen wird. Was für unsere Groß- und Urgroßeltern-Generationen ganz normal war, müssen wir in unserer Discounter-verseuchten Konsumgesellschaft erst wieder verstehen und erlernen.

Besonders nachdrücklich wurde mir diese Thematik bewusst, als Lucki Maurer in einem Workshop davon erzählte, dass er als Rinderzüchter die Nachfrage nach A-Cuts wie Roastbeef und Filet nie bedienen kann und gleichzeitig auf B- und C-Cuts sitzen bleibt. Seither versucht Lucki Maurer, Aufklärung zu betreiben und uns Konsumenten dazu zu ermutigen, den vermeintlich „minderwertigen“ Fleischstücken nicht den Rücken zu kehren sondern wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Als Rinderzüchter und Koch bringt er dazu natürlich das nötige Wissen aus beiden Bereichen mit und setzt dieses gekonnt ein. Sein Buch „Fleisch – Rezepte und Praxiswissen zu besonderen Fleischstücken“ gibt genug kreative und leckere Rezept-Anregungen, seine im Rahmen der von AEG initiierten Taste Academy stattfindenden „From Nose to Tail“-Workshops nehmen Berührungsängste und vermitteln handwerkliche Fähigkeiten um Umgang mit Innereien und seltenen Fleischstücken. Meine Eindrücke davon werde ich noch in einem gesonderten Artikel mit Dir teilen. Bis dahin möchte ich Dich ermutigen, vermeintlich unpopuläreren Fleischstücken eine Chance zu geben, neue Zubereitungsmethoden auszuprobieren und Dich an neuen geschmacklichen Erfahrungen zu erfreuen. Zum Beispiel an selbst gemachtem Pastrami.

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Pastrami selbst machen: Ja, das dauert.

„1000 things to cook until I die“. Auf dieser Liste findet sich auch die Aufgabe, Pastrami einmal selbst zuzubereiten. Das dauert. Wenn Du also vorhaben solltest, dieses Rezept nachzumachen, so brauchst Du etwa drei Wochen Zeit. Außerdem benötigst Du eine ganze Latte an Equipment, das nicht unbedingt zur Standard-Ausstattung einer Küche zählt. Neben einem Smoker wird zusätzlich noch ein Sous-Vide-Becken eingesetzt. Damit qualifiziert sich das Rezept für die Liste der etwas durchgeknallten Dinge, das gebe ich gerne zu. Ich gebe außerdem gerne zu, dass ich, was solche Sachen anbelangt, durchaus auch ein wenig verrückt bin. Aber hey, das ist ok. Ich bin gerne in meiner Welt, man kennt mich da. Und so geht das Pastrami:

Schritt 1: Pökeln.

Die Basis für ein gutes Pastrami ist die erste Phase, in der die Rinderbrust in eine Lake eingelegt wird. Die Lake besteht aus Wasser, Salz, Pökelsalz, Zucker und einigen Gewürzen. Das Salz entzieht dem Fleisch Flüssigkeit, wodurch es leichter, fester und mürbe wird. Pökelsalz ist im normalen Handel nicht so einfach zu bekommen. Es gibt einige Spezialversender im Internet, über die Du Pökelsalz in haushaltsüblichen Mengen beziehen kannst. Pökelsalz ist ein Gemsich aus Salz und Nitrit. Beide Elemente wirken entwässernd, was das Fleisch haltbarer macht. Das Nitirt bewirkt zudem eine Rotfärbung, die sog. Umrötung. Zudem sorgt die Kombination aus Salz und Nitirt dafür, dass bestimmte Bakterien geschwächt und bekämpft werden.

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Das Fleisch legst Du also in die Lake und lässt es da mindestens sieben Tage pökeln. Bitte achte darauf, dass das Fleisch vollständig von der Flüssigkeit umgeben ist. Ich habe die Rinderbrust für dieses Rezept 13 Tage in der Lake gehabt.

Schritt 2: Smoken.

Nach dem Pökeln kommt das Räuchern an die Reihe. Du stellst zunächst einen Rub aus verschiedenen Gewürzen her, mit dem das Fleisch eingerieben wird. Dann kommt der schwierige Teil, denn die Rinderbrust darf nur bei sehr niedriger Temperatur geräuchert werden.

Es ist gar nicht so einfach, einen Smoker auf eine Temperatur zwischen 60°C und 70°C zu bekommen. Normalerweise wird bei etwa 100°C gemsmoked. Ich verwende einen Wassersmoker und habe nach einigem Tüfteln meinen Anzündkamin zu 1/4 mit Kohlen gefüllt, aufgeheizt und dann 4 Hickory-Chunks auf die Glut gegeben. Die Temperatur liegt so bei komplett geöffneten Lüftern bei etwa 80°C. Bei mir hat es funktioniert, die Lüftungsschlitze bis auf 3-4 Millimeter zu schließen. So pendelte sich die Temperatur im gewünschten Korridor ein.

Das Räuchern dauert nun etwa 4 Stunden.

Schritt 3: Sous-vide garen

Der letzte Arbeitsschritt schließt sich nahtlos an Schritt 2 an. Du kannst zwischen Schritt 2 und 3 aber auch eine Pause machen, das geräucherte Fleisch sollte sich 2-3 Tage im Kühlschrank halten.

Sofort nach dem Smoken habe ich das Fleisch vakuumverpackt. Mein Sous-Vide-Becken habe ich auf 64°C vorgeheizt und das Pastrami anschließend 48 Stunden in Ruhe gelassen. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass auch eine Dauer von 24 oder 36 Stunden ausreichend ist, habe das aber nicht getestet.

Hinweis: Wenn sich das Wasser im Becken braun färben sollte, musst Du nicht erschrecken. Dein Beutel ist nicht gerissen: Die Rauchpartikel diffundieren durch das Plastik in das Wasser und färben dieses bräunlich.

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Nach Abschluss des Garvorgangs kannst Du das Pastrami direkt weiter verarbeiten.

Noch ein Wort zu diesem Schritt: Hier weicht mein Rezept von der klassischen Zubereitung ab. Pastrami wird eigentlich nicht sous-vide gegart, sondern am Ende gedämpft. Da meine Möglichkeiten hier etwas begrenzt sind (Ich hätte es im Dampfgarer probieren können…), habe ich mich für eine alternative Form entschieden. Diese ermöglicht es mir, über einen langen Zeitraum gleichbleibende Bedingungen zu schaffen, was in einer gleichmäßigen Garstufe resultiert.

Nun aber zum Rezept…

Puh, langer Artikel heute. Klassisch wird Pastrami als Sandwich mit Sauerkraut und einer Senfmayo serviert. Bei mir gibt’s das Pastrami nicht hauchdünn geschnitten, sondern etwas dicker mit Essigzwiebeln und einer Senf-Aioli. Ich garniere mein Gericht mit frischem Koriander, was ganz gut zu den vielen Koriandersamen passt, die in Lake und Rub verarbeitet wurden.

Die Essigzwiebeln kannst Du ganz fix herstellen: Du schneidest rote Zwiebeln in dünne Scheiben und garst diese in einem Sud aus Essig, Wasser, Zucker und etwas Salz. Durch den Essig bekommen die Zwiebeln eine ganz tolle Farbe und einen leicht säuerlichen Geschmack. Das sieht nicht nur toll aus, es schmeckt auch gut.

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Guck mal, was ich angerichtet habe (#3)

Zu guter Letzt habe ich noch das Anschnitt- und Anrichtevideo zum Rezept für Dich. Wie immer freue ich mich, wenn Du meinen Youtube-Kanal abonnierst oder einen Kommentar zu Video oder Rezept hinterlässt.

Rezept

Dauer: Puh…ähm…lang. Drei Wochen.

Benötigtes Equipment:

  • Große Schüssel für das Pökeln
  • Smoker
  • Sous-Vide-Garer
  • Vakuumierer

Zutaten für das Pastrami sous-vide mit Essigzwiebeln und Senf-Aioli (Für 4 Personen):

  • 2 kg Rinderbrust (am besten das vorderste Stück)
  • 1 Bund Koriander

Für die Essigzwiebeln:

  • 4 rote Zwiebeln
  • 4-5 EL Weißweinessig
  • 1 EL brauner Zucker
  • Etwas Salz
  • Etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Senf-Aioli:

  • 1-3 Knoblauchzehen (Nach Geschmack)
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 TL grober Senf
  • 1 TL Zitronensaft

Für die Lake:

  • 4 L Wasser
  • 350 g brauner Zucker
  • 180 g Salz
  • 30 g Pökelsalz
  • 40 g schwarzer Pfeffer
  • 25 g Koriandersamen
  • 5 g gelbe Senfsamen
  • 5 g rosa Beeren
  • 4 g Chiliflocken
  • 2 g Fenchelsamen
  • 1 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 3 Lorbeerblätter

Für den Rub:

  • 40 g brauner Zucker
  • 30 g Salz
  • 35 g schwarzer Pfeffer
  • 25 g Koriandersamen
  • 5 g Knoblauchpulver
  • 5 g Wacholderbeeren
  • 4 g Chiliflocken

Zubereitung:

1 Als erstes parierst Du die Rinderbrust und entfernst Fett und Sehnen.

2 Nun bereitest Du die Lake vor. Dafür erhitzt Du die Hälfte des Wassers und löst darin Salz, Pökelsalz und Zucker auf. Dann gibst Du das restliche Wasser und die übrigen Zutaten dazu. Die Lake muss nun vollständig auskühlen, bevor das Fleisch eingelegt wird. Ist die Lake kalt, legst Du das Fleisch in dieser ein. Bitte achte darauf, dass das Fleisch vollständig bedeckt ist. Das Fleisch bleibt nun für mindestens 7 Tage im Kühlschrank in der Lake. Ich habe das Fleisch 13 Tage in der Lake gehabt.

3 Nach dem Pökeln wird die Rinderbrust auf dem Smoker im Rauch gegart. Dafür bereitest Du als erstes einen Rub zu, mit dem das Fleisch eingerieben wird. Dafür gibst Du alle Rub-Zutaten in einen Mörser und verarbeitest diese zu einem feinen Pulver. Nun nimmst Du das Fleisch aus der Lake, tupfst es mit Küchenpapier trocken und reibst es anschließend von allen Seiten mit dem Rub ein.

4 Als nächsten Schritt heizt Du Deinen Smoker an. Das ist nicht ganz einfach, denn es wird eine Temperatur von 64°C benötigt. Ich habe dafür die Wasserschüssel meines Wassersmokers vollständig gefüllt und sehr, sehr wenige Kohlen genommen. Mein Anzündkamin war zu einem Viertel gefüllt. Auf die lodernde Glut habe ich 4 Hickory-Chunks verteilt. Mit den Lüftungsschlitzen kannst Du dann die Temperatur regeln. Ich hatte sie alle nahezu geschlossen, sie waren nur 3-4 Millimeter offen. Das ist ein wenig Gefummel, lohnt sich aber. Viel heißer als 70-75°C sollte der Smoker nicht werden. Im Rauch smokst Du die Rinderbrust für etwa 4 Stunden.

5 Nach dem Smoken gibt’s für das halbfertige Pastrami keine Verschnaufpause. Du vakuumierst die Rinderbrust noch heiß und lässt sie bei 64°C 48 lange Stunden im Wasserbad schwimmen. Bitte wundere Dich nicht, wenn sich das Wasser mit der Zeit braun färbt: Rauchbestandteile im Fleisch diffundieren durch den Vakuum-Beutel.

6 Für das Senf-Aioli schälst Du zunächst die Knoblauchzehen und presst diese mit einer Knoblauchpresse. Danach verarbeitest Du die gepressten Zehen mit der flachen Seite eines Messers zu einer Paste. Gebe die Knoblauchpaste, den Zitronensaft und das Salz in einen Mixer und verarbeite alles zu einer homogenen Paste. Dann gibst Du das Ei und das Eigelb dazu und mixt alles bei mittlerer Stufe. Nun gibst Du unter stetem Rühren (niedrigste Stufe) das Olivenöl in dünnem Strahl zu, bis die Masse emulgiert. Danach schmeckst Du die Aioli mit Salz, Zitronensaft, Pfeffer und dem Senf ab.

7 Für die Essigzwiebeln schälst Du die roten Zwiebeln und schneidest sie in dünne Halbringe. Die Zwiebeln gibst Du mit dem Essig, dem Zucker und etwas Salz in einen Topf und füllst etwas Wasser dazu. Aufkochen und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Zwiebeln weich, aber noch bissfest sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

8 Das Pastrami in Würfel aufschneiden und mit der Senf-Aioli und den Essigzwiebeln anrichten. Mit frischem Koriander garnieren.

Quellen:

Offenlegung/Werbe-Hinweis: Die Teilnahme am Workshop „From Nose to Tail“ mit Lucki Maurer im Rahmen der AEG Taste Academy erfolgte auf Einladung der AEG. Das Brisket für die Erstellung des Rezeptes wurde mir ebenfalls von AEG über Otto Gourmet zur Verfügung gestellt. Der Artikel selbst wurde nicht beauftragt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen. Im Artikel selbst wird die Webseite der Taste Academy verlinkt.

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  • Christine

    Ich finde es super, dass du wirklich Außergewöhnliches machst und sich mein kulinarischer Horizont dadurch erweitert. In Ermangelung des Equipments werde ich mich auf die Zubereitun der Zwiebeln und der Senf-Aioli beschränken müssen und Pastrami zukaufen müssen. Übrigens lerne ich durch deine Videos wirklich eine Menge! Danke!
    :-)AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Christine, vielen Dank für Dein Feedback! Das freut mich sehr! Ok, zugegeben: Das Pastrami ist schon ein Gericht, das mit einfachen Bordmitteln gezaubert werden kann. Aber manchmal müssen es eben auch solche Rezepte sein 😀AntwortenAbbrechen

  • Peter

    Hallo Uwe

    Bin ein begeisterter Begleiter deines Bloks und ein grosser Fan.

    Ich werde mich sofort an die Arbeit machen und das Fleisch besorgen und loslegen.
    Werde dir das Ergebniss mitteilen wenn es fertig ist.

    Schönen Gruss aus Serbien von einem EX-Erdinger

    PeterAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Peter, ui, da bin ich aber gespannt und freue mich schon auf Deinen Bericht! Grüße!AntwortenAbbrechen

Pfifferling-Risotto mit Heidelbeeren

„Was im Wald zur selben Zeit nebeneinander wächst, passt oft gut zusammen“ habe ich einmal irgendwo aufgeschnappt. Für Heidelbeeren und Pfifferlinge scheint der Satz zu stimmen.

Kennst Du das Buch „Der Geschmacksthesaurus“ von Niki Segnit? „Rezepte, Ideen und Kombinationen für die kreative Küche“ lautet der mehr als treffende Untertitel und gibt einen guten Eindruck vom Inhalt des Buches. Die Autorin hat Geschmackskombinationen der gängigsten Lebensmittel zusammengetragen und bietet uns Hobbyköchen so eine wunderbare Möglichkeit, um nachschlagend schnell Fragen zum Zusammenpassen von Lebensmitteln zu beantworten.

Schlägt man das Kapitel „Pilze“ auf, so finden sich dort „Heidelbeeren“ als gute Passung. „Der Fruchtgeschmack [der Heidelbeere, Anm. d. Red.] kontrastiert mit der Fleischigkeit der Pilze“ heisst es da ein wenig blumig im beschreibenden Text. Beide Zutaten können außerdem gut mit Käse, Blauschimmel oder Parmesan am liebsten, um genau zu sein. Und aus diesem Geschmacksdreieck lässt sich doch ohne Probleme etwas zaubern, zumal Heidelbeeren gerade noch so und Pfifferlinge jetzt Saison haben.

Ich bereite das Risotto relativ klassisch aus Rinderbrühe, Weißwein, Arborio-Reis, Zwiebeln und Knoblauch zu. Ich gehöre zur Fraktion der Vielrührer und stehe gerne am Topf, in dem das Risotto leise vor sich hin schmatzt. Am Ende der Garzeit kommt viel Butter, viel Parmesan, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Salz hinzu, eine wirklich große Handvoll gehackter Petersilie komplettiert das Risotto. Die Pilze bereite ich mit Zwiebeln, Butter und Petersilie zu, dünste alles bei moderater Hitze in einer separaten Pfanne. Die Blaubeeren kommen unbehandelt zum Risotto, ganz am Schluss und wohldosiert. Nur hin und wieder soll man auf eine der Beeren beißen.

Was zunächst als gewagte Komposition anmutet, entpuppt sich als ein sehr leckeres Sommervergnügen. Ich weiss nicht, wo ich den Satz aufgeschnappt habe, den ich mir eingeprägt habe: „Was zur selben Zeit nebeneinander wächst, passt oft zusammen.“ Bei Pfifferlingen und Heidelbeeren ist das in der Tat richtig. Und Parmesanbäume wachsen ja auch gleich daneben…

Pfifferling-Risotto mit Heidelbeeren

Guck mal, was ich angerichtet habe (#2)

Einmal in Fahrt habe ich das Anrichten des Risotto-Tellers auch gleich gefilmt und in meinem zweiten Themen-Video verpackt. Alle Anrichte-Videos findest Du übrigens in einer speziell dafür angelegten Playlist in meinem Youtube-Kanal. Wenn Du magst, kannst Du den Kanal gerne abonnieren. Das würde mich freuen!

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minute

Zutaten für das Pfifferling-Risotto mit Heidelbeeren und Parmesan (Für 2 Personen):

  • 200 g Risotto-Reis (z. B. Arborio)
  • 1 L Rinderfond (oder Gemüsebrühe)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Weißwein
  • 100 g Butter
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 250 g Pfifferlinge
  • Parmesan
  • 1 Handvoll Heidelbeeren
  • Schalen einer halben Zitrone
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

1 Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. 100 g Pfifferlinge putzen und hacken. Alles in etwas Butter glasig dünsten. Den Reis zugeben und unter Rühren anbraten. Mit Weißwein ablöschen, aufkochen und einkochen lassen. Vorgang wiederholen, bis der Weißwein aufgebraucht ist.

2 Währenddessen die Rinderbrühe erhitzen.

3 Nach dem Weißwein die Rinderbrühe schöpflöffelweise zum Risotto geben und gut umrühren. Wenn die Brühe verkocht ist, Vorgang so lange wiederholen, bis der Reis al dente ist.

4 In der Zwischenzeit die Pilze putzen. Die zweite Zwiebel schälen und fein hacken. Die Petersilie ebenfalls fein hacken. Die Zwiebeln in etwas Butter glasig dünsten. die Pilze zugeben und bei schwacher Hitze dünsten. Am Ende reichlich Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten.

5 Das Risotto mit Butter, Parmesan nach Geschmack sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Risotto darf nach meinem Dafürhalten kräftig schmecken.

6 Das Risotto auf Tellern anrichten und die Pfifferlinge darüber verteilen. Nun wenig Blaubeeren pro Teller zugeben, etwas Petersilie darüber streuen, die Zitronenschale darüber raspeln.

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  • Wow, sieht zauberhaft aus, wie immer! Risotto mit Pilzen liebe ich ja sowieso. Blaubeeren hatte ich letztens mal im Salat und fand sie toll, da werd ich dein Risotto-Rezept auch mal ausprobieren müssen :)
    Liebe Grüße
    ElaAntwortenAbbrechen

  • ferdinand

    wow, der ist in den nächstentagen fällig

    toll
    Viele grüße
    FerdinandAntwortenAbbrechen

  • Hallo Uwe,

    der Geschmacksthesaurus ist, neben anderen Food-/Flavorpairing-Büchern auch eines der Küchen-Arbeitsbücher, die ich für die Rezeptentwicklung gerne als Inspirationsquelle heranziehe. Das Buch ist zwar durch den recht unstrukturierten Fließtext mit langen Absätzen etwas gewöhnungsbedürftig, aber die umfangreichen Register „hauen“ da so einiges heraus. Zu dem Buch habe ich eine Rezension geschrieben (Menü AHA!, Untermenü Rezensionen)

    Die Aromenkombination kann ich mir sehr gut vorstellen, vor allem mit den aromatischen Wildheidelbeeren. Du hast das Gericht sehr schön angerichtet, nur das Risotto wäre mir nicht schlotzig und cremig genug. Naja, dann ist Risotto allerdings auch kaum so ansprechend präsentierbar, weil es eben einfach verläuft.

    Viele Grüße und einen schönen Abend wünscht
    MarioAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Mario, ich mag den Thesaurus auch sehr gerne, er hat mir in den letzten Wochen seit ich ihn gekauft habe immer wieder wertvolle Dienste geleistet. Ich selbst mag Risotto nicht ganz so schlotzig, aber das ist ja einfach Geschmackssache 😀 Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Den Geschmacksthesaurus habe ich auch schon lange im Regal stehen und schmökere hin und wieder einfach darin… Die Kombination Pfifferling-Heidelbeere habe ich noch nie probiert, aber jetzt habe ich immerhin schon ein passendes Rezept dafür!
    Deine Videos finde ich übrigens sehr gut, sie machen dein Blog noch klickenswerter, als es eh schon ist.
    Liebe Grüße!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Liebe Jana, danke Dir für Dein feedback, das freut mich sehr! Es macht auch großen Spaß, die Videos zu produzieren. Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Ferdinand

    Hallo Uwe,
    na ja, kurz und knackig, es lohnt sich das Risotto zu machen habe ich nach gekocht und muss sagen, was mach ich wenn es keine Pfifferling mehr gibt ? mit den Egerlingen versuchen. War sehr fein gewesen, dazu gab es einen gekühlten Weißwein.
    ach ja es muss nicht Immer Kaviar oder Hummer oder Austern sein gelle :-) ,AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Danke Dir für die Rückmeldung, das freut mich! Pfifferlinge passen zu diesem Rezept sehr gut. Natürlich kannst Du es auch mit anderen Pilzen probieren – Steinpilze gehen in jedem Fall. Aber auch Kräutersaitlinge sollten dazu schmecken. Manche Rezepte leben aber auch von ganz bestimmten Kombinationen. Dass die Zutaten irgendwann keine Saison haben, ist dann eben so. Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Ferdinand

    am Wochende gemacht hat sich gelohnt war einfach nur sehr fein.
    Sollte man noch einmal machen. mit einemanderen Pilz mal sehen
    viele GrüßeAntwortenAbbrechen

Knoblauch-Ramen-Suppe mit geschmortem Schweinebauch

Das Rezept ist nichts für schwache Nerven: Im Originalrezept werden 44 Knoblauchzehen für 4 Personen verarbeitet. Ich begnüge mich mit 30. Und zeige Euch in einem Video, wie ich angerichtet habe.

„Was? 44 Knoblauchzehen? 30 Knoblauchzehen? Hat er Sie noch alle? Das kann doch nicht schmecken!“ – ich kann mit gut vorstellen, dass Deine Gedanken nach dem Lesen des Eingangssatzes so oder so ähnlich aussehen. Ging mir genau so, als ich das Originalrezept auf „Lady and Pups“ zum ersten Mal gelesen haben. Aber eines gleich vorneweg: Es schmeckt. Wirklich. Die Ramen-Suppe bekommt ein unglaubliches, aber dennoch ausgewogenes Aroma. Freilich: Für Knoblauch-Skeptiker oder das erste Date ist das Rezept nicht geeignet. Du musst die Knolle schon mögen. Wenn das so ist, wirst Du an diesem Rezept viel Freude haben.

Bevor es in die Details des Rezepte geht, möchte ich Euch Mandys Blog wärmstens ans Herz legen. Die New Yorkerin zog vor einigen Jahren mehr oder weniger skeptisch nach Peking, und versuchte den Einschnitt in ihr Leben mit gutem Essen zu kompensieren. Zum Glück, denn ihre Kreationen sind außergewöhnlich inspirierend und darüber hinaus noch atemberaubend in Szene gesetzt. Für mich sind ihre Fotografien mit das beste, was ich in den letzten Monaten gesehen habe.

Mandy verwendet im Original-Rezept keine 30, sondern in Summe 44 Knoblauchzehen. Die ersten 30 kommen in die Brühe, aus den übrigen bereitet Mandy noch ein Knoblauchpulver zu, das ich in meiner Variante durch Tamari-Mandeln ersetzt habe.

Knoblauch-Ramen-Suppe mit geschmortem Schweinebauch

Knoblauch-Ramen-Suppe mit geschmortem Schweinebauch

Knoblauch-Ramen-Suppe mit geschmortem Schweinebauch

Aber nun der Reihe nach: Zuerst schmorst Du den Schweinebauch in Knoblauch (Überraschung!). Dafür wird der Bauch von allen Seiten angebraten. Danach röstest Du die Knoblauchzehen im Ganzen (es ist schon ein cooles Gefühl, so viele Knoblauchzehen in den Topf zu streifen…) in Sesamöl, schön langsam bei moderater Hitze, gerade so lange, bis die Zehen eine schöne goldbraune Farbe genommen haben. Das Aroma durchflutet schon hier wohlig-warm Deine Küche und macht Lust auf mehr. Aber warte, es wird noch besser: Kaum ist der Bauch mit Shiitake-Pilzen, Knoblauch (30) und Sake, Mirin und Sojasauce im Ofen, formt sich der intensive Knoblauch-Geruch zu einem olfaktorischen Umami-Erlebnis. Ich hing in den drei Stunden des Schmorens fast durchgängig mit der Nase am Lüftungsschlitz meines Backofens. Yummy.

Müssen wir nochmal über Ramen sprechen? Vielleicht kurz: Ramen ist zum Einen eine Nudelsorte und zum Anderen nichts anderes als die japanische Version einer Nudelsuppe. Diese besteht in der Regel aus Brühe, Nudeln und Beilagen, was sich je nach Region und Spezialität in ihrer Zusammenstellung und den verwendeten Produkten unterscheidet. Mehr Informationen gibt’s bei Wikipedia.

Die Magie des Rezeptes steckt aber zweifelsohne in der Brühe. Denn nach dem Schmoren wird der Sud samt der Knoblauchzehen (Nur zur Sicherheit: Es waren 30) mit einer Zwiebel und leckerer Geflügelbrühe püriert. Das Ergebnis ist eine geschmacklich unglaublich intensive Angelegenheit. Die Brühe schmeckt durchaus nach Knoblauch (Überraschung!), besitzt eine moderate Schärfe und hat einen lang anhaltenden Geschmack, der den ganzen Mund dominiert. Diese Brühe wird nun mit Sojamilch, Sesamöl und Togarashi-Chili abgeschmeckt und verfeinert. Nachdem alle Einlagen (Fleisch, Nudeln, Frühlingszwiebeln, Tamari-Mandeln und Koriander) mit der dampfenden Brühe auf dem Tisch stehen, kommt der Moment der Wahrheit: Der erste Bissen. Die starke geschmackliche Dominanz der Brühe tritt nun etwas in den Hintergrund, durch die Einlagen wird das Geschmackserlebnis unglaublich rund aber bleibt intensiv. lecker. Sehr lecker.

Guck mal, was ich angerichtet habe!

Wäre dieses Rezept allein nicht schon kurios genug? Ich glaube schon. Dennoch habe ich heute eine Premiere für Dich. Mich erreichten in den letzten Monaten immer wieder Zuschriften von Lesern, die sich wünschten, ich möge doch mehr darüber schreiben, wie ich meine Teller anrichte. Da ich aber lieber rede als schreibe (sagt zumindest meine Frau), habe ich mir gedacht, dass ich Dir das Anrichten in einem Video zeigen könnte.

Sollte Dir also das folgende Anrichte-Video gefallen, so freue ich mich auf einen Kommentar, gerne mit Feedback, was ich besser machen kann. Ich habe nämlich vor, in der Zukunft öfter Anrichte-Videos mit vielen Tipps zu produzieren. Natürlich nur, wenn es Dir gefällt.

Here we go:

Und? was sagst Du? Ich freue mich über einen Kommentar!

Viel Spaß beim Nachkochen – aber nicht vergessen: Bitte nicht als Rezept für das erste Date verwenden. Das wäre, sagen wir, suboptimal.

Rezept

Dauer: 3 Stunden Schmorzeit, etwa 1 Stunde Zubereitungszeit

Zutaten (Für 4 Personen):

Für den Schweinebauch:

  • 500 g Schweinebauch mit Schwarte
  • 200 g Shiitake-Pilze
  • 30 Knoblauchzehen
  • 100 ml Sake
  • 30 ml Sojasauce
  • 10 ml Mirin
  • Etwas geröstetes Sesamöl
  • Salz, Pfeffer

Für die Einlage:

  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Koriander
  • 250 g Ramen-Nudeln
  • 2 EL Tamari-Mandeln

Für die Brühe:

  • 1 L Geflügelfond
  • 400 ml Sojamilch
  • 1 Zwiebel
  • 4 EL Sesamöl
  • 1/2 TL Togarashi-Chiliflocken
  • 1 TL schwarzer Sesam
  • 1 EL Fischsauce
  • Salz

Zubereitung:

1 Zunächst weichst Du die Shiitake-Pilze in 200 ml Wasser etwa 20 Minuten ein. Danach schälst Du die Knoblauchzehen. Den Backofen auf 150°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dann brätst Du den Schweinebauch auf der Schwarte-Seite in etwas Sesamöl bei moderater Hitze an, bis die Schwarte Blasen wirft. Drehen und rundherum von allen Seiten anbraten.

2 Den Schweinebauch aus dem Topf nehmen und den Knoblauch rösten, bis dieser eine schöne braune Farbe annimmt. Den Schweinebauch zusammen mit den Pilzen samt Wasser, der Sake, der Sojasauce und dem Mirin in den Topf geben. Salzen. Etwa 3 Stunden im Backofen schmoren, währenddessen immer wieder wenden.

3 Kurz vor Ende der Schmorzeit kannst Du die Einlage vorbereiten. Dafür schneidest Du die Frühlingszwiebeln in Ringe und hackst der Koriander. Die Tamari-Mandeln hackst Du ebenfalls, so dass diese schön fein werden. Die Ramen-Nudeln nach Angabe bissfest garen.

4 Währenddessen nimmst Du den Schweinebauch aus dem Ofen und stellst das Fleisch und die Pilze beiseite. Den Schmorsud vermischst Du mit der Geflügelbrühe (inklusive der Knoblauchzehen!) und der geschälten und geviertelten Zwiebel. Das alles kommt in einen Mixer und wird fein püriert. Anschließend seihst Du die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf ab.

5 Füge die Sojamilch hinzu und koche die Brühe kurz auf. Dann mit Sesamöl, Fischsauce, Salz und Chiliflocken abschmecken. Sesam zugeben.

6 Zum Anrichten platzierst Du die Ramennudeln in einem Teller. Dann gießt Du reichlich Brühe an und richtest den geschnittenen Schweinebauch, die Shiitake-Pilze, Frühlingszwiebeln, Tamari-Mandeln und den Koriander an.

Quelle: Lady and Pups (Englisch-sprachiger Blog)

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Ich wäre soweit. Wegen mir können die heißen Tage gerne kommen. Der Grill ist bereit, der Kühlschrank vollerWeiter zum Rezept >>

  • also ich finde das video sehr gelungen, mal ein anderer aspekt! wenn ich optimierungsbedarf sehe dann höchstens bei der perspektive. bisschen mehr overhead wär vielleicht noch übersichtlicher :-)

    lg aus wien, claudiaAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hi Claudia, danke für Dein Feedback – das versuche ich mal. Da ich keinen Kameramann habe, geht komplett Overhead wohl nicht, aber ein wenig mehr ist schon noch drin. Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Das Rezept hab ich auch schon gesehen, ist auf die Nachkoch-Liste gewandert, wurde aber aufgrund des Knoblauch-Zweifels noch nicht getestet. Jetzt wo es „approved by Uwe“ ist, rückt es wieder etwas höher in der Liste. Ich muss aber erst noch warten, bis das Wetter wieder etwas schlechter wird 😉

    Video ist super. Darfst du jetzt zu jedem Gericht einbinden 😉

    Gruß
    JensAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      :)

      Es schmeckt natürlich nach Knoblauch. Und riecht auch danach. Keine Frage. Aber es ist ein sehr ausgewogener Genuss, der Freude macht!

      Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Toni Pammer

    Lieber Uwe, schön dass die schreckliche, high-foodality-uwe-lose Zeit ein Ende hat. Die Ramensuppe gibts nächstes Wochenende – nicht wegen mir, aber meine Familie meinte, unsere Kunden würden die Allium-Fahne nicht so gerne flattern sehen/riechen
    (ich bin Grafiker, Fotograf und Verleger). Daumen hoch für dein Anrichte-Video – ich seh schon, du bist auch im grafischen Gewerbe und hast Sinn für Proportionen, Raumverteilung, Gestaltung. Und deine Stimme ist sehr angenehm passend zum Ganzen. Schön, eine weitere Dimension, die sich für deinen Blog auftut. Macht Spaß, das zu verfolgen. Weiterhin viel Freude, Schaffenskraft und Ausdauer!
    ToniAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Lieber Toni, danke Dir für Deinen Kommentar! Die Beitrag-lose Zeit hat einen guten Grund: Urlaub. Aber das ist nun Geschichte und es geht wie immer weiter :)

      Danke auch für Deine Rückmeldung zum Video! Es macht viel Freude, Neues auszuprobieren. Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Sehr schön!
    Tolle Idee mit den Videos und auch den Fotos von den Zwischenschritten.
    Optisch mal wieder ein Leckerbissen, auch wenn ich gestehen muss das es mich geschmacklich nicht so anspricht, aber ich bin einfach kein Ramen Fan. Trotzdem immer wieder ein Genuss deine Rezepte und Fotos zu lesen und zu sehen.

    Was ich persönlich noch gerne ausführlicher sehen, bzw hören würde: Warum richtest du Sachen so an, wie du es tust? Genau so, wie du es mit dem Teller ja schon gemacht hast.

    Beste Grüße,
    FabianAntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Fabian, danke für Dein Feedback! Dir geht es also mehr um die persönlichen Beweggründe, warum ich z. B. welche Teller benutze, eine bestimmte Form wähle oder wie ich auf die Anrichte-Ideen komme? Habe ich das richtig verstanden? Grüße!AntwortenAbbrechen

  • Interessante Ramen-Variante mit dem Knoblauch. Ramen ist ja selber schon so vielfältig wie es Nudelsuppen gibt. Ich hab sie bisher immer auf Misobasis gemacht. Dies hier hört sich aber auch spannend an. Muss unbedingt nachgebaut werden. Optisch ist Ramen ja auch eine tolle Spielwiese.
    Die Videos find ich gut so, weil sie genauso reduziert auf das Wesentliche sind, wie deine Fotos. Mir gelingt es leider nie, so konsequent wenig auf den Teller zu packen, obwohl ich es auch nicht mag, wenn es so voll ist. Aber dann hat man doch das Gefühl, hier und da müsste noch was drauf. Genau dies ist aber meist dann auch zu viel. Zum Neuanrichten hab ich dann keinen Bock mehr, der Appetit ist einfach zu groß …AntwortenAbbrechen

Purple-Curry-Joghurt mit Baby-Karotten, Wildkräutersalat und Brotchip

Vorhang auf für ein weiteres Sommergericht. Heute gibt’s eine leckere Vorspeise aus Baby-Karotten, Wildkräutersalat und dem legendären Purple-Curry-Joghurt. Auf geht’s:

Nachdem ich Dir bereits so einige Rezepte meiner Küchen-Eröffnungsparty mit lieben Blogger-Freunden gezeigt habe, fehlen nun noch dieser fantastische Zwischengang und das Dessert. Wie bei der Ceviche vom Kabeljau mit Grapefruit-Limetten-Sorbet ist dieses Rezept nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt von Simone von Pi mal Butter. Es war die Geburtsstunde des Clubs der anonymen Purple-Curry-Fans, der als erste Clubhandlung am nächsten Tag geschlossen zum örtlichen Gewürzhändler pilgerte und die Regale von Ingo Hollands Purple Curry Mischung befreite.

Das Purple Curry besitzt eine mild-säuerliche Note, ist nicht scharf und färbt durch den enthaltenen Hibiskus wunderschön lila. Simone vermischte das Curry mit griechischem Joghurt, dazu kamen ein paar Spritzer Zitronensaft und etwas Salz. Der Wildkräutersalat bestand in unserem Fall aus Blutampfer, etwas Minze, Basilikum und Petersilie. Die Baby-Karotten wurden in Karottensaft, Ingwer und etwas Chili gekocht und zusammen mit dem Salat und einem knusprigen Brotchip serviert.

Purple-Curry-Joghurt mit Baby-Karotten, Wildkräutersalat und Brotchip

Rezept

Dauer: Ca. 60 min

Zutaten für den Purple-Curry-Joghurt mit Baby-Karotten, Wildkräutersalat und Brotchip (Für 4 Personen als Vorspeise):

  • 8 Baby-Karotten mit Grün
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 1 rote Chili
  • 1 L Karottensaft
  • 200 g griechischer Joghurt
  • 1 TL Purple Curry von Ingo Holland
  • 4 dünne Scheiben Brote (3 mm)
  • 1 Zitrone
  • 3 Handvoll Wildkräuter
  • Etwas Sonnenblumenöl
  • Etwas Agavendicksaft
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Für die Karotten selbige schälen und das Grün etwas oberhalb abschneiden, so dass ein wenig Grün stehen bleibt. Den Ingwer und die Chili in Scheiben schneiden und zusammen mit dem Karottensaft erhitzen. Die Baby-Karotten etwa 30 bis 40 Minuten leise köcheln. Die Karotten sollten noch Biss haben.

2 Für den Purple Curry Joghurt den Joghurt mit dem Purple Curry, ein paar Spritzern Zitronensaft und etwas Salz mischen.

3 Die Wildkräuter waschen und aus Öl, restlichem Zitronensaft, Agavendicksaft, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette mischen.

4 Die Brotscheiben mit etwas Olivenöl beträufeln und im Ofen bei 180°C Umluft knusprig backen. Das dauert etwa 5-8 Minuten.

5 Den Purple Curry Joghurt auf einem Teller anrichten. Darauf die Karotten legen, den Salat auftürmen und mit einem Brotchip garnieren.

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  • Klasse, Purple Curry kannte ich noch gar nicht.. Blutampfer mag ich aber dieses Jahr auch total gern :)
    LG
    ElaAntwortenAbbrechen

  • Es sieht wirklich lecker aus aber du sag mal ist das wirklich so wenig oder ist der Teller so groß? Auf den Bildern wirkt es so übersichtlich.AntwortenAbbrechen

  • Eine schöne Vorspeise – die würde mir jetzt im Sommer auch gut schmecken. Und das mit dem purple curry muss ich mir unbedingt mal genauer anschauen! :)AntwortenAbbrechen

Flanksteak auf Fenchel-Ananas-Salat mit Kümmel-Reduktion

Heute auf der Tageskarte: Flanksteak! Sous-vide! Auf dem Grill finalisiert! Mit Fenchelsalat! Und Kümmel! Yummy.

Du hast es wahrscheinlich schon bemerkt: Der Fenchelsalat gehört momentan zu meinem Küchen-Inventar. Das wird wieder anders, versprochen. Doch in diesem Grilsommer liebe ich den zarten Anis-Geschmack in Kombination mit Ananas oder Orangen einfach zu sehr. Bei Lucki Maurer habe ich mir die Kombi mit Flanksteak und Kümmel abgeschaut und zu einem schönen Grillgericht mit Schwimmstunde umfunktioniert.

Du kannst das Gericht natürlich auch ohne Sous-Vide-Becken zubereiten. Das Flanksteak ist eines der flexibelsten Fleischstücke, die ich bislang zubereitet habe. Du kannst es kurzbraten, schmoren, grillen, im Sous-Vide-Becken schwimmen lassen, pochieren oder im Ofen zubereiten. Je nach Zubereitungsart variiert der Biss ein wenig.

Ohne Becken heizt Du Deinen Grill auf 180°C direkte Hitze vor und grillst das Flanksteak von jeder Seite etwa 5 Minuten. Danach lässt Du das Steak ein wenig ruhen. Nach etwa 10 Minuten kannst Du es anschneiden und servieren.

Feiner wird der Geschmack natürlich in Kombination mit einem Sous-Vide-Becken. Die Konsistenz ist zarter, der Geschmack hat aber nichts von seiner kernigen Note eingebüßt. Ich lege das Flanksteak nach dem Wasserbad kurz auf den Grill, um noch ein paar Röstaromen auf dem Teller zu haben.

Steaks schön anzurichten ist gar nicht so einfach. Deswegen schneide ich Steaks auf und nutze gerne Würfel, die ich auf den Teller stellen kann. Um die Würfel richte ich den Salat (auch nicht zu viel nehmen!) an und beträufle das Flanksteak kurz vor dem Servieren mit etwas Kümmel-Reduktion, was für Geschmack im Mund und Glanz auf dem Teller sorgt.

Probiert einmal, das Gericht nicht nur in der Mitte des Tellers anzurichten. Ich hatte Euch bei meinen Ajvar-Röllchen vom Grill bereits den Tipp gegeben, die Rundung des Tellers mit aufzugreifen und entlang des Schwungs anzurichten. Damit bringst Du das Gericht aus der Mitte des Tellers heraus und erzeugst ein wenig mehr „Spannung“. Die schwarzen Krümel auf dem Teller sind gemörserte Pistazien, die mit einer Messerspitze Aktivkohle vermischt wurden.

Flanksteak auf Fenchel-Ananas-Salat mit Kümmel-Reduktion

Rezept

Dauer: Ca. 1 Stunde im Wasserbad, ca. 45 Minuten Zubereitungszeit

Zutaten für das Flanksteak auf Fenchel-Ananas-Salat (Für 4 Personen):

  • 2 Flanksteaks
  • 3 Fenchelknollen
  • 1/2 frische Ananas
  • 400 ml Rinderbrühe
  • 1 EL Kümmel
  • 1 Zitrone
  • 1-2 EL Rapsöl
  • 1 EL Agavendicksaft
  • Salz, Pfeffer
  • 8 Kartoffeln
  • Etwas Butter

Zubereitung:

1 Die Flanksteaks salzen, vakuumieren und bei 58°C etwa 60 Minuten im Wasserbad garen lassen.

2 Den Fenchel putzen, den Strunk entfernen und mit dem Grün in hauchdünne Scheiben schneiden. Die Ananas ebenso in dünne Scheiben schneiden und mit dem Fenchel vermischen. Aus Zitronensaft, Rapsöl, Agavendicksaft, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette mischen und den Salat damit vermischen, ggf. nochmals abschmecken.

3 Den Kümmel in einem Mörser leicht mörsern und zu dem Rinderfond in eine Sauteuse geben. Aufkochen und reduzieren lassen, bis nur noch etwa 2-3 EL Flüssigkeit vorhanden sind. Die Reduktion durch ein Sieb abgießen und warm halten.

4 Die Kartoffeln schälen, hauchdünn ein- aber nicht durchschneiden. In eine ofenfeste Form legen und salzen. Danach mit Butterflocken bestreuen und bei 180°C Umluft etwa 45 Minuten im Ofen backen. Am Ende der Garzeit den Grill aufschalten und bräunen.

5 Das Flanksteak aus dem Beutel holen und auf dem vorgeheizten Grill (200°C) von jeder Seite etwa 2 Minuten grillen.

6 Flanksteak aufschneiden und mit den Kartoffeln, dem Fenchelsalat und der Reduktion servieren.

Inspiration: Ludwig Maurer

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  • Sieht mal wieder fantastisch aus! Und schmeckt vermutlich auch so :)
    Jetzt bin ich nur mal gespannt ob mein Metzger das besorgen kann – bzw wie heißt es denn jetzt eigentlich auf Deutsch? Google spuckt alles aus von „Dünnung“ über „Bauchlappen“ bis zu „Bavette“
    Oder hast du deins online erworben?

    Beste Grüße,
    FabianAntwortenAbbrechen

    • Ferdinand

      ich habs bei meinem Metzger bestellt unter Bavette, dann hieß es erst hä ? dann erklärt wa s es ist am besten mit einem Bild, dann klappt das schon. In Frankreich ist es kein Problem die haben soetwas immer vorrätig :-)
      Bavette wenn es gut gemacht ist sehr fein, ein kerniges Stückfleisch.AntwortenAbbrechen

  • Sieht mal wieder toll aus! Den Ananas-Fenchel hast du aus „Kim kocht neu“, oder? Den wollte ich auch mal machen… Beste Grüße!AntwortenAbbrechen

    • Uwe

      Hallo Jan, die Inspiration dazu habe ich aus einem Menü von Ludwig Maurer :) Grüße!AntwortenAbbrechen